irrlicht project v SorgenFreu – memo5

Friends, Musik, SorgenFreu

Morgendämmerung.

irrlicht project und SorgenFreu begeben sich auf musikalische Ab- und Umwege.

Zurück in der Realität finden sie das Zeugnis ihres Vagabundentums in Form einer Aufnahme auf einem Mobiltelefon wieder.

Die Quintessenz, memo5, passt auf zwei 3,5″-Disketten und ist als [MBR-183] bei Microbit Records erschienen.

memo5

memo5

[MBR-183] – Irrlicht Project v SorgenFreu – Memo 5 (2 Floppy Discs)

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Spartips für 2012, 1. Teil: Kalender

Dugarun
Kikerikii

Kikerikii

FROHES NEUES!

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Occupy KNAX

Dugarun

+ + + U P D A T E  (26.12.2011) + + +

Mittlerweile hat man sich dazu herabgelassen, Information durchsickern zu lassen:

Wir haben die Pinnwand für Beiträge Dritter vorübergehend geschlossen, diese Einstellung verbirgt leider auch alle alten Beiträge, die nicht von uns sind. Aber weg sind die Beiträge nicht, keine Bange. /red


Vorbemerkung:
der Deutsche Sparkassen – und Giroverband hatte auf Facebook seine Kunden und potentiellen Kunden zum Dialog eingeladen (die Dugarun berichteten), „Diskutieren Sie mit uns“, heißt es dort immer noch, und:

Wir stellen uns einer offenen und transparenten Diskussion. Mit diesem offenen Format haben wir Anregungen aus der Occupy-Bewegung und von Anonymus aufgenommen. Wir werden uns bemühen, auf Ihre Fragen, Anregungen und Kritik sachlich, konkret und so schnell wie möglich zu reagieren. Dabei wünschen wir uns einen respektvollen Umgang aller Nutzer miteinander.

Tatsächlich entbrannte eine teils sehr emotionale, teils äußerst sachliche Debatte. Ob die Sparkassen auf Lebensmittel spekulieren würde wie die Deutsche Bank, wurde gefragt; der Vorwurf gemacht, man wolle ja nur Werbung mit der Bewegung machen. Die Redaktion des Sparkassenverbands reagierte auf Beleidigungen, Diffamierungen und Unterstellungen souverän, wandte die übliche Salamischeibchentaktik an (nur zugeben, was man nicht leugnen kann) und ansonsten mangelte es nicht an guten Vorschlägen – natürlich darunter auch der einer grundsätzlichen Geldsystemdebatte, der sich die Sparkasse jedoch kategorisch verschloß, weil Zins ja zum Sparen anregt und Sparen sei das wichtigste momentan!!11! Auf die aufgezeigten Diskrepanzen in ihren eigenen Rechenbeispielen und Buchungssätzen gingen sie dann gar nicht erst ein.

Alles in allem dennoch eine angeregte, interessante und informative Debatte, zumal man doch das eine oder andere Mal noch mit einem Argument konfrontiert wird, das man so noch nicht kannte. Gestern hat sich die Redaktion anscheinend entschlossen, alle Pinnwandeinträge – und damit Diskussionsstränge – die sie nicht selbst gestartet hat, zu prunen. Weg. Futsch. Jetzt stehen da nur noch ihre eigenen Beiträge mit vielen „Gefällt mir“s… strange! Es gab Andeutungen, daß man sich gerade mit der „Aggregation“ und „Visualisierung“ und einer besseren Übersicht auf Softwareseite beschäftige, es bleibt zu hoffen, daß sie ein Backup gezogen haben und wirklich nach Neujahr Ernst machen mit der Debatte. Irgendwie nämlich mag ich nicht glauben, daß die erst einen Honigtopf da hinstellen und dann die Falle zuschnappen lassen, so dumm kann kein Manager sein, erst zur Diskussion einzuladen und dann allen die Tür vor der Nase zuzuknallen.

es sollte ja eigentlich eine Überraschung für das neue Jahr werden. Aber wir arbeiten an einer übersichtlicheren Darstellung der Diskussionen. Dann müssen nicht so viele Fragen und Antworten wiederholt werden und man kann sich besser orientieren. Hier müssen unsere Technikkollegen aber über das Facebook-Angebot hinaus etwas „basteln“. Aber die bekommen das hin. Die sind gut! /ca

In jedem Falle möchte ich meine dort veröffentlichte KNAX-Geschichte nicht dem digitalen Nirwana und der Herrschaftswillkür eines informationsdespotischen Systems überantwortet wissen und reposte sie hier. Ursprünglich bestand nämlich die Hoffnung, daß die Sparkasse die Systemkritik in der Sprache ihrer eigenen Traumwelt am besten verstehen würde, und ganz erloschen ist diese Hoffnung noch nicht.

