Der politische Mensch

Dugarun, Gastbeiträge


Es gibt Menschen die sind politisch engagiert, interessiert und organisiert. Die politische Meinungsbildung wird heutzutage in vielen Ländern in einem Parteien System organisiert. Die Parteien erarbeiten ein Konzept zur Staatsführung, oft auf der Basis von theoretischen ideologischen Systemen. Seltsamerweise ist zu beobachten, dass Parteien die einer bestimmten politischen Ideologie folgen, bei ihren Anhängern bestimmte Gemeinsamkeiten in Charakter und Umgang mit politisch Andersdenkenden auftreten.

Ich möchte hier einige meiner Beobachtungen beschreiben:

Der Nationalsozialist:

Der Nationalsozialist, allgemein als Nazi bezeichnet, verhält sich, getreu seiner Ideologie, vollständig untergeordnet, es zählt nur die Sache. Er selbst nimmt sich persönlich nicht ernst, er vertraut auf die Ideologie und seine Führer. Er ist bereit persönliche Opfer zu bringen ohne zu fragen. Recht ungewöhnlich mutet die Tatsache an, dass ein typischer Nazi einen ungewöhnlich starken Stolz auf sich, seine Sache und natürlich sein Land aufweist. Gerade der Stolz auf sich selbst ist aber bei genauerer Betrachtung bei solch hörigem Verhalten eher unangebracht und dient letztlich zur Selbstwerterhaltung. Ein Aussteiger-Nazi hat deshalb einen langen Weg der Selbstverachtung, Selbsterkenntnis und schließlich wieder Selbstachtung und Selbstwertgefühl hinter sich.

Der Nationalsozialist geht mit politischen Gegnern sehr hart um, er ist bereit sie auch ohne zu reden Mundtod zumachen. Es geht um die Sache und die ist richtig und die muss durchgesetzt werden um die Welt und das Volk zu retten, Menschen scheinen keine Rolle zu spielen. Andere Meinungen werden verboten oder bekämpft und nicht toleriert, so dass der Nazi selbst schon keine eigene politische Meinung hat, er folgt einer abstrakten Idee. Entsprechend ist ein typischer Nazi eben auch für einen Nicht-Nazi ein typisches Arschloch. Diese Sichtweise verschärft dann die Konflikte noch, dies lässt sich aber nur schwer vermeiden, denn da ist auch noch

Der Christdemokrat:

Der Christdemokrat, ist wie der Name schon sagt ein christlicher Demokrat. Das klingt sehr angenehm, erinnert es doch gleich an den guten Herrn Jesus und die große demokratische Freiheit. Der Christdemokrat versucht den Spagat seine geistlich christlichen Werte in die weltliche Welt zu übertragen. Er scheint vergessen zu haben, dass dies schon immer fatale Folgen hatte, wenn die Religionen den Staaten ihre Prämissen geliehen haben. Nun versucht er mit Gesetzen und ordnungspolitischen Maßnahmen die christlichen Werte des Herrn Jesus umzusetzen. Sagt Jesus nicht: Richtet nicht auf das ihr selbst nicht gerichtete werdet? So beruft sich der Christdemokrat ausdrücklich auf die Religion und nicht auf Jesus, sonst könnte er keine Gesetze verlangen.

Der Christdemokrat geht mit politischen Gegnern, solange sie nicht zu lästig werden, durchaus demokratisch um. Sieht er aber seine Überzeugungen in Gefahr werden seine Methoden oft unchristlich und tiefschlagartig. Er lässt dann nichts unversucht den politischen Gegner als Person oder gleich die ganze Gruppe als unwürdig zu diffamieren, um an der Sache selbst vorbei zu reden. Der einzelne Christdemokrat hat schon eine eigene Meinung, die aber in der Regel nur um ein halbes Prozent von dem abweicht, was die Führungsriege beschlossen hat. Der Bezug zu christlichen Kirche ist in sofern problematisch, dass die Kirche über Jahrhunderte hinweg ihre eigenen Werte mit Füßen getreten hat und heute noch immer nicht vollständig und umfassend danach handelt. So hat der Christdemokrat den Bock zum Gärtner gemacht und kämpft wie ein Stier gegen den größten Feind in der Arena

