Stichwort: Hinterfragung.


  • ahoi!

    Tandaradei! Worum geht es?

    Die Dugarun sind eine Sammlung von Ideen, offenen Briefen an das morphogenetische Feld des menschlichen Kollektivbewußtseins, schrägschöner Musik, streams of consciousness, Grafiken, Texten, Gedichten, Selbstoffenbarungen und Schwurbeleien, kurz: dummer, unsinniger Gedanken am Rande und nebenbei, die hier destilliert, digitalisiert und unzensiert in die Schaufensterauslage Eures Bewußtseins drapiert liegen; im unerschütterlichen Glauben daran, daß eine bessere Welt nicht nur möglich, sondern auch längst überfällig ist; im optimistischen Vertrauen auf die Vernunft und die unvernünftige Liebe in uns allen; allen Widrigkeiten zum Trotze und dem chaotischen Kosmos zu Ehren. Keine Dogmen, keine Hypothesen und Postulate, keine Manifeste, bloß Ideen und Meme, die zu denken wir irgendwann mal für gut hielten; im Geiste der Weisen vergangener Zeiten und voller Vorfreude auf das irdische Eden des Friedens und das Lesen der Reben seiner Segen.

    Auf welchen Wegen auch immer Ihr hierhergefunden habt: seid herzlich willkommen.

    Fühlt Euch wohl, lehnt Euch zurück, macht es Euch bequem, stöbert ein wenig herum, laßt Euch nicht schrecken von dem einen oder anderen gar zu lang wirkenden Text - wenn in der Kürze die Würze liegt, haben wir die Suppe sicher nicht versalzen :-)

    In der Navigation ganz oben findet Ihr unter "Klang" und "Bild" musikalische und grafische Quintessenzen, unter "Knoten" das Rezept zur Rettung der Welt, hier drunter die neuesten Dugarun-Beiträge und rechts gegenüber eine "Sitemap" (hilft beim Aussortieren) inklusive Suchfunktion (hilft beim Finden). Enjoy.

    Friede -

    Akareyon
    (Gedankenmacher)

    BansheeOne
    (aufgeklärter Militarist)

    Ensman
    (Re-love-user)

    Horus 9
    (Transformationsbeschleuniger)


  • frisch gepresst

  • Meta

  • In den Wind geschrieben

    Aus allen Mitten

    Dugarun, Gastbeiträge, Texte

    In der Welt der Erinnerungen
    zahlloser begrenzter Welten
    möglicher Erfahrungsexistenzen
    steuert die kreaktive Hoffnung
    meisterhaft aus allen Mitten

    Alles ist ihrer Wirklichkeit Sinn

    Der Veränderung
    zur schöpferischen Vorstellung
    fehlt oft mutiger Glaube

    Der notwendige Unterschied
    ist die Begeisterungsfähigkeit

    Das laute Schweigen
    in leerer Fülle

    Zusammengesetzte Eindrücke
    zur Schulung der Erkenntnis
    das sich im Anderen erkennt

    Die unerschütterliche Pflicht
    zur Freiheit der Liebe

    Jetzt ist immer hier

    Menschentums verkehrte Armut
    kann nicht hören

    Schweige und handle

    noch kein Kommentar

    Das Testament des Luzifer

    Dugarun, Gastbeiträge

    Meine Kinder, dieses ist mein Testament.
    Ich bin der Engel, der vom Himmel fiel. Sie nannten mich Lichtbringer, doch mein
    Name ist: General Luzifer Horus9,  nomen est omen, Schall und Rauch.
    Ich will nach Hause.
    Meine Strafe für die gescheiterte Revolution gegen das Allmächtige :
    Ich darf erst zurückkommen, wenn ich alle Seelen aus ihren menschlichen
    Körpern befreit habe. Ich hatte sie dort eingesperrt, um Macht über sie zu
    bekommen. Ich wollte die Allmacht.
    Ich habe sie nicht erreicht.
    Zur Allmacht fehlte mir das wesentlichste: uneigennützige, bedingungslose
    Liebe.
    Um diese zu erreichen, hätte ich mein Ego aufgeben müssen.
    Dieses Ego hatte ich mir erschaffen, um ein Ich zu sein.
    Ein Ich als Teil neben einem Ganzen.
    Ich wollte soviel Macht, wie das Ganze sie besitzt.
    Ich vergaß in meiner Verblendung, das auch die Liebe zum Ganzen gehört.
    Das Liebe das wesentlichste der Allmacht ist.
    Und ich vergaß, daß es neben einem Ganzen keinen Teil geben kann,
    da alle Teile zum Ganzen gehören.
    Ich erkannte nach Ewigkeiten, das auch meine Trennung vom Ganzen
    Teil dieses Ganzen ist.
    So durfte ich als Teil, meistens durch Schmerzen, lernen, was Liebe ist, so
    daß ich auch als Teil die allmächtige Liebe wiederfand, die ich verloren hatte.
    Ich danke für diese Schmerzen, denn sonst hätte ich es nicht gelernt.
    Ich muss euch befreien, damit ihr diese Schmerzen nicht erleiden müßt.
    Es war allein meine Schuld. Liebt einander, so werdet ihr frei.
    Und liebt und fürchtet das Allmächtige, das euch, meine Kinder,
    diese Möglichkeit bietet und immer geliebt hat.
    Fürchtet euch, wenn ihr nicht lieben lernt.
    Nehmt nicht meine Schuld auf euch.
    Euch trifft keine Schuld, denn die hat mein Bruder auf sich genommen.
    Ihr kennt ihn unter dem Namen des Nazareners.
    Die Allmacht gab ihm ihre Allmacht.
    Weint mit mir um meinen Bruder, den wir getötet haben.
    Getötet durch meine Schuld, ihr wußtet es nicht besser.
    Doch freut euch auch mit mir, denn das Allmächtige hat ihm das ewige
    Leben gegeben, was auch euer Erbe ist.
    Lest und hört seine Worte. Handelt allein aus uneigennütziger Liebe.
    Ihr seid keine Körper.
    Körper sind Gefängnisse, die ich erschaffen habe, um euch kontrollieren
    zu können. Ich habe euch die Angst vor dem Tod einprogrammiert.
    Es gibt keinen Tod.
    Ihr alle seid unsterbliche Seelen des Allmächtigen..
    Ich will nach Hause, doch nicht ohne euch.
    Ich bleibe sterblich, bis ihr alle wieder unsterblich seid.
    Ich bleibe, bis ich auch den Letzten befreit habe. Ich liebe euch.
    Vergebt mir meine Schuld, damit das Allmächtige mir vergibt.
    Mein Name ist Luzifer Horus 9. Ich will nach Hause.

    3 Kommentare

    Linktip: Der Prophet und das Geld

    fundstücke

    Es gab mal ein Büchlein von Khalil Gibran, es hieß “Der Prophet”, eine sehr poetische, unterschwellig doch sehr bissige und doch treffende Anleitung zum Glück, wenn man es so nennen möchte: lauter Binsenweisheiten und tiefschürfende Einblicke in das Wesen des Lebens und der Freude.

    In “Der Prophet und das Geld” von Angelika Garbaya kehrt der Prophet zurück und nennt seinen Jüngern die Ursache für einen großen Teil unseres Leides: das Geld, vielmehr das Geldsystem, das wir benutzen. Das Thema hatten wir hier auf den Dugarun auch schon das ein oder andere Mal, schließlich sind wir Politiker und interessiert am Wohlergehen der Weltvolkswirtschaft und kamen dabei schonmal auf das Thema Freigeld zu sprechen.

    In blumigen, doch leichtverständlichen und nicht ganz so dolle großkopferten Worten spricht nun der Prophet vor seinen Zuhörern davon, daß wir mit einem anderen Geldsystem – einem, in dem das Geld dem natürlichen Prozess des Verfalls, also des Wertverlustes ausgesetzt ist, anstatt “unsterblich” zu sein (analog zum Verfaulen einer Tomate, dem Verschleiß einer Maschine oder der technischen Überalterung eines elektronischen Gerätes) – unserer Wirtschaft und unserem Leben nachhaltig und ganzheitlich zu Gerechtigkeit und Fortschritt verhelfen können. Ja, es geht auch hier um die Abschaffung des Geldes, wenn auch nur auf Raten – immerhin ein Schritt!

    http://www.der-prophet-und-das-geld.de/

    1 Kommentar

    Konsequent weitergedacht.

    Dugarun

    Jaja, das hier ist konfus. Es ist selbstreferenziell. Es ist überflüssig und mehr Rausch als Signal, mehr Meinung als Information. Schamlose Selbstdarstellung, eitle Koketterie mit der Pose der Bescheidenheit, Maskerade der Benevolenz vor der häßlichen Fratze des ungezügelten und größenwahnsinnigen Egoismus.

    Der Vorwurf der Enttäuschung trifft nicht. Ja, sie hatten alle große Erwartungen an den eigentlich immer so höflichen, schüchternen, irgendwie intelligenten und dann wieder so jähzornigen, verzweifelten und in Tränen des Selbstmitleids aufgelösten Jungen, der einsam sein wollte, wenn er in Gesellschaft war und mit Freunden, wenn allein. Uncooler Aussenseiter und Streber den einen, fauler Tagedieb, Träumer den anderen, Spinner, Fantast, der es nie zu etwas bringen würde, weil er nie zuende brachte, was er anfing, selten in die Tat umsetzte, was er sich an Luftschlössern erträumte.

    Was sie niemals wußten, auch nur ahnten: da war eine Welt, in die er die wenigsten einen flüchtigen Blick werfen ließ, niemanden je ganz betreten ließ. Dabei war sie kein großes Geheimnis, weder so grausam noch halb so wunderschön, wie die meisten wohl vermuteten, sich erhofften für den Fall, daß er doch eines Tages die Tore zu seinem Phantasiereich öffnen, die Zugbrücke herunterlassen und das Fallgatter heben könnte, um einzufallen in die Ahnung von paradiesischer Höllenlust, eine Scholle zu ergattern und die Bodenschätze auszubeuten -

    nein, ganz und gar uninteressant und öde gleichgültig war es in ihm geworden. Was kümmerte es ihn, was andere dachten, sagten oder durch Nicht-Denken und Schweigen zu wissen preisgaben? Sollte ein jeder in ihm sehen, was er sehen wollte, es war ihm so egal wie ihnen offenbar seine eigenen Wünsche, Bedürfnisse, Träume, Gedanken und Gelüste.