(KNAX ist ein Werbecomic, der von den Sparkassen seit 1974 alle zwei Monate in Millionenauflage (mit enormem propagandistischen Erfolg) an „junge Kunden“ verteilt wird und daher auch in meinem Pantheon seinen rechtmäßigen Platz eingenommen hat. Die Robinsonade stellt eine mittelalterliche Idealgesellschaft dar, in der jede Zunft und Gesellschaftsschicht von einem Charakter des Inseldorfes KNAX dargestellt wird – Schankwart ist der Wirt, Schlapf der immermüde Nachwächter, Emmerich der Kaufmann, Gantenkiel der Bänker, der zum Sparen aufruft, Ambros der Schmied und Erfinder, Backbert und Steuerbert die Seebären und Malocher,  Walter Wildfang der „Grüne“ usw. Die Antihelden sind die Fetzensteiner unter der Leitung von Fetz Braun, die auf einer Burg ausserhalb des Dorfes leben und mit ihren Raubzügen das beschauliche Idyll hin und wieder auflockern. Eine Vorstellung aller Figuren findet sich im Fotoalbum der KNAX-Homepage).

~~~

Wir schreiben das Jahr 2011. KNAX ist schon lange kein isoliertes Inselidyll mehr, auf dem die Eskapaden der Fetzensteiner mehr zur willkommenen Abwechslung und sportlichen Betätigung beitragen als zu dauerhaftem Ärger und Entzweiung. KNAX ist globalisiert, KNAX versinkt in Arbeitslosigkeit, Depression und Zivilisationsmüll. Emmerich schreibt andauernd höhere Preise an seine Waren, Ambros hat sich auf Waffen und sonstiges Schmerzzufügungswerkzeug aller Art spezialisiert, Pierre Kattun hat seine Produktion nach Fernost ausgelagert und verkauft die Kindersklavenarbeit als teure Markenklamotten, Pomm-Fritz und Pomm-Friedel kippen ihre Milch lieber empört ins Meer, als sie zu billig zu verkaufen, Backbert hat auf einem riesigen Fischtrawler anheuern müssen, um über die Runden zu kommen, und fängt die Fischgründe leer, während Steuerbert arbeitslos ist und mit besorgniserregenden Leberwerten zuhause rumgammelt (wiederum zum Unfrieden jener, die Überstunden machen müssen), Schankwart vereinsamt in einer meist gähnend leeren Kneipe, Walter Wildfangs Wald ist weggerodet und Dodo und Didi hängen lieber zuhause oder auf der Straße rum, als sich mit der immer dreisteren Selbstbereicherung Fetz Brauns auseinanderzusetzen. Bleiben noch Nero und Kiki oder daß Brunhold endlich ein schlechtes Gewissen kriegt (das ganze vor dem inneren Augen vielleicht noch im Zeichenstil von Frank Frazetta vorstellen)…

[..]

– DRITTER AKT –

[Schankwarts Schänke. Betrübte Stimmung, tote Hose, Schankwart putzt gelangweilt saubere Gläser, aus denen nur noch selten getrunken wird, zum hundertsten Male – allein in dieser Nacht. Nur Feelicia und Gantenkiel stecken beim gedämpften Licht einer Petroleumlampe die Köpfe zusammen.]

„Gantenkiel“, begann Feelicia die Unterhaltung mit ihrer typisch liebensgewürzigen Art, „wie konntest Du nur zulassen, daß ausgerechnet Fetz Braun das Monopol aufs Gelddrucken bekommt? Wär das nicht dein Job, jedes Jahr nur so viel Geld zu drucken, wie wir hier tatsächlich auf der Insel für diesen Zeitraum brauchen?“

„Ja aber…“, hub Gantenkiel an.

„Nix ‚ja aber’!“ Feelicia konnte auch zornig gucken, das war ihm nie so aufgefallen. „Wie wär’s mal mit ‚Warum nicht?‘ – Das war doch klar, daß Fetz Braun nichts gutes im Schilde führte, als er Dir anbot, das Geld bei sich auf Burg Fetzenstein zu drucken.“

„Wir dachten, er hätte sich gebessert! Es waren alle einverstanden! Und seitdem ist er ja auch nicht mehr auffällig geworden, wir sehen ihn im Dorf so gut wie überhaupt nicht mehr.“

„Nein, nur noch einmal im Jahr, wenn wir unsere Schulden an seiner Zugbrücke abliefern müssen und, weil wir mittlerweile kaum noch was haben, um seine Forderungen erfüllen müssen: Überstunden, Zeitarbeit… selbst von mir verlangt er letztlich mehr Kräuter, als ich je pflanzen und er je rauchen kann, und ich mag gar nicht aussprechen, was er mir durch Zipfel für Vorschläge zur Tilgung unterbreiten lassen hat.“ Sie schauderte und machte einen angewiderten Gesichtsausdruck, der erahnen ließ, daß sie ein ums andere Mal schon so verzweifelt gewesen war, über Fetzens Angebot ernsthaft nachzudenken zu müssen. Eine Zeitlang hatte sie wenigstens Emmerich im Laden zur Hand gehen können, doch der mußte sie wieder entlassen, weil er sich ihren Lohn nicht leisten konnte, so schlecht gingen die Geschäfte. „Gantenkiel, mach die Augen auf, er hat sich von Ambros seine Burg vergolden und mit Blidenartillerie ausstatten lassen und droht, die Stadt in Schutt und Asche zu legen, wenn wir seine Forderungen nicht erfüllen! Hast du mal die Yacht gesehen, die unter seinem Felsen ankert? Die ‚Bankette‘, die er auf seiner Burg feiert?“

Gantenkiel wollte etwas sagen, doch Schankwart stellte ihm geräuschvoll einen neuen Humpen hin, und er nahm erstmal einen Hieb, ohne aufzublicken. Dann nahm er all seinen Mut zusammen. „Was soll ich denn tun? Kann ich was dafür, daß Steuerbert keinen Job hat? Ich will dir mal was sagen, ich kann ihm einfach kein Geld mehr geben, weil er es am dritten schon komplett versoffen hat. Und die Pomms kommen mit ihren Raten für den Kredit für den neuen Kuhstall nicht nach. Von irgendwas muß ich doch auch leben!“

„Wir sollten protestieren!“ rief sie. „Und du auch.“

„Ich hab doch gesehen, was dabei herauskommt. Damit er uns wieder mit seinem Zwiebelnebelsprühzeug verscheucht wie im Oktober?“ Feelicias Gesicht verfinsterte sich bei der Erinnerung an die rotverqollenen Augen und anderen miesen Tricks, mit denen Fetz Braun ihren letzten Zwergenaufstand niedergeschlagen hatte. Diesmal war er ihnen anscheinend wirklich über. Gantenkiel lehnte sich zurück, nahm noch einen Schluck und war überzeugt, seinen Standpunkt in aller Entschiedenheit klargemacht zu haben.

Da tapste Nero herein, um die Pizza für Dodo und Didi abzuholen. Sein Gang war schwer und traurig geworden, seit das Unheil über Knax hereingebrochen war und die Kinder ihn mit Kiki allein gassigehen ließen. Nero ließ sich von Feelicia begrüßen und knurrte Gantenkiel an, der das zwar schon gewöhnt war, trotzdem innerlich zusammenzuckte. Bedrückt sahen sie zu, wie er sich die aufgebackene Tiefkühlpizza von Schankwart geben ließ und dieser nach dem Geldbeutel am Halsband suchte – vergeblich. „Schon gut“, sagte Schankwart und kraulte Nero hinterm Ohr, „geh nur, ich schreib’s auf den Deckel von den beiden“, und warf Gantenkiel einen bösen Blick zu, vor dem dieser sich hinter seinem Humpen wegduckte. Nero wuffte etwas hundisches an der Pizzapackung zwischen seinen Zähnen vorbei und schob wieder ab. Kiki schaute durch die Tür, sah Gantenkiel, kam angeflitzt, sprang von der Bank auf den Tisch, zeigte ihm beide ausgestreckte Mittelfinger und verschwand wieder so schnell, wie sie gekommen war.

„Siehst Du, Feelicia? Selbst Didi und Dodo stopfen sich nur noch mit Junkfood voll. Und auf mir wird rumgehackt. Was hab ich den falsch gemacht? Warum soll ich für alles verantwortlich sein?!“, wimmerte Gantenkiel.

„Das sagt doch keiner! Aber wir können doch nicht so tun, als ob das ewig so weiterginge!“

„Was schlägst Du vor?“

Doch da wurden sie wieder unterbrochen, denn Schlapf betrat die Stube und schlurfte langsam zum Tresen, nuschelte ein „moin“ in die Runde und bestellte sich sein Feierabendbier.

Gantenkiel sah auf die Uhr. „Donnerwetter, es ist früh Uhr morgens… sind wir schon so lange am Diskutieren?“

Da erhellte sich Feelicias Gesichtsausdruck plötzlich. „Du, ich glaube, ich habe eine Idee.“

„Ich auch! Wir räuchern Burg Fetzenstein aus!“ wütete Schankwart, der, wie jeder gute Wirt, jedes Wort mithörte, selbst, wenn er so tat, als wäre er gar nicht da. Doch Feelicia verzog das Gesicht, denn dazu mochte sie die Fetzensteiner viel zu sehr und war überdies der Auffassung, daß Gewalt nur Gegengewalt erzeuge.

„Ja, es reicht wirklich. Ich komme kaum noch zum Schlafen“, jammerte da Schlapf. „Ich muß doch ausgeruht sein für meinen Job!“

Feelicia lächelte milde, während Schankwart sich vor Lachen hinter dem Tresen kringelte und Gantenkiel nur trübe in seinen Humpen starrte. Schlafen konnte er nämlich schon lange nicht mehr ohne die ungesund starken und fürchterlich bitteren Tees aus Feelicias Kräutergarten.

„Nein, Schlapf. Hört mir zu“, sagte Feelicia. „Geld ist doch, was gilt. Das heißt, Fetz Braun hat nur deshalb Macht über uns, weil das Geld, das er druckt, fast genauso aussieht wie das, das wir vorher benutzt haben.“ – „Schön und gut, aber das wird jetzt doch zu fee-losophisch!“, wandte Gantenkiel ein. Feelicia verzog das Gesicht, verkniff sich jedoch eine bissige Replik. Ihr war ja auch bewußt, daß ihre Glaubwürdigkeit stark gelitten hatte, weil sie die Fetzensteiner immer gegen allzu unfaire Angriffe verteidigt hatte. Als Mediatorin hatte sie bei dem jüngsten Angriff der Fetzensteiner auf den Wohlstand und den Frieden auf KNAX jedoch zur Gänze versagt, doch sie wollte doch etwas gutmachen! „Wir drucken einfach unsere Komplementärwährung! Wenn Brunhold die nächste Ladung Geldscheine auf dem Marktplatz auskippt, lagern wir das alles einfach bei Dir ein, drucken Gutscheine im Gegenwert und statten diese mit einer Umlaufsicherungsgebühr aus. Nach einem Jahr ist es nur noch 90& wert oder sowas in der Art.“

„Wer würde denn so ein Geld haben wollen?“, erwiderte Schlapf müde, und Gantenkiel nickte eifrig, nachdem er ein paar Buchungssätze und Exponentialfunktionen auf seine Serviette gekritzelt hatte.

„Eben das ist der Punkt!“ triumphierte Feelicia. „Wir würden alle zusehen, das Geld so schnell wie möglich wieder loszuwerden – der letzte mit so einem Schein hat den schwarzen Peter und muß die Umlaufsicherung bezahlen.“

„Das setzt sich doch nie durch!“ Auch Schankwart schüttelte jetzt verständnislos den Kopf.

„Warum nicht? Wenn du dir sicher sein kannst, daß du die Gutscheine bei Gantenkiel wieder gegen Fetzentaler eintauschen kannst, würdest du sie doch annehmen, oder nicht? Für Didi und Dodo machst du doch sowieso Deckel.“

Schankwart überlegte kurz und nickte schließlich.

„Und wenn Emmerich auch noch mitmacht…“

Da fiel Schankwart etwas ein: „Warum sollte Steuerbert zum Beispiel überhaupt an deine Gutscheine kommen?“

„Na, oft genug hilft er ja doch den Pomms auf dem Hof, er sagt doch selbst, sonst fällt ihm die Decke auf den Kopf. Das Problem ist nur, daß die Pomms ihn nicht bezahlen können, weil sie auf ihren Hof eine Hypothek bei Fetz Braun aufnehmen mußten und da am Abstottern sind. Aber wenn Emmerich auch mitmacht, kann er ihre Karotten zum Beispiel ja damit bezahlen. Dann geben sie das Steuerbert für die Hilfe bei der Ernte. Derselbe Geldwert läuft viel schneller um und sorgt so für echtes Wachstum. Es soll ja keiner reich werden, wir wollen doch bloß alle was anständiges zu tun haben. Wir werden ja immer mehr zu Fetzensteinern und fangen an, uns gegenseitig zu übervorteilen.“

„Ich verstehe die Rechnung nicht. Dann könnten die Pomms den Steuerbert doch gleich in Fetzentalern bezahlen?“ Gantenkiel nahm den Hut ab, um sich am Kopf zu kratzen.

„Sicher, doch schlechtes Geld verdrängt gutes. Wenn Du die Wahl hast, ‚echtes‘ Geld auszugeben oder einen Gutschein, der Dir in der Börse brennt, gibst Du den doch zuerst ab. Erinnert Ihr Euch an die Fünf-Mark-Scheine? Die waren so selten und ausserordentlich schick – wenn man so einen hatte, hat man den zuletzt ausgegeben oder sogar aufbewahrt. Genauso wär’s mit den Gutscheinen. Die würden ganz fix die Runde machen, weil jeder die so schnell wie möglich wieder loswerden wollen würde, daß aus einem Gutschein für 100 Fetzentaler, die bei dir im Tresor lagern, in der Zeit locker ein Vielfaches an Produktivität freigesetzt worden wäre; ich hab mal gelesen, in irgendeiner Kleinstadt in den Bergen auf dem Festland soll das schonmal ganz wunderbar geklappt haben. Es ist ja nicht so, daß Steuerbert nichts tun will – schließlich hat er ständig Zoff mit Backbert deswegen – er sieht nur nur nicht mehr ein, sich den Buckel krumm zu machen, während Fetz Braun es sich gutgehen läßt. Soll der sich doch mit seinen Fetzentalern seine Hütte tapezieren! Wir haben eigentlich genug zu tun – wir können Walter Wildfangs Wald wieder aufforsten…“ – „Die Stadtmauer müßte mal wieder gestrichen werden…“, gähnte Schlapf und bettete sein Haupt auf den Tresen, um weiterzuschlafen.

So bekam er nicht mit, daß Mampf und Zipfel die Stube betraten. Man grüßte finster-verlegen und anstandshalber, ohne sich dabei tieferer Aufrichtigkeit zu versichern, und die beiden bestellten im unverschämten Befehlston was zu Essen bei Schankwart, um sich am Nachbartisch breitzumachen und allgemein flegelhaft zu benehmen. Indes, glücklich schienen auch sie nicht, denn wie sie Feelicia anvertraut hatten, ging ihnen das Gehabe von Fetz Braun in letzter Zeit fürchterlich auf den Zwirn, sagten aber nichts, der ganzen leckeren Mampfereien wegen, die ihnen Fetz Brauns jüngster und ungewohnt erfolgreicher Beutezug einbrachte; wenn sie auch zugeben mußten, daß es in letzter Zeit zuviel des Guten wurde und sie ganze Wagenladungen an Brot, Fisch und Käse über die Burgmauer ins Meer kippen mußten, damit es ihnen nicht im Burghof verdirbt, was wiederum den Fischen gar nicht schmeckte, wie Backbert regelmäßig versicherte. Im Übrigen war Fetz Braun – so munkelte man – selbst nicht ganz geheuer bei der Geschichte, hätte das aber nie im Leben zugegeben, schon allein der Fallhöhe aus dem Burgturmfenster wegen – was vermutlich seine verzweifelten Aufrüstungsbestrebungen erklärte.

„Sst“, machte Gantenkiel verschwörerisch, und als Feelicia nicht sofort reagierte, trat er ihr unter dem Tisch sanft auf den Fuß. Verdutzt schaute sie auf. Mit einer Kopfbewegung und seltsamen Grimassen deutete er auf die beiden Neuankömmlinge. Feelicia verstand nicht sofort. „Die da überzeugen!“ flüsterte er. „Eher bringst du Langbart Integralrechnung bei“, zischte sie zurück, doch dann unterhielten sie sich über das Wetter, um keinen Verdacht zu erregen, zahlten angelegentlich ihre Zeche bei Schankwart und traten hinaus auf die Dorfstraße.

„Früher haben wir uns zwar auch aufgeregt, aber da hat’s noch Spaß gemacht, sich zu fetzen mit den Fetzensteinern“, sinnierte Gantenkiel, als er Feelicia Richtung Stadttor begleitete. „Ja, jetzt haben sie es echt mal zu weit getrieben.“ – „Und du meinst, das würde klappen mit den Gutscheinen?“ – „Schlaf einfach die Nacht drüber und dann quatsch einfach mal mit Emmerich. Dem müßte das doch auch lieb sein, wenn er wieder verkauft und vor allem wieder anständiges Brot und Käse im Sortiment hat, nicht diesen fertig abgepackten Fraß. Und vergiß Pierre nicht. Er hat schon ewig nichts mehr gemalt und er macht einen sehr unausgeglichenen Eindruck, seine ‚Kreationen‘ wirken etwas gestelzt in letzter Zeit. Das letzte Kleid, das er für mich nähen sollte, bestand aus Bindfäden, er meinte, das würde man jetzt so tragen. Den Preis darf ich gar nicht erzählen.“

Gantenkiel verdrängte die Vorstellung aus seiner Phantasie und räusperte sich. „Wieviele ‚Inselrettungsgutscheine‘ willst du denn drucken?“

„Genau so viel, wie wir brauchen, um die Stadtmauer zu streichen und den Wald wieder instand zu setzen und die Produkte der Pomms bezahlen zu können. Es geht doch gar nicht darum, was da für eine Zahl oder für ein Symbol draufsteht, sondern, daß es eine Gültigkeit besitzt, und die Gültigkeit erfährt es doch erst dadurch, daß wir es verwenden und uns gegenseitig für unsere Dienstleistungen und Produkte bezahlen – wohlgemerkt, uns gegenseitig, nicht Fetz Braun und seine Bande. Du bist der Mathematiker, du mußt doch wissen, wie Wirtschaft funktioniert.“

„Und wie erklären wir das den anderen am besten? Was ist mit Ambros? Er macht gerade das Geschäft seines Lebens! Ohne den wär der Ofen schon längst aus in der Stadt.“

Sie sah ihn schief an. „Es wird ihm wohl kaum gefallen, daß seine martialischen Bärenfallen den ersten Verteidigungsring von Burg Fetzenstein bilden. Deswegen sind Dodo und Didi doch so sauer auf ihn; weil es einmal fast um Kiki geschehen wäre – und einmal hat Brunhold Kiki und Nero schon fast über den Haufen gefahren mit seiner dämlichen Prachtkutsche. Dabei hat sich Ambros mal so gut mit den beiden verstanden. Du doch auch.“

Gantenkiel nickte. Aus den netten, aufgeweckten Kindern, die sich immer über seine Werbegeschenke beim Inselspartag gefreut hatten, waren erbitterte Kritiker geworden, denen er kaum noch erklären konnte, wie Geld überhaupt genau funktioniert, weil er es selbst nicht verstand und die meiste Zeit damit zubrachte, die ganzen Konten irgendwie so hinzupuzzeln, daß er Fetz Braun regelmäßig den verlangten Zins zurückzahlen konnte, den dieser dafür verlangte, daß er ihm die Fetzentaler zur Verfügung stellte und das „Ausfallrisiko“ trug, so, wie sie es vertraglich vereinbart hatten – übrigens mit dem Einverständnis aller Einwohner der Insel.

„Aber was machen wir Steuerbert?“ – „Du immer mit deinem ‚ja aber’!“, lachte Feelicia da und knuffte ihm zärtlich an die Schulter, doch er tat schon aus Reflex so, als hätte sie ihm böse wehgetan, und sie entschuldigte sich nicht. „Laß mich das mal machen, und Zipfel und Mampf knöpfe ich mir auch noch vor. Die haben doch nur Bammel, daß sie wieder fürchterlich den Mors versohlt kriegen. Hätten sie ja auch verdient“ – fügte sie leiste hinzu, seufzte und wies betrübt auf die kaputten Fenster, die blätternden Fassadenanstriche und die von Schlaglöchern zerfressene Straße, über deren erstes fahles Morgenlicht Horden von Ratten zwischen den an den Häuserwänden gestapelten Müllbergen hin- und herhuschten. Walter Wildfang hätte vorher NIE die Worte „Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen“ auch nur gedacht, geschweige denn ausgesprochen, und nun war die Ausführung selbiger schon Normalität und täglich Brot für ihn geworden! Irgendwas war faul mit der Insel, soviel war klar, und auch Gantenkiel schaute sich um, als sähe er das alles zum ersten Mal. Komisch, vor seinem Haus war meist aufgeräumt, wenn nicht Didi und Dodo dort herumlungerten und Handzettel verteilten, in denen sie ihn – ihn, Gantenkiel! – der abscheulichsten Ungeheuerlichkeiten zeihten.

Emmerich machte gerade mit morgendlich-entnervtem Gesichtsausdruck seinen Laden auf, Steuerbert stand schon wie ein abgetakelter Seelenverkäufer bei Windstärke zehn wankend mit einer Tasche voll Pfandgut auf seiner Matte und machte einen sehr ungesunden Eindruck. Aus Ambros‘ Schmiede quoll schwarzer Rauch auf und verdeckte die Strahlen der aufgehenden Sonne, aus einem Fenster fielen klimpernd serienproduzierte Bärenfallen und Morgensternkugeln für Burg Fetzenstein. Pierre schloß seine Fensterläden auf und hängte die neuesten Knaxxi-, Hugo Knoxx-, Knaxiknax- und Knolxe&Insulana-Klamotten in die Auslagen, obwohl er wußte, daß nur Gantenkiel – der sowas nicht trug – und die Fetzensteiner sich den Fummel noch leisten konnten, ausserdem hatte er Didi im Verdacht, neuerdings einfach zum Zocken übergegangen zu sein, statt seine Hosen zu bezahlen. Sie erreichten das Tor und gaben sich die Hand zum Abschied. „Kopf hoch“, lächelte Feelicia und stupste Gantenkiel zärtlich unters Kinn. „Wir kriegen das hin. Mit den Fetzensteinern sind wir bisher immer irgendwie fertiggeworden, oder nicht?“

Da mußte auch Gantenkiel lächeln, und er sah ihr noch eine Weile nach, als sie sich auf den Weg zu ihrem Baumhaus machte…

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„Occup KNAX“ ist Fan Fiction ohne monetäre Gewinnabsicht. Markenrechtliche Bestimmungen bleiben daher unberührt. Um Verbreitung, Ausführung und Verfilmung wird ausdrücklich gebeten).

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[video] Mettfabrik – Tschau Freakz 2011

Friends, Musik

Ich hass mich ja selber für meine Art, wie ich lebe
denn von dem Einklang mit Natur ist leider gar keine Rede

Aus dem Hause Sunnata kommt diese wundervolle Botschaft: die Mettfabrik hat wieder einmal Lyrik und Augenschmaus in digitale Form gegossen, wunderschöne Bilder und gereimte Zeilen aus Eden zusammengetragen und eine Message mitgebracht, doch seht und hört selbst…

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Besetzt!

Dugarun

Irgendwie haben diese Filmheldinnen ja was, die irgendwann im Laufe des Plots ihren Widersachern hilflos ausgeliefert sind. Ikonisch: Prinzessin Leia Organa als politische Gefangene Darth Vaders in „Star Wars – A New Hope“ und als Tanzsklavin von Jabba dem Hutt in „Star Wars – Return of the Jedi“. Intensiv: Evelyn Salt in „Salt“. Fast schon klassisch: Hermione Granger in „Harry Potter and the Deathly Hallows“. Die Taarna-Episode in „Heavy Metal“  stimmt gar einen regelrechten Hymnus an die in Fesseln gelegte Kämpferin für die gerechte Sache an.

In diesem Sinne ein kleines heiteres Filmeraten:

Occupy Eugene

Foto: Chris Pietsch / cryptome.org

Aus welchem Film mag dieser Ausschnitt stammen? Und wie lautet erst der Plot dazu, wenn es zwei Polizisten braucht, das Mädel abzuführen, bzw. an den auf dem Rücken gefesselten Armen über die Straße zu schleifen? Klar ist, daß sie – wenn sie auch auf den ersten Blick recht harmlos aussehen mag – es faustdick hinter den Ohren haben muß und sicherlich verdammt gefährlich ist. Im Hintergrund ist der Eingang zu einer Filiale der Chase Bank zu sehen. Handelt es sich vielleicht um eine Bankräuberin? Eine Spezialagentin? Dafür sieht sie noch recht jung aus. Woher dieser entschlossen-stoische Gesichtsausdruck? Und wer garantiert, daß sie nicht gleich mit einem einzigen Karate-Trick alle drei Cops gleichzeitig ausschaltet und aus dem Bild flieht? Wann kommt der Streifen in die Kinos?

Der Film: die Realität, Unterkapitel: die Occupy-Bewegung. Der Plot: 99% der Weltbevölkerung müssen unter der Knute einer kleinen Elite leiden, die sich mithilfe der Regierungen an der Produktivität der arbeitenden Bevölkerung auf Kosten von Natur, Umwelt und Gesellschaft in abstoßerregendem Ausmaße bereichert haben. Nur eine Handvoll von Widerständlern leistet zivilen Ungehorsam, beruft sich auf das Recht auf Versammlungsfreiheit und freie Rede und besetzt – wie die Vorbilder der Revolutionen in Kairo und anderen Städten, die 2011 vom „arabischen Frühling“ gestreift wurden, und wie die Protestbewegung in Spanien  – öffentliche Plätze, um ihren Unmut über die globalen Verhältnisse zu bekunden.

Fast Forward: Eugene, Oregon, am 17. November 2011. Unsere Heldin wird zusammen mit 16 weiteren Demonstranten verhaftet, nachdem sie den Eingang einer Bank besetzt haben.

Damit sollte sich die emotionale Wirkung des Bildes eigentlich in Wohlgefallen auflösen. Es ist davon auszugehen, daß das sture Gör mehrmaligen Aufforderungen seitens der Polizei, den Platz zu räumen, nicht nachgekommen ist, und offensichtlich haben die Polizeibeamten keine andere Wahl, als das verzogene Blag auf diese Weise wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt in Gewahrsam zu nehmen, wenn sie sich weigert, auf ihren eigenen Füßen zu gehen – und stattdessen die Beine anzieht, um eine „würdigere“ Verhaftung (wie im Falle von Naomi Wolf) zu verunmöglichen.

Und damit wird ein weiteres Problem der Occupy-Protestler offensichtlich: sie berufen sich auf die unantastbaren Werte der demokratischen Grundordnung (wie das Recht auf Versammlungsfreiheit), stellen in ihrer Arroganz und ideologischen Verblendung jedoch ihre „gute Sache“ über die Anweisungen der Ordnungshüter, die zur Durchsetzung eben dieser Ordnung ausgebildet, befähigt und von demokratischen Institutionen legitimiert wurden, um dann medienwirksam rumzuplärren, wenn das Ende der Party aufgrund unhaltbarer hygienischer Zustände und Nichtbefolgung der Ordnungsanweisungen der Polizei ausgerufen wird, wie in New York im Zusammenhang mit Occupy Wall Street durch den Bürgermeister Bloomberg geschehen. Geschieht ihnen ganz recht!

„Ein weiteres Problem“? Das – mittlerweile zur Genüge debattierte – Hauptproblem der Bewegung ist nach wie vor, daß sie sich nicht artikulieren können. Was wollen die eigentlich? Kommunismus, Sozialismus, Anarchie? Abschaffung der Banken? Man fragt zehn Teilnehmer und erhält hundert Antworten. Wie soll man die denn bitteschön ernst nehmen? Eine Bewegung um der Bewegung willen? Was für eine Veränderung gibt es lautstark auf der Strasse zu fordern, die man nicht auch alle vier Jahre auf gesittete Weise per Kreuz an der Wahlurne bestellen kann, wie sich das für eine Demokratie gehört?

Anstatt öffentliche Parks und Anlagen in Beschlag zu nehmen und vor Bankfilialen herumzulungern, täten die „Empörten“ sich selbst und der Gesellschaft einen größeren Gefallen, wenn sie sich duschen, rasieren, kämmen und um einen Job bewerben würden. Dann kämen sie auch nicht auf die Idee, monatelang den Behörden auf der Nase rumzutanzen und dann abzufeiern, daß ausgerechnet Al Jazeera und RT von der Evakuierung des Camps berichten, während die einheimische Presse sich gar nicht erst für den führungslosen Chaotenhaufen interessiert. Klar, denn es gibt einfach wichtigeres in der Welt als ein paar unbelehrbare Späthippies mit ihren ewiggestrigen Träumereien von einer friedlichen Welt unter dem Banner des internationalen Kommunismus oder was auch immer.

Doch zurück zum heiteren Filmeraten:

Morpheus offering Neo two pills

Remember: all I'm offering is the truth (WB)

Klar, „The Matrix“. Morpheus hält seine Ansprache über die Wirkung der beiden Pillen – rote Pille: ausgestöpselt werden, schmerzhaftes Erwachen zu Erlöserdasein und Heldentum. Blaue Pille: weiter in einer miefigen Bude auf der Computertastatur schlummern, Drogen ticken, Anschiss vom Chef abholen, „believe whatever you want to believe“.

Bezeichnend indes: noch während er Neo beide Pillen hinhält, und just, da dieser sich nach der roten Pille ausstreckt, läßt er ihn mit einem „Remember!“ innehalten und betont: All I’m offering is the truth…

„Die rote Pille“ steht in der modernen Populärkultur seit über zehn Jahren für das Erweckungserlebnis aus einer immer unwirklicher werdenden Realität. So, wie der Film sich beim „Zauberer von Oz“, „Alice im Wunderland“ und nicht zuletzt bei Platos Höhlengleichnis bedient, ist er selbst zur Parabel über eine Welt geworden, die ein Gefängnis für den Geist darstellt und aus der auszubrechen entweder unmöglich oder zumindest extrem schmerzhaft ist, so, wie auch manche „Befreite“ aus Platos Höhlengleichnis das gleißende Sonnenlicht nicht ertragen und zurück in die Höhle flüchten, um sich weiter am Spiel der Schatten an der Wand zu ergötzen. Morpheus macht Neo jedoch klar, daß es in dieser Geschichte kein Zurück geben kann; zwar wird im späteren Verlauf ein anderer Held dieser Geschichte, Cypher, einen Versuch unternehmen, sich nachträglich die „blaue Pille“ zu geben und alles zu vergessen – jedoch mit erwartbarem (Miß-)Erfolg.

