Kategorie Zur Zeit.

Z U R Z E I T . XX

Zur Zeit

Ich bin vom Thema abgekommen: das Hohelied Salomos, die Lehren Aristoteles‘ und Platons, die Kämpfe Hypatias und Galileos, die Balladen von Shakespeare und Schiller, die Philosophien von Montesquieu, Kant, Descartes, Hegel, Hobbes und Nietzsche, die Gemälde von John William Waterhouse über Carl Friedrich Schinkel bis H.R. Giger und Luis Royo, Nôtre Dame de Paris, die Entdeckungen Voltas, Newtons, Einsteins, Teslas, Plancks, Freuds und Heisenbergs, Orffs Carmina Burana, Bachs musikalisches Opfer, Benoît Mandelbrots Menge – und der neueste Stand der Dinge ist jetzt, das seien alles Ausflüsse animalischer Fortpflanzungstriebe, denn wir seien halt ganz banal Raubtiere und hätten uns auch dementsprechend zu benehmen, mit Zähnen und Klauen unser Überleben zu sichern auf Kosten des der Anderen. Es heißt, die Existenz unserer Kultur sei eine Laune des Universums, die schon bald wieder vorbei sein werde. Gestern noch waren wir die Krone der Schöpfung Gottes, doch Gott ist tot, Nietzsche hat ihn mit seiner eigenen Feder erdolcht, da braucht er weder Thron noch Krone.

Doch keine Bange, bald kommt einer, der holt uns hier raus und macht, daß alles wieder gut wird. Der Eine, der Messias, der Gesandte, der Auserwählte, der Avatar. Durchhalten, Freunde! Und bis dahin: weitermachen wie bisher. Hilft ja alles nix. Wat willste machen, woll.

Nein, das kommt nicht vom vielen Kiffen. Ich war noch ganz klein, da hieß es, es würde irgendwas mit mir nicht stimmen, Lehrer nahmen mich beiseite und gutmeinende Gemeindemitglieder, versuchten, mir klarzumachen, daß ich mir selbst im Wege stünde, daß ich mich abfinden, einordnen, unterordnen müßte, und ich hätte doch Talent und wäre intelligent und aus mir könnte doch so viel werden wenn ich nur mal K–o–m–p–r–o–m–i–ß buchstabieren könnte (weil ich immer mit f-a-u-l angefangen habe)… und ich war noch klein und konnte mich nicht wehren, doch ich empfand es als ungerecht, als unsinnig, irrational, Dummfug! Und egal, was ich machte, ich machte es verkehrt: ich war gut in der Schule, bis in die sechste Klasse Primus in Sachen Sprache, in Mathe zumindest nicht schlecht, naja, keine Sportskanone, aber immerhin zweiter im Dauerlaufturnier, für die Klasse im Hochsprungturnier, für die Schule im Mannschaftsschachturnier am vierten Brett angetreten und durch einen vorzeitigen Sieg den Titel gesichert, Klassenbuchführer, und sie mochten mich nicht, denn ich war ja der Streber, hab nie Geburtstag gefeiert und überhaupt war ich doof (hat zumindest meine Große Liebe® gesagt, nach den Herbstferien in der 2. Klasse, und deswegen schlußgemacht. O Jennifer, eine Frau wie Dich find ich nimmermehr!) Dabei hatte ich noch nichtmal gelernt oder geübt. Und ich schwor mir, es euch allen zu zeigen, liebe Klassenkameraden, liebe Lehrer.

Und ab der siebten Klasse einfach keine Hausaufgaben mehr gemacht.

Sechsen in Klassenarbeiten gesammelt und wie Trophäen nach Hause gebracht, im Unterricht TKKG-Bücher und Carl Sagans „Unser Kosmos“ und Perry Rhodan gelesen statt Binomikus den Großen. Später gab’s dann Politikunterricht, und wie selbstverständlich wurde davon ausgegangen, daß ich doch wissen muß, was sich SPD, FDP, CDU und Grüne auf die Fahnen geschrieben haben, dabei hat mich der ganze Scheiß nie interessiert, denn damals wußte ich ja, daß bald Harmagedon kommen würde.

Nach der Schule, da habe ich dann angefangen, Spiegel zu lesen und Stern und Focus und Bild, habe all den Scheiß nachgeholt. Im Internet rumgewühlt und nachgeprüft, was mir im Geschichtsunterricht als in Stein gemeißelte Fakten verkauft wurde. Hätte ich all das damals schon gewußt! Ich hätte noch viel schlechtere Noten bekommen. Ich hätte mich auf Augenhöhe mit euch unterhalten können, und am Ende eurer Argumente hättet ihr mich dennoch uneinsichtig genannt und nachsitzen lassen, aber jetzt ist es euch auch egal, ob aus mir was wird oder nicht, weil ihr all das Talent und all die Intelligenz nicht mehr nutzbar machen könnt, ihr habt den Rohstoff an den Widerstand gegen euer ungerechtes Denksklavenindoktrinationssystem verloren, und hier stehe ich nun und spreche im Namen derer, die sich genausowenig in eure Schemata und Formulare und Standards hineinzwingen lassen, spreche aus ganzer Seele und mit aller Kraft meines Verstandes und praktiziere, eure eigenen Dogmen und Theoreme gegen euch verwendend, rhethorisches Jiu Jitsu, und am Boden liegend strampelt ihr mit Fäusten und Füßen der eristischen Dialektik und nennt mich einen Größenwahnsinnigen, der nie vermochte, sich unterzuordnen, einzufügen, erwachsen zu werden; fragt, ob ich mich denn für etwas besseres halten würde. Für besser als alle anderen? Nie! Für etwas besseres als „Humankapital“, „menschliche Ressource“, Sklave? Jederzeit.

Und ich geh‘ raus in die Welt und sprech‘ aus, was mir gefällt. Denn ich weiß, ich bin nicht allein, die Myriaden sind bei mir, die, die da jetzt taggen, singen, rappen, schreiben, malen, texten, Filme drehen und häkeln gegen dieses verschissene Unrechtssystem der Vergeudung, der künstlichen Knappheit – nicht, um zu jammern und zu meckern auf hohem Niveau (wie es sich leicht sloterdijken läßt aus dem Elfenbeinturm), sondern um zu zeigen und zu beweisen, daß es auch anders geht, nur anders gehen kann, gegen allen Widerstand, alle Tricks und hinterhältigen Gemeinheiten wie die Agents Provocateurs und Rattenfänger, Bestechungen und Erpressungen. Denn heute stehen mir die Worte und das Wissen zur Verfügung, an denen es mir einst mangelte, sodaß es euch leicht fiel, mich mundtot zu machen, zu beschämen, als trotzigen Sturschädel hinzustellen, der schon noch begreifen würde, daß man gewisse Dinge halt hinnehmen muß, weil sie nunmal so sind. Heute weiß ich, daß andere schon lange vor mir dasselbe viel besser sagten und mit den Instrumentarien eurer institutionalisierten Akademik darlegten. Und wenn sie im Einzelnen irrten, verlacht ihr das Ganze; und wo sie das Ganze euch präsentierten, zerpflücktet ihr Einzelheiten. Aber schon in Ordnung, ich bin derjenige, mit dem etwas nicht stimmt.