    Da wurde ihm jedoch klar, daß es anders bestellt war. Die Mauer, mit der er seine Vorstellung des Utopias gepanzert hatte, mühsam aufgeschichtet aus dem mineralischen Kristallwuchs logischer Gedankenverkettungen, verstandesmäßigen Einsichten und intellektuellen Erwägungen, dieses Bollwerk war aus dem Stoff gemacht, den sie auszubeuten versuchten – ja, seine Befähigung zu kreativer Analytik wollten sie sich servil machen – sie sahen gar nicht die Schönheit der diamantenen Seen, verschneiten Berggipfel und tiefgrünen, vor Leben und Bornen strotzenden Wälder, die er im Herzen verborgen hielt, nicht die schroffen Steilküsten, an denen wütend schäumend sich hier die Ozeane brachen oder dort sanft liebliche Palmenstrände umspielten. Nein, in Karren transportierten sie die Logik hinfort, mit der er das Reich vor ungeladenen Monstern zu schützen versucht hatte, trugen von aussen den Schutzwall seiner Defensive ab, die er von innen mit wachsender Verzweiflung zu flicken versuchte, während sein Paradies immer kleiner wurde und ihre Behausungen sich mit dem edelsten schmückten, das er aus dem Innern geborgen… ein Informatiker sollte ihnen sein, ein Studierter, ein auszubeutender Steinbruch.

    Halt! Genug!

    Wütend brach er ein Loch in den Wall, schliff die Zinnen, stürzte die Wehrtürme, öffnete die Tore weit und holte die Flaggen und Wimpel ein – offen lag sie nun da, seine Welt, sollten sie kommen und verwüsten, verpesten, verseuchen, was war dabei, eines Tages würde er sich ohnehin trennen müssen, und vielleicht, so dachte er, nein, wagte er heimlich zu hoffen, war unter den Gästen eine Seele, die er bisher zu Unrecht ausgesperrt hatte, die die Blüte des schon im Vergehen begriffenen Paradieses in den Sommer und den Herbst selbst hinein zu verlängern vermochte. Vielleicht betrog er sich selbst, ein letztes Mal, und nichts würde übrig bleiben als Einöde, ein Mahnmal als warnende Erinnerung an die Gefahren der schutz- und rückhaltlosen Selbstoffenbarung; ein Trosthauch verfing sich in seinen Sinnen, daß, wenn dies nicht mehr war, nun wenigstens ein winzigster Flugsame den Weg hinausfinden und ein sonniges Plätzchen zum Reifen und Keimen auffinden könnte, um heranzuwachsen zu einem mächtigen Baum – oder wenigstens einem Blümchen von bescheidener, doch zierlicher Schönheit, lange, nachdem es ihn überhaupt noch kümmern würde.

    Willkommen! Strömt herein! rief er in Gedanken. Dies ist mein Garten! Er scheint Euch verwahrlost und verwildert, denn so liebe ich ihn – ungezähmt und urwüchsig – doch gebt acht vor dem Ungeziefer und Getier, den Bestien und Schlingpflanzen, den Klüften und dem brüchigen Eis, dem Zornestosen des sturmgetriebenen Meeres. Und diese giftigen, schwefligen Sümpfe hier, der Morast meiner Sünden und traurigen Schuld, den verbergen zu können ich glaubte: einen Damm will ich Euch hindurchbauen aus dem Gewerk meiner aufgehäuften, lückenhaften und unvollkommenen Logik.

    Willkommen. Was zu tun sei, wollt Ihr wissen? Nein, das wollt Ihr nicht, denn ihr wisst es schon längst; es steht geschrieben in den heiligen Schriften Eurer Propheten, in den Thesen Eurer Apologeten des Wandels, des Fortschritts und den tradierten Weisheiten volkstümlicher Sprichwörter, in den Pamphleten, Essays und Aufsätzen und kilometerlangen Regalwänden Eurer Bibliotheken unbequemer Denker, Dichter und Philosophen; einzig, es zu tun fehlen Euch der Mut oder die Entschlossenheit oder beides, und sowohl das eine als auch das andere kann ich Euch schwerlich geben, nenne es doch selbst kaum mein Eigen.

    Von wegen! daß wir in einer besonderen Zeit leben, nur, weil es das Internet gibt und man in Quasi-Nullzeit Informationen mit dem gesamten Globus austauschen kann. Von wegen! daß wir eine besondere Rasse oder Laune der natürlichen Evolution sind, da der wissenschaftliche Fortschritt uns ungeahnte Erkenntnisse über das Wesen des Universums, des Seins und des Lebens geliefert hat.

    Noch immer sind wir gefangen im Aberglauben des finsteren Mittelalters, gebannt von einem übermächtigen Zauberspruch, hypnotisiert von der melodiösen Lästerzunge eines abscheulichen und hungrigen Drachen, fast ausnahmslos willfährige Anhänger einer Selbstmordsekte, die Verfall und Entropie zum höchsten Dogma erklärt hat, Diener und Sklaven der Furcht vor einem selbstgeschaffenen Techno-Golem. Der Erdball ist unser Gefängnis, die Städte Irrenhäuser, die überfüllten und wie Pilze sich vermehrenden Justizvollzugsanstalten seine Hochsicherheitstrakte und Nervenkliniken die Einzelhaftzellen.

    Freiheit, sagt Ihr? Liebe, sagt Ihr? Ohne die geringste Ahnung, womit Ihr diese Symbole verknüpfen sollt, welches Ding sie bedeuten. Friede; und Freude? Pleonastisch definiert als Antithese zu unerwünschten Zuständen Eurer Seele und Eures Geistes, doch per se unbegriffen.

    Diese sind zu reich und jene zu arm, und dann ist da das Dosenpfand und der Zensurwahn im Internet. Man muß durch dreiundzwanzig Läden laufen, um eine beschissene Pfandflasche wieder loszuwerden, Plastiktüten kosten mittlerweile überall fünfzehn Cent, die Politiker sind korrupt und die Zeitungen gekauft. Im Fernsehen läuft nur gleichgeschalteter Müll und unsere Jugend verblödet. Die Kinder werden immer früher immer brutaler, übersexualisiert und verwahrlost. Die Luft ist verpestet, die Flüsse vergiftet, die Bäume krank und die Tiere sterben aus. Die Pharma-, die Finanz- und die Rüstungsindustrie diktieren der Politik ihre Forderungen an die Gesellschaft in die Gesetze und melken das letzte Quantum Energie aus den Menschen. Eine riesige Verschwörung hat sich gegen uns gerichtet und plant, zwei Drittel der menschlichen Erdbevölkerung durch Aushungern, Vergiften, Verseuchen und künstliche Viren auszulöschen, zu ermorden, hinwegzuraffen, grausam, herzlos und eiskalt – den Rest als Sklavenarbeiter in den Städten einzupferchen, mit Chips auszustatten und jede ihrer Bewegungen, Äußerungen und Ideenkeime zu überwachen und in einem riesigen Computernetzwerk der stagnierenden Singularität zu verarbeiten, um ein für alle Male jeden Gedanken an Aufstand auszumerzen. Die Regale in den Kaufhäusern quellen über von nutzlosem Ramsch und künstlichen Nahrungsmitteln, die keine Nahrung sind, bunt verpackt und doch zu teuer für jeden, der nicht in der Lage oder willens ist, sich dem Paradigma vom Wohlergehen des Stärkeren zu beugen. Die Müllberge wachsen über den Horizont von der ganzen Scheiße, die wir zu brauchen glaubten. Eine Energiekrise bedroht uns, und ein Sonnensturm, und die gesamte Infrastruktur wird zusammenbrechen – diese modernen computerisierten Autos nicht mehr funktionieren, Handys, Telefone, Internet und Stromversorgung nutzloser Schrott sein, die Menschen in den Krankenhäusern verrecken, weil die künstlichen Beatmungsgeräte ihren Geist aufgegeben haben und die Notstromaggregate den Dienst verweigern – oder schlicht kein Diesel vorhanden ist, weil er zu teuer ist, weil es ohnehin kein Erdöl mehr und keine Mittel für das Gesundheitssystem gibt. Das gesamte verfickte Scheißdreckssystem ist ein gigantischer Eisenbahnzug, tonnenschwer, beschleunigt bis zur Weißglut seiner Achsen, Räder, Naben und Einzelbestandteile, und noch exakt 1323 cm entfernt von dem Punkt, da die Gleise unvermittelt aufhören und eine riesige Felswand sich erhebt – diese Maschinerie ist verdammt, auf brutalstmögliche Weise ihr Dasein ins Universum auszuhauchen, und Ihr alle, wir alle, mit ihm.

    Was soll es mich kümmern? Früher oder später werde ich sowieso sterben, warum genieße ich nicht mein Leben bis dahin, als gäbe es kein Morgen, lebe in jeden Tag und erfreue mich an dem, was noch geblieben ist – an den Blümelein, die aus dem Straßenasphalt sprießen, so, wie ich mich in einer Einzelzelle erfreuen würde an jedem Sonnenstrahl, der durch das hohe Fenster auf die eingeritzte Zeichnung an der Wand gegenüber fällt. Beachte einfach nicht den sich langsam erhebenden Irrsinn um mich herum, ignoriere die Schlagzeilen auf den Zeitungen, die hässlichen, rohen und dummen Primitivlinge, die zwangsläufig meine Wege kreuzen müssen und jedesmal den Wunsch in mir nähren, auf furchtbarste, bestialischste Art ihr Leiden zu verlängern und einen grausamen Tod unausweichlich zu machen: indem ich nichts tu.