Sein Bestreben, sein Bedauern, nicht die blaue Pille genommen zu haben, ist nachvollziehbar, denn die „Freiheit“ ausserhalb des Gefängnisses ist viel gefahrenreicher und unangenehmer als das unspürbare und geruchsneutrale Gedankengefängnis der Matrix: mieses Essen, ein klappriges Schiff, durchgeknallte Eso-Freaks, Eifersüchteleien unter den Crewmitgliedern und die ständige Angst, vom „System“ entdeckt und aufgebracht zu werden. Das hätte einem auch vorher mal gesagt werden können! Dann lieber über eine dicke Magensonde in der Speiseröhre mit den flüssigen Toten ernährt werden, um als menschliche Batterie den Rest des atrophierten Daseins in einem Schleimtank zu fristen und nichts von alledem mitbekommen…

Und damit zurück zu den Straßenbesetzern.

Es ist wichtig, im Hinterkopf zu behalten, daß es sich für viele – aus eingangs beschriebener Sicht – um einen unkoordinierten Sauhaufen handelt, der eigentlich gar nicht weiß, was er will, die öffentliche Ordnung stört und sich der Staatsgewalt widersetzt und sich demzufolge nicht nur eine – relativ harmlose – Ingewahrsamnahme wie die oben abgebildete damit rechtfertigen läßt; auch die großzügige Anwendung von Tränengas (in Eugene, anders als in New York und den meisten anderen Städten Amerikas, seit ’99 wegen des Einsatzes gegen eine Baumbesetzung bähbäh), Schlagstöcken, das Aufgebot von berittener Polizei und LRADs („non-letale“ Schallwaffen) gegen allzu bockige Störenfriede (Kinder, Greise, Behinderte) und die Inbeschlagnahme der „Volksbibliothek“ findet mehr als nur verhaltenen Beifall auch auf Seiten jener, für die die „99%“ zu sprechen glauben.

Hinzu kommt, daß selbst im Lager jener, die größere Schnittmengen mit den Ansichten und Forderungen der Bewegung teilen, die Skepsis groß ist: stecken vielleicht die Gewerkschaften oder die CIA dahinter? Was, wenn auch diese Revolution wieder von finsteren Mächten aus dem Hintergrund gesteuert wird, um, wie George Orwell es in „1984“ beschreibt, einfach nur die Führungsriege auszutauschen, sich also für die „Dritte Klasse“ nur die Melodie ändert, nach der sie zu tanzen hat? Man kann nie paranoid genug sein.

Dann erst läßt sich erklären, warum all die Leute überhaupt an dem Zirkus teilnehmen, statt ihre Forderungen auf ein Blatt Papier zu schreiben und als Petition einzureichen. Adressat sind nämlich nicht die Spekulanten und die Polizei, auch nicht die Bänker oder die Regierung. Sie sind lediglich Erfüllungsgehilfen jener Gewaltpolitik und Vernichtungslogik, gegen die sich die Kritik der Bewegung richtet.

Adressaten sind wir.

Die weltweiten Proteste haben – wenn auch bisher nicht eine einzige Forderung erfüllt wurde – eines geleistet: sie haben die Ohnmacht der habend/herrschenden Klasse im Umgang mit dem friedlichen, doch entschlossenen und lautstarken Protest einiger weniger bloßgestellt und besonders das überhebliche Getue westlicher Nationen  dem Rest der Welt gegenüber in Sachen „Demokratie“ und „Menschenrechte“ als billige Dampfplauderei entlarvt. Die Mainstream-Medien haben sich mit ihrem süffisanten Unterton, Auslassungen und tendenziösen Halbwahrheiten als Hofberichterstatter und Show-Einheizer geoutet. Denn anders, als diese glauben machen wollen, sind die Forderungen der Bewegung doch relativ leicht zusammenzufassen: Liebe, Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit! Ganz so unverständlich sollte das nicht sein.

Natürlich geht es auch präziser. Nun wäre es unsinnig, die Forderungen (inoffizielle Liste) der US-amerikanischen Occupy-Bewegung ins Deutsche zu übersetzen; hier gibt es keinen „Patriot Act“, der abgeschafft werden könnte (abgesehen vom TBEG); 9-11 läßt sich von hier aus auch nicht neu untersuchen; es gibt hier kein Schuldendrucksystem wie die Federal Reserve Bank, von dem man sich mit einer läppischen Milliarde loskaufen könnte.

Doch auch hier gibt es eine enorme Arbeitslosenquote, prekär Beschäftigte und Überstundenzwang – Seit‘ an Seit’! Auch hier entzieht sich die Ökonomie den Begrifflichkeiten und der Kontrolle der tatsächlichen Bedürfnisse derjenigen, denen der Markt doch eigentlich dienlich sein sollte und wollte. Auch hier, wie überall, verbarrikadiert sich die politische Klasse hinter Unausweichlichkeiten und blanker Alternativenarmut. Auch hier geben schon längst Großkonzerne die Melodie vor, die gespielt wird, auch hier wird mit Berufung auf zu verteidigende Menschenrechte für den nächsten Krieg gerüstet. Auch hier geht die Staatsgewalt mit unverhältnismässigen und quasi-militärischen Mitteln gegen den Protest von Kindern und Rentnern vor.

Wir, die Adressaten, lassen seit Jahren eine kleine Elite für uns über unsere Zukunft entscheiden, statt die Verantwortung dafür zu übernehmen, was mit unserer Umwelt geschieht, während wir uns in der Sicherheit wiegen, von fähigen und unabhängigen Experten beraten und regiert zu werden, aus Furcht davor, all die kleinen Annehmlichkeiten des Kapitalismus – fließend Wasser, elektrischer Strom, Internetzugang, billige Klamotten und das neue iPhone – zu verlieren, wenn wir uns für die Freiheit entscheiden und die „Anarchie“ über uns hereinbricht. Nicht nur, daß wir dafür  billigend in Kauf nehmen, daß auch schonmal ein „robustes Mandat“ die „Wirtschaftsinteressen“ sichert, hochtoxischer Atommüll durch die Botanik gekarrt wird und das Mittelmeer für Tausende zum nassen Todesstreifen wird. Nicht nur, daß wir die Schuld für das Versagen eines korrupten Systems eher bei der Dummheit, Gier und Faulheit unserer Mitmenschen verorten als bei den Mechanismen, die mit aller psychologischer Gewalt den naturgegebenen Wissensdurst, den Gemeinschaftssinn und den Tatendrang schon im Vorschulalter zu unterdrücken versuchen.

Darüberhinaus müssen wir uns auch noch mit einem gerüttelten Maß an Zynismus wappnen und Spott und Hohn über die „Träumer“ und „Berufsdemonstranten“ ausschütten, die die Hoffnung auf eine friedlichere und gesündere Welt noch nicht aufgegeben haben und denen die Gesellschaft nicht anders zu begegnen weiß als mit Häme, Schikanen, Prügelei, blinder Zerstörungswut und Tränengas; die dennoch lieber das Risiko einer Verhaftung eingehen, als sich weiter aus Angst vor der Gewalt des Staates und desillusioniert von der Apathie derer, denen es noch zu gut geht, zu verkriechen und einfach aufzugeben, um die längst überfällige Revolution auch diesesmal an die nächste Generation weiterzudeligieren.

Rewind: Eugene, Oregon, am 17. November 2011. Die „Emerald City“ in der Nähe von Springfield wurde von ihrem damaligen Bürgermeister bereits die „anarchistische Hauptstadt Amerikas“ genannt. Vielleicht ist unsere Heldin also nur mit zur Bankbesetzung gegangen, weil sie einen von den Anarcho- Typen knuffig findet. Vielleicht hat sie auch teilgenommen aus tiefster, innerster Überzeugung, daß etwas geschehen muß und gerade dabei ist, zu geschehen; froh darüber, sich mit ähnlich und gleich Gesinnten austauschen zu können und nicht alleine protestieren zu müssen.

In diesem Falle wäre sie wirklich gefährlicher als jeder Bankräuber, denn sie hat eine Idee, einen Glauben, eine Hoffnung; und vielleicht läßt das angedeutete Lächeln erahnen, daß sie weiß, wie entblößt, schwach, verzagt, hilflos und ängstlich die Staats-Gewalt im Umgang mit einem 16jährigen Mädchen und seinen Idealen aussieht.

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Warum das World Trade Center zerkrümelt ist (von einem Laien für Laien)

Dugarun

ein Nachtrag zu Truth is Bunk und A layman’s open letter to Professor Zdenek Pavel Bazant

Am 13. September 2001, zwei Tage nach „dem Tag, der die Welt verändern sollte“ (die Überreste der Türme qualmten noch), präsentierte Professor Bazant, weltweit führender Experte für die Skalierung der Festkörperphysik, eine Pressemitteilung mit dem Titel Why did the World Trade Center towers collapse?. Im Januar 2002 wurde die Untersuchung im Journal of Engineering Mechanics der American Society of Civil Engineers veröffentlicht. Professor Bazant et al. legen anhand einer vereinfachten Rechnung dar, daß ein progressiver, gravitationsbedingter  Totalkollaps der beiden einst höchsten Gebäude der Welt unausweichlich war, nachdem die Flugzeuge hineingeflogen sind und mehrere Stockwerke in Brand setzten.

2005 veröffentlichte das National Institute of Standards and Technology einen umfassenden Bericht über den Kollaps der Türme. Ausgestattet mit einem Budget von 20 Millionen U$, bauten sie die Bürowaben nach, verteilten Papier und Computer auf den Arbeitsplätzen und setzten sie in Brand, maßen die Temperaturen, führten Streßtests mit Verbindern und Streben durch und erstellten hochpräzise Computermodelle von den Flugzeugeinschlägen und den verursachten Schäden und erklärten, damit die Bedingungen nachgestellt zu haben, die zur Initiierung der Kollapssequenz geführt hat. Eine Erklärung oder ein Modell für den Kollaps selbst lieferte das NIST nicht, da dieser, nachdem die Bedingungen für eine „Initiierung“  hergestellt waren (nachgebende Stahlträger), unausweichlich war, wie der Bericht mit Bezug auf Professor Bazants Artikel feststellt – obwohl, wie das NIST bemerkt und wie auf den zahlreichen Videoaufnahmen zu sehen ist, bis zu diesem Zeitpunkt die restlichen Stockwerke keinerlei Schaden erlitten hatten.

Im März 2007 veröffentlichte Professor Bazant, diesmal in Zusammenarbeit mit Mathieu Verdure, die Analyse Mechanics of Progressive Collapse: Learning from the World Trade Center and Building Demolitions, das wieder im Journal of Engineering Mechanics erschien. Basierend auf den Untersuchungsergebnissen aus Bazant/Zhou, 2002, präsentierten sie ein vereinfachtes 1-D-Modell der Türme, um zum selben Schluß zu kommen: ein Kollaps war unausweichlich.

Einige Kritiker bemängelten, ein 1-D-Modell würde der komplexen Fragestellung nicht gerecht. Andere erklärten, die Rechnungen müssten falsch sein, da kein Gebäude, keine Struktur, kein Material jemals vorher noch seitdem unter seinem eigenen Gewicht zusammengestaucht wurde und erklären unter Berufung auf die thermodynamischen Gesetzmäßigkeiten, daß der Kollaps entweder hätte gebremst werden müssen, schlimmstenfalls die Türme gekippt oder geknickt wären, ein „globaler Kollaps“ indes unmöglich wäre.

Beachtlich ist jedoch, daß Bazants Rechnungen die Realität offensichtlich hinreichend genau modellieren, denn tatsächlich kommt das Dach – wie in der Realität – rechtzeitig innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens von zehn bis vierzehn Sekunden unten an (kein Freifall, aber nah genug dran).

Modelle vereinfachen, um die Vielzahl unbekannter und zunächst irrelevanter Faktoren auszuschließen, grundsätzlich ist also der Ansatz von Bazant gültig und wurde seitdem von Dr. Frank Greening, Dave Thomas und vielen anderen Ingenieuren aufgenommen und ist damit, als Grundlage für den NIST-Bericht von 2005, Dreh- und Angelpunkt der wissenschaftlichen Beweisaufnahme der offiziellen Darstellung der 9-11-Terroranschläge. Fall gelöst, und wer jetzt noch Einwände ausspricht, kann nicht mehr alle Kerne in der Melone haben. Die Experten haben gesprochen.

Indes: die Experten haben keinerlei Modell vorgestellt, um die Kollapsmechanik anschaulich zu erklären und simple physikalische Experimente reichen nicht aus, um das Phänomen zu reproduzieren (siehe Truth is Bunk). Wie kann das sein? Wie muß man ein Haus bauen, damit es sich in sich selbst zusammenfaltet? Schlechte Architektur führt zu Kippen und Neigen, nicht zu Stauchung. Dem Laien bleibt also nichts anderes übrig, als seine alten Physik-Schulbücher nochmal rauszukramen oder von seinen Kindern auszuleihen, um das Formelwerk von Professor Bazant nachzuvollziehen.

Zunächst ist festzuhalten, daß die Berechnungen auf den Seiten 1-4 in Mechanics of Progressive Collapse: Learning from the World Trade Center and Building Demolitions in Wahrheit nur halb so kompliziert sind, wie sie erstmal erscheinen mögen; in einfacherer Form wird man als Physik-Schüler der 7. bis 10. Klasse mit diesem Stoff vertraut gemacht. Als Grundlage dienen lediglich die folgenden Gesetze:

Geschwindigkeit ist gleich Weg pro Zeit: v=s/t (Einheiten: km/h, m/s)

Impuls ist gleich Masse mal Geschwindigkeit: p=m*v (Kraft pro Zeit)

Beschleunigung ist gleich Geschwindigkeit pro Zeit: a=v/t (Einheit: m/s²)

Kraft ist gleich Masse mal Beschleunigung: F=m*a (Einheiten: kg*m/s², Newton)

Energie ist gleich Kraft mal Weg: E=m*s (Einheiten: Joule, Newtonmeter, Kalorien, Wattstunden, Tonnen TNT)

Federkraft ist gleich Auslenkung mal Federkonstante: F=-k*L (Einheit für die werkstoff- und formabhängige Federkonstante bzw. „Steifigkeit“: Newton pro Meter)

(Siehe auch bei Wikipedia: Impuls, Impulserhaltungssatz, Stoß, Kraft, Energie, Federkonstante usw.)

Bazant funktioniert so: um das Modell zu vereinfachen, nehme man den in einigen Stockwerken beschädigten und noch brennenden Turm und gehe davon aus, daß die Beschädigungen der sich durch den Kern schneidenden Flugzeuge einen Freifall der oberen Stockwerke auf den unteren Gebäudeteil ausgelöst haben. Mit anderen Worten: aus einem 100% intakten Turm schneide man ein Stockwerk irgendwo oberhalb der Mitte heraus und lasse den oberen Teil auf den unteren Teil stoßen. Für den oberen Teil nehme man eine Masse von 58.000 Tonnen an (Gesamtmasse eines Turms, je nach Quelle, zwischen 250.000 Tonnen und 520.000 Tonnen), für die Höhe eines Stockwerks 3,7 Meter.

Die Geschwindigkeit des Falls ist, wie Galileo Galilei gezeigt hat, unabhängig von der Masse des fallenden Objekts, und hängt nur von der Erdbeschleunigung, der sogenannten „Gravitation“ ab. Die Erdbeschleunigung beträgt an der Erdoberfläche rund 9,81 m/s² und wirkt Richtung Erdmittelpunkt. Um diese Kraft zu überwinden, muß Energie eingesetzt werden, und je schwerer ein Objekt ist, desto mehr Energie ist erforderlich. Diese Energie ist daraufhin im Objekt „gespeichert“ und wird wieder freigesetzt, wenn das Objekt fallengelassen wird. In einem „geschlossenen System“ geht keine Energie verloren, sondern wird nur umgewandelt – von potentieller Energie (=Lageenergie) in kinetische Energie, von kinetischer Energie in Verformungsenergie (Brechen, Reissen, Scheren, Biegen) oder in Wärmeenergie (Reibung).

Aus den Formeln ergibt sich für einen Fall aus einer Höhe von 3,7 Metern eine Endgeschwindigkeit von 8,52 m/s und somit für eine Masse von 58.000t die kinetische Energie von 2,105 GJ. Die bis jetzt nur potentielle Energie wird freigesetzt in dem Moment, in dem das Stockwerk dazwischen „weggebeamt“ wird. Und diese nun kinetische Energie wird wieder umgewandelt in dem Moment, in dem die oberen 58.000 Tonnen auf den Rest des Gebäudes plumpsen. Reicht das aus, um das komplette Gebäude einzureissen? Laut Professor Bazant ja.

Zunächst berechne man (Why did the World Trade Center towers collapse?, Formeln 1-3, Seiten 1-7) dazu die Kraft, mit der der obere Gebäudeteil auf den unteren wirkt. Mithilfe der Formel für die Federkraft und unter Annahme einer Federkonstante des Baustahls von 71 GN kann gezeigt werden, daß diese Wucht die Kraft, mit der der obere Teil bisher 30 Jahre lang im Ruhezustand auf die Türme gewirkt hat, um den Faktor 31 übersteigt. Plötzlich wirkten statt 58.000 Tonnen 1,8 Millionen Tonnen auf den unteren Gebäudeteil, mehr als das Dreifache des kompletten Eigengewichts! Das Energieaufkommen übersteigt die Energieabsorptionsfähigkeit des zerquetschten Stockwerks um das 8,4-fache! Das hält kein Gebäude auf der Welt aus, ist doch klar, daß es da koppheister geht. Q.E.D.

Soweit die Beweisführung von Professor Bazant 2002. 2005 bringt das NIST seinen berühmten und für die Medien sakrosankten Report über den Kollaps heraus und erwähnt den Kollaps in einer Fußnote nur um zu erklären, der sei ja schon zur Genüge untersucht worden.

2007 legt Professor Bazant nach: in Mechanics of Progressive Collapse: Learning from the World Trade Center and Building Demolitions (man beachte den Titel!) heißt es mit Bezug auf die Untersuchung von 2002, im Prinzip sei ja alles schon erklärt und weitere Erklärungen überflüssig, aber als ehemaliger Mathe-Olympionik beweist er Sportsgeist und dreht eine Ehrenrunde zum Auflockern.

Wieder gültigerweise werden die wuchtigen Stahlträger des WTC der Einfachheit halber behandelt, als bestünden sie aus vier gelenkig miteinander verbundenen Teilen. Tatsächlich ist auch diese Vorgehensweise, anders als von einigen Kritikern bemängelt, vollkommen legitim und nachvollziehbar, sogar durchaus üblich unter Baustatikern. Siehe auch: Wikipedia, Knicken.

Zur Veranschaulichung dessen, was mit einem Träger, Balken oder kompletten Stockwerk passieren kann, ist dem Artikel Fig. 4 beigefügt:

Fig. 4 from "Mechanics of progressive collapse"

Fall a) zeigt, was passiert, wenn m*g, also die Kraft, die auf einen Stab wirkt, größer ist  als F_c („crushing force“), der Kraft, die man braucht, um einen Stab zu zerbrechen. Da jede Kraft eine Gegenkraft erzeugt (actio=reactio, Isaac Newtons drittes Axiom, Grundlage aller Physik), steigt zunächst der Widerstand gegen eine Verformung. Man nehme ein rohes Ei zur Hilfe, um das Phänomen nachzuvollziehen. Legt man zuviele Bücher drauf, bricht es (die Gelenke geben nach), denn dann wird m*g größer (m ist die Masse der Bücher, g die Erdbeschleunigung) als F_c wird, und nachdem die Schale durch ist, fällt der Bücherstapel weiter. Ist der Stapel groß und schwer genug, zerbricht er auch mehrere übereinandergestapelte Eier.

Fall b) zeigt, was passiert, wenn m*g, also die Kraft, die auf den Stab wirkt, kleiner ist als F_c, also der Kraft, die man braucht, um den Stab zu zerbrechen: die Masse wird entschleunigt, bzw. abgebremst (siehe auch „Negativer Vortrieb“). Dies ist der Fall, wenn ein einzelnes Buch auf das Ei fallen läßt, denn jetzt wird m*g nicht durch m größer, sondern durch g, denn die Beschleunigung g wäre in diesem Falle abhängig von der Federkonstante der Eierschale – diese ist ziemlich starr und steif, also wird das darauffallende Buch sehr stark abgebremst. Da, wie gesagt, actio=reactio, setzt das Ei dem Stoß des Buches eine genauso große Kraft entgegen, so lange, bis die Energie des Falls (=die Fläche unter der Kurve für die Kraft, also das Integral von F über u) in Verformungsenergie umgewandelt wurde (die Schale bricht). Diese Negativ-Beschleunigung ist g und so groß, daß m*g, die daraus resultierende Stoßkraft, größer ist als die Bruchkraft der Eierschale. Das Buch setzt zwar seinen Fall fort, ist aber für einen kurzen Moment, wenn auch nur minimal, entschleunigt worden. Man versuche, mehrere übereinandergestapelte Eier mit einem einzigen Schlag zu zerbrechen!

Fall c) zeigt, was passiert, wenn m*g, also die Kraft, die auf den Stab wirkt, sehr viel kleiner ist als F_c, also der Kraft, die man braucht, um den Stab zu zerbrechen: die Masse wird auf 0 abgebremst. Dies ist der Fall, wenn man das Buch sehr vorsichtig auf das Ei legt oder nur aus sehr geringer Höhe fallen läßt. Denn g ist jetzt nicht sehr viel größer als 9,81 m/s², die Erdbeschleunigung. Das Ei setzt diesem m*g locker seine eigene Kraft entgegen. In der Architektur geht es darum, dafür zu sorgen, daß alle möglicherweise auftretenden Kräfte viel kleiner sind als die Bruchkraft der verwendeten Baumaterialien und ihrer Verbindungen untereinander. Das wird erreicht, indem man F_c, also die Bruchkraft, sehr hoch ansetzt. Baustahl ist da sicher eine gute Entscheidung. Für jedes Stockwerk muß gelten: die Bruchkraft muß größer sein als die komplette Masse aller Stockwerke darüber multipliziert mit der Erdbeschleunigung multipliziert mit einem kleinen Sicherheitsfaktor, weil man möchte, daß man noch ein paar Möbel ins Haus stellen kann. Ausserdem muß es möglich sein, auch mal seinen Kugelschreiber vom Tisch rollen zu lassen, ohne, daß durch den Stoß eine Beschleunigung auftritt, die die Bruchkraft übersteigt. Dies wird in der Regel gewährleistet, indem man den Sicherheitsfaktor bei 1,5 bis 2 ansetzt; bei den Türmen soll er sogar 3 betragen haben.

Offensichtlich kommen für den Kollaps der Türme die Fälle b) und c) nicht in Frage, denn die Kraft des herabsausenden oberen Gebäudeteils (m*g) war 31x größer als die Kraft des ruhenden oberen Gebäudeteils, so, wie in Fig. 4a gezeigt. Folglich überstieg m*g bei allen 109 Stockwerken (eins haben wir schließlich schon weggebeamt) F_c, die Bruchkraft, um ein Vielfaches, folglich war der Kollaps unaufhaltsam, die Türme waren „verdammt“ („doomed“). Soweit die Beweisführung von Professor Bazant 2007.

Um ganz sicher zu gehen, daß sich da kein Gedankenfehler eingeschlichen hat, verfasste der Autor einen offenen Brief an Professor Bazant und seine Kollegen (A layman’s open letter to Professor Zdenek Pavel Bazant), bekam aber bestätigt, daß die Berechnungen korrekt und unabhängig überprüft worden seien. Schließlich seien die Türme eingestürzt, wie im mathematischen Modell auch, die Sprengungstheorien seien „Märchen“.

Es gibt da allerdings eine winzige Diskrepanz zwischen dem Energieerhaltungssatz und den Berechnungen von Professor Bazant: das oberste Stockwerk des unteren Gebäudeteils setzt der Stoßkraft des oberen Gebäudeteils eine genauso große Kraft entgegen, da actio=reactio, demzufolge müßte der fallenden Masse Bewegungsenergie entzogen werden und zwar genau so viel, wie bei der Verformung (Biegen, Brechen, Stauchen usw) umgewandelt wird. Dieser Rechenschritt fehlt jedoch in den Berechnungen von Professor Bazant! Er zieht die Bremskraft nicht von der Stoßkraft ab, um die Energie zu berechnen, die zur Verformung des nächsten Stockwerks zur Verfügung steht. Stattdessen wird für jedes Stockwerk Fall a) angenommen: er rechnet für alle 108 übrigen Stockwerke mit der selben Kraft von 31*58.000 Tonnen. Nur so bringt er es fertig, das Gebäude mathematisch innerhalb von weniger als 20 Sekunden zusammenzustauchen. Er benutzt sozusagen den oberen Gebäudeteil als Hammer, um weitere 108 Male auf den Rest vom Gebäude einzukloppen, oder eine hydraulische Presse, um das Gebäude mit konstanter Kraft einzudrücken.

Statt also, wie zunächst vorgerechnet, von einer Eingangsenergie von 2,1 GJ auszugehen, werden – mathematisch gesehen – mindestens das Hundertfache, also rund 230 GJ, klammheimlich und stillschweigend ins System eingefügt, um die Mathematik irgendwie hinzubiegen.

Denn natürlich gilt Fig. 4a nur für einen ganz kurzen Augenblick, und zwar, solange m*g, die Kraft des Aufpralls, 31x größer ist als wenn die Masse in Ruhe auf den Gebäude lagern würde. Hiervon muß dann aber F_c abgezogen werden, die Kraft, die benötigt wird, um ein Stockwerk einzudrücken (siehe Superpositionsprinzip, Kräfteparallelogramm). Der obere Gebäudeteil wird verlangsamt, wie ein Ei ein Buch verlangsamt, seine Bewegungsenergie wurde in Verformungsenergie umgewandelt. Bald danach (für alle anderen u, d.h., den Rest der Strecke bis zum Erdboden) muß jedoch für alle restlichen Stockwerke so lange Fig. 4b gelten, also der Fall immer weiter verlangsamt werden, bis alle Bewegungsenergie in Verformungsenergie umgewandelt wurde, Fall c) eintritt und der Fall gestoppt wird – so, wie jedes erdenkliche Stoßexperiment und jedes Gebäudemodell, egal, wie schwach und wie schlecht konstruiert, bestätigen wird, solange man keinen fiesen Mausefallenmechanismus einbaut oder an der Strippe zieht.

Auch Professor Bazant muß also mindestens 230 GJ Energie in jedem Turm verstecken – Federenergie, Lageenergie, thermische Energie – um das Gebäude auf Ground Zero zusammenzustauchen, verschweigt aber seinen Kunstgriff, weil er ja gerade widerlegen will, daß es Bomben oder Schneidladungen oder Ausserirdische gebräucht hätte, um die Gebäude geplättet zu bekommen.

Dr. Greening war so freundlich, dem Autor eine Exklusiv-Preview seiner Untersuchungen zukommen zu lassen und begeht darin, wie in seinen bisherigen Veröffentlichungen, genau denselben Faux Pas wie Professor Bazant und andere nach ihm, wie z.B. Dave Thomas; auch, wenn die Herangehensweise ab und zu eine andere ist. Da diese Beweisführung nahtlos übertragbar ist, soll auf eine Analyse ihrer Rechenwege verzichtet werden.

Zusammenfassung: die Experten, die seit dem Kollaps der Türme die offizielle Darstellung  von der Totalzerstörung mittels Flugzeug und Bürobrand mit ihrem Fachwissen untermauern, haben eines der grundlegendsten Gesetze der Physik einfach „vergessen“ – den Energieerhaltungssatz, der da besagt:

Die Gesamtenergie in einem abgeschlossenen System bleibt konstant.

Klammheimlich verstecken sie die Energie, von der die „Verschwörungsspinner“ seit 10 Jahren fabulieren, in ihrem Formelwerk und behaupten gleichzeitig, daß es diese Energie gar nicht gäbe – übrigens mit der Begründung, dafür hätte es weit über 100 Tonnen TNT bedurft, und der Betonung, es käme auf die Energie an und nicht auf die Steifigkeit oder Stärke der Konstruktion.  Ein Versehen muß ausgeschlossen werden, nachdem der Autor Professor Bazant, Dr. Greening, das NIST und das ASCE auf die Diskrepanz hingewiesen hat und ihm von Professor Bazant und Dr. Greening höchstselbst versichert wurde, das hätte schon alles seine Richtigkeit so – und ja, die Flugzeuge waren’s mit den Terroristen drin mit den Teppichmessern und dem vielen Kerosin.

Ein Physikschüler würde im schlimmsten aller Fälle eine schlechtere Note bekommen, sein Halbjahreszeugnis vollends versauen, sitzenbleiben und müßte mit elterlichem Playstationverbot rechnen, wenn er so eine Rechnung abliefern würde. Wenn den weltweit führenden Experten so ein „Lapsus“ unterläuft, werden daraufhin Kriege geführt, Menschen werden gefoltert, getötet und verstümmelt, Flugreisende durchleuchtet, Notstandsgesetze ausgerufen, Grundrechte beschnitten, die „Welt verändert“, Kritiker als Spinner diffamiert oder Wahnerkrankungen diagnostiziert.

