Kapituliert!

Dugarun

Krieger des Lichts!

Aus gegebenem Anlaß fühle ich mich heute gedrängt, einige Wahrheiten zur Sprache zu bringen, die zu hören für Euch so unangenehm sein muß wie für mich, sie zu formulieren. Allen Gepflogenheiten zum Trotze werde ich nicht versuchen, es Euch „so schonend wie möglich“ beizubringen oder zunächst weitschweifige Erklärungs- und Rechtfertigungsversuche unternehmen, sondern direkt zur Sache kommen:

Es gibt keine Hoffnung. Solltet Ihr noch einen letzten Funken dieses göttlichen Elixirs in Eurem Herzen bergen, so laßt ihn fahren und ergebt Euch Eurem unabwendbaren Schicksal. Ihr hörtet die Mahner sagen, die gegenwärtigen Verhältnisse auf diesem Globus steuerten uns und die uns nachfolgenden Generationen geradewegs in die Sklaverei; Ziel und Zweck der Machthaber hinter den Kulissen des öffentlichen Kasperletheaters sei eine singuläre, zentralisierte Weltdiktatur. Ihr hörtet sie warnen vor Siliziumchips und Überwachung, Armut und Unterjochung, Ihr habt sogar Huxleys „Brave New World“ und Orwells „Nineteen Eighty-Four“ im Originaltext gelesen und Euch „The Matrix“ der Gebrüder Wachowski ein zweites Mal angesehen, um die ständigen Anspielungen der Verschwörungstheoretiker nachvollziehen zu können. Ihr habt Eure eigenen Nachforschungen angestellt und nicht einfach alles geglaubt, was man Euch vorgesetzt hat, und so wißt Ihr nun mit unumstößlicher Gewißheit um die Funktion der Federal Reserve Bank of America, des Codex Alimentarus, der HAARP-Anlage, der Machenschaften der Central Intelligence Agency und der National Security Agency, der World Trade Organisation, der World Bank, der Rockefellers, Rothschilds und Bilderberger. Ihr kennt die wahren Gründe und Hintergründe für all die Kriege, die unsere „Nationen“ untereinander ausfochten, bis hin zum Irak und Afghanistan und Georgien. Ihr habt gelernt, die neuesten Nachrichten als „doublethink“ zu entlarven, und wenn es nun heißt, Google würde nicht mehr mit der chinesischen Regierung zusammenarbeiten, weil diese die Accounts von Dissidenten durchforschen würden, so wißt Ihr, daß es sich dabei nur um Propaganda halten kann, denn aus denselben Gründen müßte die sogenannte „Datenkrake“ konsequenterweise ihre schleimigen Tentakel aus nahezu jedem Land zurückziehen und ihren eigenen Kopf samt Tintensack verspeisen. Als Skeptiker, der sich eines gesunden Menschenverstandes zu rühmen imstande zu sein glaubt, wißt Ihr noch nicht so recht, was Ihr halten sollt von den Andeutungen über die Nutzbarmachung von Nullpunkt-Energie und über die Wissenschaftler, welche seit ihrer Entführung aus den Labors des tausendjährigen Reiches nun in der Area 51 der Befreier an ihren Reichsflugscheiben weiterschrauben sollen, um einer möglichen ausserirdischen Invasion entgegentreten zu können, doch im Grunde ist das auch genauso unwichtig wie die Frage, ob am 21. Dezember 2012 die Welt untergeht, ob die über Neuschwabenland und Shangri-La zugängliche Hohlwelt von einer arischen Rasse bewohnt wird, die selbst die Pflanzen um Erlaubnis bittet, bevor sie sie verspeist, oder ob Dr. Greer mit seinem vollmundigen Ankündigungen von „full disclosure“ der Verwirrung und der Desinformation einen größeren Gefallen getan hat als der Aufklärung der Tätigkeit extraterrestrischer Intelligenzen in unserer Sphäre. Denn Ihr wißt, daß Euch nun, Grays hin oder her,  nichts mehr überraschen kann, daß Ihr nicht in die gewünschte Panik ausbrechen werdet, wenn am Himmel Zeichen zu gühen beginnen und ein Drittel aller Himmelskörper sich verdunkelt, wie es in der biblischen Apokalypse des Johannes beschrieben wird. Denn dieses Wissen gibt Euch ein Gefühl der Macht. Ihr wißt, daß diese Pseudorealität in Wirklichkeit nur ein dussliges Holodeck ist, und nehmt all die Hologramme eigentlich nicht mehr wirklich ernst.