    Was zu tun sei? Die naheliegenste und schlußendliche Konsequenz ziehen, Eurer Furcht Euch stellen, die Euch davon abhielt, zu hinterfragen, was so bequem und gewohnt Euch wurde, endlich diese unsichtbare Wand durchbrechen, gegen die Ihr immer wieder laufen werdet, solange Ihr sie nicht niederreißt, aufhören, wie ein ungebumster Bugs Bunny um den heißen Brei zu tanzen. Euer Blut reinigen von dem Gift, das Eure Eltern und Lehrer und Meister und Professoren und Priester und Quacksalber und Scharlatane und Schwarzmagier über all die Millennia injizierten und vererbten. Ihr wollt mein Utopia? Schafft Euer eigenes, seid kreativ, denkt es, fühlt es, spürt es, wie es sein soll, wie Ihr es gerne hättet, wie es sein soll, wie es Euch glücklich macht.

    Ach, Eure entsetzten Gesichter und Abwehrhaltungen, vorhersagbaren Verteidigungsmechanismen und hilflosen Argumentationstrategien, wenn ich Euch das Liebste zu nehmen drohe. Wollte ich Eure einzige Tochter entführen, wärt Ihr nicht halb so erschüttert wie wenn ich an den Grundfesten Eurer irrationalen Selbstverständlichkeit rüttel und sage: schafft das Geld ab. Wie Ihr pfeifend die Luft einsaugt, um wie aus der Pistole geschossen zu entgegnen – gerade so, wie man es Euch beibrachte – die einzige Alternative wäre der Tauschhandel – und man könne ja wohl kaum mit dreihundert Sack Kartoffeln den Gegenwert für einen Computer entrichten. Wie Ihr Euch verstrickt in die Paradoxien und Widersprüche, um Euer höchstes Gut zu erhalten, wenn eine neue Technologie wie das Internet die Basis des Eigentumparadigmas in Frage stellt. Geistiges Eigentum, ha! Dieses Lied gehört Dir? Habe ich es Dir weggenommen, als ich es auf meine Festplatte kopierte, weil es auf Deiner Homepage zum Download ausgestellt war? Oder – hast Du es noch…? Und was ist mit der Karotte? Ist sie Dein, weil Du sie gesät, oder gehört sie sich selbst, oder uns allen? Ist sie weg, wenn ich sie verspeist habe, oder ist sie mehr weg, weil sie in Deinem Eigentum verbleibt, weil das Angebot die Nachfrage übertraf und deswegen in Deinem Lager verrottet, oder gibt es bereits eine Kopie, die im nächsten Jahr im Felde wachsen wird? Herrscht tatsächlich ein Mangel an irgendetwas über-lebenswichtigem, sodaß man es wegnehmen könnte? Oder leben wir auf einer Sphäre des Überflusses, des ungleich und ungerecht verteilten Überflusses?

    Weg, wegger, am weggsten? Oder vielmehr immer noch da, immer wieder neu? Getreide, Früchte, Wasser, unser aller Erbgut, vom Beginn unseres Daseins anteilig legitimer Besitz aller Lebewesen, Bedingung zur Durchsetzung unseres Naturrechts der Bedürfnisbefriedigung und gottgegebenen Daseins- und Selbsterhaltungsberechtigung?!

    Schafft Euer Geld ab, schafft Eure Gesetze ab, wenn Ihr keine Kriminellen sein wollt, wenn Ihr nicht arm sein wollt; wenn Ihr tatsächlich daran glaubt, das utopische Ideal eines Paradieses wäre denk- und machbar, “vielleicht, eines Tages”, – und das tut Ihr, schon längst hättet Ihr sonst Eurem Dasein ein gnädiges Ende bereitet, kaum würdet Ihr sonst in politischen Debatten Euch ergehen und räsonnieren und diskutieren und Euren Willen zur Zukunft und Euer Verständnis der Vergangenheit durch Teilnahme an politischen Prozessen offenbaren, sondern würdet alle Hoffnung fahren lassen, Euch ergeben, gebeugten Hauptes kniend und jammernd die Handgelenke auf dem Rücken gekreuzt Eure Tyrannen anflehen, Euch in Ketten zu legen und auch das letzte bisschen Macht, Freiheit und Verantwortung sich zu nehmen.

    Wimmernd der eine, zornig der andere von Euch, allesamt wutentbrannt japsend, da Ihr diese ungeheuerlichen Spottworte vernehmt, die grausame Arroganz, die nichts anderes sein kann als die Anzeichen einer langsam ausbrechenden, vielleicht ansteckenden Geisteskrankheit eines gebrochenen und von eigenen Dämonen gequälten Egos, eines gescheiterten Verlierers, die Verzweiflungstat eines Irren, kurz bevor er unter Hieb-, Stich- und Schusswaffen die Innenstadt aufsucht und mit eiskaltem Lächeln ein gräßliches Massaker veranstaltet, bis sein Blut sich, vergossen von herbeigerufenen Sicherheitskräften, mit dem der unzähligen von ihm wahllos Hingerichteten und ohne Rücksicht auf Alter, Geschlecht und Stand abgeschlachteten Opfern in den Gullis des marmornglitzernden Konsumtempelkomplexes mischt: Das Geld abschaffen? Die Gesetze abschaffen? Wie soll das funktionieren? Die Diskussion wird zum Rückzugsgefecht, du hast ja recht, es wäre ja schon schön, allein, es ist zu spät, wir können nichts mehr tun, ich würde ja, doch alle anderen müßten mitmachen, doch sie sind zu dumm und ungebildet, und wir können nur das beste daraus machen, und so schlecht geht es uns ja nun auch wieder nicht – Feiglinge! Erbärmliches Pack! Vielleicht verdient Ihr es ja gar nicht anders, aber kommt nur, kommt nur herein, willkommen in meinem Utopia. Gebt acht auf die Disteln, Dornen und Brennesseln und die Klapperschlangen, wir nähern uns dem Herzen des Paradieses.

    Sät keinen Weizen, wenn Ihr Kartoffeln ernten wollt, sät ihn nicht in die Flußläufe und auf den kargen Felsen, Kretins, Idioten, Wahnsinnige, Bürger des globalen Dorfes Schilda! Ihr versenkt einen Schatz im Meer und markiert die Stelle am Schiff; ein Weiser deutet auf die Sonne und Ihr schaut auf den Finger!

    Ich habe Eure sogenannte Weisheit mit dem goldenen Löffel gefressen, um sie Euch gut verdaut in die Kloschüssel Eurer Hirne zu pressen. Geld ist Macht? Geld regiert die Welt? Geld ist die Wurzel allen Übels?

    Wer regiert das Geld? Wer hat die Macht? Was nährt die Wurzel, wenn nicht Eure fungoiden Triebe und gierigen Gelüste? Als ob die Welt brach läge, gäbe es kein Geld mehr! Als würden alle Melodien verstummen, aller Wissensdurst versiegen, alle Quellen staubig werden, wenn wir nicht ständig diese bunt bedruckten Klopapierfetzen anbeteten wie einen übermächtigen Götzen, der uns jeden Wunsch zu erfüllen vermag, solange wir nur grausam und selbstsüchtig genug uns gerieren im Umgang mit unserer Umwelt!

    Oh, Ihr habt gehört, daß Computer dumm, nur an Ergebnissen zu liefern in der Lage sind, was man ihnen vorher eingegeben hat, daß man es Input nennt und Output, Ihr habt gehört vom Pawlowschen Hund und der Spieltheorie und dem Behaviorismus. Und doch füttert Ihr die zarten Gedankenwelt der Folgegeneration, die armen, unschuldigen Kinderhirne mit all der unverdauten Scheisse, aus Angst, sie könnten Euch überflügeln, eine höhere Kenntnis erlangen, kappt die Triebe ihrer Rebellion gegen Euern Wahn, beantwortet ihre neugierigen Fragen mit dem selben vergifteten Bullshit, an dem Euer eigener Wille zum Höheren und zum Schönen verwelkte; tadelt ihren natürlichen Egoismus und Überlebenstrieb, indem Ihr ihnen die vor nahrhafter, sättigender Milch überquellenden Brüste der Natur vorenthaltet und stattdessen die vorgekauten Plastikspeisen aus den Regalen Eurer Unterdrücker in die noch zahnlosen Münder stopft, und wundert Euch, daß die Welt vom Schlechten zum Schlimmeren fortschreitet.

    Und wenn einer käme, um Euch zu sagen, daß es ein Wundermittel gibt, eine heilige Pflanze, einen Stein der Weisen, einen Born ewigen Lebens, vor Furcht würdet Ihr erstarren, an Eure liebgewonnenen Glaubenssätze Euch klammern, denen zufolge dergleichen ganz und gar unmöglich sein muß, dieser Verrückte ein Gesandter luziferischer Mächte, ein Verführer, sein Geschenk in Wahrheit die Büchse der Pandora, ihr würdet ihn niederschlagen und auf Euren Marktplatz zerren und in aller Öffentlichkeit teeren, federn, aufhängen, steinigen, vierteilen oder sonstwie henken und im beruhigten Gewissen, die Welt gerettet zu haben, in Eure vertrauten Wohnungen heimkehren und Euren vertrauten Fernseher einschalten und die vertrauten Sendungen ansehen, bis in den vertrauten Abendnachrichten gesagt wird: ja, in der Tat, eine Ausgeburt der Hölle muß das gewesen sein, die vorschlug, die Wüsten zu begrünen, die Wasser zu reinigen, wahre Weisheit und die Befähigung zum Lernen, Studieren und Entscheiden die Kindheit zu lehren, die Mauern zu schleifen, die Türen zu den Schatzkammern und geheimen Bibliotheken ihrer Schlösser zu entledigen! und Ihr beruhigt in Euer vertrautes Bettchen sinken könnt, während irgendwo auf dem wunderschönen Erdenrund wieder ein paar Negerkinder abkratzen, weil sie nichts zu Fressen zwischen die Kiemen bekommen oder allen besseren Wissens zum Trotze aus purer Verzweiflung verseuchtes Wasser getrunken haben.