Eine einfache Überprüfung hätte gereicht: wenn k, die Federkonstante, im Falle von Baustahl 71GN/m betragen soll, wovon Professor Bazant seit dem 13.09.01 als Grundlage für alle folgenden Berechnungen ausgeht, so läßt sie sich doch vergleichen mit der tatsächlich beobachteten Steifigkeit des unteren Gebäudeteils. Denn wenn das so berechnete 31-fache der Ruhekraft (58*10^6 kg * 9,81m/s²) des oberen Stockwerks ausreicht, um die „Feder“ 400 Meter weit auszulenken, ergibt sich daraus eine Federkraft von nur 44,095,950N/m – dem 1610. Teil von ursprünglich 71.000.000.000 N/m. Dabei beruhte die komplette  Berechnung von vorneherein darauf, daß von einer vollständig intakten Struktur ausgegangen wurde. Nun plötzlich fehlen auf einmal 99,94% der Steifigkeit. Unter dieser Annahme wären die Türme gar nicht erst aufrecht stehengeblieben! Professor Bazant et al haben das Gegenteil erreicht von dem, was sie bewirken wollten: sie haben eine vollständige Zerkrümelung beider Türme auf kompletter Höhe bewiesen (Dr. Greening an den Autor: „The ‚spring‘ you refer to was not compressed 400 meters! It was broken into a million pieces long before that […]“) und dank ihrer Berechnungen läßt sich sogar die dafür notwendige Mindestenergie quantifizieren. Q.E.D.

Damit ist der Fall 9/11 weiter ungeklärt und alle Theorien (ausser der offiziellen Darstellung, die Flugzeuge und die Brände hätten einen kunsttypischen „progressiv-disproportionalen Gravitationsglobalkollaps“ verursacht) müssen wieder ernsthaft in Betracht gezogen werden.

Bis auf weiteres schlägt der Autor den Arbeitsbegriff „Zerkrümelung“ vor, nachdem von beiden Türmen statt zwei riesengroßen Trümmerhaufen  lediglich ein paar Stahlträger und gesinterte Betonklumpen, die kaum die Kellergeschosse bis Ground Zero füllten, sowie Tausende Tonnen Staub übriggeblieben sind, die sich über eine Fläche von mehreren Quadratkilometern fingerdick über die Stadt verteilt haben.

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A layman’s open letter to Professor Zdeněk Pavel Bažant

Dugarun

UPDATE, 11/10/11: Professor Bažant and Dr. Greening were so kind to reply to my emails. Please find our correspondence right after the original letter.

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CC: Yong Zhou, Mathieu Verdure, Jia-Liang Le, Dr. Frank R. Greening, S. Shyam Sunder (NIST) and f. ASCE.

(a printable PDF of this letter may be downloaded here)


Dear Professor,

dear scientific community!

Thank you for taking the time to consider my thoughts on your works „Why did the World Trade Center collapse?“ and „Mechanics of Progressive Collapse“.

I am writing to you today because I found your publications* to give the only non-conspirational explanations for the 9/11/01 collapses of the Twin Tower buildings. Based on your work (2002), even NIST concluded in NCSTAR 1 (2005) that no further  theoretical or experimental examination of the collapse sequence was needed, because, once the impacted stories began to give in, „the towers were doomed“.

I found this odd ever since I saw the towers collapse for the first time, and although, out of a layman’s natural curiosity, I tried to find explanations other than those outrageous demolition theories that have been postulated by a few outsiders in the past  years, I have found none that made sense to me; so I find no other way than to ask your assistance in understanding your work. Since this is still a matter of great importance to many all around the world, please accept my sincere apologies for choosing to publish this letter openly on my blog so other members of the scientific community may join the discussion.

To be honest, those differential equations scared me off a little, but I remembered from high school that an integral describes the area under a curve in a coordinate system, Energy is Force times Distance, Force is Mass times Acceleration, I remembered Isaac Newton’s lex quarta and so forth, so it wasn’t that hard anymore to decode the equations (1) – (3) in your paper from 2002 and (1) – (6) in 2007.

For better understanding, a copy of Figure. 4 from „Mechanics of Progressive Collapse: Learning from World Trade Center and Building Demolitions“ is included:

Fig. 4 from "Mechanics of progressive collapse"

I understand you have proven that the kinetic energy of a 3.7m drop would be sufficient to overcome the peak of the resisting force curve (Fig. 4a) and, after that, continue to buckle. A quick check on Wikipedia shows the four Euler cases and I understand that from a technical perspective, a steel beam can indeed be regarded as four parts connected by three (plastic) hinges. I understand that at first, it’s hard to push against a match but once it’s broken, it’s broken and the fall will speed up again, driven by gravitation or any other pushing force. In any case, FC, the force needed to crush the story should be much (two or three times) bigger than m*9.81m/s² (as you show in Fig. 4b), otherwise, the building wouldn’t keep upright in the first place. That’s what architecture and engineering is about: putting stuff on top of each other to decelerate gravity’s acceleration of everything in and above it to v=0, which is guaranteed by an FC reasonably greater than the weight of what it’s supposed to hold upwards.

Only when block C comes down at great velocities and a=31*9.81m/s² is m*a >> FC so the story gets „crushed“ (up or down, you choose) as demonstrated by Fig. 4a. But is global collapse really inevitable, logically?

What about the next story? By now, just some of the potential energy of Block C has been converted to kinetic energy (by the energy the planes brought in (deformation and heat, gets a whole story out of the way for Block C’s free fall)), which in turn has been converted to internal energy, because the structure has been deformed. According to what we have learned about the conservation of energy, the sum of all impulses in a closed system stays the same and as we do not assume that any form of energy (as, for example, a lot of unknown mass or gears, levers, momentums or spring energy built in with a watchmaker’s precision, or an upside down rocket on the roof, or chemical energy which could be transformed into thermal energy to cut the colums to provide for better „hinges“ or even  extraterrestrial aliens with superlasers shooting from outer space, which would all serve the same purpose – to assure that g*m(z) > FC) has been smuggled into the towers prior to the attacks to explain why for all stories g*m(z) = m*a > FC (the case you show in Fig 4a), K, as converted to W(uf), should become smaller, i.e. K’=K-W(uf).

Again: of course, in the beginning, a=31*9.81m/s² as you computed from the stiffness C, accordingly, Fig. 4a applies; but g is still only 9.81m/s², so m*9.81m/s² < FC as in Fig. 4b applies for the whole rest of the building which suffered no damage at all (until then), as everyone including you and NIST (2005) agree. So, in theory, F(u) should decrease from story to story, except if someone or something besides earth’s 9.81m/s² is pulling (or pushing, if you will). Accordingly, the deceleration should have resulted in a collapse arrest sooner or later as you show in Fig 4c.

Yet, as we have witnessed on September 11th, 2001, the towers accelerated downwards with an average of aobserved= 2*h/t² = 2*400/(14s)² = 4.08 m/s² ≈ 0.42 g, so the resisting force that accelerated the building upwards was only Ftotalfriction = m*a = 58,000,000 kg * (9.81-4.08) m/s² ≈332 Meganewtons.

That is not much compared to the force the topmost floor of the lower building block must have had at least before a plane crashed into it: Fload= m*g = 58,000,000 kg * 9.81 m/s² ≈ 569 MN (+some little just to be sure). And that’s just the topmost floor, in theory, all Fload of each of the 110 floors should sum up, according to the superposition principle. Just imagine Fload for the colums on ground level!

This, in turn, means, that – against all logic (except that of a few outsiders), but according to your own explanations – indeed Fig 4a does apply so that m*g >Fc during collapse, distributed evenly among all 110 stories, so, essentially, a huge ΔFa was hidden in the building, ready to be triggered by a relatively small F(u), to make sure that FC< m*g all the way from the top to the bottom. Ergo, we can conclude that, since we do not want to insinuate that m somehow became greater because a lot of mass has been brought up there, and since we may want to exclude hypothesises explaining how g locally became a lot greater than 9.81m/s² during this very hour (or that springs or an upside down rocket attached to the roof accelerated the towers all the way down to Ground Zero) to explain how g (or a, in this case) remains much greater than 9.81m/s² for un=400m, that the only way to bring down the buildings would be for FC to drop way below m*g*security factor on each level one after another – for all remaining 108 floors above and beneath the impact area.

You state that what matters is neither strength nor stiffness, but is energy. So, E_kinplaneimpact= 1/2 * 124,000kg * (225 m/s)² ≈ 3.14 Gigajoules. This plus E_heatkeroseneis what, in our 1D-model, causes E_potBlockC to be released all of a sudden by displacing all columns (which obviously took several minutes to prepare, for until then, the towers were standing – hurt and smoking from 3GJ of deformation energy and burning from E_heatfires, but upright). E_potBlockC now in turn, after falling 3.7 meters and gaining a speed of 8.52 m/s (since v= sqrt(2*g*s) = sqrt(2*9.81m/s² * 3.7m)), becomes E_kincrush= 1/2 * m * v² = 1/2* 58,000,000kg * (8.52 m/s)² ≈ 2.1 GJ (≈K in your paper, I believe).

Compared to the potential energy of each tower, Epotential= m*g*h = 500,000,000 kg * 9.81m/s² * 400m / 2 ≈ 981 GJ, a very small amount of input energy sufficed to bring down the complete structure, while one would expect that the sum of all W(u1) to W(u110) would be a huge lot greater than K, even greater than Epotential, diminishing a*m(z)*un along u in Eq. 3 (2007) as a=31*g approaches a=g, since usually in a building ΔFd> ΔFa, resulting in an increasing Φ(u), so that sooner or later Φ(u) > K (Eq. 5) and the fall is stopped, as with every other static structure we know of.

To be even more precise, Φ(u) is even bigger because of the area over λh in Fig. 4a-c. The „rubble“ and the softened steel would „dampen“ any force, as indicated by the steep rise in the curve for F(u), and so would the acceleration force needed to overcome the inertia of the next floor slow downwards movement.

As the collapse was not arrested for 110 floors and the downwards acceleration was bigger than the deceleration (=upwards acceleration) for 10-23 seconds, a critical review of your own analysis begs the question why m*a was greater than FC throughout the whole structure so that ΔFa>ΔFd and Φ(u) < K for all u from top to bottom of three buildings (WTC 1, 2 & 7) that have been built to withstand storms and earthquakes and faithfully did so for three decades.

The towers were „doomed“ and collapse was „inevitable“ only under the assumption that for each floor, the rules of Fig. 4a apply. It is hard to see why such a building would be allowed to be built in the first place, as its collapse bears features of a metastable system or a 19th century perpetuum mobile mechanism rather than of anything remotely statical; just a small impulse would trigger a huge mechanism that switches from decelerating earth’s 9.81m/s² to 0m/s to accelerating 500.000.000 kg structure of steel and concrete with 0.42 gs so it keeps moving all the way, folding into itself.

This cannot be the result of some chaotic and random process, but requires meticulous planning, as can easily be verified in experiment by alternately stacking weights and paper rings on each other (as seen in http://www.youtube.com/watch?v=caATBZEKL4c and http://youtu.be/rGw58logz0o): no model of what looks anything like a „tower“, even with so much m distributed (as m1, … mn) over h that FC is just a little bigger than m*9.81m/s² (putting just a little more weight on one paper ring than 1.8 Kg would crush it instantly, an extreme form of Fig. 4a). Choosing a generous drop height and a nice mC for a good C-block (picking up a third of the 1825g and letting them drop from 0,2m) will not result in total collapse. Parts of the „tower“ structure will get „crushed“ between earth and falling object. „Crush-up“ and „crush-down“ appear simultaneously, the impulse runs through the structure, „crushes“ the weakest „hinges“ (right down to floor level, where m*g is closest to FC with just a tiny ΔFd), and, as expected, Fig. 4b&c ensue: collapse is arrested (if kept from „toppling“) with most damage where block C and B+A made contact and on floor level, while „rubble“ (crumpled paper rings) dampened the impacting force.

Even if there’s a gradient of FC over h, but so is of m. And of course FC(n) and F(h) is just the weakest points, hinges, connectors and trusses combined, including shearing, buckling and all that which can happen when things go mechanic. However, for a, say, 80% intact steel building, that should be more than just 332 MN resisting a 58,000t-block (distributed over 400 meters and its own load being something between 250,000t to 400,000t) vertically; bearing in mind that the structure hardly swayed visibly when it was hit horizontally by a fast-moving plane and even absorbed the huge fireballs that we saw when half of the kerosene exploded. So, even with another 2.1 GJ being triggered by the ensuing office fires and fireproofing being razored off the columns in the impact zone, global collapse should neither be inevitable nor the most logical thing to expect, as documented by the EMS setting up a triage desk in the lobby of the already burning south tower (NCSTAR 1, p. 44) and hundreds of firefighters still making their way upwards to save lives. Those were heroes, not maniacs with suicidal tendencies.

Dave Thomas was kind enough to explain on his website how the stiffness of a spring can be computed and inserts a value of 71,000,000,000N/m, as you do for (2002) and (2007) as a basic premise for the rest of your calculations. If, however, F=-kx, then, as we observed, the „spring“ was displaced 400 meters by 31 times the force of block C, so k=-F/x and for F=31*FLoadBlockC: K=-31*58,000,000kg*9.81m/s²/-400m=44095950N/m which is 1610 times smaller than 71×109N/m – what a „spring“ the towers must have been then that it lost 99.94% of its stiffness!

Although I am not an expert, I’d like to prefer science, empiric studies and sane logic over blind superstition, ignorance and outlandish conspiracy theories as they were common during the dark ages and, as we have learned from history, inevitably lead to oppression, prosecution of minorities and the torture of innocents. This is the 21st century.

As Galileo Galilei said: „in questions of science, the authority of a thousand is not worth the humble reasoning of a single individual“, I herewith would like to offer my 0.02€ to the discussion over why the towers fell and express my hopes that you as the leading expert in the research of scaling the mechanics of solids will propose a model of the towers featuring the same distinct properties during a – however induced – collapse sequence to shed even more light on what happened on September 11th, 2001 and which still influences the lives of many all around the world.

Kind regards,
Akareyon

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*this letter refers to:

Bazant, Zhou (2002): Why Did the World Trade Center Collapse?—Simple Analysis

Bazant, Le, Greening, Benson (2007): Collapse of world trade center towers: what did and did not cause it?

Bazant, Verdure (2007/2008): Mechanics of Progressive Collapse: Learning from World Trade Center and Building Demolitions

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Professor Bazants reply:

Dear Mr. Akeyron: It is impressive when a layman grasps phenomena normally requiring higher level of training. We appreciate your expression of support, but we are too busy to have time to engage in a discourse at this level. For us, the analysis of WTC was a small, unfunded and temporary interest.

Dear Professor Bazant,

I understand that you must be very busy, so thank you very much for your fast reply.

I just wanted to point out that according to your 2007 paper, m*g would have to be greater than F_c as in Fig. 4a for all 110 floors of each tower to guarantee global collapse so, if interpreted correctly, regardless on which level, your work inadvertedly SUPPORTS controlled demolition theories instead of refuting them.

What for you may have been a temporal interest, is of great significance to those still riddled with doubt over what happened on 9/11, as policy makers around the world, including those in my country, still base their decision-making mainly on the validity of your work (on which NIST relies, on which, in turn, media rely and shape public opinion), and many suffer from that very policy – for example, when the war against terror is fought in their country.

I must not speak on their behalf, but on my own, for when I went to school (in 1990’s Germany), our teacher wanted us to interview our grandparents about their knowledge of the Holocaust. 9/11 being the „American Holocaust“ which I have witnessed in my lifetime, I must expect my kids to ask me one day why the WTC collapsed and I would feel ashamed to admit that – even after asking the very experts who proved a global collapse under its own weight feasible – I could only „guess“ how and why the towers fell, even if it gives them a bad lesson about science, superstition and conscience.

If, perchance, you or your colleagues ever start a new small and unfunded analysis, they may want to avoid the mistake that I have pointed out in my letter to you, so I thought I better notify you about that pitfall.

Again, thank you for your time and consideration!

Yours sincerely

Akareyon

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Professor Bazants reply:

With this I disagree. Briefly, out have to consider dynamic equilibrium (d’Alembert principle). in which all the inertia forces must be superposed on the gravity forces and the resisting forces. You need to look at some elementary text on structural dynamics. Our argument refutes rather then supports the fairy tale of controlled demolition.

Professor,

that’s exactly my argument. m*g in Fig. 4 cannot be 31*m*9.81m/s² for all 110 floors, because kinetic energy m*g*u = m*g’*u‘ + W_deformation, so g should become smaller and smaller while proceeding through u until m*g < F_C as should be in a static building. The superposed resisting forces of the lower block as a structure that has not suffered any serious damage yet should be much greater than block C’s „feeble“ 31*m*9,81m/s², unless something besides earth’s 9,81m/s² keeps accelerating block C+rubble layer.

Sincerely,

Aka

(no reply so far)

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Dr. Greenings reply:

Dear Mario,
Perhaps the attached material will help answer your questions:
Frank Greening

(attached was a Word document with chapter 6.2 from The Pulverization of Concrete in WTC 1 During the Collapse Events of 9-11, with the addition of „An Assessment of the Time Delays Involved in the WTC Collapse Events“ made which, according to google, hasn’t been published yet so I really feel honored :-)

Dear Doctor Greening,

thank you very much for your time and consideration!

However, the attached excerpt from your work „The Pulverization of Concrete in WTC 1 During the Collapse Events of 9-11″, riddled me with questions very similar to those in my original letter, even though your approach is slightly different from that of Bazant/Zhou (2002) and Bazant/Verdure (2007).

Let me quote:

„Thus, setting Mn to 5.8 * 107 kg, M1 to 0.39 * 107 kg and with vi equal to 8.52 m/s, we readily determine that the first impacted floor of WTC 1 moved off with a velocity vf equal to 5.4 m/s; that is 3.1 m/s or 36 % slower than the impact velocity. Nevertheless, this reduced velocity was more than sufficient to guarantee a self-sustaining global collapse of WTC 1.“

With all due respect: non sequitur. You can’t just crush one story and say, just like NIST and Bazant/Verdure do: „after that, the towers were doomed“, „global collapse ensued“, „global collapse was inevitable“. It does not match experimental observation, it is not the most logical thing to happen. We still have another 108 floors to go! (110-1 for the impact damage which causes freefall and -1 we’ve just crushed).

Because, for the next story, the same equation applies:

½ Mn vi2 = ½ [Mn + M1] vf2 + Ed

This time, with our second vi only vf from the first step (first step’s vi * 64/100 = first step’s vf = 5.4m/s = second step’s vi) and according to the law of conservation of energy, another Ed (603 MJ) must again be substracted from the second ½ Mn vi2 to derive vi for the third step. Only one plane impact, so only one free fall, and of course only one energy input of 2.1 GJ, sorry. Thus, with a total input energy of only 2.1GJ (which I agree upon given a 3.7m freefall of 58.000t near earth’s surface), the collapse should get arrested after crushing three or four floors, if each floor’s Ed = 603 MJ, as you calculated.

According to Table 1 in your report, [„An Assessment of the Time Delays Involved in the WTC Collapse Events“] the structure’s „Force action distance“ is only 11 centimetres, which might be the case in a perfect scenario given the fact that the impacting forces found their least energy-consuming way through the weakest parts of the structure, i.e. bolts, „plastic hinges“ and so on, and afterwards, there’s another small „free fall“. But I checked your numbers according to the equations given [d = (v2 – u2)/(2g – Fy/M] and [Δt = 2d/(u + v)] and found that you must have derived each Δt and d in your table for each story from Fy = 2 * 1010 Newtons – while conservation of momentum, Newton’s lex quarta and the d’Alembert principle (which Professor Bazant was so kind to inform me of) and every observation I have made in my lifetime dictate that Fy diminishes with each story crushed, d be 11 centimeters or 3.59 meters!

In essence, what you have done, mathematically, is just what Bazant/Verdure (2007) had to do in their report to make the towers collapse as fast and as completely as they did in reality. In your report, Fy = 33 * Fst for all 110 floors. In their work, m*g > FC (where g = 31*9,81m/s²) as shown in Fig. 4a applies to all 110 floors (and as I have explained in my open letter and which is no mistake, as Professor Bazant insists). 500.000.000kg of mass distributed over 400 metres‘ height, yet the retarding force acting against earth’s acceleration of 9.81m/s² is only m*a = 58.000.000 kg * (9,81-4,08) m/s² ≈ 332 Meganewtons where a = 2*h/t² = 4,08 m/s² ≈ 0,42 g. for h=400m and t=14s.

In other words, your math is correct, as the graphs in your Figure 1 show, but begs for a different interpretation, as it also proves an „inside job“ for the collapse of the Twin Towers – literally: there must be a lot of force, i.e. 110*Fy, that is, a lot of energy hidden inside the buildings (other than that of the planes and the fires and the resulting 3.7m freefall) to ensure global collapse. I am desperately out of jokes by now about what that could have been – springs, gears, levers, martians with superlasers or an upside down rocket on the roof, there are many forms of energy around – so I must suggest in all seriousness, for this is not a laughing matter, that you and your colleagues rethink the official „gravitational collapse“ hypothesis, blow the whistle and inform the public about your – inadvertent – findings.

Otherwise, one would have to explain how an input energy of 2.1 GJ could trigger 110* Ed + Epotential > 1 TJ [where Ed = 603 MJ, as you calculated, and Epotential = m*g*h = 500.000.000 kg * 9,81m/s² * 400m / 2 ≈ 981 GJ] UNLESS the towers were built as amplification machines (with gears, springs and levers in them) rather than good old buildings, as those working in it for 30 years believed and as we know them ever since our forefathers erected the first pyramids.

Yours sincerely

(Akareyon)

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Dr. Greenings reply:

Mario,

No amplification machine required! That’s why it’s called disproportionate collapse…..

Dr. Greening,

Frankly, what it’s called is not of primary interest because it has been pancake, card house, crush-up-crush-down, trusses, global collapse, progressive collapse, gravitational collapse, piledriver, controlled demolition, implosion, explosion and telescope mast already. In religion, opinions may differ about how to name things, in science, two plus two make four. When science says that bumblebees can’t fly, bumblebees don’t stop flying. Instead, science seeks to explain and found that bumblebees have those wings to actually flap them. If Fy = 33 * Fst, as you say (or g*m=31*9,81m/s²*m, as Professor Bazant demonstrates), and if Fy = 20,000,000,000 N and h=110*0.11m (your „force action distance“) then W=242GJ – that’s not unlike our 2,105 GJ *110 floors = 231 GJ. But there was only one plane, one fire and a 80-90% unhurt solid structure. So mathematically, you’re dropping Block C again and again and again. Or pulling. Or pushing. Or getting something out of the way. Please re-read my original letter, third-to-last paragraph: „If F=-kx, then, as we observed, the ‚spring‘ was displaced 400 meters by 31 times the force of block C, so k=-F/x and for F=31*FLoadBlockC: K=-31*58,000,000kg*9.81m/s²/-400m=44,095,950N/m which is 1610 times smaller than 71×109N/m“ – where are those 99.94% of its stiffness gone and whence come those additional > 230 GJ?

Aka

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Dr. Greenings reply:

The „spring“ you refer to was not compressed 400 meters! It was broken into a million pieces long before that, so your calculation is meaningless. Try calculating how much a column can be compressed before it reaches its elastic limit. If you work with Prof Bazant’s values you will see his k is for one floor height, but the pile-driver model is not to be taken too literally because the building ceases to act as a spring after a few milliseconds…..

(emphasis mine)

Thank you, Doctor, now I understand what I’ve been trying to say. Have a nice 11.11.11 :-)

4 Kommentare

TRUTH IS BUNK

Dugarun

Eine Druckfassung (v0.91b) dieses Beitrags liegt im PDF-Format vor.

WAR IS PEACE

FREEDOM IS SLAVERY

IGNORANCE IS STRENGTH


TRUTH IS BUNK