Schließlich seid Ihr noch weitergegangen. Weil Ihr bei Euren Exkursionen in die Welt hinter den Kulissen über Noam Chomsky gestolpert seid, habt Ihr Euch mit sogar flüchtig mit seinen Lehren über die Entstehung und Funktion der Sprache beschäftigt, seid in die Psychoanalyse eingestiegen und wißt nun, wovon Freud und seine Schüler Lancan, Reich und Fromm und sein Neffe Edward Bernays sprachen; und weil Professor Senf den Wilhelm Reich in einem Atemzug mit Viktor Schauberger und Silvio Gesell nannte, wißt Ihr vom Netzwerk rund um Fritjof Capra, Alan Watts, Ronald Laing, Tim Leary und Bob Wilson, die sich abwechselnd auf Doug Hofstädter, Benoît Mandelbrot, Albert Einstein und Schrödingers Katze berufen. Letztere inspirierte Euch dazu, Euch den esoterischen Geheimwissenschaften der Kabbalistik, des Sufismus und der Crowley’schen Magikerei zuzuwenden, den Illusionisten, Mesmerisierern, Magnetisierern und Hypnotiseuren, woraufhin Ihr bei Suzukis Abhandlung über den Zen gelandet seid und auf dem Weg zurück gleich noch den Osho, Lao Tses Tao Te King, das Hagakure und Sun Tsus „Kunst des Krieges“ mitgenommen habt, nur um doch bei Aristoteles, Newton, Leibnitz, Kant, Goethe, Morus, Voltaire und Montesquieu zu landen. Im Eurem Regal liegen immer noch ungelesen die Schriften von W.I. Lenin, Karl Marx und dessen Schwiegersohn Paul Lafargue, weil Ihr gerade vertieft seid in einen Essay über Sinnestäuschungen wie das Penrose-Dreieck und Eschers Kunstwerke, den Ihr direkt nach der gleichzeitigen Lektüre von Domitzlaffs „Brevier für Könige“ und Willard Gaylins „Monster oder Menschen“ in Angriff genommen habt.

Ihr habt all das liebgewonnen, weil es über Jahre hinweg Eure Hoffnung nähren konnte, Euch das Gefühl gab, nicht allein mit Euren vielleicht doch nicht ganz zu verqueren Gedanken zu sein, Mitstreiter zu haben, Eingeweihte eines erlesenen Zirkels, der sich dem Fortschritt der Menschheit und der Menschlichkeit verschrieben hat. Ihr spürt die Kraft Eurer geistigen Ahnen in jeder Faser Eures mentalen Muskels bis in die zweischneidige Klinge des Schwertes Eures im Schmiedefeuer der Erfahrung geschärften Verstandes strömen, bereit, mit einer einzigen, präzisen Bewegung den Angriff Eurer Gegner zu stoppen.

Und nun sage ich Euch: laßt alle Hoffnung fahren und erwartet Euer Schicksal.

Der Feind ist feige und versteckt sich hinter der Biomasse seiner Sklaven – wolltet Ihr ihn vernichten, so wäret Ihr gezwungen, den Tod Tausender auf Euch zu nehmen; und selbst, wenn Ihr dies vor Gott und Eurem Gewissen als ein unvermeidbares Opfer zur Erlangung eines wie auch immer gearteten höheren Guts rechtfertigen könntet, würde Euer in Anbetracht der unüberwindbaren Übermacht unausweichliche Niedergang Euch Lügen strafen, und Ihr, wenn Euer märtyrerhaftes Andenken schon nicht aus der Erinnerung der Geschichte gelöscht werden kann, als mahnendes Beispiel für Narretei und falschverstandenen, zum Wahnsinn entarteten Heldenmut möglicher Nachfolger dienen. Schlimmer noch: Eure im zähen Training erworbenen Geheimtechniken des Kampfes, Eure Taktik und Strategien würden assimiliert und dazu benutzt werden, das System zu stärken und die Versklavung derer, die zu befreien Ihr in den Kampf gezogen seid, zu vervollkommnen.

