Z U R Z E I T . XXVI

Zur Zeit

Und deshalb, meine treuen Leser, möchte ich Euch berichten von einer langen Reise und von den Abenteuern, Gefahren, Freuden und Freunden, auf die ich dabei stieß.

Bevor ich diese Reise antrat, pflegte ich die Überzeugung und Auffassung auszudrücken, die großen Heldengeschichten unserer Zeit seien mit „Der Herr der Ringe“ geschrieben und mit „Star Wars“ verfilmt worden; die epische Größe der Handlungen und Charaktere schienen mir hinreichend geeignet, die ideengeschichtliche Erbfolge der jahrtausendealten Überlieferungen anzutreten, die uns seit je her bei der Entschlüsselung von Vorgängen unseres Selbst assistieren, indem sie die Dinge und Archetypen als leichter zu fassende Bilder, Symbole und identifikationsfähige Subjekte, Objekte, Situationen und Beziehungen projizieren (Bly et al). Natürlich ist manchmal eine Zigarre einfach nur eine Zigarre (Freud), und manch einer verabscheut Allusionen, wo er sie nur riecht (Tolkien), und doch kann es kaum Zufall sein, daß Meme aus der Welt der Phantasien auch modernerer Epen (teils auch der der noch der „Pop-Kultur“ zugeordneten) in dieser unserer Realität als Hilfskonstrukt dienen, um komplexe Gedankengänge mit nur einem einzigen Bild zu vermitteln. Um das zu veranschaulichen, sei beispielhaft das T-Shirt „I took the red pill“ erwähnt. Wer nun „The Matrix“ nicht gesehen hat, dem mag ein Beispiel aus einer anderen Kultur helfen, zu verstehen, was ich meine: „Miyamoto Musashi ist eine historische Figur, die durch Yoshikawas Roman in die japanische Folklore einging. Musashi und die übrigen Protagonisten des Buches sind in der japanischen Öffentlichkeit so bekannt, daß in Unterhaltungen häufig lebende Personen mit ihnen verglichen werden.“ (Nachwort von Edwin O. Reischauer zu „Musashi“ von Eiji Yoshikawa in der gekürzten Taschenbuchausgabe von 1987)

Mit großem Fleiß hatte ich bisher ein anderes Epos der Popkultur ignoriert, und zwar Gene Roddenberrys „Star Trek“. Nun gut, Eckdaten waren mir bekannt; ich hatte mal den vierten Film gesehen (und den gar nicht so schlecht gefunden) und auch ein oder zwei Folgen mal im Fernsehen, als ich jünger war; aber ich hatte mich nicht wirklich für dieses Universum erwärmen können. So groß, so komplex! Hier Kirk und Spock, da Picard (und was ist das für eine komische Frau neben ihm, die immer erzählt, was sie „fühlt“?!?) und der Android, der ganz und gar unandroidische Dinge sagt, und dann noch DS9 und Voyager – das war mir zuviel. Ich wußte, Star Trek erhebt wissenschaftlichen Anspruch, ich hatte hier und da Dissertationen über die Realisierbarkeit des Warp-Antriebs und der Transportertechnik überflogen; als ich siebzehn war, hat mir mal ein Schulfreund ein dickes Buch in die Hand gedrückt mit lauter Rißzeichnungen der Enterprise unter Captain Kirk. Mich wirklich mit dieser Saga zu beschäftigen, kam mir jedoch während all die Jahre nicht in den Sinn. Und ich wehrte mich auch mit Händen und Füßen, als mir unlängst ein Kollege anbot, doch mal seine TNG-Sammlung auszuleihen – doch wohl nicht vehement genug.

Und nun sitze ich hier und versuche nach einem brutalen Gewaltmarsch durch 170 Folgen Star Trek: The Next Generation das „Erlebte“ zu verarbeiten und weiß nicht so recht, was ich davon halten soll, wo anfangen, die Eindrücke aufrzudröseln in ihre Einzelbestandteile, ohne dem Großen Ganzen(TM) ungerecht zu werden.

Viele Stimmen sprechen in mir.