~~~

Einleitung

Freedom is the freedom to say that two plus two make four. If that is granted, all else follows.

[…]

„How can I help seeing what is in front of my eyes? Two and two are four.“

„Sometimes, Winston. Sometimes they are five. Sometimes they are three. Sometimes they are all of them at once. You must try harder. It is not easy to become sane.“

– George Orwell: Nineteen Eighty-Four, 1948

Am Morgen des 11. September 2001 schlugen bei klarer Sicht zwei Linienverkehrsflugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Center in New York ein und setzten diese in Brand. Infolgedessen stürzten beide Türme knapp eine Stunde später ein. Tausende starben in den Trümmern, Millionen Rundfunkteilnehmer verfolgten das Geschehen live. Ein weiteres Flugzeug traf das Pentagon in Washington, ein viertes stürzte auf freiem Feld ab.

Gesteuert wurden die Flugzeuge von islamischen Terroristen. Geplant wurde das Attentat von Osama bin Laden, einem international gesuchten Top-Terroristen und Anführer einer militanten Gruppe namens „Al Kaida“, die von Afghanistan aus operierte, mit dem Motiv, den „American Way of Life“ zu zerstören.

Wer Zweifel an dieser Darstellung anmeldet, muß fest damit rechnen, im öffentlichen Diskurs, wie er von den führenden Print- und Rundfunkmedien vorgegeben wird, ebenso pathologisiert zu werden wie „die anderen paranoiden Verschwörungstheoretiker“, die so absurden Wahnvorstellungen wie denen von Ausserirdischen, einer Hohlerde, Homöopathie, Telepathie, morphogenetischen Feldern, freier Energie, Intelligent Design, Reichsflugscheiben und der drohenden globalen Machtübernahme durch Annunaki-Reptilwesen vom Planeten Nibiru verfallen sind – oder gar mit Holocaust-Leugnern verglichen zu werden.

Denn der „Truth“-, wörtlich, „Wahrheits“-Bewegung, die sich unter anderem aus Vereinigungen von Piloten, Architekten, Ingenieuren, Feuerwehrleuten, Polizisten, Journalisten, Geheimdienstmitarbeitern und Angehörigen der Opfer zusammensetzt und mit Hinweis auf die Vielzahl der Ungereimtheiten und Auslassungen in der offiziellen Darstellung eine unabhängige Untersuchung der Ereignisse fordert, stehen die Untersuchungsberichte der 9/11-Kommission, der Federal Emergency Management Agency und des National Institute of Standards and Technology, die Darstellung in den öffentlichen Medien (beispielsweise) sowie die „Debunker“ entgegen (von „bunk“, etwa: Nonsense, Schwachsinn), um die „Truther“ davon zu überzeugen, daß in den amtlichen Untersuchungsberichten jede mögliche Frage längst beantwortet und jede weitere Diskussion, Frage oder Anmeldung von Zweifel zum Thema schwachsinnig, wenn nicht gar Ausdruck einer noch schwereren psychologischen Erkrankung oder bösartig und politisch motiviert sei.

Tatsächlich haben die offiziellen Untersuchungsberichte der FEMA, der 9/11-Kommission und des NIST sowie die ehrenamtlichen Debunker eine Menge der Behauptungen, wie sie von „Truther“-Produktionen wie „Loose Change“ aufgestellt wurden, so wort- und formelreich wie schlüssig widerlegen können, etwa die „no-plane“- und Hologramm-Theorien und was es dergleichen zum Schaden des truth movement noch gab. Zugunsten der offiziellen Darstellung sei auch hingenommen, daß die Anschläge trotz des mächtigsten Militärapparates der Menschheitsgeschichte überhaupt nur aufgrund einer Verkettung unglücklicher Umstände und menschlichen Versagens möglich waren.

Im folgenden soll es aus diesen Gründen nicht darum gehen, mit weiteren haltlosen Spekulationen diese oder jene Theorie zu beweisen oder eine der vielen Hypothesen zu untermauern oder die Vielzahl der weiterhin ungeklärten Fragen neu zu stellen, die allzu leichtfertig gemeinsam mit den so leicht aus den Ärmeln zu schüttelnden wie zu widerlegenden Behauptungen (beispielsweise der, daß es nie einen Mohammed Atta gegeben hätte) und allzu abstrusen Spinnereien (wie der, daß Lord Voldemort die Türme mit dem Todesstern gesprengt hat, um die Matrix zu resetten) einfach vom Tisch gewischt wurden.

Stattdessen soll mithilfe öffentlicher Quellen und auf Basis der von Archimedes, Galileo Galilei und Isaac Newton beschriebenen physikalischen Gesetzmäßigkeiten, wie sie jeder Schüler im Physikunterricht spätestens ab der 7. Klasse kennenlernt, nachgewiesen werden, daß die offizielle Darstellung des Massenmords vom 11.9.2001 bewußt Auslassungen enthält und daß der abschließende Untersuchungsbericht des NIST, der „Final Report on the Collapse of the World Trade Center Towers“, seine titelgebende Aufgabe, die Kollapse der Zwillingstürme zu untersuchen, verfehlt.

Warum das ein Skandal ist und schärfsten und entschiedendsten Protest fordert?

The specific objectives were:
1. Determine why and how WTC 1 and WTC 2 collapsed following the initial impacts of the aircraft and why and how WTC 7 collapsed.

– NIST NCSTAR 1, WTC Investigation, xxix

Vorgeschichte

Die Baumeister New Yorks konnten zurückblicken auf Jahrzehnte der Erfahrung im Hochhausdesign, als sie die Statik der Zwillingstürme berechneten. Seismisch relativ ruhig gelegen, mußten sie doch mit den regelmäßigen tropischen und subtropischen Zyklonen rechnen. Nicht zuletzt, weil 1945 eine B-25 im Irrflug ins Empire State Building eingeschlagen war, wurden auch solche und ähnliche Möglichkeiten einberechnet. Das Kippen eines Hochhauses würde in Lower Manhattan eine fatale Kettenreaktion auslösen. Es gab daher gewisse Bauvorschriften, was die Stabilität anging.

Aus den Erfahrungen mit Bauwerken, die in monsungefährdeten Gebieten mit schweren Dächern vorm Wegfliegen geschützt werden sollten, die dann bei starken Erdbeben das Haus unter sich begruben (das sogenannte „pancaking“), hatte man gelernt. Ein Grundprinzip der sogenannten „tube-in-tube“-Architektur der Zwillingstürme, mit eingehängten Leichtbauzwischendecken eine Ableitung der Windlasten von der Fassade auf den Kern zu gewährleisten, wird bis heute praktiziert – bei Rekord-Wolkenkratzern wie bei Altbausanierungen.