Kommt mir nicht mit der Bibel, die batsch ich Euch sowas von um die Ohren, daß euch „Höret!“ und „Sehet“ vergeht, dafür brauche ich nichtmal die Apokryphen. Nichts habt ihr gegen uns in der Hand, nichts als die Schuld, mit der ihr uns versklaven wollt, doch für die ist der Heiland schon auf unsere Rechnung vor fast zweitausend Jahren elendiglich verreckt, damit wir frei seien.

Was wollt ihr also tun? Schickt eure Polizei nebst Räumfahrzeugen, Wasserwerfern, Pfeffergasgranaten, Absperrgittern, Gummiknüppeln und Riot Gear, doch vergesst nicht, daß es keine Polizei ohne Polizisten gibt, und diese Polizisten sind Menschen, und letztlich stehen sie auf unserer Seite eurer Wälle. Schickt also das Militär nebst Panzern, Gewehren, Raketen, Jagdstaffeln, Flugzeugträgern, Drohnen und Atombomben, doch am Ende des Tages werden auch die dazugehörigen Soldaten eure Standarten niederreißen und als Krieger sich uns anschließen, und all eure schicken, teuren Kriegsspielzeuge werden daliegen und vor sich hinrosten und niemand mehr da sein, der sie zu bedienen weiß, um euch zu beschützen. Und ihr steht da, ganz allein, und fragt, wie es sein kann, daß sogar die Richter, Minister, Generäle, sogar die Filialleiter der Banken und Geheimagenten sich von euch abwenden und unsere Reihen schließen. Nun, wie könnte man unser Angebot denn ablehnen? *der-pate-thema-pfeif*

Was ist schiefgegangen? Und ihr schaut nochmal in euer Handbuch „Globale Kontrolle für Einsteiger leichtgemacht“, und da steht, Kapitel 1, „divide et impera“, aber daß jemand aus den Schützengräben aufstehen, quer durch den Kugelhagel des Sperrfeuers gehen und auf der anderen Seite Hände schütteln und Blumen zwischen die Züge und Felder der Läufe stecken könnte, damit habt ihr nicht gerechnet, und davon steht auch nichts im Fortsetzungsband „Globale Kontrolle für Fortgeschrittene“. Ihr verteilt schnell noch ein paar Blechorden an die paar Nasen, die in fehlgeleiteter Treue und falscher Ergebenheit dem Ruf eurer Bestechungsgeschenke folgen, aber die haben dermaßen die Buxen voll, daß damit auch kein Blumentopf (geschweige denn ein Krieg!) mehr zu gewinnen ist.

Und Ihr, Bankangestellte, Filialleiter, Polizisten, Soldaten, Offiziere, Steuerberater, Anwälte, Aristokraten, Männer Gottes, die Ihr tatsächlich auf unbenennbaren Wegen dazu gekommen seid, dies zu lesen und Euch jetzt fragt, wie Ihr denn dazu kämt, aufs Geratewohl dem nächstbesten Lehnsesselrevolutionär Eure Zukunft anzuvertrauen, Eure Existenz, Euren Ruf, Eure Macht, Eure Fuhrparks und Karrieren aufs Spiel zu setzen, laßt Euch sagen:

ich reiß die Klappe doch auch nur so weit auf, weil ich hoffe, daß jemand versucht, mich zu korrumpieren, damit ich das nächstbeste Angebot annehmen und wortreich darlegen kann, daß das ja im Rahmen der gegebenen Umstände vollkommen legitim sei zu straucheln… ha, nein! Ich werde einfach genießen und schweigen. Hat bei den anderen auch geklappt.

t b c . . .

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Z U R Z E I T . XIX

Zur Zeit

Ich sollte anfangen, die schönsten meiner Aphorismen, Alliterationen und Allusionen zu sammeln und noch zu Lebzeiten veröffentlichen. Bekanntgabe auf der Frankfurter Buchmesse, Autogrammstunden, Lesetournee, vielleicht mal im Dritten zu irgendeiner Talkrunde eingeladen werden, mit ‚nem pinken Bowler und ‚ner Sonnenblume dran den Unsinn der GEZ darlegen, nie wieder irgendwo im öffentlich-rechtlichen auftreten dürfen, RTL und die anderen dürfen nicht, weil ich in diesem Absatz mit einem Seitenhieb (wie zufällig und nebenbei und ausversehen in einem Klammernebensatz drüber gestolpert!) die Machenschaften des Bertelsmannkonzerns anschneide – verdammt, ich wollte mich doch anständig benehmen bis Stefan Raab und keine Witzeleien über die Wohlfahrtsindustrie machen! Um einfach mal nachzufragen:

Liebe Küche!

Wir kennen Kantinenessen. Mensaessen. Krankenhausessen. Die Portionen beim Bund ein paar von uns. Dosenravioli. All sowat halt. Dasset hier nicht schmecken kann wie bei Mutti is auch klar. Keiner kann besser kochen als wie Mutti. Aber darum jeht et ja auch gar nicht. Et jeht hier nähmlich darum, dat wir noch kein Vierteljahr hier sind und der Speiseplan schon dat zweite Mal an uns vorbeirotiert. Manchmal sind de Beilagen von de Klößkes bei de Kohlroulladen dabei die davon dafür bei de panierte Schnitzel und als Menü 2 gibbet dann immer wat anderes, aber auch immer dat gleiche, und selbst, wenn man dann mal auf vegetarisch ausweicht, weil’s dieselbe Eiersuppe (aus den zurückgegangenen Frühstückseiern) vor zwei Wochen und den Eintopf seit zwei Jahren gegeben hat, hat man schon rein nach mathematischer Wahrscheinlichkeitsrechnung ab jetzt sämtliche Gerichte und Dessertkombinationen bis spätestens den 21.12.2012 durch.

Dies ist kein Aufruf zur Burger-, Pizza-, Döner- und Lasagne-Revolution.

(Nein, der Interviewer ist rumgegangen und hat alle gefragt, was sie sich wünschen würden, und wenn sie dann mit den Schultern zuckten und freundlich lächelten, schlug er Labskaus vor, und dann haben sie genickt, er hat Labskaus hingeschrieben und fortan regierte die Labskausdiktatur. Denn man kann es ihnen nicht recht machen: beim Würzen etwas sparsamer vorgegangen, weil es davor das Mal hieß, der Koch sei verliebt, schon heißt es, er würde die Suppen nicht abschmecken. Und natürlich kommen diese äußerst delikaten und saftig zarten Geflügelroulladen mit der knusprigen Sahnesoßekruste fix und fertig vom Kühl-LKW, wo denken die hin, wissen die, wieviele LEUTE dafür notwendig wären, wer soll die alle BEZAHLEN?).

Hilft alles nichts. Selber kochen ist angesagt. Alle Mann runter in die Küche, auf die Schälmesser mit Gebrüll! Und laßt den Koch heile, der soll was lernen, wird schon gut werden.

t b c . . .

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Z U R Z E I T . XVIII

Zur Zeit

Manche Dinge sind so schön, daß sie nicht wahr sind.

Frage: zu schön, wahr zu werden…? Oh, weh, was! welch Kummer schlummert in der Brust, die verzagt, sich selbst versagt, mit Blicken klagt: nicht erträgt, daß Kindeslust so rein, hell und klar leis sich labend nährt, doch bald verdörrt, sein Wuchs zerstört von Härte, Unbill, doch Krüppel sei dennoch geliebt bis er stirbt nur weil’s ihn gibt und man weiß ja nie was in ihm sich verbirgt: der Ring, ein Kuss, doch ach, noch mehr Verdruß, es siecht, dahin ist’s, Staub und Vergangenheit, vergessen, ward nie gekannt, eine Ahnung nur, Bildes Blässe geht auf in Feuers Brunst und Tränennässe bis endlich sein Geist auch tot.