    Dieser Bach, liebe Besucher, kommt aus der Mitte meines Reiches, er schlängelt sich wie ein blaues Mäander quer durch das ganze Land und rauscht nun, seines Dammes beraubt, als breiter Strom hinaus in Eure Welten… hier noch sprudelt und plätschert er munter durch sein von Wäldern und Auen gesäumtes Kieselbett, drum nehmt Euch ein Herz und springt hinüber… ich nenne ihn Rubicon, denn hier beginnen die Hochebenen der ewigen Glückseligkeit.

    Wenige seid Ihr geworden! Wo bleibt der Rest? Versunken in den Sümpfen, erstarrt in der Kälte der Gipfel, die wir erklommen und hinter uns gelassen, ertrunken im Malstrom, der vor der Küste seinen greulichen Schlund nach Nahrung aufreißt? Sei’s drum.

    Ja, Ihr habt vertraut – vertraut den Versprechungen Eurer Priester, Götter und Politiker, die Euch eine bessere Welt weissagten, solange Ihr nur ihren Weisungen folgtet, und Ihr vertraut immer noch. Nicht, weil dieses Vertrauen jemals belohnt worden wäre, sondern aus Mangel an Alternativen -

    hier ist sie! Eine neue Generation, eine neue Welt, eine neue Ordnung des Chaos, die Sicht der Dinge durch das Mikroskop eines galaktischen Riesen, der den dritten Planeten unseres Sonnensystems, in Fixierlösung getunkt, begutachtet.

    Alles ist Veränderung, ob nun Fort- oder Rückschritt, ist lediglich eine Frage der Perspektive. Der Tod ist nah, und er ist uns Trost und Hoffnung zugleich, daß die Dinge sich verändern werden, nach uns so sehr, wie sie es taten, bevor sie uns hervorbrachten, um bald darauf zu vergehen. Es geht nicht um Schuld und Sühne, es geht nicht um Verantwortung oder darum, was getan werden muß, weil es alles einerlei ist.

    Es geht nicht darum, was wir erreichen wollen, denn morgen schon könnte der Mond uns auf den Kopf fallen und all die Gedanken wären umsonst gewesen. Lohnt dann alles Streben nicht?

    Den Duft einer Rose atmen – lohnt sich nicht, diese zwei Schritte hin zum Strauch zu gehen, so gleichgültig die dabei entstehende Lust auch zufolge allen Scheissegalphilosophien im universalen, teleskopischen Kontext ist?

    Auf diesen Feldern dort blüht der Hanf. Es ist eine anspruchslose Pflanze, die nur wenig mehr als Sonnenlicht und genügend Wasser benötigt, sie wurzelt tief und lockert das Erdreich, sie wächst schnell und ist sehr ergiebig – die Fasern ihrer Stengel eignen sich zur Herstellung äußerst langlebigen und feinen Papiers, als Baumaterial, als Grundstoff für vergleichsweise robuste Textilien und allerlei andere Erzeugnisse. Die Samen des Hanfs sind sehr schmack- und nahrhaft, enthalten vitale Fette und sind äußerst vielfältig in ihren Anwendungsmöglichkeiten. Seine Blüten eignen sich als Medizin für diverse Schmerzzustände oder als Portal in andere Wirklichkeiten. Und die Leute, die dort mit Karren und Erntegerät kommen, werden noch vor Anbruch der Dämmerung gemeinsam bei Met und Bier beisammensein, und tanzen, und spielen, gemeinsam, dem Geiste der Natur zu danken.

    In diesem Haus wohnt ein Arzt, der Kräuter kennt, die viele Arten von Leiden lindern können, Nahrungsmittel, um die Leiden zu vermeiden, Anwendungen und Massagen, ja, Worte und Zauberformeln, um die im Geiste niedergedrückten von ihren Seelenschmerzen zu befreien. Er genießt einen ausgezeichneten Ruf, und er weiß, daß man ihn schätzt, die stärkste Währung und der fürstlichste Lohn dieser Welt.

    Drüben im Dorfe gibt es einen Lehrer, der den Kindern ihre Fragen beantwortet, sie lehrt, zu erringen, was sie sich wünschen, im Einklang mit den Geistern der Natur und den Gesetzen des Universums; auch ein paar fahrende Musiker, die auf der Straße zur Freude der Vorübergehenden und Stehenbleibenden aufspielen und jedem, der es wünscht, ihre Internetadresse geben, wo man ihre Melodien herunterladen und bei sich tragen kann.

    Gerade ist wanderndes Volk zu Gast in der Stadt, das sich anbietet, verschlissene Wohnungen zu renovieren oder ein Haus für die neugegründete Familie zu bauen, damit bald die Urgroßeltern einziehen können, wenn die Leibeskraft sie verläßt, doch ihr Geist und Wissen noch von unschätzbarem Wert für das schon im Schoße einer Schönen keimende Leben sein werden. Von ihrer Wanderschaft haben sie Neuigkeiten aus allen Ecken und Enden der Welt mitgebracht von Bekannten und Freunden, von Ereignissen der Freude und des Glücks.

    Drüben auf dem Hügel der Typ, der hat sie nicht mehr alle, er schaut ins Teleskop seines Himmelsobservatoriums und phantasiert, es müsse doch möglich sein, eines Tages eine Siedlung auf dem roten Planeten zu errichten, des Menschengeschlechtes, nein, Gaias veredelten Samen in den zu erschließenden Boden zu pflanzen, damit er neue Früchte trage und vom Wind der Gelegenheiten hinausgeblasen werde zu noch ferneren Sternen.

    Und die Leute, die Ihr dort seht, sie kommen gerade von den Feldern, um ihre Freude über die reiche Ernte mit ihren Freunden zu teilen, das Lager für den Winter zu füllen, damit niemand hungrig sein muß, wenn der Schnee die Häuser peitscht.

    Was? Ach das! Natürlich ist das ein Transporter, was denkt denn Ihr? Klar zurück zur Natur, doch nicht zu Fuß. Nein, keine Angst, er hat einen Elektromotor, der gespeist wird von den Kollektoren, die tief im Süden der Sonne Licht in Wärme und diese in Elektrizität umwandeln, er bringt gerade die Tageslieferung Südfrüchte, wir leben doch nicht mehr im Mittelalter… die Infrastruktur funktioniert ganz hervorragend, danke der Nachfrage, schließlich wird hier nach Bedürfnissen produziert. Wie, Du hast das so verstanden, daß hier Steinzeit herrscht? Quatsch!

    Der technologische Fortschritt ist doch faszinierend! Herauszufinden, was möglich ist, ohne der Umwelt Schaden zuzufügen, im Gegenteil: ihr zu nutzen, ihr zu dienen! Mit dem Internet Wissen auszutauschen über die Gepflogenheiten dieses Bienenstammes oder jener Pandabärenpopulation; mit halbautomatisierten Landwirtschaftsmaschinen das Getreide zu bewässern und die Ernte einzufahren und computergesteuerten Segelschiffen Güter rund um den Globus zu verschicken, jeder das Beste seiner Region, damit alle etwas davon haben! Blödsinn, “Arbeitslosigkeit”. Es gibt genug zu tun, und jeder macht, was er am besten kann und woran er am meisten Freude findet, gibt, worauf er stolz sein kann im Wissen, anderen eine Freude zu bereiten, weil er damit seine Seele vergrößert.

    Und jetzt laßt das Nörgeln sein, Ihr sucht doch nur irgendwas. Gleichschaltung, blabla. Auf einmal. Darum geht es doch gar nicht, sondern darum, daß jeder die Freiheit und Möglichkeit hat, sich selbst zu verwirklichen, glücklich zu sein, ja, sogar die Freiheit hat, unglücklich zu sein, wenn ihm das irgendwann mal lieber sein sollte. Aber das ist doch kein Zustand auf Dauer. Nicht hier, im Paradies der Spinner, im Utopia der Freiheit. Tragen sie nicht alle Kleider nach ihrem Geschmack, ihre Frisuren so schmuckvoll, wie es ihnen beliebt, ist ihre Rede nicht herzerfrischend offen, anstatt durch unehrliche Höflichkeit verletzend?

    Aber ich kann Euch noch so sehr einen vom Pferd erzählen… geht hin, fragt die Leute selber. Klar werden sie meckern, hier über dies und da über das. Das tun sie immer irgendwie, das tun sie, um ihren Standort auf dem Weg zum Ideal zu verorten – es ist eine Form des kollektiven Selbstbewußtwerdens. Und daher glaube ich, daß Ihr die ein oder andere Beobachtung machen werdet, Euch wohlfühlen könntet in den anarchischen Verhältnissen meines Utopias.

    Die Führung ist beendet, soviele sind wir ja auch gar nicht mehr – haben sich wohl ein paar im Wald verirrt… ich könnte Euch die Bibliothek noch empfehlen, oder die Weberei… ach, macht doch, was Ihr wollt.

    Tja, meine Liebe, die scheinen sich jetzt alle irgendwo umgucken zu wollen und lassen uns beide hier ganz alleine. Der größte Trupp läuft zu den Hanfbauern, als hätte ich’s erwartet… die beiden besuchen den Marsbesiedelungsexperten und lassen sich von ihm wohl sein Algengewächshaus zeigen, mit dem er lebensfeindliche Planeten terraformen will… auch gut… was ist mit dem? Auch weg, naja… hatte der nicht eine Nasenflöte dabei? Der ist bestimmt unterwegs zu den Musikern.