So wackelten denn die Türme auch kaum (ein Überlebender aus den oberen Stockwerken berichtet allerdings von einer Auslenkung, die sieben bis zehn Sekunden gedauert habe), als die Maschinen ein Loch in die Fassade schlugen, sich einen Weg durch die Etagendecken bahnten und das Gittergerüst des zentralen Gebäudekerns (die „Wirbelsäulen“ der beiden Gebäude) verwüsteten und dabei selbst zu Kleinstteilen zerfetzt wurden. Einzelne, schwerere Teile durchschlugen das Gebäude auf kompletter Breite und traten auf der anderen Seite wieder aus. Ein großer Teil des Kerosins entzündete sich instantan, gigantische Feuerbälle schossen aus der gegenüberliegenden Fassade. Die betroffenen Stockwerke standen sofort in Flammen, dicke, schwarze Rauchwolken zogen über die Stadt. Die Gebäudeteile unter den Feuern konnten größtenteils evakuiert werden. Das NIST kommt zu dem Schluß, daß die unteren Gebäudeteile strukturell vollständig intakt geblieben seien, während die Sprinkleranlage ein Übergreifen der Feuer auf die Brandlast der umliegenden Stockwerke nicht verhindern konnte.

Einige wenige Viertelstunden später, noch während Feuerwehrmannschaften in den Gebäuden um Menschenleben kämpften, sackten bei beiden Türmen plötzlich, kurz hintereinander, die vom Brand betroffenen Stockwerke unter der Last des darüberliegenden Gebäudeteils zusammen.

Als nächstes geschieht, den zahlreichen Videoaufzeichnungen des Geschehens zufolge, dieses: die Absackbewegung setzt sich nahezu ungebremst fort. Beide Gebäude stürzen kollapsartig in sich zusammen, indem der obere Teil der Türme nacheinander jedes Stockwerk unter sich zertrümmert. Erst sinkt der eine Turm zu Boden, wenige Minuten später der andere. Der Beton der Zwischendecken wird zu feinem Staub zermahlen, der an der Kollapsfront zu allen Seiten austritt, in dicken Wolken zu Boden fällt und durch die Straßenschluchten Manhattans quillt.

Auf der anderen Straßenseite wird die den Türmen zugewandte Fassade von WTC 7, einem 47-stöckigen Hochhaus, von herabfallenden Trümmerteilen zerstört. Feuer bricht aus. Die Feuerwehr gibt das Gebäude auf. Am späten Nachmittag sackt auch dieser Wolkenkratzer, scheinbar im Freifall, in seinen Grundriß zusammen.

Diese Vorgänge waren und blieben einmalig in der Geschichte der Architektur, und die Mechanik hätte akribisch untersucht und hinterfragt werden müssen, damit so etwas nie wieder passieren kann. Denn zur Zeit besteht die einzige Möglichkeit darin, die Knochen und Eingeweide von Flugreisenden zu befragen.

Offizielle Untersuchungsergebnisse

Any intelligent fool can make things bigger and more complex. It takes a touch of genius – and a lot of courage – to move in the opposite direction.

– Albert Einstein (?)

Tatsächlich erkennt der NIST-Untersuchungsbericht an: „The towers withstood the impacts and would have remained standing were it not for the dislodged insulation (fireproofing) and the subsequent floor-fires. The robustness of the perimeter frame-tube system and the large size of the buildings helped the towers withstand the impact.“ (xxxvii)

Lediglich in der Fußnote heißt es: „The focus of the investigation was on the sequence of events from the instant of aircraft impact to the initiation of collapse for each tower. For brevity in this report, this sequence is referred to as the ‚probable collapse sequence,‘ although it includes little analysis of the structural behaviour of the tower after the conditions for collapse initiation were reached and collapse became inevitable.“ (xxxvii; s.a. S. 82)

Es wird also („der Kürze halber“) nichtmal der Versuch unternommen, die Mechanik der Kollapse zu erklären! Keinerlei Erklärung für dieses katastrophale Phänomen, abgesehen von lapidaren Hinweisen wie diesem:

„Once the upper building section began to move downwards, the weakened structure in the impact and fire zone was not able to absorb the tremendous energy of the falling building section and global collapse ensued“ (S. 145)

Stattdessen werden Fragen beantwortet, die nur wenige Menschen mit Sinn und Verstand gefragt haben können: „NIST also did not find any evidence that missiles were fired at or hit the towers. Instead, photographs and videos from several angles show that the collapse initiated at the fire and impact floors and that the collapse progressed from the initiating floors downward, until the dust clouds obscured the view.“ (S. 146)

„The downward movement of this structural block was more than the damaged structure could resist, and the global collapse began.“ (S. 152)

Zwar wird (durch eine nicht näher erläuterte „Justierung“ der Eingangsdaten (S. 144)) erklärt, daß und wie die beschädigten Stockwerke eingesackt sind, es gibt sogar recht aufwendige Computersimulationen dazu – doch warum wurde auch der intakte Teil der Türme innerhalb kürzester Zeit Stockwerk um Stockwerk zertrümmert? Keine Antwort. So heißt es denn auch in den FAQ des NIST unter Punkt 6, „What caused the collapses of WTC 1 and WTC 2?“, nur lapidar:

Based on its comprehensive investigation, NIST concluded that the WTC towers collapsed because: (1) the impact of the planes severed and damaged support columns, dislodged fireproofing insulation coating the steel floor trusses and steel columns, and widely dispersed jet fuel over multiple floors; and (2) the subsequent unusually large number of jet-fuel ignited multi-floor fires (which reached temperatures as high as 1,000 degrees Celsius, or 1,800 degrees Fahrenheit) significantly weakened the floors and columns with dislodged fireproofing to the point where floors sagged and pulled inward on the perimeter columns. This led to the inward bowing of the perimeter columns and failure of the south face of WTC 1 and the east face of WTC 2, initiating the collapse of each of the towers. Both photographic and video evidence—as well as accounts from the New York City Police Department aviation unit during a half-hour period prior to collapse—support this sequence for each tower.

(NIST FAQ)

Mit anderen Worten: der Kollaps wurde verursacht, weil einige Stockwerke wegen der Feuer nachgegeben haben. Daraufhin ist auch der intakte Teil des Gebäudes in sich zusammengesunken. Der Beweis für diese Annahme ist, daß man auf den Videos sieht, wie es brennt und daß dann die Gebäude in sich zusammensinken.

Mit diesem Zirkelschluß, der im Vergleich zu den sehr umfangreichen Erklärungen, zu den äußerst präzisen Finite-Elementen-Computermodellen (inklusive der Rotorenblätter der Flugzeugturbinen) und vielen anderen Tests, Modellen und Detaildiskussionen, die alle nur von der Initiation der Kollapssequenz sprechen, auffallend wortkarg daherkommt, weicht das NIST der selbstgestellten Fragestellung aus:

Warum und wie kollabierten die Türme – warum hielt der intakte Teil der Gebäude die Kollapse nicht signifikant auf? {1}

Von fehlgeschlagenen Sprengungen oder dem Schadensbild von Hochhäusern nach Erdbeben ist das Phänomen eines „global collapse“, „classic progressive collapse“ oder „gravitational collapse“ in dieser Form nicht bekannt. Seit wann läßt man Häuser so zusammenbrechen und diskutiert in der Fachwelt nur/immerhin über bessere Fluchtwege?

Schon aus architektonischer Sicht hätte also unbedingt untersucht werden müssen, welcher Mechanismus den progressiven Kollaps nach der Initiierung ermöglicht hat.

Bemerkenswerterweise fällt das im öffentlichen Diskurs nicht auf. Stattdessen wird der Bericht in grob nachlässiger Übergehung des Impulserhaltungssatzes als letztmöglich zu sprechendes Wort in dieser Angelegenheit gehandelt und noch zehn Jahre später jede Andeutung eines Zweifels an den amtlichen Untersuchungsergebnissen und jede Forderung nach einer neuen und unabhängigen Untersuchung als Ausdruck einer paranoiden Verschwörungspsychose abgetan.

Skandalös daran ist, daß die zugrundeliegenden physikalischen (Gedanken-)Experimente, Modelle und Formeln in weiten Teilen dem entsprechen, was der Physik-Lehrplan Schülern des 7. bis 10. Schuljahres abverlangt.

Theorie

Corpus omne perseverare in statu suo quiescendi vel movendi uniformiter in directum, nisi quatenus illud a viribus impressis cogitur statum suum mutare.

Mutationem motus proportionalem esse vi motrici impressae, et fieri secundum lineam rectam qua vis illa imprimitur.

Actioni contrariam semper et aequalem esse reactionem: sive corporum duorum actiones in se mutuo semper esse aequales et in partes contrarias dirigi.

– Isaac Newton: Philosophiae naturalis principia mathematica. Tomus Primus, London 1726

Zur Erinnerung: treffen zwei Körper aufeinander, können viele verschiedene Dinge passieren – sie können sich verformen, abstoßen, erwärmen und abbremsen (es ist sogar möglich, mit einem Hammer einen Teil des Eisens eines Nagels auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigen – wenn man ihn beispielsweise in einen alten Eichenbalken schlägt, kann es zum Funkenflug kommen).

Allen möglichen Reaktionen gleich zu eigen jedoch ist: wenn das „System geschlossen“ ist (grob gesagt: man hat alle Variablen zusammen, keine weitere Energie wirkt von aussen ein), geht keine Energie verloren – und keine Energie wird erzeugt. Energie kann nur von einer Form in eine andere umgewandelt werden.

Zum Beispiel kann potentielle Energie („Lage-Energie“) in kinetische („Bewegungs-Energie“) umgewandelt werden, wie es beim Domino Day geschieht. So könnte man mit einem winzigen Impuls eine lange Kettenreaktion starten, infolge derer riesige Massen beschleunigt werden. In diesem Falle müßte man zur Gravitation/Masse/Kraft auch die Energie des ursprünglichen „Aufrichtens“ all der Potentiale in die Bilanz aufnehmen.

Was sich so tricky anhört, ist in Wahrheit ganz einfach: „actioni contrariam semper et aequalem esse reactionem“, kurz: actio = reactio. Immer.

Das liegt an der Masseträgheit. Wird ein Körper mit einer bestimmten Kraft beschleunigt, setzt er dieser eine genau gleich so große Kraft entgegen.

Dies ist ein fundamentales Gesetz der Physik und geht zurück auf Jahrhunderte und Jahrtausende der mathematischen und philosophischen Erforschung der Naturgesetze durch die Menschheit, soweit dokumentiert, und wurde so im 18. Jahrhundert formuliert von Sir Isaac Newton, nach dem die SI-Einheit für Kraft benannt wurde.

In der Realität wird immer ein Teil der Bewegungsenergie darauf verwendet, z.B. eine Reibungskraft zu überwinden (Nagel in den Balken) oder in Verformungsenergie verwandelt zu werden (z.B. eine Feder zu spannen oder einen Klumpen Knete zu verformen).

Um den Kollaps eines der Türme näherungsweise physikalisch zu beschreiben, ist es zunächst nicht zwingend notwendig, architektonische Details wie die Zugfestigkeit der einzelnen Verbindungselemente oder die Knickspannung jedes Stahlträgers zu kennen.

Es soll genügen, mit folgenden Näherungswerten und Annahmen zu rechnen:

Erdbeschleunigung: 9,81 m/s²
Größe eines Turms: 64 m * 64 m * 400 m
Gesamtmasse eines Turms: 500.000.000 kg
Masse des Gebäudeteils oberhalb der Einschlagsstelle: 58.000.000 kg
Fallzeit: 14 s

Ließe man also eine Bowlingkugel aus 400 Metern Höhe auf den Erdboden fallen, würde sie idealerweise nach 9,03 Sekunden auf dem Erdboden aufschlagen. „Idealerweise“, weil sie in der Realität aufgrund der Reibungskraft des Luftwiderstands gebremst würde. Im luftleeren Raum würde auch eine Daunenfeder nach t = sqrt(2*h/g) = 9,03 Sekunden unten ankommen, wie Galileo Galilei nachgewiesen hat!

Wenn stattdessen der obere Gebäudeteil 14 Sekunden braucht, um dieselbe Strecke zurückzulegen, ergibt sich daraus eine mittlere Beschleunigung von a = 2*h/t² = 4,08 m/s² ≈ 0,42 g.

Da die Kraft das Produkt aus Masse und Beschleunigung ist (d.h., ein Kilogramm Masse auf der Erde eine Kraft von 9,81 Newton auf eine Feder ausübt), läßt sich so also die Bremskraft (auch: „negativer Vortrieb“) ermitteln, die der untere Gebäudeteil dem oberen während des Falls entgegengesetzt hat:

F_brems = m*a = 58.000.000 kg * (9,81-4,08) m/s² = 236.640.000 Newton ≈ 332 Meganewton.

Das ist zugegebenermaßen eine etwas unhandliche Zahl und soll deswegen in Relation zu der Kraft gesetzt werden, mit der der obere Gebäudeteil den unteren 30 Jahre lang belastet hat:

F_trag = m*g = 58.000.000 kg * 9,81 m/s² = 568.980.000 Newton ≈ 569 MN

Diese Zahl beschreibt lediglich das Gewicht der oberen Stockwerke, und damit die Kraft, die der untere Gebäudeteil einer abwärtsgerichteten Kraft (Erdbeschleunigung mal Masse) mindestens entgegengesetzt haben muss. Dabei wurde sogar ausser acht gelassen, daß das Gebäude mit größter Wahrscheinlichkeit auch viel größeren Kräften (Windlast, Erdbeben, King Kong) standgehalten hätte.

Beim Sturz widerstand der gesamte untere Gebäudeteil dem oberen Gebäudeteil mit weitaus weniger als 58% der ursprünglichen Tragkraft des obersten Stockwerks des unteren Gebäudeteils!

Nun kann eingewendet werden (und wurde eingewendet), daß mit so einer einfachen Rechnung nicht die komplexe Kollapsmechanik beschrieben werden kann, da ein Stockwerk aufs andere fiel, sich also die Masse mit jedem Stockwerk vergrößerte und damit auch der Impuls, der auf das jeweils nächste Stockwerk wirkte.

Indes, dem Superpositionsprinzip, Isaac Newtons „lex quarta“, zufolge addieren sich sich sämtliche Kräfte vektoriell zu einer resultierenden Kraft, das heißt: so komplex ein Modell zur Beschreibung der Kollapsmechanik auch werden mag, so darf der aufwärtsgerichtete Anteil der vektoriellen Summe aller einzelnen Kräfte die ermittelten 332 Meganewton nicht übersteigen, anders ausgedrückt: um die Differenz zwischen den ursprünglich weit über 569 MN und den 332 MN während des Kollapses zu erklären, müssten im Modell mithilfe von Hebeln, Gewichten, schiefen Ebenen, Federspannungen oder anderen Energieformen mehr als 237 MN abwärtsgerichteter Kraft „eingebaut“ und so auf mindestens 90 Stockwerke verteilt werden, daß sie nacheinander zum Wirken kommen!

Ein weiterer Einwand (siehe auch) berechnet die Kraft, mit der der obere Gebäudeteil beim Fall aus der Höhe eines Stockwerks auf den unteren Gebäudeteil stoßen würde, der Einfachheit zuliebe davon ausgehend, daß der Brand irgendwie alle Träger und Verbinder in einem Stockwerk gleichzeitig geschwächt hat, um zu zeigen, daß allein die Wucht des Aufpralls ein Versagen der kompletten Struktur zur Folge hätte, da sie die maximale Tragkraft des Gebäudes bei weitem überstiege.

Das ist soweit zwar richtig, läßt aber ausser Acht, daß ein solcher „Kraftstoß“ erstens vom heissen, also weichen, Stahl gedämpft worden wäre (die Bewegungsenergie wäre zuallererst in Verformungsenergie verwandelt worden), zweitens vom Stoßpunkt aus in beide Richtungen gewirkt hätte (und nicht nur nach unten), drittens die dem Stoßpunkt nächsten Stockwerke zuerst zerschmettert hätte und sich viertens die Schockwelle mit ca. 4500m/s (Schallgeschwindigkeit im Baustahl) durch die Struktur fortgepflanzt hätte, also auf kompletter Höhe aufgefangen worden wäre, und fünftens:

jedes Stockwerk, jedes Büromöbel, jeder Bleistift und selbst jedes Luftmolekül mußte zuerst beschleunigt werden und hätte den Sturz des oberen Gebäudeteils verlangsamt, jedes Knicken, Scheren, Biegen, Brechen, Schneiden, Reissen oder auch nur Reiben, jede Deformation hätte Energie gekostet, die der Abwärtsbewegung entzogen worden wäre und nach dem Zusammenbruch einiger Stockwerke nicht mehr zur Verfügung gestanden hätte, auch noch die restliche Masse des Gebäudes zu beschleunigen!

Dennoch soll die Rechnung nachvollzogen werden: wieviel Energie würde freigesetzt, wenn die oberen 14 Stockwerke ein Stockwerk tief (3,7m) im freien Fall auf die Stockwerke darunter fallen würden?

E_kin = 1/2*m*v²

Die Geschwindigkeit, mit der die Stockwerke aufprallen, ist abhängig von der Fallhöhe: v = sqrt(2*g*s) = sqrt(2*9,81m/s² * 3,7m) = 8,5202 m/s, folglich

E_kin_prall = 1/2 * m * v² = 1/2* 58.000.000kg * (8,52 m/s)² ≈ 2,1 Gigajoule

Da man Energien in diesen Größenordnungen selten begegnet, soll sie in Relation zu etwas „bekanntem“ gesetzt werden – etwa zur kinetischen Energie eines Flugzeuges, das mit einer Masse von 274.000 Pfund (124.000kg) und einer Geschwindigkeit von 503 mph (225 m/s) fliegt:

E_kin_impakt = 1/2 * 124.000kg * (225 m/s)² ≈ 3,14 GJ.

Die Energie des Flugzeugeinschlags (kleinere Masse, dafür größere Geschwindigkeit im Quadrat) von der Seite war größer, als die Energie des Aufpralls nach einem Freifall der oberen Stockwerke auf die unteren aus der Höhe von 3,7 Metern wäre! Und diese 2,1 Gigajoule sollen die restlichen 442.000 Tonnen Masse in 14 Sekunden 340 Meter weit beschleunigt haben. Nun, die Erdschwerkraft hat ja auch mitgeholfen, schließlich war in dem Gebäude auch potentielle Energie gespeichert (durch das Aufrichten der Masse beim Bau):

E_pot = m*g*h = 500.000.000 kg * 9,81m/s² * 400m / 2 ≈ 981 GJ {2}

Fast ein Terajoule wurde beim Kollaps zur Gänze umgewandelt! Doch noch immer wurde kein einziger Stahlträger auf sich selbst zurückgefaltet, keine Betondecke zu einem (hochtoxischem) Feinstaubgemisch zermahlen und kein Trümmerteil seitwärts beschleunigt, denn das Terajoule „stand“ 30 Jahre stabil in Manhattan. Doch der Fall wurde ja auch gebremst, also wurden von den 981 GJ „nur“

E_brems = 500.000.000 kg * (9,81-4,08)m/s² * 400m / 2 ≈ 573 GJ

in innere Energie (Deformation, Reibung und Wärme) umgewandelt. Die Eingangsenergiesumme von 5,24 GJ stellte 408 GJ, 42% der potentiellen Energie, zur Beschleunigung der gesamten Struktur zur Verfügung. Nur 58% der potentiellen Energie mußte darauf verwendet werden, die Verbindungen durch Knicken, Torsion, Scherung und Reissen zu lösen.