An den befehlshabenden Offizier an Bord des im Erdperimeter befindlichen Raumschiffes: Ahoi, liebe Aliens!

Obschon:

Es wird doch manchmal in den Ratgebern empfohlen, Verkaufsgespräche, Streitsituationen u.ä. auf eine andere Kommunikationsebene zu bringen (es gibt da verschiedene Ebenen-Modelle in der Kommunikationstheorie, Vera F. Birkenbihl kann ich für den Einstieg empfehlen (und unbedingt das Vorwort lesen!)); eine der Methoden dazu ist die was-wäre-wenn-Frage: angenommen (so funzt das auch bei Star Trek: angenommen, wir hätten Transporter-, Warp- und Replikatortechnologie), nur mal angenommen, das, was sie da jetzt nicht so toll finden, das wäre nicht so. Es wäre ganz anders. Beschreiben sie mal, wie wäre das dann.

Mit anderen Worten: manchmal ist das Ausschlußverfahren eine tolle Idee: Hm, was habe ich alles noch nicht erlebt? Mal durchgehen: einen Mondspaziergang während der Kirschblüte, mitten in der Sahara von einem Schneesturm überrascht zu werden… dadurch erfährt aber keiner so schnell, was ich alles schon durchmachen durfte und welch tolle Erfahrungen ich machen mußte in meinem Leben. Nichts dramatisches (sonst würde ich darüber vielleicht Bücher schreiben), aber darum geht’s hier auch nicht. Was ich sagen will ist dies.

Formulieren wir positiv: das hätte ich gerne, das mag ich, find‘ ich gut, daß es das gibt, gefällt mir, super Sache, genau mein Ding, hätte schon viel früher mal jemand drauf kommen müssen.

Weil: der Katalogkanon mit all dem, was wir scheiße finden, quillt schon lange über und irgendwie ist über kurz oder lang alles drin ausgeschlossen, daß auch nur den Hauch einer Chance der Existenzwerdung hatte und haben könnte. Da kann entweder etwas mit der Existenz nicht stimmen oder mit den Katalogen.

Liebe Kataloge: wir sind Menschen, wir sind nunmal so, und diese ganzen Verzichtserklärungen haben wir nie unterschrieben. Neugeborenen Geburtsurkunden auf den Arsch zu tätowieren und kaltes Wasser über’n Schädel zu träufeln reicht da nicht. Die Natur hat sich was dabei gedacht, als sie mit Zeugung und Geburt dem Leben einen Anfang und ein Ende gab, und zwar, daß wir angehalten sind, uns weiterzuentwickeln, und nicht, damit wir uns per Gesetz und Dekret Unsterblichkeit verschaffen und die kommenden zig Generationen mit der Verurteilung zum Stillstand tyrannisieren. Und jetzt kommt nicht mit „Ihr wolltet es doch so“, „Ihr seid doch wählen gegangen“ – das erste Mal aus fehlgeleiteter Überzeugung und das letzte Mal, um den Kreuzezähler zu verkaspern und ein bisschen Freu und Chaos in die Welt zu bringen. Ich brauch kein Gesetz, wo drinsteht, daß ich keinen umbringen darf, das weiß ich erstens auch so und zweitens tu ich’s trotzdem, wenn ich muß (und wenn da einer ohne Sünde ist: bewerft ihn mit Steinen)!

Bei „die Würde des Menschen“ läßt sich vortrefflich über den Konjunktiv des Seins hegeln und kalauern, indes, wäre das Sein des Menschen unantastbar…

t b c . . .

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Z U R Z E I T . XVII

Zur Zeit

Und ein Mißverständnis, das mir selbst an meinen eigenen Kontemplationen, stillen Studien, eingehenden Meditationen und heftigen Wortgefechten aufgefallen ist: der Friede ist NICHT, ich wiederhole: Frieden ist nicht!!! war nie, wird nie (gibt es einen Unterschied zwischen „der Friede“ und „dem Frieden“ oder heißt es immer „Frieden“? Weil einen Fried gibt es ja auch, ich will da nichts durcheinanderbringen, nachdem ich mal eine lange Diskussion mit einem Ältesten der Zeugen Jehovas darüber geführt habe, ob der Typ nu „Moses“ oder „Mose“ heißen muß, geheißen hat, heißen würde. Heißen Sie?) noch mal von vorne.

Frieden und Freiheit seien nicht die ultima ratio, prima causa, Objekt klein a, das Maß der Dinge, das Ziel allen Strebens, sondern der Weg, das Medium, das Mittel, das Interface, das Werkzeug, die Motivation, der modus operandi, das Programm, das System, derdiedas Tao! Das ist wichtig.

Stell Dir vor, es ist Frieden und keiner weiß, was er machen soll.

Die Illuminaten, die wissen mehr, die haben ihre Dreiecke, Tetragrammatons, Pentagone und Hexagramme (und welch herben Verlust sie den Divisionen der Nullen, den Zweiecken, Swastikaspiralen und Kreisen zufügten!). Nicht, daß sie irgendeinen blassen Schimmer hätten, was der ganze Scheiß ursprünglich mal zu bedeuten hatte. Alles wird gut!

Ich bin der Meinung, es gibt nicht zuviele Menschen, sondern zu wenig Planeten: Dualitäten haben ausnahmslos doppelte Böden. Das mathematische Konstrukt ist genial, aber verfahren und überladen mit Hilfsvariablen, die sich allesamt rauskürzen lassen – am Besten, wir sehen uns das Ursprungsproblem nochmal an. Ein Quadrat, ein Kreis. Was brauchen wir noch? Eine Null, eine Eins, ist klar. Auf jeden Fall Unendlich, ziemlich sicher noch Pi. Und den ganzen Rest halt (i1,4142135623730950488016887242097, Ihr wißt schon). So lange wir damit beschäftigt sind, können wir keinen Schaden anrichten.

Also nochmal von vorne: Wer würde gern die ganze Welt über höchstens zwei bis drei, fünf Ecken kennen? Wer möchte gern im ganzheitlichen Einklang mit sich selbst und seiner Umwelt und allen Widrigkeiten und Un-Glücken (Krankheiten, Unfälle, Unwetter, Hagel, Eiszapfen, Blitzschläge, Sturmfluten, Kometeneinschläge, geplatzte Präsis) zum Trotz ein durch und durch erfülltes Leben genießen? Wer wäre gern Schüler, um Meister und Lehrer zu werden, wer gerne Kind, um Vater oder Mutter zu werden, wer gerne Nagel, um eines Tages wieder rostig und krumm aus dem Balken gezogen, eingeschmolzen und zu einem riesigen Vorschlaghammer geschmolzen zu werden? Wer will mithilfe von Forschung und Technologie und Fortschritt gern das All erforschen, andere Planeten erkunden, neue Welten besiedeln, eventuell fremde Kulturen antreffen und gedeihliche Symbioseverhältnisse eingehen? Wer ist dafür, daß wir aus dem Internet den Modus unserer globalen Kultur und Kommunikation machen, Universitäten gründen, Wissen und Freude vermitteln und erhalten und auf seinem Marktplatz mit Flugzetteln, grellen Plakaten, Jonglage, Getöse, Ärmelzupfen, Salti, Feuerzauber, kostenlosen Proben und lautem Geschrei unser Produkt anpreisen? Wer hat gar keinen Bock auf den ganzen Scheiß und will einfach nur in Ruhe sein Ding machen können und kann trotzdem super die Beweggründe der anderen nachvollziehen, weil die die seinen auch respektieren und überhaupt alle sich in Respekt und gegenseitiger Achtung machen lassen?