Der Skeptizist, Verschwörungstheoretiker und Paranoiker will den Vorwurf erheben, der Vorführung eines ausgeklügelten Gehirnwäschesystems beigewohnt zu haben. Es kann doch kein Zufall sein, daß die Serie Abertausende von Fans, Bekennenden und Sypanthisanten  gewonnen hat, also offensichtlich „alles richtig“ gemacht hat und vermutlich auch weit darüber hinaus einen enormen subliminalen Einfluß auf weite Teile der westlichen Kultur ausgeübt hat (und noch ausübt), seinen verführerischen Charme aus offen zur Schau gestelltem Liberalismus, unbedingtem Fortschrittsglauben und tiefem Pazifismus bezieht und sich dabei so blatant dem Dogmatismus patriarchal-hierarchischer und militaristischer Strukturen und rassistischen Ideologien verschreibt. Alles ist hier super: ein Knochenbruch, eine Virusinfektion, ein abgetrenntes Gliedmaß sind nur einen Tricorder-Scan von der rückstandlosen Heilung entfernt, wer blind geboren ist, hat vielleicht sogar das Glück, mit einem kybernetisch optimierten Gesichtssinn das Universum bestaunen zu können, die Logiker (von Vulkan), Krieger (von Kronos) und die Empathen (von Betazed) sind auf unserer Seite, Hunger und Armut sind dunkle Kapitel der Vergangenheit. Die stillschweigende Annahme des Paradigmas vom energetisch-ökonomischen Überflusses dank Replikatortechnik schlägt dem Faß die Krone mitten durchs Gesäß! Diese Werte gilt es zu schützen, notfalls (und nur dann!) mit Waffengewalt (was aber freilich immer und grundsätzlich am optimierungsbedürftigen Diplomatieverständnis der anderen Rassen liegt). Natürlich haben Captain Jean-Luc Picard und der Rest der Offiziere hier und da moralische Bedenken, befolgen selbst die Erste Direktive nicht rigoros getreu dem Wort des Gesetzes. Aber hin und wieder hat das Oberste Flottenkommando befohlen, und die Sternenföderation will, Zukunft und Wohlergehen des Schiffes, der Mission, der Föderation, der klingonischen und romulanischen Imperien und dieses Sektors hängen davon ab, also ordnen Sie sich unter, Fähnrich, ich verlange Ihren Gehorsam – und daß Sie Ihre Pflicht tun! Bis in den Tod! Bedenklich ist das neobabylonische Konstrukt mindestens, insbesondere für den, der sich in der Vergangenheit auf alternative, zumindest demarchistische und/oder matriarchale Gesellschaftssysteme und -Utopien berufen hat. Der sozialistische Überwurf schien den Machern wohl „mutig“ und progressiv genug, für viel mehr als ein gelegentliches Aufbegehren reicht es meist nicht.