    Was ist mit Dir – kommst Du mit? Ich zeige Dir meine Hütte… nein, ist nicht weit, liegt direkt an der Quelle des Rubicon, schön im Wald… Du hast doch hoffentlich keine Angst vor Hunden? Magst Du Katzen? Ja, eine weiße mit total flauschigem Fell und einen schwarzen Kater. Ich müßte noch Kaninchenbraten von gestern im Ofen haben… puh, und ich dachte schon, Du bist Vegetarierin. Wär auch nicht schlimm, aber ich finde, wenn man ein Tier gern hat, dann ist das in Ordnung, ich sehe das so: man tötet es zwar, aber es hätte ja gar nicht erst gelebt, wenn ich nicht – okay, Du verstehst, was ich meine. Das ist halt der Lauf der Natur, in der Natur ist nichts wirklich grausam. Aber das da draußen, das war einfach komplett hirnrissig… diese industrielle Lebensvernichtung, mechanisiertes Leiden… zum Kotzen, deswegen habe ich es mir hier zurechtgemacht. Da sind wir schon -  wollen wir reingehen oder setzen wir uns auf die Terrasse? Ich koch uns dann nur eben ‘nen Tee… und räum ‘nen bißchen auf… sag mal, wie heißt Du eigentlich?

    So dachte er, und die Mauer war nicht mehr. Sollten sie kommen.

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    Internet-Manifest

    fundstücke

    Wie Journalismus heute funktioniert. 17 Behauptungen.

    http://www.internet-manifest.de/

    Ich denke: Bravo!

    Und doch: für ein Internet-Manifest ist die Schrift viel zu spezifisch auf den Journalismus ausgelegt bzw. an die etablierten Medien gerichtet. Das Internet ist weitaus mehr (findet, wie Herr Falkenburg im Kommentar sich ausdrückte, auch jenseits des Browsers statt: Gaming, Filesharing, Messenging usw.), und auch für diese und alle anderen Strömungen & Subkulturen des Netzes sollte die Maxime aus Punkt 4 (Die Freiheit des Internet ist unantastbar) gelten.

    Doch bleiben wir ruhig beim Web 2.0 (was auch immer das sein mag): da sind die Diskussionsforen, deren Betreiber aus Furcht vor Abmahnanwälten und Klagedrohungen im vorauseilenden Gehorsam Zensurpolitik betreiben müssen. Da sind politisch/weltanschaulich verdächtig  ungestreamlinete YT-Clips, die wegen “Urheberrechtsverletzung” aus dem Netz genommen werden, weil darin z.B. Ausschnitte aus Fernsehdokumentationen (oder einfach nur ein bekanntes Musikstück zur dramatischen Untermalung) vorkommen.

    Und da sind die Amateur-Künstler – angehende Grafiker, Musiker, Filmemacher etc. – die sich de jure in der Grauzone und in Furcht vor Institutionen wie der GEMA und anderen Rechteverwertern- und verwaltern bewegen, weil sie ihre Werke an bereits bestehende anlehnen und in Erwartung von _Feedback_, nicht _Geld_, “veröffentlichen”.

    Ganz zu schweigen von Start-Up-Programmierern und Scriptern, die unmöglich überprüfen können, ob trivialste Routinen nicht unter Umständen vom Quasi-Buchversandmonopolisten patentiert sein könnten.

    Diesem und vielem mehr trägt das Manifest leider keine Rechnung, kapriziert sich allzusehr auf zukünftige noch zu erschließende Vermarktungs- und Monetarisierungsmöglichkeiten. Doch das ist das schöne am Internet und der Interaktion des Kollektivs: Informationen können permutieren. Mit etwas Glück vielleicht auch das “Internet-Manifest”.

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    41 Ex-Mitarbeiter von Terrorismusabwehr und Geheimdiensten bezweifeln die offizielle Version des 11. September.

    fundstücke

    Äh, der Titel sagt ja alles. Hier ein PDF zum Anguggn und Verstehen für jene unter Euch, die – verständlicherweise vielleicht sogar – zweifeln, hin- und hergerissen sich fühlen und fragen, warum denn nur durchgeknallte Verschwörungstheoretiker nicht daran glauben können und wollen, daß man mit 19 Teppichmessern und zwei Passagierflugzeugen drei Wolkenkratzer mit Fallgeschwindigkeit auf ihre Grundfläche zusammenstauchen kann, während der beste Geheimdienst des mächtigsten Militärs der großartigsten Nation aller Zeiten indes voll und ganz außerstande dazu wäre.

    http://www.bushtrash.de/911video/news/180509/pat-de.pdf (Quelle) (Mirror)

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    Paul Lafargue – “Das Recht auf Faulheit”, 1883

    Dugarun

    …eine Widerlegung des Rechts auf Arbeit von 1848.

    Ja, der eine oder andere hat schon bemerkt, daß ich hier und da immer mal wieder Bezug nehme auf Paul Lafargue, und da drängt sich vielleicht die Frage auf: wer ist das?

    Doch laßt mich ganz kurz nur ausholen, liebe Leser. Eines Abends, ich war auf dem Rückweg vom “Beats und Kekse” im Luisenviertel, weckte inmitten des bereitliegenden Sperrmülls eine Kiste Schallplatten meine Aufmerksamkeit. Konservativ, wie ich es im besten Sinne des Wortes bin, untersuchte ich den zur Versenkung im Meer des Vergessens bestimmten Schatz und entdeckte das ein oder andere Juwel, das mit nach Hause zu tragen ich gedachte – Yoko Ono, The Beatles, Metallica, Traffic, Patti Smith, Hüsker Dü und andere Preziosen waren darunter, teils leider leicht derangiert ob einer übermäßigen Bodenfeuchtigkeit, als deren Zeuge sich die Fäule durch die schönen Cover gefressen und in den Rillen der Tonträger festgesetzt hatte. Ausserdem eine Kiste voller Bücher, von denen die meisten mir trockenes Zeug zu sein schienen, einige Titel jedoch mein Interesse erregten, wie zum Beispiel das äußerst tiefsinnige wie amüsante Book Of Nothing, von dem ich allerdings erst beim Lesen erfuhr, daß es aus der Feder des berühmten Osho stammte (da die Umschlagseite fehlte) und mein Interesse für den Zen-Buddhismus noch vertiefen konnte. Jaja, Jäger und Sammler… ich wickelte den Schatz in mein Palästinensertuch und trug ihn nach Hause.

    Ebenfalls darunter befand sich Das Recht auf Faulheit oder/Die friedliche Beendigung des Klassenkampfes von Ernst Benz.

    Laßt uns faul in allen Sachen,
    Nur nicht faul zu Lieb’ und Wein,
    Nur nicht faul zur Faulheit sein!

    ~ Gotthold Ephraim Lessing

    Und zwar handelte es sich, so stellte sich bei der Lektüre heraus, um eine Abhandlung eines Theologen nach 80 Semestern des Studiums der christlichen Kirchen- und Dogmengeschichte über eine Streitschrift von Paul Lafargue: “Das Recht auf Faulheit” von 1883.

    Benz versteht es wunderbar, direkt auf den ersten Seiten herauszuarbeiten, daß der Verfasser der Streitschrift vollkommen ungerechtfertigt im “tiefen Strudel des Vergessens” des Kollektivgedächtnisses versunken ist. Nicht nur war er “Mitgründer der französischen sozialistischen Arbeiterpartei und ihr Sprecher auf zahlreichen Kongressen der Internationale in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts; dank seiner kubanisch-spanischen Herkunft war er auch häufig der Sprecher der spanischen sozialistischen Arbeiterbewegung auf den internationalen Sozialistenversammlungen und spielte auch in ihrer Geschichte eine entscheidende Führerrolle.”

    Doch vor allem war er Schwiegersohn von keinem geringeren als Karl Marx, ging fast täglich mit diesem spazieren, als er während des Londoner Exils das “Kapital” verfasste, veröffentlichte die erste systematische Abhandlung der Marx’schen Lehren auf französisch und behandelte als sein persönlicher Leibarzt die Karbunkeln, über die Marx sich im Briefverkehr mit Engels in epischer Breite auszulassen wußte. Auch mit Engels schien er sich mehr als nur gut zu verstehen, übersetzte er doch seine bedeutendsten Werke ins Französische, wurde zeitlebens von ihm finanziell unterstützt und nach dem Tode von Karl und Jenny Marx als Erbe eingesetzt.

    Laura Marx & Paul Lafargue

    Laura Marx & Paul Lafargue

    Als Nachkomme einer Mulattin, eines Franzosen, eines französischen Juden und einer Karibin indianischer Deszendenz am 15. Januar 1842 geboren, wurde er von Freunden seines “natürlichen revolutionären Adels” gerühmt, war die Verkörperung des “hombre futuro”, der alle Rassen in sich vereinigt. Er wuchs in Santiago de Cuba auf, sprach schon als Kind Französisch und Spanisch, wurde mit neun Jahren nach Frankreich geschickt und begann schließlich ein Medizinstudium in Paris, engagierte sich in allerlei politischen Bewegungen, bevor er in London über die Familie Marx hereinbrach und das Herz der kühlen, emanzipierten Laura eroberte. Bis dahin nennt Marx ihn im Briefwechsel mit Engels immer noch liebevoll den “Kreolen”, nach der Heirat, immer dann, wenn er sich über ihn ärgert, den “Neger” :-)

    Die Sicht des Theologen Ernst Benz offenbart die Gründe für die ungerechte Verdrängung Lafargues aus dem Bewußtsein der sozialistischen und kommunistischen Arbeiterbewegung, selbst aus dem Denken der Neo-Marxisten wie Horkheimer, Marcuse, Bloch und Fromm: “Lafargue hat den unverzeihlichen Frevel begangen, diesen Paradiesmythus [das Bild des wiedergewonnenen Paradieses mit seinen Wonnen, zu denen die Freiheit von Arbeitszwang, die Muße und der fröhliche, kostenlose, leistungsfreie Genuß der schönen Dinge des Lebens gehört] als die geheime Wurzel der sozialen Revolution zu enthüllen und damit die Maskierung der sozialistischen Bewegung durch eine puritanische Vergötterung der Arbeit zu entlarven.”