Euer Vertrauen auf den Beistand Gottes, auf das Eingreifen des „deus ex machina“ im letzten, alles entscheidenden Moment wird Euch bitter enttäuschen und sich entlarven als das, was es ist: der häßliche Nachtfalter Eurer eigenen, kleinlichen Selbstgerechtigkeit, die dem, von Euren Tyrannen selbst entzündeten, verlockend flackernden Kerzenlichte so nahe wie möglich zu sein trachtet…

Und selbst wenn Fügung oder Zufall Euch gestatten sollten, mit allerletzter Kraft den alles entscheidenden Hieb gegen den Cäsaren zu führen – was, glaubt Ihr, wird geschehen? Werden die „Befreiten“ Euren Sieg nicht als Legitimation betrachten, den nun vakanten Thron zu besteigen, Eure eigene Gerechtigkeit walten zu lassen, die, ob nun heute oder morgen erst, den nächsten Dissidenten auf den Plan rufen muß, vor dem zu beschützen Euch und Eurem unter Opfern und Mühen erkämpften „Paradies“ erneut Getreue, Generäle, Vasallen und Lanzknechte sich in möglichst undurchdringlichen Phalanxen zudienste sein müssen…?

Wie? Ihr zögert noch, Schwert und Schild fallenzulassen, weigert Euch, die Rüstung abzulegen und Euch dem Unabwendbaren unterzuordnen? Ihr beruft Euch auf das Recht, eher beim Versuch, für das, was Ihr für Wohl, Gut und Recht erachtet, zu kämpfen, unterzugehen und erhobenen Hauptes vor den höchsten aller Richterthrone zu treten, als Euch dem offensichtlichen Unrecht zu fügen und Eure Brüder und Schwestern dem Leid der Sklaverei und des Hungers preiszugeben?

Bis zum letzten Blutstropfen wollt Ihr für Wahrheit, Gerechtigkeit, Glück und Frieden einstehen; Tyrannenthron und Diktatorenkrone zerschmettern, das edle Geschmeide und die Symbole der Macht einschmelzen und zu Bettpfannen gießen; die Paläste und Wälle schleifen und die Anlagen des Lustwandelns mit zu Landwirtschaftsgerät umgeschweißten Panzern zu fruchtbarem Ackerland umpflügen; all die Flugzeugträger, Fregatten und Zerstörer in den Fluten versenken, damit sie den Fischen als Abenteuerspielplatz dienen; Gewehr- und Kanonenrohre zerschneiden und als Blumentöpfe für Kresse, Schnittlauch und Basilikum verwenden; Ihr wollt die Wüsten mit jenen Zauberpflanzen begrünen, die zu säen Euch bei peinlicher Strafe verboten ist, und Nahrung, Kleidung und Energie aus ihnen gewinnen; die Kindergehirnwäschezentren des Imperiums zu Horten des Wissens, Denkens, der Bildung und Forschung, die Tempel und Klöster zu Refugien des Zwiegesprächs mit Gott, der Stille, inneren Einkehr und Erleuchtung umfunktionieren; Eure Kinder den Krieg nicht mehr lernen lassen, Eure landwirtschaftlichen und technischen Erzeugnisse und anderen Güter auf der ganzen Welt frei von Grenzen und Zöllen untereinander austauschen; die künstlichen und jahrtausendealten Klüfte zwischen den Völkern, Generationen und Geschlechtern mit der Architektur des Respekts überbrücken und mit Liebe auffüllen; ja, das Internet sogar dazu benutzen, Werkzeug, Wissen und Information überall jedermann frei zugänglich zu machen, damit nie wieder ganze Stämme und Völker von einer kleinen Gruppe feiger Manipulateure ausgerottet und versklavt werden können?

Bitte gewährt mir die Ehre, mit Euch zu kämpfen.

1 Kommentar

1 Kommentar

  1. cityhunter  •  Feb 24, 2010 @13:25

    Ich bin begeistert. *klatsch*

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