Und überhaupt, unser Alphatier Picard. Weise ist er, pflichtbewußt, moralisch integer, Übervater der Crew „seines“ schwerbewaffneten Forschungsschiffs und seiner bis in den Tod loyalen Crew. Ab und zu schimmert Persönlichkeit durch, aber am liebsten läßt er sich von den Borg und Cardassianern foltern und geht dann die gesamte Galaxie retten, damit alle wissen, was für ein harter Bursche er ist. Dabei kann er sich blind auf seinen Offiziersstab verlassen. Auf seine „Nummer Eins“, Commander William Riker, zum Beispiel – und der ist schon ein toller Hecht. Eigentlich hätte er schon längst ein eigenes Kommando, aber anscheinend befürchtet er, dann nicht mehr soviele Möglichkeiten zu bekommen, mit jeder zumindest tendenziell weiblichen Lebensform, die eine wenigstens entfernt humanoide Physiognomie aufweist, intim werden zu können. Aber dann ‚ne Eifersuchtsszene machen, wenn seine „Imsadir“ sich zur Abwechslung mal von irgendeinem dahergeschwebten Lichtwesen blitzbefruchten läßt, wenn sie nicht gerade die primären Lebenserhaltungssysteme der Crew mit ihrem atemberaubenden Dekolleté ins Stocken bringt, während sie ihren halbbetazoidischen Popo über die Decks spazierenwackelt (wegen sowas galten Frauen auf den Schiffen vergangener Zeiten als Unglücksbringer!)… ursprünglich gehörte ja auch Tasha Yar mal zur Brückencrew, aber wir lernen früh, daß den Drehbuchautoren etablierte Sympathieträger nicht heilig und unsterblich sind, schon gar nicht, wenn sie einmal im vollkommen verdruppten Koppe die Vorzüge des wandelnden Positronenvibrators und Verbalredundanzgenerators Lt. Cmdr. Data kennengelernt haben. Gut also, daß wir Dr. Beverley Crusher in der Krankenstation eingesperrt haben, so kann sie, statt größeren emotionalen Schaden anzurichten, ab und zu am Captain herumdiagnostizieren oder die Leute zusammenflicken, die Lieutenenant Commander Worf hin und wieder im Anfluge klingonischen Ehrgefühls aufzuschlitzen sich genötigt fühlt, weil er doch nicht die Phaser und Photonentorpedos gegen alles einsetzen darf, das ihn zu proto-gutturalen Lautäußerungen provoziert – Menschen, Androiden, Katzen, Ferengi, Romulaner, Bajoraner, Kinder, Sterne, Planeten, Asteroiden, schwarze Löcher oder multiphasenverschobene Raumzeithaarrißspaltenbänder in polarisiert fluktuierenden Thetrionfeldblasen, die stattdessen Geordi LaForge irgendwie wieder kitten muß… klar, daß soviel Testosteron und Adrenalin eine Warbirdphalanx voll nerdiger Fanboys auf den Plan rufen muß, die in einem Anflug kognitiver Dissoziation den offensichtlichen Schwachsinnsgehalt und die logischen Diskrepanzen vor sich selbst und allen anderen wegzurechtfertigen sich berufen fühlen – und überhaupt: was will uns das konstante Infraschallsummen an Bord der Enterprise sagen? Soll es etwa Thetawellen induzieren? „Krieg ist doof, aber wenn es anders nicht geht, tun wir halt eben unsere Pflicht!“? Und überall diese Dreiecke…

Es sprach: der Zyniker.

Unweigerlich hebt auch der bebrillte Nerd seinen Finger und weist darauf hin, daß furchtbar viele Paradoxien, Dilemmas, wissenschaftliche Anschauungen, Ideen und Utopien in die Entwicklung der Story einfließen – der selbstreferenzielle Humor schrammt teils ganz knapp am Zen-Vers vorbei, und das nicht nur, wenn der echte Stephen Hawking(s? Ich werd’s nie lernen!) in einer Holodeck-Projektion mit Albert Einstein, Isaac Newton und Data pokert, die Crew für eine Shakespeare-Aufführung probt oder sich die Klammer von Qs Gerichtsbarkeit über das Wesen des Menschen an sich und als solchem um die komplette TNG-Serie schließt.

Der Kritiker weiß die hervorragende Leistung zu würdigen von Schauspielern, die immer wieder schauspielernde Schauspieler schauspielern, teils ihre Rollen vertauschen, jemand anderen oder sich selbst in einer „alternativen Realität“ (oder einem anderen Raumzeitkontinuum, oder als andere Rasse, oder als Greise) inkarnieren müssen oder komplett aus der Rolle fallen, schlägt hier und da die Hände über dem Kopf zusammen ob lauter verworrener Drehbücher, weiß vor Staunen keine Superlative für die Arbeit der Maskenbildner mehr und bemerkt neidlos eine ungemein steile Lernkurve bei der Bildkomposition und den CGIs.

Aber da ist noch ein anderer Teil in mir, und der möchte Euch gern erzählen, wie tief ihn manchmal das Schicksal der Helden der NCC-1701 D berührt hat, wie er gelacht, heimlich gefeiert und sogar  geweint und mitgefiebert hat, wenn sie zwischen den Dimensionen und Paralleluniversen, Zeitverschiebungen, Viren, energetischen und künstlichen Lebensformen, unauflösbaren Konflikten und dysfunktionalen Warpfeldgeneratoren gefangen waren – heißa! Schon wieder Q! Was hat er sich diesmal einfallen lassen? Und sowas hätte ich Wesley nicht zugetraut – was wird Guinan dazu sagen? Und was ist mittlerweile aus Ro Laren geworden? Warum mußte Alexanders schöne Mutter sterben? Hach, endlich ein Licht am Ende von Deannas Herzenstunnel: ein Riker, der sie noch liebt; und auch für Picard besteht seit dem Feuersturm noch Hoffnung in Sachen Liebe, wenn er nicht Wesleys Stiefdaddy werden will – vielleicht kriegt Data ja sogar noch Lal repariert, wäre es das nicht? Und wird Deannas Mutter auf Worfs Hochzeit nackt sein, und wird Reg Barclay Frieden, Glück, Erfüllung finden und eine Frau, die ihn liebt und nicht aus dem Holodeck kommt?