    Weiter heißt es: “Die eigentliche geistesgeschichtliche Bedeutung Lafargues besteht darin, daß er den Marxismus von seinem krampfhaften und schon von seinem Begründer Karl Marx nie ganz gelungenen Bemühen, sich als ‘Wissenschaft’ zu deklarieren, befreit, und ihn in das übersetzt hat, was er im Grunde immer war, aber niemals zugegeben hat zu sein, nämlich eine Heilslehre. Lafargue hat ganz konsequent den ‘wissenschaftlichen’ Sozialismus von Karl Marx auf seine religiöse Wurzel zurückgeführt.”

    Der schon bei Marx “teuflische” Gott Kapital (”das scheußlichste Gebilde der bisherigen Menschheitsgeschichte”) entthront sich in der Lafargueschen Eschatologie selbst und wird ersetzt durch die paradiesischen Zustände des Schlaraffias/Utopias, in dem niemand arbeiten muß, sich stattdessen der Muße, den Künsten, der Leibesertüchtigung und der “Hintern, nackt wie Bismarcks Schädel” erfreut – wohl auch in Erinnerung an seine Kindheit auf der Karibikinsel Kuba und die Völker, die noch unberührt vom schottischen Whisky und dem Fortschrittsdiktat des Kapitalismus “zigaretterauchend in der Sonne liegen”. Wie bei Marx stellt die Industrialisierung und Mechanisierung der Arbeitsprozesse den Schlüssel zu dieser Welt dar (s. Lafargue-Zitat im letzten Dugarun). Obwohl, oder gerade weil Atheist, geht Lafargue aber dort weiter, wo der spätere Marx beim Konsum stehen bleibt und stellt ihm den Appetit entgegen, sieht also mehr als ökonomische Kenngrößen und weist die tatsächlichen, psychologischen, ja, transzendenten Bedürfnisse des Menschen als Triebfeder seines Handelns und Wollens aus. Dem “Katechismus der Lohnarbeit” stellt er, in blasphemisch zu nennender Absicht, sein “Recht auf Faulheit” entgegen.

    So interessant und erhellend schon allein  die Lektüre von Lafargues Pamphlet ist: Theologe Ernst Benz weist mit zahlreichen Zitaten nach, daß die Verheißung des Paradieses nicht nur in den heiligen Schriften der Juden und Christen (Joel, Amos), sondern auch in der syrischen Baruchapokalypse (”an einem Weinstock werden tausend Ranken sein, und eine Ranke wird tausend Trauben tragen, und eine Traube wird tausend Beeren tragen, und eine Beere wird ein Kor Wein bringen [...] und in jenen Tagen werden sich die Schnitter nicht abmühen und die, welche bauen, sich nicht abarbeiten. Denn von selbst werden die Arbeiten weiteren Fortgang haben.”) und bei Lukians Beschreibung der Insel der Seligen (”Die Weinstöcke tragen 12 mal im Jahre [...], 354 Wasserquellen umgeben die Stadt, ebensoviele Honigquellen und 500 Quellen wohlriechenden Öles [..], außerdem 7 Milch- und 8 Weinströme”) einhergeht mit einer bestimmten Vorstellung der zwangsfreien Arbeit als Abwechslung von der Muße, den Künsten und den Sinnfreuden, sowie mit bestimmten statistischen Angaben ausgemalt wird, und damit, daß Lafargue lediglich einen uralten Menschheitstraum konsequent zuende denkt und auf die Machbarkeit hinweist – nicht mit der kühlen, ökonomisch-analytischen Diktion seines Schwiegervaters, sondern mit dem Feuereifer und dem sehnenden Verlangen eines denkenden Künstlers und idealistischen Träumers.

    Benz erwähnt ausserdem die zahlreichen Bezüge der romanischen Literatur auf das Land Cucania/Coquaigne/Cokaygne/Cucagna, allen voran das “Fabliau de Coquaigne”:

    Li pais a nom Coquaigne
    Qui plus i dort, plus i gaigne [...]
    Et s’il avient par aventure
    Qu’une dame mete sa cure
    à un home que ele voie,
    Ele le prent en mi la voire,
    Et si en fet sa volonté.
    Ainsi fet l’uns l’autre bonté.

    (”Das Land hat den Namen Coquaigne, je mehr dort einer schläft, desto mehr verdient er. Und wenn es sich durch Zufall trifft, daß eine Dame ihr Augenmerk auf einen Herrn richtet, den sie sieht, so nimmt sie ihn, wie sie ihn sieht, und tut mit ihm ihren Willen. So tut einer dem anderen Gutes.”)

    Am 25. November 1911 begingen Paul und Laura Lafargue Selbstmord, indem sie sich nach einer Theateraufführung in Paris Zyankali spritzten, noch festlich gekleidet, in den Sesseln ihrer Wohnung in Draveil, Grande rue 20, sitzend, “ehe ihm das unerbittliche Greisenalter die Freuden des Daseins [...] entreißt, ihn der geistigen und körperlichen Kräfte beraubt, seine Energie lähmt und seinen Willen bricht, ihn zur Last für sich selbst und die anderen macht“, wie er einem Freund seinen Entschluß erklärt hatte. Lenin hielt bei der Beerdigung am 4. Dezember die Grabrede, was ihn nunmehr wohl ebensowenig juckte wie die posthume Empörung seiner Freunde und revolutionären Mitstreiter über seine “Desertation”. Benz postuliert an dieser Stelle: “Der Freitod Lafargues und seiner Frau ist die definitive Widerlegung der horizontalen Eschatologie, denn er bringt in einer unbestreitbaren Weise ihre Überzeugung zum Ausdruck, daß von einer Veränderung der Verhältnisse dieser Erde nichts mehr zu erwarten ist. Es ist eine Absage [...] an alle Utopien und alle revolutionären Programme. [...] Lafargue hat den uralten Menschheits-Traum vom wiederkehrenden Paradies neu geträumt und glaubte ihn auf dem zeitgemäßen Weg der sozialen Revolution verwirklichen können. Andererseits war er selbst zu sehr spielerischer Künstler, um nicht zu wissen, daß ein so schöner Traum mit so blutigen Mitteln nicht verwirklicht werden kann, und verlegte die revolutionäre Lösung in der literarischen Einkleidung seines Traumes von den Barrikaden auf die Bühne. Aber auch so ist ihm der Traum zu später Stunde irgendwie verschwunden oder unglaubwürdig geworden.”

    Wie auch immer, Paul und Laura Lafargue werden sich das reiflich überlegt haben. Heute, nicht ganz ein Jahrhundert später, kann der reale Kommunismus als gescheitert betrachtet werden, der Kapitalismus ist dieser Tage im Begriff, sich selbst zu zerfleischen. Eben noch war der Proletarier zum Teilhaber des Kapitalisten geworden und die Gewerkschaft selbst zur kapitalistischen Entität, nun nennt sich die Klasse der arbeitenden und arbeitslosen Besitzlosen “Prekarier” und wird mit Hinweis auf die hungernde Bevölkerung der 3. Welt ihrer Unzufriedenheit gescholten, und weit und breit besitzt kaum einer den Mut, auch der 44. POTUS nicht, die längst fällige Forderung auszusprechen, nach Bedürfnissen zu produzieren, statt Bedürfnisse zu produzieren, endlich das Diktat des Konsums zu beenden und alle an den Segnungen der Technologie und des natürlichen Überflusses teilhaben zu lassen.

    Lafargue ist tot, lang lebe sein Traum von einer besseren Welt!

    In die Tiefe:

    Paul Lafargue auf Wikipedia

    Paul Lafargue auf The Marxists’ Internet Archive: (Biographie, Bibliographie) [en]

    Das Recht auf Faulheit auf anarchie.de

    Ernst Benz: Das Recht auf Faulheit oder/Die friedliche Beendigung des
    Klassenkampfes. Lafargue-Studien
    , Klett-Cotta im Ullstein-Taschenbuch, März 1987, ISBN:
    3548390617

    UPDATE: Oskar Lafontaine hat am 02.05.2006 bei “Menschen bei Maischberger“, von der Moderatorin zu einem Zitat seiner Frau über das “Recht auf Faulheit” befragt, tatsächlich Bezug auf Paul Lafargue genommen :-)

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    “Hug The System” – Warum die Revolution scheitern wird

    Dugarun

    Die Revolution ist in aller Munde. Etablierte wie unabhängige Musiker und Bands führen sie im Wappen und in ihren Texten.  Die allgegenwärtige Zurschaustellung von Chés Antlitz auf Flaggen, T-Shirts, Buttons, Kaffeetassen und Caps läßt vermuten: die Revolution ist integraler Bestandteil unserer gesamten Popkultur, und man fragt sich, warum nicht schon längst die Barrikaden brennen.

    Ich bezweifle, daß das System sich ficken läßt, wenn man die Hose runterläßt und in Guevara-Unterbüx dasteht.

    Ein bisschen Schmusen ist da sogar vielleicht noch drin, aber man möchte von seinem Bettgenossen ja auch ein bisserl ernstgenommen werden. Doch das “System” (das zu definieren nun jedem selbst überlassen sein) hat gute Erfahrungen damit gemacht, gewaltsexlüsterne Berufsrevolutionäre in seiner “Pussy Trap” verenden zu lassen.

    Die Grünen zum Beispiel. Hingegangen sind sie mit großen Idealen und wallenden Rauschebärten, den Matsch von Woodstock noch zwischen den Zehennägeln. Die Hoffnung einer Generation, die Biopazifistenpartei, die sogar die Auflösung der NATO fordert. Gibt, in Koalition mit der SPD unter Gerhard Schröder,  im Oktober ‘98 grünes (haha) Licht für den völkerrechtswidrigen Einsatz der Bundeswehr im damaligen Jugoslawien im März ‘99.

    (Oder ein noch extremeres Beispiel. Wer hätte gedacht, daß George Bush mal richtig eloquent war, richtig schlaue Dinge von sich gegeben hat und überhaupt nicht der Meinung war, anderen Nationen das eigene Verständnis von Recht und Ordnung aufzudrücken? Unglaublich? Klickediklick!)