Und Du sagst: „Das ist alles viel zu schön, um wahr zu sein!“ und ich erwidere Dir, hier und heute, vor aller Zeugen Augen, im tiefen Brustton der unverrückbarsten Überzeugung so laut, daß die Götter es hören können, mit einem schmetternden:

Ja.

Stimmt ganz genau!

t b c . . .

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Z U R Z E I T . XVI

Zur Zeit

So führt man ein Verkaufsgespräch mit einem aristokratischen Schloßbesitzer, wenn man ihm eröffnet, daß seine überzähligen Gemächer bald von kiffenden Künstlern und Liebenden bevölkert sein und seine Parkanlagen als Radieschenbeete und Ziegenwiesen genutzt werden: Mylord, Sie müssen doch zugeben, daß Sie im Andenken an die edlen Prinzipien und Maximen Eurer Vorfahren, gewiss in ihrem Sinne für den Frieden und die Ordnung in der Welt handeln würden, könnten Sie sich dazu entschließen, die Tore Ihres Anwesens für die Freuvolution zu öffnen als Zeichen Ihres Vertrauens und Ihres Glaubens, daß Ihre Nachfahren besseres verdient haben, als wie neureiche, unliebbare Prolls durch die Straßen zu stolzieren und dabei ihre Privilegien wie einen Mikroterrier an einem silbernen Kettchen spazierenzuführen. Wirken Sie, Mylord, jetzt gegen die genetische und spirituelle Degeneration Ihres Standes an, setzen Sie ein Zeichen für den Adel der Aristokratie, seien Sie der erste, der sich ohne Furcht vor Ehrverlust dem Ausweg aus dem globalen Dilemma öffnet, trauern Sie nicht um den Verlust von Höflingen und Ergebenen, erfreuen Sie sich am Gewinn des ältesten Krieges der Menschheit!

Das Geld besitzt seine Macht ja nicht per se, sondern erhält sie durch die Visualisierung und die Anbetung durch seine Gläubigen. Insofern könnte man von einer Weltreligion sprechen, mit einem kleinen Schrein in fast jedem Dorf und riesigen Tempeln in den großen Städten und hochaufragenden Kathedralen in den Erzbistümern, alle tragen ihre auf kleine Papierzettelchen gedruckten Talismane in eigens dafür gefertigten Täschchen und edlen Lederheftchen mit sich herum, und jeder, der da seine Stimme anhebt und spricht, um zu sagen, dies sei finsterster Aberglaube, Götzendienerei, falsche Anbetung, Mammonkult, gilt als Verrückter, Besessener, Ketzer, Häretiker, falscher Prophet, Gefahr für den Glauben und Terrorist. Schafft Feuer herbei und ein Brandeisen, bereitet die Streckbank vor!

Selbst der Versuch, die ganze Logik dahinter als eine Art Punktesystem zur Belohnung erwünschten Verhaltens (Produktivität) oder Bestrafung unerwünschten Verhaltens (Strafen, Steuern) zu begreifen, scheitert grandios, da die „Punkte“ andauernd gegeneinander verrechnet werden und keine wirkliche Maßgabe existiert als der Selbstzweck des unbegrenzten Wachstums, was immer dann besonders schlau ist, wenn einer sich soviele Bonuspunkte von der Rolle abreißen kann, wie er gerade braucht. Wir kommen hier nochnichteinmal mit dem behaviorischen Ansatz weiter. Und wenn dann Schüsse und Bomben fallen, weil die Priesterklasse es für richtig befunden und ihre Amtsanwärter in den sekulären Positionen entsprechend gebrieft hat, wenn hier Lebensmittel vernichtet werden, damit sie nicht zu billig werden, während dort eine Mutter ihre Kinder nicht zu ernähren weiß… in der Phantasie Lafargues begeht der Gott dieses Systems übersättigt und krank vom Schlingen Selbstmord – und hier an dieser Stelle oute ich mich sogar gerne als Proponent der aktiven Sterbehilfe.

Heee, vorsicht. Er wird keinen Selbstmord begehen, er wird nur das Zeitliche segnen wie alles, das einen Anfang hat.

„Nun“, dröhnt es da hallend aus der Gruft, „was hindert Dich, Kleidung, die zwar zerschlissen ist, aber ihre Funktion noch zu erfüllen vermag, zu tragen, Second-Hand-Ware und Ausschuß, die Bückware mit dem halben Preis und vorbeinem MHD zu konsumieren? Das Elend des Menschseins steckt viel tiefer, die Macht dessen, was Du ‚böse‘ nennst, ist viel größer, als Du wähnst. Mit kleinen Schritten beginnt es, wenn Du siehst, wie alles um Dich herum sich aller Moral zum Trotz und dennoch ungetrübten Gewissens bereichert, Dich töricht schilt und gar bedrängt, wenn Du es ihm nicht gleich tust, Du schließlich Dir sagst, so schlimm sei es doch nicht, einen Kugelschreiber aus dem Büro auszuleihen – mal eben für privat was auszudrucken auf dem Firmendrucker – sein Auto auf Firmenflottentankkredit mit der SuperWachsWäsche volltanken  – ein paar Verluste auf dem 88888-Konto zu buchen („High Speed Money“)  – die Supermarktkassiererin nicht auf das viel zu viele Wechselgeld anzusprechen – “ … es geht so langsam, schleichend erst, das Gewissen schlägt Purzelbäume, doch es könnte auch mit dem Arsch Fliegen fangen und dabei „Im Frühtau zu Berge“ auf Suaheli rückwärts trällern: nicht beachten…

Gelegenheit macht Diebe? Hm, was machen wir mit den Dieben? Einsperren! Und die Gelegenheiten? Die ergreifen wir. Anstatt gar nicht erst die Voraussetzungen zu schaffen, füllen wir das Universum mit Verlockungen und Versuchungen, preisen den „geraden Weg“ und bagatellisieren systematische Sabotage („bedauerliche Einzelfälle“), und entdecken doch einige Wenige Abkürzungen durch das Dickicht, so müssen alle anderen um so längere Wege gehen – und wer schonmal in einem Betrieb einem Schlüssel von Pontius Pilatus zu den Pharisäern und zurück hinterhergelaufen ist, weil dessen Inhaber auf Weisung irgendeines Vorgesetzten oder aufgrund persönlichen Dafürhaltens das Arbeitsmaterial für die gesamte Abteilung hinter dem dazugehörigen Schloß verriegelt hat, damit damit kein Schindluder getrieben werden kann, besagter Schlüsselträger aber aus irgendeinem ursächlich unverwandten Grunde sich am anderen Ende des bekannten Universums verlustiert, der weiß, was ich meinen könnte, wenn ich sage, daß die Sippenhaft noch lange nicht abgeschafft wurde. Was liegt da näher, da man ohnehin unter Generalvorverdacht steht, einfach den Erwartungen Genüge zu tun. Das StGB ist eine wunderbare Einsteigerlektüre und Tor zum unendlichen Quell weiterer Inspirationen, für was man auf dieser Welt alles bestraft werden kann. Und wenn man artig war? Kommt der Weihnachtshase. Hohoho!