Für sich genommen werden die im Folgenden erwähnten einzelnen Episoden keinem etwas bedeuten, der nicht auch wenigstens ein paar andere Folgen kennt, doch ich kann nicht umhin, sie besonders hervorzuheben, weil ich entweder vor Lachen ins Kissen gebissen oder bitterlich geweint habe. 1. „Datas Nachkomme“ („The Offspring“, Staffel 3, Folge 16), 2. „Datas Tag“ („Data’s Day“, Staffel 4, Episode 11), 3. „Das zweite Leben“ („The Inner Light“, Staffel 5, Episode 25), 4.  „Der Moment der Erkenntnis“ („Birthright“, Staffel 6, Episoden 16 & 17), und 5. „Der Feuersturm“ („Lessons“, Staffel 6, Episode 19).

Gerne werde ich dieses Experiment eines Tages wiederholen (insgesamt soll es über 700 Folgen in Gene Roddenberrys Universum geben, plus die elf Kinofilme, und „Lost“ und „Akte X“ sollen ja auch ganz gut sein), doch vorerst gilt es eine andere Mission zu erfüllen.

All dies, liebe Leser, sage ich Euch, weil Ihr wissen sollt, daß im Allgemeinen die Lektüre eines guten Buches oder das Schauen eines guten Filmes mich nicht unberührt läßt, im Gegenteil sogar großen Einfluß auf meine Gedanken nimmt. Dieser Effekt verstärkt sich, wenn man ca. drei Wochen lang seine Energie auf ein einziges Universum konzentriert. Wenn ich also zukünftig vermehrt Bezug darauf nehme, seht es mir bitte einfach nach, mit der Zeit legt sich das sicher wieder. Schlußendlich jedoch ist das meiste von meinem Geschreibsel nichts anderes als Ausdruck eines Versuchs, irgendwie zu verarbeiten, was mich beschäftigt; zumeist sind das viele Dinge auf einmal und ich kriege das nicht immer geordnet und dann wirkt das chaotisch und langatmig und Ihr nennt das „Geschwurbel“ oder sonstwie – noch dazu mein leichter Hang zu wackeligen Satzkonstruktionen, schwülstigem Pathos und diesem fiesen Gemisch aus Megalomanie und Minderwertigkeitskomplex… die Dugarun sind bestimmt ziemlich anstrengend und nicht wenige werden mir gewiß gerne den einen oder anderen Irrsinn attestieren. Das ist okay für mich, mir ist auch bewußt, daß das, was ich ins Internet tu, mir noch ziemlich lange hinterhergetragen werden kann, und dann kommt noch hinzu, daß sich in den letzten Monaten vermehrt ehemalige Schul- und Klassenkameraden über Facebook und meinVZ hierherverirrt haben könnten plus die ganzen Leute, die glauben, ich verfolgte mit diesem Blog ein ernstzunehmendes Ziel, entweder, weil ich ihnen mal die URL gegeben habe oder weil sie auf der Suche nach etwas ganz anderem über Google hier gelandet sind. Ich bilde mir, diese Dinge im Hinterkopf, irgendeine Erwartungshaltung ein, die in Wahrheit, glaube ich, gar nicht vorhanden ist – mich und also gar nicht zu hemmen, drücken, treiben oder drängen braucht. Diese eingebildete Erwartungshaltung sieht beispielsweise vor, daß es mir gelingt, den gordischen Knoten zu zerschlagen, all das verworrene Zeug in meinem Schädel präzise und konzise darzulegen, „auf den Punkt zu kommen“, ohne mir selbst zu widersprechen, ohne irgendjemandes persönliche, religiöse, philosophische, politische oder weltanschauliche Gefühle zu verletzen oder mich als totales psychologisches Wrack zu outen.