Der Liberale:

Der Liberale ist liberal demokratisch. Er ist der politische Arm des großen Wirtschaftssystems Kapitalismus. Der Neoliberalismus nach Friedman und Smith sind die Grundlagen der Wirtschaftsideologie des Liberalen. Er ist für alles was die Wirtschaft nach vorne bringt und dies lässt er sich auch gerne von der Wirtschaft vorsagen. Der Liberale ist ein schwieriger politischer Partner ist er doch nicht sehr Kompromissbereit, schreit wie am Spies und hat auch noch die Wirtschaft hinter sich. Er findet immer jemand der seine Meinung bestätigt und bezahlt.

Möchte man persönliche Geltungssucht befriedigen und wirtschaftlichen Erfolg, auch nach der politischen Karriere garantieren, ist man bei den Liberalen gut aufgehoben. Man bekommt seine Meinung, die man zu haben hat, im Vierfarbdruck vordiktiert und muss nur noch auswendig lernen, einfacher kann man es nicht haben. Ein bisschen Mut zur großen Schnauze und man kommt ganz schnell ganz weit nach oben. Entsprechend einfach und zweckmäßig gestaltet sich der Umgang mit den Gegnern, nützt er wird er voll vereinnahmt spricht er dagegen wird er vollkommen abgelehnt. Etwas schwieriger hat es da

Der Sozialdemokrat:

Der Sozialdemokrat ist sozial und demokratisch und ideologisch etwas unabhängiger. Ein echter Sozialdemokrat ist überzeugt davon, dass eine Welt mit Wohlstand für alle möglich ist und gemacht werden sollte. Er ist Demokrat und kann Kompromisse eingehen, er ist ein gern gesehener Koalitionspartner, einer mit dem man Pferde stehlen kann – sozusagen. Er möchte aufrichtig für Land und Leute durch die politische Landschaft gehen. Jetzt hat der Sozialdemokrat aber ein Problem, er hat keine feste Ideologie, keine richtige Grundlage. Eigentlich kommt man aus dem Sozialismus aber man will Sozialismus im Kapitalismus und versucht diesen Spagat.

Der Sozialdemokrat ist ein guter Demokrat, er kann austeilen, einstecken und will immer an die Macht. Er kämpft zwar auch mit allen Mittel, nur ist er meist zu ungeschickt und wird oft ertappt bei dem Versuch ein wenig undemokratisch nachzuhelfen. So findet man bei Sozialdemokraten zuweilen tatsächlich einzelne die demokratisch richtig arbeiten, weil sie erkannt haben, dass sie die richtige politische Arbeit nicht können. Der Sozialdemokrat hat schon eine eigene politische Meinung die aber von den ganzen Kompromissen zerrissen im Parteiprogramm nicht mehr zu finden ist, die fehlende Ideologie scheint doch erheblich zu fehlen. Ganz anders verhält sich da

Der Ökodemokratiker

Der Ökodemokratiker ist ein Demokrat der für eine ökologisch Sinnvolle Demokratie eintritt. Ich nenne ihn Demokratiker weil er so leidenschaftlich demokratisch alles ad absurdum diskutiert und dabei nur die Diskussion als Sinn versteht. Lösungen sind, solang sie grün angemalt werden, für den Ökodemokratiker nicht interessant. Es geht um die „Sache“ wie beim Nazi nur ist keine „Sache“ genau definiert, also ist alles „Sache“ was nach Öko klingt. So kann man die Ökodemokratiker ganz leicht mit grünen Farbbeutelchen bewerfen und dann machen die alles mit. Eine nette kleine Truppe zur Mehrheitsbildung in einem Parlament.