Unser Wirtschaftssystem ist nicht ökonomisch, meine Damen und Herren, das zu erkennen braucht man kein WiWi-Studium abgebrochen zu haben. Das ist Anerziehung von Lethargie und Apathie durch Frustration, das ist Selbstzerfleischung, das ist wie in dem Ossi-Witz, wo zwei Typen im Park malochen: der eine gräbt ein Loch, der andere schaufelt es wieder zu, der erste gräbt das nächste Loch, das dann vom zweiten wieder zugeschaufelt wird undsoweiter, quer durch den Park – der erste macht ein Loch, damit es vom zweiten sofort wieder zugeschaufelt wird…

Wißt Ihr, warum?

…der dritte, der normalerweise die Bäume pflanzen sollte, ist heute krank.

Gelacht? Siehste. Irgendwie… nicht lustig.

t b c . . .

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Z U R Z E I T . XV

Zur Zeit

Neee, auch nicht Manifest, so meine ich das gar nicht. Nur, daß mal wieder neu verortet wird: wir sind kein Stück weiter gekommen, die Karre steckt fest. Na gut, sie hat jetzt Alufelgen und HUD-Display im Cockpit, aber sie steckt immer noch fest. Das meinten wir nicht mit Utopia.

Obwohl, eigentlich meinte der Autor (Thomas Morus, wenn ich mich recht entsinne) genau das: in seiner fiktiven Welt gab es natürlich weiterhin Sklaven. Sie lagen in Ketten aus Gold. Und wenn die Utopier Krieg führen wollten, weil sie ratschlossen, ein Nachbar nutze die Ressourcen seines Landes und Bodens nicht seinem Potential entsprechend, schickten sie ein anderes, ihnen höriges Volk zum Kriegführen dahin und bezahlten es mit dem Gold ihrer Raubzüge und ihres unübertrefflichen Geschäftssinnes, und ihre Kinder spielten mit Juwelen und machten das erste Mal alleine Pipi in einen Nachttopf aus purem Gold… der Kontext entschuldigt einiges, zur Zeit der Schriftlegung war es offensichtlich üblich, den gemeinen Dieb am Galgen aufzuhängen, weshalb der gemeine Dieb lieber meuchlings mordete statt nur zu stehlen, da sein Opfer ihn sonst an den Galgen bringen könnte…

Das meine ich natürlich nicht. Der Begriff „Utopia“ hat sich gewandelt. Ich sage ja auch manchmal „Die Illuminaten“ und meine eine fiktive Gruppe von omnipotenten Weltenlenkern und nicht irgendeine im 18. Jahrhundert durch Adam Weishaupt gegründete Geheimloge. Nein, nennen wir Utopia lieber Coquagne, oder Schlaraffia, oder Raumschiff Enterprise. Was haben diese Welten gemein?

UNBEGRENZTE ENERGIE! Überfluß! Reichtum! Genug für alle und noch ein paar mehr! Blödsinn? Wenn schon! Träum mal: Kinder, die abends satt und von Abenteuern müde und zufrieden ins Bett kippen. Ärzte, die ihre Kranken heilen, indem sie zuhören. Männer und Frauen, die ohne Dünkel frei wie wilde Tiere und doch innig wie Eins und Null aufrichtigen, labenden und erquickenden Sex zelebrieren können. Betriebssysteme, die sich wenigstens entschuldigen, wenn sie mal wieder abstürzen. Tiere, die ihr Einverständnis geben, erjagt und erlegt zu werden, indem sie dem Jäger vors Projektil laufen. Mystiker, denen man erst Gehör und Glauben schenkt, wenn sie richtig wirres Zeug faseln. Ingenieure, deren Erfindungen auf den Markt gebracht werden, weil sie besser und sparsamer und robuster und effizienter sind.

Warum? Weil der künstliche Mangel nicht mehr verwaltet werden müßte. Nicht irgendetwas zurückgehalten würde, „weil dazu das Geld fehlt“, sprich, weil es Gewinneinbußen mit sich brächte oder verboten ist: eine Studie, ein Projekt, ein Versuch, was zu verändern und besser zu machen, eine Idee, ein Schuß in den Ofen vielleicht sogar.

t b c . . .

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Z U R Z E I T . XIV

Zur Zeit

Ich komme mir zwar vor wie ein schlechter Fernsehpriester auf seinem Podest, wild gestikulierend, vor Aufregung Speichel auf das Objektiv sprühend, doch aus voller Überzeugung: versucht, zu glauben, glaubt daran!

Egal, an was. An das fliegende Spaghettimonster von mir aus. An irgendwas. Daß Simon aus „Knight and Day“ seine C4-Batterie im AA-Format hinbekommt, die niemals alle geht und eine ganze Kleinstadt mit Energie versorgen könnte. Daß mal Städte autark im Meer schwimmen werden und zwischen ihnen Barken, Schaluppen, Katamarane, Proas und Trimarane auf Törn gehen. Daß sich der gesamte Delta-Quadrant geschlossen unter die Obhut der Sternenföderation begibt. Daß die Tauben von Köln eines schönen Tages ein dickes „Haha!“ auf den Domvorplatz scheißen. Daß der Produzent seine Konsumenten kennt und deswegen mit Freude produziert, für das Lob und die Ehre und den Ruhm; damit er auch mal Feedback annehmen kann.

Hier, er hier: kommt ein Praktikant zur Arbeit. Noch ganz frisch, gebügelt, rasiert, erster Tag, kurze Einweisung, aha, soso. Es gibt die und die Abteilungen, damit haste zu tun, und noch viel mehr, hat dich erstma nicht zu interessieren. Dein Job in dieser Abteilung ist das und dies hier. Schön und gut. Eeer macht auch ordentlich seinen Job, immer nett und freundlich zu Kollegen, Kunden und Vorgesetzten, und die auch erstmal alle hellauf begeistert. Auch, wenn er sich alles selbst beibringen muß, weil keiner Zeit hat, ihm zu erklären, wie’s richtig gemacht wird, aber ist ein cleveres Kerlchen und macht das schon. Ist noch jung, ‚n büschn naiv, glaubt, die Welt zu verändern, guckt sich den Laden an und denkt sich: also… irgendwas stimmt hier nicht. Ich mach hier ‚nen Job, da hätten noch zwei andere gut mit zu tun, weil, nichts gegen das Pensum, aber ich krieg das auf keinen Fall auch noch ordentlich hin dann. Wie ist das erst, wenn ich hier richtig in Lohn und Brot stehe? Mach ich meinen eigenen Job dann auch noch mit?

What the… könnt alles viel entspannter ablaufen, wenn hier noch ein paar Leutchens mehr wären – und gibt ja wohl auch genug, die Bock auf Arbeit hätten, von wegen „Arbeitslosigkeit“ und so. Ja, nee, mehr gibt’s nicht. Aus Mangel an Qualifikation und an monetären Mitteln. Ah, also nicht „Arbeitslosigkeit“, sondern „Geldlosigkeit“, „Stellenlosigkeit“, Arbeit wäre offensichtlich genug da. Hm, tja.