Selbst dann also, wenn man die Energie des Impakts des Flugzeuges mit der Energie addieren würde, die ausgelöst werden könnte, wenn ein besonders heimtückisch brennendes Kerosin alle Träger einer Etage gleichzeitig desintegrierte, um einen Freifall der oberen Stockwerke zu initiieren, müßte erklärt werden, wie damit ein Hundertfaches an potentieller Energie ausgelöst werden konnte!

Ist das ein zwingender Beweis für eine Sprengung, d.h., die heimliche Einbringung von in chemischer Form gespeicherter Wärmeenergie? Nicht unbedingt.

Es ist durchaus denkbar, daß ein Mechanismus eine kleine Kraft derart verstärkt, daß sie eine große Wirkung erzielt. So kann, wie bereits erwähnt, durch das Anstupsen eines Dominosteins eine Kettenreaktion in Gang gesetzt werden, bei der immer größere Steine umgekippt werden, bis schließlich ein tonnenschwerer Marmorblock zu Fall kommt. Dies setzt jedoch voraus, daß vorher Arbeit verrichtet wurde, sprich: durch das Aufrichten vieler immer größer werdender Steine potentielle Lageenergie im System gespeichert wurde. Auch das Spannen einer Feder erfüllt dieselbe Funktion, und nur der Vollständigkeit halber sei die elektromagnetische Energie als weitere mögliche Energieform erwähnt (die natürlich erst umgewandelt werden müßte).

Sicher wäre es auch möglich, den genannten Marmorblock bereits so weit anzukippen, daß er im metastabilen Gleichgewichtszustand verharrt und nur noch angepustet werden muß, sodaß er endgültig umkippt. In diesem Sinne ist das womöglich bekannteste Beispiel für eine Struktur, bei der sich ein Kollaps von oben nach unten fortpflanzt und das Gebäude sich in sich selbst einfaltet, wohl das Kartenhaus: der Ruck der oberen, schrägstehenden Karten überwindet die Haftreibung bzw. hebt den Formschluß der Kartenkanten im darunterliegenden Stockwerk auf, sodaß diese umkippen und wiederum die Etage unter sich anstoßen usw. – auf vergleichbare Weise könnten sicher auch bei den Türmen die Stahlträger in einer raffinierten Hebelmechanik wechselseitig gelenkig und „auf Kipp“ gelagert gewesen sein, sodaß es einem Dominoeffekt entsprechend in sich selbst „kippte“; und wenn es tatsächlich einen guten Grund dafür gibt, ein Gebäude auf diese Weise zu planen und umzusetzen, sozusagen mit ganz viel Fingerspitzengefühl zwei bis drei metastabile, mechanische Bomben im Domino-Kartenhausdesign mit der Energie von über hundert Tonnen TNT in die City New Yorks zu stellen, wird ihn jemand von den verantwortlichen Bauingenieuren in Erfahrung bringen wollen.

In jedem Falle der Annahme einer kunstgerechten Planung und Ausführung jedoch kann ausgeschlossen werden, daß ein Bauwerk, dessen Statik gegen ein Kippen bzw. Neigen bei Windgeschwindigkeiten bis 260 km/h {3} gesichert ist und beim Einschlag eines vollbetankten Linienverkehrsflugzeugs nichtmal sichtbar wackelt, aufgrund eines technischen Defekts, architektonischer Inkompetenz (oder „weil man halt billig bauen mußte“, wie es zuweilen heißt) den energieärmsten Weg lotrecht durch sich selbst hindurch findet. Selbst die Wahrscheinlichkeit einer tragischen Verkettung unglücklicher Umstände muß statistisch ausgeschlossen werden, da das Phänomen sich kurz darauf wiederholte – beim anderen, zuerst getroffenen Zwillungsturm, dessen Kern eine verschiedene Struktur aufwies. Ein chaotischer und unkontrollierter Kollaps hätte erfahrungsgemäß mit größerer Wahrscheinlichkeit ein Kippen bzw. Neigen der Türme oder ein Abrutschen des oberen Gebäudeteils zur Folge gehabt.

Von WTC 7 mal ganz abgesehen.

Modell und Experiment

Eppur si muove!

– Galileo Galilei, 1633 (?)

Als Klassiker unter den Experimenten zur Impulserhaltung gilt das Newton- bzw. Kugelstoßpendel. Lenkt man eine Kugel aus und läßt sie fallen, stößt sie gegen die anderen Kugeln, der Stoß pflanzt sich bis zur letzten Kugel fort und diese wird (wegen der Reibungskräfte nur fast) genauso weit ausgelenkt, während alle anderen Kugeln im Ruhezustand verharren. Stoßen zwei Kugeln auf die anderen, werden auf der gegenüberliegenden Seite ebenfalls zwei Kugeln abgestoßen.

Dies gilt für den ideal elastischen Stoß, bei dem keine Bewegungsenergie in innere Energie (Umformungsenergie, Wärmeenergie) umgewandelt wird. Ersetzt man die Stahlkugeln durch Knetkugeln (oder rohe Eier), wird ein viel größerer Teil der Bewegungsenergie in Deformationsenergie umgewandelt: die Kugeln in der Nähe des Stoßpunktes verformen sich (Eier brechen an der Stoßstelle), die anderen Kugeln bewegen sich kaum oder gar nicht.

Da es sich jedoch um einen „gravitational collapse“ gehandelt haben soll, wurde im Experiment ein Turm aus 48 ausgedienten Vinyl-Singles mit einer Gesamtmasse von 1850 g und mit Klebepunkten zu Ringen zusammengefügten Papierstreifen (mit einer Höhe von je 2,5cm und einem Durchmesser von ca. 6cm) übereinandergeschichtet, um die Struktur zu simulieren.

Ablauf: ein einzelner Papierring wurde mit allen 48 Platten gleichzeitig belastet, hielt das Gesamtgewicht jedoch nur, wenn es mit äußerster Vorsicht nach und nach daraufgelegt wurde. Schon der Impuls von zwei weiteren darauffallenden Schallplatten brachte den Ring zum Kollaps. So wurde sichergestellt, daß die Struktur so labil wie möglich war. Da ausserdem ein Kippen des Turms unumgänglich schien, wurden die Platten (D_innen=3,5cm) und Ringe über ein vertikales Rohr (D=2cm) geführt und im Freifallexperiment sichergestellt, daß Impulsverluste durch Reibung, Verkeilen und Verkanten mit der Führung weitestgehend ausgeschlossen werden konnten.
Anschließend wurden abwechselnd Ringe und Platten zu einem ca. 1m hohen Turm übereinandergeschichtet. Ein leichtes Antippen der Struktur versetzte sie in Schwingung, ein stärkerer Impuls hätte ohne die Führung sicher ein Kippen bewirkt. Daraufhin wurden die oberen Stockwerke angehoben und fallengelassen, um ein gleichzeitiges Nachgeben aller Kernstützen zu simulieren.

Beobachtung: der unterste Papierring sowie die Ringe direkt am Stoßpunkt versagten komplett, einige der Ringe in der Nähe des Stoßpunktes wiesen Verformungen auf. Der Großteil der „Struktur“ dazwischen, auch oberhalb des Stoßpunkts, blieb jedoch erwartungsgemäß vollständig intakt.

Das Experiment wurde daraufhin mit je zwei Platten pro Papierring wiederholt, um ein höheres Gewicht pro Stockwerk zu simulieren. Ein Totalversagen der Struktur blieb jedoch auch bei diesem Versuchsaufbau aus – der Großteil der Ringe verformte sich nicht und der Turm blieb stehen.

Das Versagen des untersten Ringes stützt die Hypothese, daß der Stoß sich selbst durch Papier hindurch schnell genug fortpflanzen konnte, um auf voller Höhe der Struktur abgefedert zu werden, anstatt nacheinander mit voller Wucht auf jedes Stockwerk zu wirken.

Ein „classic progressive collapse“ ist im Experiment also nur sehr schwer nachzuvollziehen, da selbst bei einer äußerst instabilen Konstruktion der Kollaps aufgrund des Energieerhaltungssatzes nicht näherungsweise simuliert werden kann.

Der Vollständigkeit halber wurden weitere Versuche unter Zuhilfenahme von äußerst waghalsiger Jengaklötzchen- und Kartenhausarchitektur unternommen, was in einigen Fällen tatsächlich einen Totalkollaps zur Folge hatte, jedoch die Hypothese von unzulänglicher Statik bei der Planung der Türme erst recht ad absurdum führte. Zur Veranschaulichung der grundsätzlichen Möglichkeit einer Auslösung größerer Bewegungsphänomene mittels eines kleinen Eingangsimpulses stand dem Experimentator ermangels eines Lego-Technik-Bausatzes ansonsten vorerst nur eine Hoberman-Sphäre zur Verfügung.

Zusammenfassung

Wäre ein Kollaps zu erwarten gewesen, hätten die Emergency Medical Services ihre Triage in der Lobby des bereits brennenden Südturms installiert (NIST NCSTAR 1, WTC Collapse, S. 44)?

Der Untersuchungsbericht des NIST übergeht die Kollapsmechanik von WTC 1 & 2 mit wenigen Sätzen, setzt den Kollaps sogar als unvermeidlich und einzig logische Folge des strukturellen Versagens der vom Brand betroffenen Stockwerke voraus, ohne auf die offensichtlichen Differenzen zwischen der eingebrachten und der ausgelösten Energie oder auf die Diskrepanz zu alltäglich beobachtbaren Phänomenen einzugehen.

Der Report gleicht damit formal der Klassenarbeit eines Physik-Schülers, in der er erklären soll, wie ein Körper auf einer schiefen Ebene vom Haftreibungszustand in den Gleitreibungszustand gebracht werden kann, ohne je wieder zum Halten zu kommen, und dabei seitenweise minutiös den Versuchsaufbau zur Quantifizierung des beschleunigenden Stoßes zur Überwindung der Haftreibung beschreibt – ohne dabei ein einziges Wort über die Gleitreibungskraft zu verlieren; „der Kürze halber“, wie er in einer Randnotiz gewissenhaft vermerkt. Zu recht müßte mit roter Tinte darunter geschrieben stehen: „Aufgabe verfehlt!“

Die Freigabe der Dokumente zur Statik der Zwillingstürme könnte viele Unklarheiten beseitigen. Bis dahin jedoch kann selbst mit der physikalischen Formelsammlung eines Siebt- bis Zehntklässlers und einfachen Experimenten nachgewiesen werden, daß der offizielle Untersuchungsbericht einen Skandal durch bewußte Auslassung zu vertuschen versucht:

die Mechanik der lotrechten Kollapse der Zwillingstürme setzt exakte und präzise Planung voraus.

Schlußfolgerungen

Δῶς μοι πᾶ στῶ καὶ τὰν γᾶν κινάσω.

– Archimedes von Syrakus (287-212 v. Chr.) / (?)

Zu erwarten, daß der Abschlußbericht des NIST von jedermann mit gesundem Menschenverstand als das letzte Wort akzeptiert wird, das in der Causa 9/11 gesprochen werden kann, ist ein Faustschlag ins Angesicht der Wissenschaftlichkeit; die öffentliche Lächerlichmachung bis hin zur Pathologisierung jeglichen Zweifels an der offiziellen Darstellung der Vorgänge rund um die Anschläge vom 11. September 2001 ist eines seriösen, investigativen Journalismus unwürdig; die politischen Folgen fatal.

Warum das heute, mehr als zehn Jahre später noch von Belang ist? Hieß es nicht noch bis vor kurzem „Why?“ und „Never forget“, sprach nicht der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika: „We must uncover every detail and learn every lesson of September 11th“? Doch nicht nur wurden Details nicht gelüftet, sondern während des Unterrichts nicht zugehört, gestört, rumgezappelt und die Implosion von einer Million Tonnen Masse und drei Millionen Kubikmetern Raum unter den Teppich gekehrt.

Zehn Jahre und einen Administrationswechsel später ist der Forderung der Angehörigen der Opfer nach einer unabhängigen Neuuntersuchung nicht nachgekommen worden – change we can believe in?

Mehr noch.

Nicht nur, daß die Anschläge als Rechtfertigung für InvasionsVerteidigungsangriffe auf souveräne Nationen, für staatliche Überwachung und die Aufhebung der Unschuldsvermutung dienten und dienen; nicht nur, daß seitdem mit der institutionellen Folter Relikte voraufklärerischer Epochen und totalitärer Staatensysteme wieder diskutabel und praktikabel wurden; nicht nur, daß die Kluft zwischen Juden, Christen und Moslems vertieft wurde; nicht nur, daß der deutsche Bundestag noch in der 136. Sitzung vom 27. Oktober 2011 unter TOP 14 die „Gesetze zur Änderung des Bundesverfassungsschutzgesetzes“ (17/6925 & 17/7513), eine Verlängerung des „Terrorismusbekämpfungsgesetzes“/“Otto-Kataloge“ (14/7727 & 14/7386, Zitat: „Alternativen: Keine“) durchgewunken hat; der 11. September 2001 hat auch in der Hinsicht „die Welt erschüttert“ (Der Spiegel), als daß seitdem ein blinder Expertenglaube gefordert und vorausgesetzt wird, der jegliche Form der Äußerung von Kritik und Skepsis gleichsetzt mit Schwachsinnigkeit, Desinformiertheit, Wahnerkrankungen oder gar böswilligem Gedankenterrorismus und Volksverhetzung, sie im schlimmsten Falle jedoch schlicht ignoriert. Es wurden doch im Abschlußbericht alle Fragen von studierten Ingenieuren und Doktoren beantwortet, die werden es wohl besser wissen!!1!

Wenn beispielsweise zehn Jahre später eine demokratisch legitimierte Regierung (unter der Leitung einer studierten Physikerin!) einen monetären „Hebel“ ansetzen will, um durch die Verschiebung immenser Geldmengen ein grundlegend fehlerhaftes Finanzsystem zu perpetuieren, oder faule Kompromisse mit der Kernenergielobby aushandelt, oder Schad- und Spionagesoftware auf private Rechner schmuggelt, scheinen – neben intuitiven Einwänden – auch logische, sachliche und empirisch begründete Bedenken keinerlei Gehör mehr zu finden, ausser, um weggewischt zu werden mit dem Argument, das sei halt alles sehr sehr komplex und man müsse deswegen den Experten vertrauen, anders ginge es eben nicht. Währenddessen verlegen sich die etablierten Medien auf das sichere Terrain des Deskriptivismus und der Weitergabe amtlicher Verlautbarungen, um die Analyse, Hinterfragung und kritische Kommentierung den Amateuren und Laien der Blogosphäre zu überlassen.

Daß in einem solchen Diskursklima „Verschwörungstheorien“ nahrhaften Boden finden und das Vertrauen der Bevölkerung in die Unvoreingenommenheit der wissenschaftlichen Institutionen, in die Unabhängigkeit der „vierten Säule der Demokratie“ und in die Urteilsfähigkeit ihrer Administration nicht eben gestärkt wird, liegt wohl auf der Hand; denn konsequenterweise müßte auch die dort vorherrschende Ablehnung gegenüber so „absurden Wahnvorstellungen“ wie denen von Ausserirdischen, einer Hohlerde, Homöopathie, Telepathie, morphogenetischen Feldern, freier Energie, Intelligent Design, Reichsflugscheiben und der drohenden globalen Machtübernahme durch Annunaki-Reptilwesen vom Planeten Nibiru revidiert werden.

Daher möchte dieses Referat den „festen Punkt“ des Archimedes weisen, an dem sich die Welt bewegen ließe in eine Zeit, da nicht die „99%“ durch den Mißbrauch akkumulierter und zentralisierter Macht geknebelt werden können; all jenen das notwendige Handwerkszeug bieten, die scheinbar in Stein gemeißelte Gewissheiten kritisch hinterfragen und überprüfen möchten, und dazu einladen, die Forderung nach Aufklärung und wissenschaftlicher Unabhängigkeit in die Öffentlichkeit – und natürlich in die akademischen und demokratischen Institutionen – zu tragen.

Denn nicht zuletzt geht es um die Freiheit, zu sagen, daß zwei und zwei vier ergibt.

If that is granted, all else follows.


Anhang

Weitere Experimente, Modelle und Erklärungen zur Physik der Kollapse finden sich im YouTube-Kanal von psikeyhackr, unter anderem eine Variante unseres Kollapsmodells sowie eine systematische Versuchsreihe zur Impulserhaltung und zur Einschlagsdynamik. Diese hatten maßgeblichen Anteil an der Entstehung des vorliegenden Beitrags.

Nur der Vollständigkeit halber sei dem Jengaturm-Modell auch eines zur Seite gestellt, das originär nicht mit 9/11 zu tun hat und die unerwartete Schwierigkeit illustriert, einen äußerst filigranen Turm aus 1000 Keva/Kapla-Klötzen zum Einsturz zu bringen.

Zur Vertiefung der architektonischen Problematik seien die offenen Briefe der Architects and Engineers for 9/11 truth an das American Institute of Architects und an das NIST empfohlen.

Teile der vorliegenden Überlegungen beruhen auf den Arbeiten von Gordon Ross, Richard Gage, David Chandler, Dave Thomas, Dr. Frank R. Greening, Prof. Zdeněk P. Bažant et al. sowie vielen weiteren anonymen „Debunkern“ und „Truthern“.

Diese Kritik wurde inspiriert von zwei Diskussionssträngen des gulli:board, „09/11 Verschwörung – Schwachsinn oder doch was dran?“ und „Die sich abzeichnende Neue Weltordnung“ (ca. ab Seite 500), allen Teilnehmern gilt besonderer Dank.

____________________

{1}
Einem zuweilen eingebrachten Einwand, der Kerosinbrand hätte, von aussen unsichtbar, eine Schwächung auch der 90 unteren Stockwerke verursacht, etwa durch ein Eindringen in die Fahrstuhlschächte oder durch einen Kamineffekt, widerspricht der Abschlußbericht des NIST selbst:

„The initial jet fuel fires themselves lasted at most a few minutes and office material fires would burn out within about 20 minutes in a given location. […] At any given location, the duration of temperatures near 1,000°C was about 15 min to 20 min. The rest of the time, the calculated temperatures were near 500°C or below. […] Of the more than 170 areas examined on 16 perimeter column panels, only three columns had evidence that the steel reached temperatures above 250 ºC […] Only two core column specimens had sufficient paint remaining to make such an analysis, and their temperatures did not reach 250 ºC. […] Using metallographic analysis, NIST determined that there was no evidence that any of the samples had reached temperatures above 600 ºC.“ (Quelle)

{2}
Um die potentielle Energie zu berechnen, sei eine Näherung per Mittelwert vorgenommen:

E_pot_oberstesStockwerk = 500000000kg/110 * 9,81m/s² * 400m = 17836363636 J
E_pot_mittleresStockwerk = 500000000kg/110 * 9,81m/s² * 200m = 8918180748 J
E_pot_unterstesStockwerk = 500000000kg/110 * 9,81m/s² * 3,7m = 164986344 J
(E_pot_oberstesStockwerk + E_pot_unterstesStockerk)/2 = 9000674990 J ≈ E_pot_mittleresStockwerk
=> E_pot_gesamt = E_pot_mittleresStockwerk*110 ≈ 990 Gigajoule

Es darf also vom Schwerpunkt in der Mitte (auf halber Höhe) des Gebäudes ausgegangen werden.