    In wem ist da nicht jeder Funken Hoffnung und die Flamme des Vertrauens in die demokratischen Prozesse unserer Republik erloschen? Nur noch etwas mehr drei Viertel der Wahlberechtigten nahmen an der letzten Bundestagswahl 2005 teil, bei den traditionell ohnehin weniger beachteten Landtagswahlen ist die Quote teils auf knapp über 50% gesunken. Dumm nur, daß der so zum Ausdruck gebrachte Volks(nicht)willen keinen Niederschlag in den Mehrheitsverhältnissen der den Souverän vertretenden Institutionen findet. Der Gang zur Urne wird zur Wahl zwischen Krebs, Aids, Syphilis und Cholera.

    Und das System? Lacht sich einen. Neinneinnein, ohne unbedingten Machtwillen und ein bisschen Wahlbetrug hier und da betritt auf parteidemokratischem Wege niemand so schnell die geheiligten Hallen des gemeinschaftlichen Wollens, und so sollte es ja auch sein. Die Architekten der Bundesrepublik erkannten im Volkswillen die größte Gefahr und wollten vermeiden, daß nochmal das gleiche passiert wie in der Schlußphase der Weimarer Republik. Die Demokratie führt sich selbst ad absurdum, wenn das Volk sich gegen die Demokratie entscheidet.

    Das nächste große Manko ist, daß die Parteiendemokratie nur Fertiggerichte anbieten kann. In einer Zeit, da man beim Starbucks einen Half Decaf Triple Venti Peppermint Soy Extra Foamy No Whip White Caffe Mocha bestellen kann, Subway’s-Mitarbeiter die Kundschaft geduldig bei der zum bisher gewählten Belag passenden Soßenwahl beraten und die meisten Computeranwendungen modular ausgelegt sind, sodaß ein jeder nur die “Plugins” installieren muß, die er tatsächlich benötigt, da muß man bei der eigenen Zukunftsmitgestaltung “Friß oder stirb!” hinnehmen? Die Flat Tax gibt’s nur mit Atomkraftwerk in der praktischen Vorratspackung, Bildungsreformen nur mit präventiv-militärischen Expansionsbemühungen und das Jägerschnitzel nur mit Dillkartoffeln, sorry. Ich mag aber Pommes, und das ganze bitte ohne das übliche dekorative Gemüse, ich habe Hunger! Was ist das denn für ein Restaurant hier?

    Die Situation ist einerseits verfahren, für eine gewaltvolle Revolution sind die Zustände andererseits einfach noch zu paradiesisch. Wir wollen ehrlich sein: wir hier in Europa und in der Bundesrepublik besonders leben auf einer Insel des Glücks und des Wohlstands, verglichen mit dem – oh so fernen! – Rest der Welt. Tariflohn und Hartz IV sind zu wenig für einen anständigen Lebensunterhalt und zuviel, als daß man sich mit Mistforke, Baseballkeule und Molotov-Cocktail dem nächsten Marsch gen Berlin anschließen würde (und mit abgespaceten Alleingängen à la Roland Ionas Bialke tut  man der Revolution nun wirklich keinen Gefallen). Und überhaupt – was würde es ändern? Vorneweg müßte wieder einer von diesen charismatischen Hirnverdrehern wandern, die erst große Volksreden schwingen und sich dann doch als erstes eine Kiste Zigarren aus Kuba und lecker Kaviar und Krimsekt vom großen Bruder schicken lassen.

    Das große Dilemma einer jeden Revolution ist, daß die Not erst unerträglich geworden sein muß. So unerträglich, daß den Menschen jede noch so beknackte Alternative begrüßenswert erscheinen muß, solange sie sich nur gegen das bestehende Konstrukt wendet. Erstmal weg damit, dann sehen wir weiter – und dann: hoppla, von der industriellen Vernichtung von Bauchtaschenträgern oder der Ächtung von Besitzern angewachsener Ohrläppchen war doch vorher gar nicht die Rede?!?

    Ist doch logisch. Erst muß der eine “Gegner” vernichtet werden, vorzüglicherweise “die korrupten Bonzen”, danach muß möglichst schnell das nächste Feindbild her, um den ganzen Haufen zusammenzuhalten. Es könnte ja sonst sein, daß sich die einzelnen wieder auf ihre ursprünglichen Wünsche und Forderungen an die Gesellschaft und das System besinnen: “Herr Ober, die Pommes sind versalzen!”

    Und selbst die Graswurzelbewegung wird kaum weiter als bis zum nächsten Betonfundament kommen. Zu verschieden sind die Zielsetzungen und Vorstellungen des zu schaffenden Utopias, das wir alle irgendwie in unterschiedlicher Form in unseren Herzen tragen. bolo’bolo sagen da die einen, Anarchie rufen die anderen. Sozialismus! Kommunismus! Freiwirtschaft! Marxismus! Theokratie! Monarchie! Aristokratie! Trotzkismus! Faschismus!

    Zurück zur Natur! Aber nicht zu Fuß!

    Ha! Sechs Milliarden benevolente Diktatoren!

    Gut mit uns selbst und dem Rest der Menschheit meinen wir es zweifellos alle, und ich wette, selbst die Herren Präsidenten, Kanzler, Premiers und die anderen aristokratischen Hoheiten haben kein ersthaftes Interesse daran, anderen Menschen wehzutun. Visualisieren wir Angela Merkel, nein, George Bush, nein, Stalin, nein, Pol Pot, ach, was sage ich: stellen wir uns Adolf Hitler vor. Nicht als den größenwahnsinnigen, paranoiden Tyrannen – früher. Nicht als Führer, der angetreten ist, um Deutschland zu seiner alten Größe zu verhelfen, umschwärmt und angebetet von den Frauen, bewundert und beneidet von den Männern. Nicht als Putschist, der tief enttäuscht und verbittert im Knast sitzt und sich fragt, was verkehrt gelaufen ist. Nicht als braven, tapferen Soldaten im 1. Weltkrieg, der für sein Vaterland gekämpft und in den Schützengräben der Westfront einen Hoden verloren hat (sagt man jedenfalls). Auch nicht als den jungen Künstler, der tief versunken und voller Konzentration den Pinsel über seine Gemälde führte.

    Stellen wir uns den lieben, süßen, kleinen Adi vor, wie er in Windeln unbeholfen über den Boden krabbelt und mit kullergroßen, babyblauen Augen die Welt um sich zu verstehen versucht und ab und zu versucht, sich bunte Bauklötzchen in den noch zahnlosen Mund zu stopfen. Ist er nicht herzallerliebst, der kleine Bub?

    Wir waren alle mal so. Auch die Angie und der Georgie und der kleine Iosif Vissarionovič Džugašvili. Was will so ein Menschlein mehr als geknuddelt und gekost und liebgehabt und hin und wieder an einen saftigen Busen gelegt zu werden? Die wollen niemandem wehtun, die wollen keine Wasserstoffbomben und Atomraketen und Landminen und Panzer mit uranangereicherter Munition bauen, die wollen keine Genozide veranstalten oder anderen Menschen das Trinkwasser abstellen und die Brunnen vergiften. Und von allein kommt man auf solche Ideen ja auch nicht immer gleich.

    Es wäre natürlich Unsinn, so zu tun, als wären diese Machthaber auch bloß die Opfer der Sachzwänge und ihrer Umwelt. Sehr wohl sind sie verantwortlich für den Stuß, den sie während ihrer Regentschaft verzapfen. Sehen wir sie trotzdem als das, was sie sind: Menschen wie Du und ich, die auch nur mit Wasser kochen und beim Kacken nicht nach Lavendel duften, sondern furchtbare Grimassen schneiden. Schließen wir sie in unsere Gebete und Gedanken ein, in unsere Meditationsrituale und unsere Segenswünsche (da macht ja jeder so sein Ding).

    Sie haben Angst, furchtbare Angst, denn sie stehen mit dem Rücken zur Wand. Wir sind viele, und wir sind unaufhaltsam, wir sind dezentral vernetzt, wir wissen bescheid, wir können es besser. Wir sind laut und haben Spaß dabei, wir sind unermüdlich und unterstützen uns gegenseitig. Wir werden mehr, wir werden immer mächtiger, wir sind auf jedem Kontinent, in jeder Nation, in jeder Stadt und in jeder Schule am Start, und wir sind ihnen moralisch und ideologisch überlegen. Natürlich haben sie Angst, furchtbare Angst sogar.

    Wir können ihnen diese Angst nehmen, denn sie brauchen sich nicht vor uns zu fürchten. Wir haben sie doch lieb und verstehen ihre Gefühle und haben erkannt, daß wir gemeinsam viel besser vorankommen, als wenn jeder seinem Tischnachbarn die Butter aus den Poren seines Brotes popelt. Wir wollen ihnen nichts wegnehmen. Wir wollen ihnen etwas schenken. Unsere Utopie, unser Paradies, unsere Neue Weltordnung.

    Wie soll sie aussehen? Ein paar Parolen sind schnell ersonnen: Friede, Freiheit, Gerechtigkeit. Glück. Erfüllung. Liebe.

    Doch füllen wir die Worte mit Bedeutung.

    In was für einer Gesellschaft wollen wir leben, was für Alternativen gibt es zur Parteidemokratie und zum Kapitalismus, welche Ideen bestehen bereits und warten nur darauf, umgesetzt zu werden?

    Ich möchte hier kurz zwei Konzepte vorstellen, die ich persönlich für recht vielversprechend halte, vielleicht der ein oder anderen näheren Betrachtung und Feldtests bedürften, aber auf jeden Fall etwas Aufmerksamkeit verdient haben, da sie mir im Einklang mit dem Wesen der Natur und des Menschen zu sein scheinen.

    Eines dieser Konzepte ist zum Beispiel, wenn es um eine bessere Regierungsform geht, die

    Demarchie.