Muß man sich halt mit abfinden, man versteht ja den Chef, die Zeiten sind hart, da kann man sich den Luxus von in der Kaffeeküche rumblödelnden Arbeitern nicht leisten. Soll keiner auf die Idee kommen, hier auf gestresst zu machen. Betriebsklima, weißte. Aber okay. Und er macht was, ein bisschen desillusioniert, aber noch immer recht guter Dinge, eine wahre Frohnatur, unser Praktikant, und läuft wieder vor irgendeine Pumpe. Kriegt mit, daß eben, weil’s so viel ist, die richtigen Mitarbeiter das nicht immer so richtig machen wie sich das gehört und daß er mit seinem eigenverantwortlichen Handeln schlafende Hunde weckt und sich zum Kollegenschwein macht. Dabei hat er’s nur gut gemeint, aber wenigstens hat einer was gesagt und jetzt macht er solche Sachen nur Larifari, wie sich das gehört. Super, mehr Zeit für das, was andere für wichtiger halten. Man ahnt es schon, seine Motivation ist nach wie vor ungebrochen! Und ein paar Tage später hat er dann ‚nen Job bekommen, den er nicht oder zumindest in der Form noch nicht kannte, nach besten Wissen und Gewissen gehandelt, vielleicht sogar nochmal nachgefragt bei jemandem, der da schon länger arbeitet und weiß, wie der Hase Haken schlägt. Er macht den Job, gerade eben unterwegs – doch da! Plötzlich! Der Abteilungsleiter von nebenan legt Abfangkurs an, grüßt höflich und fragt, was man denn da in den Händen halte und läßt sich das auch alles in epischer Breite erzählen.

Ja, nee, aaaaber, so geht das hier nicht! Und zwar hat das Sekretariat verfügen lassen, daß wegen der Maßnahmen in der Unterabteilung sechs und im Zuge der seit zwei Jahren zu erfüllenden Gesetzesvorgaben ab sofort alle Vorgänge erst mit der Finanzbuchhaltung abgesprochen werden müßten, nachdem die Kantine das abgesegnet hat und überhaupt – mach einfach so, und gut ist, sonst kriegen wir wieder einen blauen Brief von der Konzernleitung. Ja, aber, versucht da, einen Informationsvorsprung wähnend, der verdatterte Praktikant die nicht unpikante Situation mit Logik und Ratio zu retten und stichpunktartig die Genese eines langen, verzwickten und vertrackten Krimis wiederzugeben, im Verlaufe dessen kürzlich beim Draußenrauchen Titanenschlachten um die Frage des trotz verhängter Urlaubssperre genehmigten Sonderurlaubs für die Stiefpatencousine von der Frau vom Chef geschlagen wurden und nebenbei erwähnt wurde, daß selbige – und darum geht es eigentlich gerade – in ihrer Funktion als Abteilungsleiterin der B-Teams den zur Debatte stehenden Vorgang möglichst zeitnah, mit vmax, pronto, vorvorgestern, high priority, Erste Direktive, sozusagen im Eilschritt auf eben diesem Wege erledigt haben möchte (schließlich will er nicht wie’n naiver Praktikant dastehen). Er (der Abteilungsleiter von nebenan) war er bei besagter Draußenrauchpause dabei und weiß das ja auch alles selber. Die Kollegin hat wohl das Memo nicht bekommen.

Und der Prakikant ahnt die Sorgen und Nöte, all die anderen in der Situation und Position des armen, armen, armen Abteilungsleiters von nebenan durchstehen müssen. Fernab jeglicher produktiven Arbeit, die sie gerne tun würden, wie Rhabarber pflanzen, Gänse hüten, Stall ausmisten, ein Auto zusammenschrauben, einen Computer wieder in Gang setzen, ein Perpetuum Mobile erfinden, ein Buch über die fundamentalen Gegensätze und Gemeinsamkeiten von Star Trek und Star Wars schreiben (erstes Kapitel, erste Hypothese: beide fangen mit Star an. Beide hören ganz anders auf), Orchideen züchten, Pudeljäckchen häkeln, Krankenhauspatienten ein Glas Wasser reichen, ein Paket von Hamburg nach Shanghai tragen, Unterwäsche aufhängen, ein Kind zeugen, weil’s alle Hände voll zu tun gibt und nicht bloß das Deligieren von Verantwortlichkeiten, das Erklären und das Sichern der Einhaltung von Bestimmungen und Ver-Ordnungen, Listen, Akten, Tabellen, Bilanzen und Protokollen, nicht bloß die Furcht um Position und Karriere und Kündigung des Eigenheimbausparvertrags.

Sicher, das mag alles furchtbar wichtig sein. Für diejenigen, deren Job das ist, deren Existenz dran hängt, sicherlich. Brüder, denkt auch an die Edelsklaven, die, die sich allmorgendlich als Zeichen ihrer Unterwürfigkeit und Ergebenheit einen Strick um den Hals legen! Auch ihre Herzen wollen wir gewinnen, denn sie hängen an ihrem Stand, und spätestens, wenn Ihr mal eine von diesen psychedelischen Büroaufmunterungswitzpowerpointpräsentationen im Anhang einer E-Mail mit dem Betreff „FW: Fw: RE: Voll schön“ gesehen habt, wißt Ihr, wie dringend bitter nötig sie ein bisschen Aufmunterung brauchen. Leute, das hier ist auch Eure Revolution, die Kavallerie braucht Bürohengste im Krieg gegen den ganzen Bockmist, den die da oben und aus den anderen Abteilungen ständig verzapfen!

Die ein, zwei Wochen Urlaub im Jahr: das ist das wahre Leben. Der Dank für durchgearbeitete Wochenenden, kaum Fehlzeiten und nur ganz selten ein bisschen zu spät gekommen. Feierabend, ist das nichts? Oh shit, aber wofür, wofür das alles? Für die Frau, für das Kind, das Haus, den Hund oder für die Katz?

Und die sensiblen unter uns spüren einen Schrei in sich aufsteigen, tief aus der Lunge steigt er die Luftröhre empor, erklimmt die Kehle, still noch, die Lippen zittern, die Zunge formt ein lautloses:

!!!

SO schwer kann’s doch wirklich nicht sein. Und nein, dies ist nicht das erste Kapitel eines dreibändigen „Der einzig wahre und ewig unvergängliche Weg zu unendlichem Glück und fortwährendem Erfolg im Leben, im Job, in der Liebe, und beim Dabo“-Ratgebers. „Immer, wenn es Scheiße regnet, geh ein bisschen spazieren und zähl die Scheiße“ oder so.

t b c . . .