Dabei wäre es schon längst an der Zeit gewesen, klar und unumwunden zuzugeben, daß die Realität mich verrückt macht. Habe ich den einen Aspekt gerade erfolgreich verdrängt – nehmen wir Georg Schramms Darstellung des Oberstleutnants Sanftleben – will schon der nächste verarbeitet werden: Das könnte heute Paul Rassiniers „Was ist Wahrheit“ sein, morgen vielleicht schon „Beyond Borders“, danach „Der Spiegel im Spiegel“ von Michael Ende oder „Die Wunde der Ungeliebten“ von Peter Schellenbaum.

Belletristik, Film oder Sachbuch hin oder her: zweifellos gibt es da noch ein RL, das in allen intimen Details an dieser exponierten Stelle auszubreiten ich nicht gewillt bin über das Maß der Musik, Fotos und Grafiken hinaus. Vielleicht klingen die meisten Dugarun deswegen so verklausuliert. Doch wohin endlich mit dem Zweifel, ob die unangenehmen und negativen Aspekte „meiner“ Realität Ausfluß meiner eigenen niederen Beweggründe, Triebe oder Instinkte sind oder ob die Welt nun einmal so ist, ich nichts daran ändern kann und es höchstens in meiner Macht steht, so viel positive Energie wie mir möglich in diese Welt zu senden und bereit zu sein, diese auch, wenn dargeboten, zu empfangen? Anders formuliert: ist es nicht ein Ausdruck meiner eigenen Schlechtigkeit, Scheinheiligkeit gar, wenn ich immer wieder auf die Verdorbenheit und Korruption des Systems hinweise – liegt da nicht die Interpretation nahe, es handle sich lediglich um eine klägliches Ablenkungsmanöver, um die Aufmerksamkeit von meinen eigenen Unzulänglichkeiten als Mensch abzuwenden, anstatt klar und deutlich dafür einzustehen, daß nicht nur „zwei Herzen, ach, in meiner Brust“ schlagen, sondern ich auch dem profitgierigen Ferengi, dem verschlagenen Romulaner und dem streitsüchtigen Klingonen ein behagliches Heim in meiner Seelenwelt bereitet habe? Wäre es nicht allzu selbstgerecht, mit nacktem Finger auf Politiker, Regierungen, Ämter, Konzerne, Banken, Gangster und Militärs zu zeigen und Urteile zu fällen – will ich mit dem Maß gemessen werden, das ich an meine Umwelt anlege, kann an meinem Wesen die Welt genesen?

Hell yeah, die Fragen waren rein rhethorisch. Mit welcher Dreistigkeit also beanspruche ich, weiterhin „meine“ Entwürfe für ein zu realisierendes Utopia in den Äther abzusondern? Aus Loyalität, liebe Admirals, Guls und Daimons. Loyalität gegenüber der Menschenfamilie, die mich in ihrem Kreis willkommen geheißen hat, Loyalität gegenüber dem Planeten, dem Stern, der Galaxie, dem Universum gegenüber, die mich seit meiner Zeugung sein lassen. Aus Pflicht, liebe Admirals, Guls und Daimons. Pflicht den vergangenen Geistern gegenüber, die vor Vollendung ihrer großen Träume ihr Dasein beendeten und nun ihre Stimme nicht mehr erheben können, Pflicht einer Nachkommenschaft gegenüber, ihr die bestmögliche Welt zu hinterlassen, Pflicht hier und heute, etwas zu sagen, wenn alle Worte versagen, selbst auf die Gefahr hin, daß es nur dumme, unsinnige Gedanken am Rande und nebenbei sein könnten. „Es fällt schwer, zu philosophieren, wenn man mit so viel Leid konfrontiert wird“ (B Crusher) – es ist unlogisch, sagt der Vulkanier. Es bleibt also nur der Picard’sche Glaube, die innere Gewißheit, daß all dieses Aua keine Notwendigkeit auf Ewigkeit sein kann und irgendwann nur noch als Narbe an den schmerzhaften Teil der Geschichte erinnern wird, ein heilsames Mal, manch dornigen Pfad durch die multidimensionale Raumzeitideenmatrix einfach zu meiden. Alles wird gut.

Hach, ich liebe diese Meta-Diskussionen.

t b c . . .

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