{3}
Die Windlast ist das Produkt aus Winddruck und Fläche: w = c_p * ρ/2 * v² * A, wobei ρ die Dichte der Luft bezeichnet (1,204kg/m³ bei 20°C auf Meereshöhe) und c_p ein dimensionsloser Beiwert zur Beschreibung der Form der angeströmten Fläche ist (und der Einfachheit halber 1 sei), also

w = 1/2 * 1,204kg/m³ * (72 m/s)² * 400m*64m = 80385580 kg*m/s² ≈ 80,4 Meganewton

Nachtrag: dieser Artikel ist noch recht dynamisch. Um die Änderungen nachvollziehen zu können und Mißverständnissen vorzubeugen, soll es hier für jede signifikate Änderung eine Version History der PDF-Dokumente geben.

Erste Fassung: v0.9b vom 3.11.11

6 Kommentare

Ente Lissabon flambée

Dugarun, Gastbeiträge

Wie andernorts schon dargestellt ist meine Lieblingsente jene, nachdem der Vertrag von Lissabon die Wiedereinführung der Todesstrafe ermögliche. Deren Proponenten verweisen auf die dem Vertragswerk angefügte Charta der Grundrechte der Europäischen Union, die auf der Europäischen Menschenrechtskonvention von 1948 beruht. In der Grundrechtecharta heißt es in Artikel 2:

(1) Jeder Mensch hat das Recht auf Leben.

(2) Niemand darf zur Todesstrafe verurteilt oder hingerichtet werden.

Eigentlich ziemlich eindeutig, nicht wahr? Doch halt, sagen die Leute mit den modischen Aluhüten, da gibt es ja noch die Erläuterungen zur Grundrechtecharta. Diese erklären uns zu Artikel 2:

Erläuterung zu Artikel 2 — Recht auf Leben

1. Absatz 1 dieses Artikels basiert auf Artikel 2 Absatz 1 Satz 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK), der wie folgt lautet:

„1. Das Recht jedes Menschen auf Leben wird gesetzlich geschützt …“.

2. Satz 2 der genannten Vorschrift, der die Todesstrafe zum Gegenstand hatte, ist durch das Inkrafttreten des Protokolls Nr. 6 zur EMRK hinfällig geworden, dessen Artikel 1 wie folgt lautet:

„Die Todesstrafe ist abgeschafft. Niemand darf zu dieser Strafe verurteilt oder hingerichtet werden.“

Auf dieser Vorschrift beruht Artikel 2 Absatz 2 der Charta.

3. Die Bestimmungen des Artikels 2 der Charta entsprechen den Bestimmungen der genannten Artikel der EMRK und des Zusatzprotokolls. Sie haben nach Artikel 52 Absatz 3 der Charta die gleiche Bedeutung und Tragweite. So müssen die in der EMRK enthaltenen „Negativdefinitionen“ auch als Teil der Charta betrachtet werden:

a) a) Artikel 2 Absatz 2 EMRK:
„Eine Tötung wird nicht als Verletzung dieses Artikels betrachtet, wenn sie durch eine Gewaltanwendung verursacht wird, die unbedingt erforderlich ist, um
a) jemanden gegen rechtswidrige Gewalt zu verteidigen;
b) jemanden rechtmäßig festzunehmen oder jemanden, dem die Freiheit rechtmäßig entzogen ist, an der Flucht zu hindern;
c) einen Aufruhr oder Aufstand rechtmäßig niederzuschlagen“.

b) b) Artikel 2 des Protokolls Nr. 6 zur EMRK:
„Ein Staat kann in seinem Recht die Todesstrafe für Taten vorsehen, die in Kriegszeiten oder bei unmittelbarer Kriegsgefahr begangen werden; diese Strafe darf nur in den Fällen, die im Recht vorgesehen sind, und in Übereinstimmung mit dessen Bestimmungen angewendet werden …“.

Und in der Tat sagt der entsprechende Artikel in der EMRK:

(1) Das Recht jedes Menschen auf Leben wird gesetzlich geschützt. Niemand darf absichtlich getötet werden, ausser durch Vollstreckung eines Todesurteils, das ein Gericht wegen eines Verbrechens verhängt hat, für das die Todesstrafe gesetzlich vorgesehen ist.

(2) Eine Tötung wird nicht als Verletzung dieses Artikels betrachtet, wenn sie durch eine Gewaltanwendung verursacht wird, die unbedingt erforderlich ist, um

a) jemanden gegen rechtswidrige Gewalt zu verteidigen;

b) jemanden rechtmässig festzunehmen oder jemanden, dem die Freiheit rechtmässig entzogen ist, an der Flucht zu hindern;

c) einen Aufruhr oder Aufstand rechtmässig niederzuschlagen.

Und zusätzlich Artikel 15:

(1) Wird das Leben der Nation durch Krieg oder einen anderen öffentlichen Notstand bedroht, so kann jede Hohe Vertragspartei Massnahmen treffen, die von den in dieser Konvention vorgesehenen Verpflichtungen abweichen, jedoch nur, soweit es die Lage unbedingt erfordert und wenn die Massnahmen nicht im Widerspruch zu den sonstigen völkerrechtlichen Verpflichtungen der Vertragspartei stehen.

(2) Aufgrund des Absatzes 1 darf von Artikel 2 nur bei Todesfällen infolge rechtmässiger Kriegshandlungen und von Artikel 3, Artikel 4 (Absatz 1) und Artikel 7 in keinem Fall abgewichen werden.

(3) Jede Hohe Vertragspartei, die dieses Recht auf Abweichung ausübt, unterrichtet den Generalsekretär des Europarats umfassend über die getroffenen Massnahmen und deren Gründe. Sie unterrichtet den Generalsekretär des Europarats auch über den Zeitpunkt, zu dem diese Massnahmen ausser Kraft getreten sind und die Konvention wieder volle Anwendung findet.

Au weia, das klingt ja gleich ganz anders. Demnach, so die Aluhutfraktion, dürfe ja nunmehr jede ungebärdige Demonstration zusammengeschossen und die Todesstrafe im Kriegsfall wieder eingeführt werden … und verdammt, da war doch was mit NATO-Bündnisfall und „War on Terror“ … und nicht nur hat die EU ihre Grundrechtecharta auf Basis der EMRK entwickelt, sondern tritt dieser mit dem Vertrag von Lissabon auch noch als Ganzes bei. Jutta, hol die Kinder rein, ich höre den Marschtritt der Diktatur!

Außer dass die einzelnen Mitgliedstaaten der EU der EMRK natürlich schon längst beigetreten sind. Deutschland hat die Konvention 1950 unterzeichnet und 1952 ratifiziert. Durch den Vertrag von Lissabon ändert sich in dieser Hinsicht also exakt gar nichts.

Zusatzprotokoll Nr. 6 wurde von Deutschland 1983 unterzeichnet und 1989 ratifiziert. Es verbietet grundsätzlich die Todesstrafe, obwohl es sie aufgrund der Vorbehalte mehrerer europäischer Staaten im Kriegsfall noch zuließ. Für Deutschland völlig egal, weil die Todesstrafe nach Artikel 102 Grundgesetz generell abgeschafft ist. Um sie im Kriegsfall zuzulassen, hätte es ja schon vorher keine „Erlaubnis“ gebraucht. Sowohl EMRK als auch EU-Grundrechtecharta geben schließlich nur Mindeststandards für die Menschenrechte vor, die die Unterzeichnerstaaten zu achten haben. Sie zwingt die Staaten nicht, diese Rechte bis auf das vorgegebene Minimum einzuschränken. Artikel 53 der Grundrechtecharta sagt das sogar selbst:

Keine Bestimmung dieser Charta ist als eine Einschränkung oder Verletzung der Menschenrechte und Grundfreiheiten auszulegen, die in dem jeweiligen Anwendungsbereich durch das Recht der Union und das Völkerrecht sowie durch die internationalen Übereinkünfte, bei denen die Union oder alle Mitgliedstaaten Vertragsparteien sind, darunter insbesondere die Europäische Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten, sowie durch die Verfassungen der Mitgliedstaaten anerkannt werden.

Die Sache mit der Todesstrafe in Kriegszeiten hat sich ohnehin erledigt, weil diese mittlerweile durch Zusatzprotokoll Nr. 13 ebenfalls verboten ist:

Die Mitgliedstaaten des Europarats, die dieses Protokoll unterzeichnen,

in der Überzeugung, dass in einer demokratischen Gesellschaft das Recht jedes Menschen auf Leben einen Grundwert darstellt und die Abschaffung der Todesstrafe für den Schutz dieses Rechts und für die volle Anerkennung der allen Menschen innewohnenden Würde von wesentlicher Bedeutung ist;

in dem Wunsch, den Schutz des Rechts auf Leben, der durch die am 4. November 1950 in Rom unterzeichnete Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (im Folgenden als «Konvention» bezeichnet) gewährleistet wird, zu stärken;

in Anbetracht dessen, dass das Protokoll Nr. 6 zur Konvention über die Abschaffung der Todesstrafe, das am 28. April 1983 in Strassburg unterzeichnet wurde, die Todesstrafe nicht für Taten ausschliesst, die in Kriegszeiten oder bei unmittelbarer Kriegsgefahr begangen werden;

entschlossen, den letzten Schritt zu tun, um die Todesstrafe vollständig abzuschaffen,

haben Folgendes vereinbart:

Art. 1 Abschaffung der Todesstrafe
Die Todesstrafe ist abgeschafft. Niemand darf zu dieser Strafe verurteilt oder hingerichtet werden.

Art. 2 Verbot des Abweichens
Von diesem Protokoll darf nicht nach Artikel 15 der Konvention abgewichen werden.

[…]

Unterzeichnet von Deutschland 2002, ratifiziert 2004. Das taucht bloß nicht in den Erläuterungen zur Grundrechtecharta auf, weil zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle EU-Mitgliedstaaten diesen Schritt vollzogen hatten. Derzeit steht nur noch die Ratifizierung in Polen und Lettland aus.

Die aufgeführten Negativdefinitionen umfassen die rechtmäßige Anwendung tödlicher Gewalt durch staatliche Organe, die diesen zur Durchsetzung der Rechtsordnung gemeinhin gestattet ist. Im Einzelnen:

– Verteidigung gegen rechtswidrige Gewalt. Beispiel: Bankräuber droht Opfer zu erschießen. Polizist erschießt Bankräuber. Keine Todesstrafe.

– Rechtmäßige Festnahme oder Verhinderung von Flucht. Beispiel: Ausbrecher klettert über Gefängnismauer. Wächter schießt nach Anruf und trifft Ausbrecher tödlich. Keine Todesstrafe.

– Niederschlagung von Aufruhr oder Aufstand. Beispiel: Separatisten versuchen die rechtmäßig gewählte Regierung gewaltsam zu stürzen. Regierungskräfte machen von der Schusswaffe Gebrauch und töten Separatisten. Keine Todesstrafe.

Diese Negativdefinitionen wurden deshalb aufgenommen, weil es ja schon damals Spezialisten gab, die zum Beispiel den „finalen Rettungsschuss“ als „Wiedereinführung der Todesstrafe durch die Hintertür“ bezeichneten. Und wer glaubt, dass ein echter Aufstand in Deutschland nicht schon bisher notfalls mit militärischen Mitteln niedergeschlagen werden kann, sollte mal in Artikel 87 a (4) des Grundgesetzes schauen:

Zur Abwehr einer drohenden Gefahr für den Bestand oder die freiheitliche demokratische Grundordnung des Bundes oder eines Landes kann die Bundesregierung, wenn die Voraussetzungen des Artikels 91 Abs. 2 vorliegen und die Polizeikräfte sowie der Bundesgrenzschutz nicht ausreichen, Streitkräfte zur Unterstützung der Polizei und des Bundesgrenzschutzes beim Schutze von zivilen Objekten und bei der Bekämpfung organisierter und militärisch bewaffneter Aufständischer einsetzen. Der Einsatz von Streitkräften ist einzustellen, wenn der Bundestag oder der Bundesrat es verlangen.

Das heißt aber eben nicht, dass hierzulande jede etwas robustere Demonstration zusammengeschossen wird. Dieser ganze Schwachsinn zeigt sehr schön den typischen modus operandi vieler Lissabon-Paranoiker: Sie nehmen eine Aussage des Vertrags und verkehren sie aus Unwissen oder Berechnung in ihr Gegenteil. Und weil in der Tat kaum jemand den Vertrag gelesen hat, glauben viele ihnen das auch noch.

Es ist ja gar nicht so, dass es am Lissabon-Vertrag nichts zu kritisieren gäbe – angefangen damit, dass er ein aufgeblähtes Monster voller Detailregelungen ist, damit die Interessen aller Mitgliedstaaten berücksichtigt waren. Dass allerdings sogar der Staatsrechtslehrer Schachtschneider, der für Peter Gauweiler die Klageschrift gegen die Zustimmung zum Vertrag von Lissabon vor dem Bundesverfassungsgericht geschrieben hat, allen Ernstes diesen Stuss vertritt, zeigt den totalen intellektuellen Bankrott dieser Bewegung. Aber über Deppen ist schließlich gut lachen.

8 Kommentare

Zum Jubiläum

Dugarun

Es mag morbide erscheinen, keinesfalls wäre es aber zusammenhangslos, anlässlich des 10. einen Mann vom Fach zu Wort kommen zu lassen.

Reichsarchitekt Albert Speer beschreibt in „Technik und Macht“ (Bechtle, 1979) seine (er betont, daß sie nicht von Hitler stammt) Theorie vom Ruinenwert. Und zwar habe er

einmal gesehen, wie die Trümmer einer Straßenbahnhalle in Nürnberg – aus Eisen und Beton konstruiert – herumlagen. Welch unansehnlichen Eindruck machte diese Trümmerstätte. In diesem Augenblick kam mir der Gedanke, daß man unsere Großbauten nicht in Stahlbeton bauen dürfe, sondern an die Baumethoden der Antike anknüpfen müßte, damit diese Bauwerke auch noch als Ruine ansehnlich sind. Ich habe meine Idee dann weiter zu untermauern versucht und eine, leider verlorengegangene, große Zeichnung vom Zeppelinfeld in Nürnberg anfertigen lassen, wie es als Ruine mit Efeu bewachsen aussehen könnte.

Manche empfanden es als Sakrileg, davon auszugehen, das Tausendjährige Reich würde nicht mindestens ewig, wenn nicht sogar länger, bestehen. Hitler selbst indes ist voll auf die Idee abgefahren und nannte später die bereits vollendeten Bauten in einem Atemzug mit den Monumenten und Weltwundern der Weltgeschichte; sah sie eingefügt „im ewigen Schatz der Kunst“.

Die ganze Idee der Unvergänglichkeit hat um ’45 rum einen empfindlichen Dämpfer bekommen.  Ging man deshalb so pragmatisch vor, als man wenige Jahrzehnte später anderswo seine Superlative in die Geschichtsbücher der Architektur gemeisselt hat? „Hm, wie sieht das wohl als Ruine aus?“ – „Scheißegal, wir bauen die Türme sowieso so, daß sich das ganze Gezumpel auf Knopfdruck von ganz allein fein säuberlich zusammenfaltet und am Stück wegtragen läßt.“ – „Achso!“

Die Wegwerfgesellschaft macht selbst vor Jahrhundertbauten nicht halt.

Doch halt, was ist das?


hanger 17 pearl harbour again hat gut dokumentiert, aus welchem Stahl die Türme geschmiedet waren. Irgendwo, irgendwann zwischen all der Panik, dem Terror, dem Schockzustand, dem Schmerz, dem Entsetzen all der Bilder, die heute wahrscheinlich den ganzen Tag im TV rauf- und runterlaufen, der verzweifelten Suche nach Überlebenden in dem Trümmerberg, dann der Trauer und den Aufrufen zu schnellst- und strengstmöglicher Strafzufuhr, der Verbringung des Metalls zum nächstbesten Lumpensammler und schließlich der Einlagerung einiger weniger Trümmerteile im Museum hatte irgendwer Zeit und Muße, Reliquien en gros aus den Trägern zu schnitzen.

Hätte man auf Speer gehört, hätten die Flugzeuge buchstäblich auf Granit gebissen. Oder zumindest könnte man noch sein „I was here“ hineinritzen. War doch nicht alles schlecht damals – apropos damals, als wir anfingen, Mobiltelefone spazierenzutragen und im Internet rumzuklicken…

Wir sprachen vorhin über den Entpersönlichungsprozeß, den Hitlers Bauten durch ihre Überdimensionierung, durch ihre nicht an die menschlichen Maßstäbe gebundenen Größenordnungen eingeleitet haben. Diese Entpersönlichung des einzelnen im totalitären Staat, der keinerlei Kritik an den großen Gegebenheiten zuläßt, breitet sich heute in den demokratischen Systemen immer weiter aus: Bürokratie und Technokratie befinden sich in einer nie zuvor gekannten Hochkonjunktur. Und ein Ende ist nicht abzusehen.

Was wir am Beispiel der modernen Großbauten erleben, ist die absolute Vorherrschaft der Technik, die wiederum alle Persönlichkeitswerte des Menschen unterdrückt. Deshalb glaube ich auch nicht, daß die Gefahr eines „neuen Hitler“ irgendwo in der Welt akut besteht. Mir scheint viel eher, daß wir uns bereits auf dem Weg zu einer Diktatur der Technik oder der technologischen Mittel über den Menschen befinden. Darunter verstehe ich nicht nur unsere Abhängigkeit von der modernen Technik. Ich denke vielmehr an Faktoren, die auch zur Zeit der Diktatur Hitlers von entscheidender Bedeutung waren: etwa das Moment der Faszinantion. Gerade dieses Moment spielt heute wieder eine große Rolle, und zwar in Gestalt der suggestiven Wirkung, die von der Technik ausgeht, so daß wir glauben, ohne fortlaufend neue technologische Fortschritte nicht mehr existieren zu können. (ebd.)

Und wiedermal ist „die Welt nicht mehr die gleiche, wie sie vorher war“ – weil sie, wie sie ist, nicht bleiben kann.

Fotohandys, Digitalkameras im Etuiformat – die Zahl der Dokumente wäre heute ungleich höher und würde helfen, das „unbegreifbare“ (argh!) kollektiv zu verarbeiten (Loveparade) oder Lügengespinste auseinanderdröseln. Da ist nicht mehr mit mal eben ein paar Tankstellen abklappern und Überwachungsbänder einsammeln; fast ist es, als würde die mediale Aufrüstung einem Sicherheitsversprechen Folge leisten.

Die Erinnerung wird digitalisiert und im Netz archiviert – Wikipedia, Youtube, Facebook, Twitter, Flickr, Myspace (R.I.P.), Blogs und Websites, CD-ROM-Sammlungen und Festplattenstapel. Was, wenn…?

Heutzutage reicht ein Teppichmesser, um ein Hochhaus abzureißen und das System empfindlich zu lähmen.

Aber auf die kleinen USB-Festplatten passt einiges drauf, vielleicht gut verpacken in einer Metallschachtel (Faraday und Mikrowellen und Satelliten und so) und für gleichmäßige Temperierung sorgen (tief vergraben) – reicht doch, wenn’s für ein paar Jahre hält. Was soll die Nachwelt denken, wenn über unseren Monumenten der Efeu rankt? Man kann nie paranoid genug sein.

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