Internet-Manifest

fundstücke

Wie Journalismus heute funktioniert. 17 Behauptungen.

http://www.internet-manifest.de/

Ich denke: Bravo!

Und doch: für ein Internet-Manifest ist die Schrift viel zu spezifisch auf den Journalismus ausgelegt bzw. an die etablierten Medien gerichtet. Das Internet ist weitaus mehr (findet, wie Herr Falkenburg im Kommentar sich ausdrückte, auch jenseits des Browsers statt: Gaming, Filesharing, Messenging usw.), und auch für diese und alle anderen Strömungen & Subkulturen des Netzes sollte die Maxime aus Punkt 4 (Die Freiheit des Internet ist unantastbar) gelten.

Doch bleiben wir ruhig beim Web 2.0 (was auch immer das sein mag): da sind die Diskussionsforen, deren Betreiber aus Furcht vor Abmahnanwälten und Klagedrohungen im vorauseilenden Gehorsam Zensurpolitik betreiben müssen. Da sind politisch/weltanschaulich verdächtig  ungestreamlinete YT-Clips, die wegen „Urheberrechtsverletzung“ aus dem Netz genommen werden, weil darin z.B. Ausschnitte aus Fernsehdokumentationen (oder einfach nur ein bekanntes Musikstück zur dramatischen Untermalung) vorkommen.

Und da sind die Amateur-Künstler – angehende Grafiker, Musiker, Filmemacher etc. – die sich de jure in der Grauzone und in Furcht vor Institutionen wie der GEMA und anderen Rechteverwertern- und verwaltern bewegen, weil sie ihre Werke an bereits bestehende anlehnen und in Erwartung von _Feedback_, nicht _Geld_, „veröffentlichen“.

Ganz zu schweigen von Start-Up-Programmierern und Scriptern, die unmöglich überprüfen können, ob trivialste Routinen nicht unter Umständen vom Quasi-Buchversandmonopolisten patentiert sein könnten.

Diesem und vielem mehr trägt das Manifest leider keine Rechnung, kapriziert sich allzusehr auf zukünftige noch zu erschließende Vermarktungs- und Monetarisierungsmöglichkeiten. Doch das ist das schöne am Internet und der Interaktion des Kollektivs: Informationen können permutieren. Mit etwas Glück vielleicht auch das „Internet-Manifest“.

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