Die Ökodemokratie ist eine gute Variante für die, die nicht tatenlos zu sehen wollen aber keine eigene Meinung haben und die Natur naturgemäß lieben. Es ist sehr nobel den Naturschutz als oberstes Gebot zu wählen, doch passiert es dann schnell den Menschen zu vergessen, der den ganzen Spaß erarbeiten, wählen und vor allem schützen soll. Der Ökodemokratiker ist zu allem fähig aber zu nichts in der Lage. Da hat der Weltverbesserer der Herzen sicher mehr zu bieten,

Der Sozialist

Der Sozialist oder wahlweise auch Kommunist, hängt stark an der alten marxschen Idee der Gesellschaft ohne Klassen und materielle Unterschiede der Menschen, ach, was für ein Traum. Der Sozialist ist allen ernstes der Meinung es ist möglich allen Reichtum gleichermaßen auf alle zu verteilen, ohne dass dabei Streit entsteht. Er hat ein ganz großes festes Ziel und alles was diesem Ziel entgegensteht ist für den echten Sozialisten des Bekämpfens würdig. Wie der Nazi ist der Sozialist ein Ideologe der die Idee seiner Person vorzieht und gerne Opfer bringt auch wenn es die der anderen sind.

Die Sozialisten sind eher ungeliebte Demokraten, ist doch ihre Ideologie so gestrickt, dass sie doch kaum eine freie Willensbildung der Bevölkerung zu lässt, denn damit die Sache auch läuft müssen alle mitmachen. Die politische Meinung gibt es, schwer verdaulich, in dicken uralten Wälzern zur Heimlektüre verordnet. Als Sozialist kann man auf den einzelnen keine Rücksicht nehmen und so verhalten sie sich auch gegenüber ihren politischen Gegnern. Mit Sozialisten kann man nur Sozialismus machen, da führt kein Weg daran vorbei.

Nach diesen erschreckenden Beobachtungen kam ich für mich zu dem Schluss, dass unsere Demokratieform eine üble Art der Staatsführung ist. Es ist so, dass die aller wenigsten politisch Aktiven den Eindruck machen ein persönliches Interesse zu vertreten. Sie tun alle so als würden sie das Interesse des Volkes vertreten, dabei kann man oft persönliche Inkompetenz oder einfach nur gelangweiltes Desinteresse beobachten. Der Hauptantrieb für einen Politiker heute ist die persönliche Geltungssucht und ein abstraktes Machtinteresse. Frau Merkel scheint wirklich zu glauben sie habe Macht, oder reicht ihr schon das Blitzlichtgewitter um persönliche Zufriedenheit zu erlangen?

Ich konnte mich nicht für eine Partei entscheiden und entschied mich in eine außerparlamentarische Opposition mit dem Ziel der Abschaffung des Partei-Systems einzutreten, hier bin ich. Ich bin der Meinung wenn die Diskussion die Grundlage der Demokratie ist dann gehört sie ins Parlament und nicht nur an den Stammtisch. Im Bundestag wird nicht diskutiert, das was man als Diskussion verkauft ist ein runterleiern der schon vorher völlig klaren Argumente und die Abstimmung ist meistens nur noch Formsache. Die Entscheidung selbst fällt hinter verschlossenen Türen und ist oft über einen nicht anders zu bezeichnenden Kuhhandel zu Stande gekommen, eine einzige fortlaufende Pharse voller fauler Kompromisse. Die meisten politischen Entscheidungen waren nicht nur murks sondern auch gegen jede Vernunft und an das Volk braucht man gar nicht erst denken. Unsere Demokratie macht nur Dinge die sie durchbringt und nicht die, die am Besten wären. Komisch finde ich an dieser Stelle, dass alles Unmögliche irgendwie durchgeboxt und alles Realistische als Utopie verleumdet wird. So geht das nicht weiter sonst:

Gute Nacht da draußen, was immer ihr sein mögt.

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