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Z U R Z E I T . XIII

Zur Zeit

Aber nein, die Arbeit hat eine unter Zwang aufgebürdete Last zu sein, eine unter Druck und ständiger Sorgfaltskontrolle auszuführende Verrichtung, vorangetrieben durch wohldosierte Formen des Stresses, der Irritation und Kommunikationsdeprivation, organisiert von einer derartig komplexen und in immer schwindelerregendere Höhen des klausulierten Elitarismus aufstrebenden Autoritätshierarchie nebst zu industriellen Dimensionen aufgeblasener Überwachungs- und (Be)Steuerungsbürokratie, daß man gar nicht zu hoffen wagt, eines Tages mal mit dem Chef aller Chefs zu sprechen, der angeblich letzten Endes für all die widersinnigen Weisungen und dadurch resultierenden übelriechenden Milieus des Systems verantwortlich zeichnen soll. Aber ich fürchte, es könnte dies geschehen:

man bekommt von ihm erklärt, daß er manches auch gerne anders hätte, aber die Leute seien nunmal so. Er wird ein paar Beispiele nennen, Du ihm zwanglos zustimmen, daß ein zu großer Teil von ihnen Schandflecken in der Linie Adams und Evas gleicht, weiter wird er darlegen, es sei schon immer so gewesen und würde seitdem nur noch schlimmer, und er könne sie ja nicht zwingen. Und sie wissen alle gar nicht, was sie für ein Riesenglück hatten bisher. Normalerweise hätten die sich doch schon längst allesamt gegenseitig zerfleischt, wenn man sie nicht in verschiedene Gehege gesperrt hätte. Die einen im WoW-Zwinger, die anderen im RTL-II-Terrarium, und der Rest auch schön verteilt in irgendwelche Gedanken- und Weltanschauungskäfige. Die wollen es doch nicht anders, genau so haben sie es bestellt und sie bekommen es geliefert. Angebot und Nachfrage schreiben das Gesetz des Marktes.

Schau Dich an, Menschenkind! Hexer, Gotteslästerer, Kinderschänder, Terrorist, blutrünstige Bestie, die Du auf allen Vieren aus dem Meere durch den Schlamm gekrochen kamst, um mit Atompilzen Bioluminiszenz vorzutäuschen! Allein Deine Gegenwart ist schädlich für Deine Umwelt. Du verletzt das Gefüge. Du verursachst durch Deine bloße Existenz Schaden und Schmerz und hast den Deinigen zu ertragen. Dabei bedarf es der Führung. Wir wären alle viel lieber der ärmste Bettler des Landes unter einem gerechten, weisen und benevolenten Despoten als der Thronfürst einer von Korruption, Selbstbereicherung und Existenzängsten geplagten Demokratie. Die Welt ist im Wandel, Begriffe werden neu besetzt, Euphemismen zu Beschimpfungen, Verben verlieren ihre Bedeutungen, Adjektive verändern ihre Qualität. Frieden? Sei froh, daß noch keines der Weltuntergangsszenarien seit den Eschatologien der Altvorderen sich bewahrheitete. Freiheit? Wie könnte ein Vergleich zwischen den Leibeigenschaften unserer finstersten Mittelalter, Antiken und Neuzeiten mit den Arbeitsbedingungen des 21. Jahrhunderts gerecht sein? Immer noch nicht zufrieden, immer noch jammern und rummeckern, trotz Toaster, TV, Stahlgürtelreifen, iPhone und Lastminuteflügen von Düsseldorf nach Las Palmas? Immer noch undankbar. Was wollt ihr eigentlich?

Und man versucht, ihm darzulegen, was man möchte, doch er versteht nicht, denn er spricht eine andere Sprache, Frustration hält Einzug.

Doch der Chef der Chefs ist gnädig und eingedenk dessen, daß wir Staub sind. Es obliegt seinen väterlichen Fürsorgepflichten, notfalls unangenehme Maßnahmen zur Verhaltenskorrektur seiner fast 7 Milliarden Schützlinge zu ergreifen. Und die Diskussion mit dem Chef der Chefs wird sich im Kreis drehen, sich an Detailfragen und was-wäre-wenns aufhängen und sich schließlich zu selbstreferentiellen Disputen um Zementfundamente und unverrückbar schwere Gedankengemäuer entwickeln anstatt um ein paar wirklich wichtige Fragen.

Das Geheimnis interessiert mich gar nicht, macht doch alle, was Ihr wollt. Daß es nunmal trotzdem alle Welt kennt, ist also nur insofern wichtig, als daß man daraus folgern könnte, daß alle anderen Geheimnisse auch nicht auf ewig so furchtbar geheim sein werden. Tabula rasa, sag‘ ich.

Denn es ist das eine, sich abwechselnd mit breiten Grinsen und fleischgewordener Betroffenheit vor die Linse zu stellen und irgendeine Larifarierklärung mit wohlpointierten Anspielungen auf äußere Sachzwänge und innere Rahmenbedingungen abzugeben, bei Befragung äußerst wichtige Erfahrungen der Vergangenheit, Statistiken, Prognosen und Forschungsergebnisse zu zitieren wie einst die Hellenen ihre Orakel, und etwas gänzlich anderes, vor sich selbst zugeben zu müssen, daß der Laden niemals unter Kontrolle zu bringen sein wird, allen Überwachungsgadgets und auf Need-To-Know-Basis gebrieften Apparatschiks zum Trotze.

t b c . . .

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Z U R Z E I T . XII

Zur Zeit

Folgt daher nicht dem Imperativ „Fuck the System“. Ganz ohne System wird’s nicht gehen, es sei denn, unter Anarchie sei zügellose Gewalttat zu verstehen anstatt das Nichtvorhandensein einer herrschenden Klasse. Ein anarchisches System, liebe Freunde, möchte den ganzen Tag voll aufrichtiger Zuneigung beschmust und geknuddelt werden. Hug the System, I say.

Und komm mir nicht wieder mit dem andauernden Ge“geht nicht“e; es gibt dafür zuviele Enklaven der Liebe in nächster Nachbarschaft, zuviele sind’s angegangen und sind in diesem Augenblick dabei. Feiere ihr Scheitern nicht als Triumph Deiner überlegenen Vernunft, sondern betrauere den Verlust Deines Kampfes gegen Dich selbst.

Eugenik ist halt auch nicht mehr das, was sie mal war. In den 20ern noch groß propagiert im Bible Belt, plötzlich Schreckensszenario. Wie mit dem Klonen später. Wenn die Nationalsozialisten nur nicht ein paar gute Ideen für immer verbrannt hätten. Dann könnte man jetzt ganz offen davon sprechen, daß es viel zu viel menschliche Biomasse gibt, eine Fettabsaugung nötig ist und einfach mal sagen wir zwei bis vier Milliarden dran glauben müssen. Ist also nicht so schlimm, wenn hier und dort ein paar sterilisiert und kastriert werden oder sich ihr Ableben beschleunigt, das ist so geplant, leider nicht anders zu machen aber letzten Endes besser für die und für uns, als sie mitdurchzufüttern, aus denen wird eh nichts mehr und wo die herkommen, gibt’s notfalls noch viel mehr. Nein, wir sprechen nicht offen darüber, wir gründen die WHO, WWF und stellen ein kleines Stonehenge in Georgias Botanik und treiben alle Jahre wieder die Bevölkerungsexplosion durch den Zeitungswald. Und über ein Virus wollen wir gar nicht erst laut nachdenken, es reicht allemal, wenn das der britische Königinnengatte macht und Verschwörungstheoretiker Geschichten erfinden, in denen AIDS eine große Rolle spielt und das mit der Pest auch schonmal funktioniert hat und Präservative als Bollwerke gegen die Lust erfunden wurden.

Dann tippt mir einer auf die Schulter und erklärt lang und breit, in Höhe und Tiefe die einzig wahre Geschichte davon, wie wir mindestens sechs Planeten unserer Kapazität bräuchten, um jedem Erdbewohner den Lebensstandard eines durchschnittlichen Westlers zur Verfügung zu stellen.

Gerade diese plakativen Aufmacher wecken in mir immenses Interesse, klingen meinen Ohren ganz und gar glaubwürdig, fordern meine ganze Aufmerksamkeit und beschäftigen mich solange, bis ich daran glaube, daß es besser ist, schön die Schnauze zu halten und meine warme Wohnung zu genießen. Verheize ich gerade den Gegenwert einer Jahresration Reis von irgendeinem Kind in Äquatornähe? Verdusche ich die Wochenration Wasser eines Dorfes in Bangladesh? Auweia, da muß man doch was machen können. Ich lauf schnell zum Bahnhof, da hängt sicherlich eins von diesen Misereor-Plakaten rum, Stift und Zettel nicht vergessen, Kontonummer aufschreiben. Tja, liebes Afrika, so schlecht ist’s um dich bestellt, sie kommen rüber, fotografieren eines deiner am traurigsten dreinguckenden Kinder und kleben es überlebensgroß an unsere Häuserwände, damit wir immer daran erinnert werden, daß es uns genauso scheiße gehen kann wie Dir, wenn wir nicht spuren.

Und irgendwie habe ich das Gefühl, ich hätte das so oder so ähnlich schon gesagt. Verdammt, ich dreh mich im Kreis. Egal. Ceterum censeo carthaginem esse delendam!

Wenn jemand etwas wiederholt, nachdrücklich, mit gebotener Betonung und gehobenem Volumen, wird das von ihm Gesagte den Anwesenden allmählich Wahrheit. Irgendwann denken sie: „Stimmt.“ Ohne Argumente. Ohne Beweise. Die Welt ist schön. Ich liebe dich. Alles wird gut. Enjoy Coca Cola, nichts ist unmöglich – toi, toi, toi.

Erwähnte ich bereits, daß es zuviele Menschen gibt, und immer mehr geben wird, und daß das beste, was uns passieren kann, ist, daß ein paar von denen – natürlich nur die, die keiner vermissen wird – über die Klinge springen?

Achso, übrigens: es wird immer enger auf dem Planeten. Die Bevölkerungszahl explodiert förmlich. Das kann gar nicht gut gehen. Stell Dir mal vor, die ganzen Chinesen, Inder und Afrikaner… wie willste die alle ernähren? Geht gar nicht. Nachher kommen die noch auf die Idee, nebenan einzuziehen.

Und, was ich unbedingt noch sagen wollte: eine halbe Milliarde Menschen würde auch vollkommen ausreichen. Weil, so viele braucht man nicht. Und die Deutschen sterben sowieso aus, die Blondinen ja auch.

Alarm! Erde läuft über!

Krise! Sind schon welche über die Reling gefallen, so viele sind’s jetzt!

Und da rücken immer noch welche nach.

Oh gottogottogott. Wohin nur mit den vielen Menschen?

Da muß man doch was machen können. Oh, eine Seuche. Boh, Krass, die sterben ja wie die Fliegen. Das ist natürlich jammerschade. Aber paßt uns verdammt gut ins Konzept. Selbst schuld. Wenn sie mal arbeiten würden, müßten sie nicht den ganzen Tag Kinder zeugen und hätten genügend sauberes Wasser und dann würde sowas nicht passieren. Tja, wat willste machen, woll… ach, eh egal, die waren eh über. Schnell noch ‚n Foto machen, da ist grad ein Blag am Verrecken dran, mal gucken, ja, sieht jut aus, schön mit Panik inne Augen, mal an die Bild schicken oder so, dann hamse wat für ihren Spendenaufruf, die Wohlfahrt fährt da wohl drauf ab.

t b c . . .

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Z U R Z E I T . XI

Zur Zeit

An Stelle der kapitalistischen Planwirtschaft und der Produktion von Bedürfnissen tritt die ganzheitliche Produktion nach Bedürfnissen. Stämme, Kommunen und Siedlungen ersetzen die Vororte. Nomaden ziehen ohne Pferchen zu begegnen, Seßhafte bauen, ohne Verwüstung zu befürchten. Wissenschaft und Forschung nehmen hohen Rang ein, Philosophen und Philologen, Physiker, Chemiker und Biologen, Architekten, Künstler, Ingenieure und sogar die Theologen aus Volk und Adel legen das Fundament der Ratio für die aufstrebende Architektur und das weit ausladende Gemäuer der Wissensräume. Disputieren, klären und verhandeln in offenen Worten mit Interessierten und Laien. „Staat“ bedeutet wieder das Volk, seine Verfassung und sein Land, nicht irgendwelche Politiker, „Boden“ ist der fruchtbare Scholle, Schoß von Mutter Erde, und das InterThing sitzt zu Gericht unter der Weltenesche. Dank Produktionsökonomisierung verrichten Roboter und computergestützte Maschinen stupide und repetitive Arbeiten, den Rest erledigt jeder, der mag, nach Wissen und Gewissen, kann sich des Lohns seiner Brüder und Schwestern gewiss sein, die gewonnene Freizeit dient der Kontemplation, Meditation, Forschung, dem Studium und Arterhalt. I’m seriously talking Schlaraffia here!

Denn an keiner Stelle war die Rede davon, daß es laufen müsse, wie ich es will, oder gar nicht. Im Prinzip will ich mit der Organisation und Umsetzung nichtmal was zu tun haben, will kein Mitspracherecht über das aller anderen hinaus, ich will nicht, daß meine bestgemeinten, doch noch vom Leben in diesem System und den Paradigmen des Dagegen befeuerten, Ideen und Vorschläge alles null und nichtig machen. Es reicht mir vollkommen, anständig regiert zu werden (bzw. anständig nichtregiert zu werden für den Fall, daß sich die Anarchie als die Gesellschaftsform erweist, in der wir die Lebewesen sein können, die dieses Universum gerade am dringendsten benötigt).

Ich achte ja schon ein bisschen auf meine Wortwahl, ab und zu. Ich habe geschrieben: „Mit Dir ficken“ und nicht „Dich ficken“, weil ich glaube, daß es da einen qualitativen Unterschied gibt zwischen, ob wir gemeinsam, miteinander in Liebe, Vertrauen, Achtung, Zuneigung und zuweilen animalischer Wollust den heiligen Akt des Fickens begehen oder Du Dich von mir ficken läßt.

Ficken ist nämlich eine schöne Sache und sollte meines Erachtens nicht herhalten müssen für Worte mit negativer Konnotation, so wie in „Kinderficken“ (Was ich damit sagen will, ist: keine schönen Symbole für häßliche Sachen. Ich bin zum Beispiel auch dafür, Hitler und seinen Schergen das Hakenkreuz wieder wegzunehmen, der hat damit nur Unfug angestellt. Für’n Anfang erstmal nur linksherum und nicht um 45° geneigt, und vielleicht pink auf gelbem Grund oder jeder wie er mag und kunterbunt und so, daß das Pixel in der Mitte ‚ne dritte Farbe hat, oder mit fünf oder sechs Armen (irgendwas in der Art halt  – schwarz auf weißen Kreis und rotem Grund wär aber schon ‚n büschn fies, also macht das vorerst bitte nicht! Das sähe nämlich so aus:

Entrüsten oder Abrüsten?!?

Entrüsten oder Abrüsten?!?

)).

Aber dazu später mehr.

*buzz* Und macht endlich *buzz* den Schlagwortomaten aus, ich füttere *buzzbuzz* die Google-Entchen!

t b c . . .

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