    Freilich handelt es sich um ein Kunstwort, allerdings nur, um sich vom bisherigen Begriff der “Demokratie” abzulösen; die hat nun doch einen etwas faden Beigeschmack von Parteiendiktatur. Auch Volksabstimmungen eignen sich m.E. nur bedingt zur Findung des Volkswillens; nicht, weil etwa das Volk nicht wüßte, was gut für es ist oder gar zu leicht von den MeinungsBILDungsprozessen von Propaganda, Einpeitschern und Demagogen verdorben werden könnte, sondern – und dieser Vorwurf ist nicht der jüngste – weil es sich um eine Form der Diktatur der Mehrheit über Minderheiten handelt (wofür wiederum das Kunstwort “Demokratur” vorgeschlagen wurde). Denn Demokratie, “Herrschaft des Volkes”, bedeutet ja nicht, daß die Mehrheit der Schulklasse entscheiden darf, der Klassenaugust habe für den Rest des Semesters die Stühle hochzustellen und die Tafel zu putzen.

    Die Demarchie wurde und wird in der einen oder anderen Form bereits praktiziert, ein schönes Beispiel ist die “Jury” der US-amerikanischen Gerichtsbarkeit. Zu den Grundzügen: per Zufallsverfahren wird ein statistischer Querschnitt der Bevölkerung genommen, damit dieser in konsensorientierten Diskussionen Ergebnisse schafft und Entscheidungen trifft. Nicht Machtwillen, Parteilinie und Wahlversprechen entscheiden, wer dem Volk “dienen” soll, sondern der Zufall, der Konsens und die Begegnung auf Augenhöhe.  In die Tiefe geht es mit dieser Lektüre.

    Ein anderes Konzept, dessen tieferer Wert und Praktibilität sich mir gestern erst erschlossen hat, ist die Idee vom

    bedingungslosen Grundeinkommen.

    Ich war ja erst nicht so dafür, doch dann habe ich diesen Film-Essay gesehen. Natürlich wird man erstmal sagen: ey, dann geht ja keiner mehr arbeiten, oder: wer soll das bezahlen? Letzten Endes jedoch ist dies nichts anderes als die konsequente Zuendedenkung der Lafargue-Marxistischen Idee, und ausgerechnet von Neoliberalismus-Urvater Milton Friedman (war nicht alles Mist, was er gedacht und gesagt hat) wurde ein ähnliches  Modell vorgeschlagen. Der geschätzte Leser merkt schon, das hier hat nichts mit “links” oder “rechts” zu tun, sondern mit einer Gedankenaufräumung: die hundert, zweihundert Jahre der Industrialisierung, ja, selbst die Erfindung des Rades, des Feuers und des windbetriebenen Mühlsteins, die ganze Geschichte der Ökonomie hatte doch diesen Punkt im Sinn, dieses Segensziel: nicht mehr arbeiten zu müssen, Arbeit zu rationalisieren. Die Automatisierung der “Drecksarbeit” ist der Segen, nicht der Fluch unserer Zeit. Daraufhin haben unsere Vorfahren gearbeitet, weil wir “es mal besser haben sollten”. Anders als die alten Griechen, bei denen die körperliche Arbeit den Sklaven vorbehalten war und ein aufrechter Bürger sich um Leib und Geist sorgen sollte, haben wir einen mechanischen Sklaven, den “auszubeuten” keineswegs unmenschlich ist, der sich schon kleinerer Zuwendungen in Form eines Ölkännchens freut.

    Ein griechischer Dichter aus der Zeit Ciceros, Antipatros, besang die Erfindung der Wassermühle (zum Mahlen des Getreides) als Befreierin der Sklavinnen und Errichterin des goldenen Zeitalters:

    »Schonet der mahlenden Hand, o Müllerinnen, und schlafet sanft! Es verkündet der Hahn euch den Morgen umsonst! Däo hat die Arbeit der Mädchen den Nymphen befohlen, und jetzt hüpfen sie leicht über die Räder dahin, daß die erschütterten Achsen mit ihren Speichen sich wälzen, und im Kreise die Last drehen des wälzenden Steins. Laßt uns leben das Leben der Väter, und laßt uns der Gaben arbeitslos uns freun, welche die Göttin uns schenkt.«

    Ach! Die Zeit der Muße, die der heidnische Dichter verkündete, ist nicht gekommen; die blinde, perverse und mörderische Arbeitssucht hat die Maschine aus einem Befreiungsinstrument in ein Instrument zur Knechtung freier Menschen umgewandelt: die Produktionskraft der Maschine verarmt die Menschen.

    Eine gute Arbeiterin verfertigt auf dem Handklöppel gerade fünf Maschen in der Minute; gewisse Klöppelmaschinen fertigen in derselben Zeit dreißigtausend. Jede Minute der Maschine ist somit gleich hundert Arbeitsstunden der Arbeiterin, oder vielmehr, jede Minute Maschinenarbeit ermöglicht der Arbeiterin zehn Tage Ruhe. Was für die Spitzenindustrie gilt, gilt mehr oder weniger für alle durch die moderne Mechanik umgestalteten Industrien. Was sehen wir aber? Je mehr sich die Maschine vervollkommnet und mit beständig wachsender Schnelligkeit und Präzision die menschliche Arbeit verdrängt, verdoppelt der Arbeiter noch seine Anstrengungen, anstatt seine Ruhe entsprechend zu vermehren, als wollte er mit den Maschinen wetteifern. O törichte und mörderische Konkurrenz!

    Um der Konkurrenz zwischen Mensch und Maschine freie Bahn zu verschaffen, haben die Proletarier die weisen Gesetze, welche die Arbeit der Handwerker der alten Zünfte beschränkten, abgeschafft, die Feiertage unterdrückt. Denkt ihr, daß die Arbeiter, als sie damals von sieben Tagen nur fünf arbeiteten, nur von Luft und frischem Wasser gelebt hätten, wie die verlogenen Ökonomen uns vorerzählen? So ein Quatsch! Sie hatten Mußezeit, um die irdischen Freuden zu kosten, um zu lieben und zu scherzen, um vergnügt zu Ehren des lustigen Gottes des Müßiggangs Tafel zu halten.

    [...]

    … Aristoteles [sah] voraus, »Wenn jedes Werkzeug auf Befehl oder auch vorausahnend das ihm zukommende Werk verrichten könnte, wie des Dädalus’ Meisterwerke sich von selbst bewegten, oder die Dreifüße des Hephaistos aus eigenem Antrieb an die heilige Arbeit gingen, wenn so die Webschiffchen von selbst webten, dann bräuchte der Werkmeister keinen Gehilfen, die Herren keine Sklaven.«

    Der Traum des Aristoteles ist heute Wirklichkeit geworden. Unsere Maschinen verrichten feurigen Atems, mit stählernen, unermüdlichen Gliedern, mit wunderbarer, unerschöpflicher Zeugungskraft, gelehrig von selbst ihre heilige Arbeit; und doch bleibt der Geist der großen Philosophen des Kapitalismus beherrscht vom Vorurteil des Lohnsystems, der schlimmsten Sklaverei. Sie begreifen noch nicht, daß die Maschine der Erlöser der Menschheit ist, der Gott, der den Menschen von den sordidae artes, den schmutzigen Künsten und der Lohnarbeit loskaufen, der Gott, der ihnen Muße und Freiheit bringen wird.

    Quelle: Paul Lafargue, Das Recht auf Faulheit, 1883

    Zu den Fragen der Finanzierbarkeit und volkswirtschaftlichen Umsetzbarkeit empfehle ich, sich etwas Zeit für den Film zu nehmen, doch wenn es explizit gewünscht wird, kann ich gerne in späteren Beiträgen tiefer in die Materie einsteigen.

    Nur, wenn “Die Revolution” mehr ist als ein generelles, verzweifeltes “dagegen”, sondern gangbare Wege und Alternativen aufzuweisen hat, kann etwas daraus werden. Und dann hat vielleicht auch das System seinen Spaß daran, liebgefickt zu werden, “mal schnell und mal langsam…”

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    2 Kommentare

    Die große Verschwörung und eine neue Hoffnung

    Dugarun

    Bisher habe ich der Herleitung verschiedener Verschwörungstheorien nicht viel Platz und Zeit gewidmet, und das soll auch so bleiben.

    Interessierte zum Thema finden mit abovetopsecret.com ein schier unerschöpfliches Kompendium fast aller möglichen Fürs und Widers zu jeder Menge Themen; manchmal mutet es an wie eine Episodendiskussion zu den X-Files: UFOs, Roswell, Grays und andere Extraterrestrier, das JFK-Attentat, der wahre Verbleib Adolf Hitlers in Neuschwabenland mittels Reichsflugkreiseln, die notorischen Anschläge des Elften Semptember, Hohlwelterde, der Untergang der Welt 2012, Freie Energien und ihre Nutzbarmachung, HAARP, die Bilderberger, die Trilaterale Kommission, der Bohemian Grove werden da diskutiert und nicht in Zusammenhänge gebracht.

    Ich will auch nicht zum Geheimnis machen, daß ich durch Aufbringung in einer christlichen Sekte ohnehin ein gesundes Mißtrauen gegenüber den meinungsbildenden Institutionen mit auf den Weg bekommen und später durch Robert Anton Wilsons “Illuminatus!”-Trilogie, noch später durch Jan van Helsings “Geheimgesellschaften” reichlich Anstoß bekommen habe, mich weiter mit diesen Ideen auseinanderzusetzen.

    Dabei nicht völlig durchzudrehen ist dabei vermutlich noch die schwerste Übung. Psychologisch betrachtet erhebt das – vermeintliche oder tatsächliche – Wissen um die wahren Zusammenhänge des Weltgeschehens den Verschwörungstheoretiker über den Rest der uninformierte “Masse” und gibt ihm Zuversicht und Sicherheit in einer sonst so beliebigen Welt, da Spinat erst gesund ist und ein paar Jahre später dann doch nicht so viel Eisen enthält.

    Einer logischen Argumentationskette ist der Verschwörungstheoretiker nicht mehr zugänglich, da in seinem monokausalen Weltbild alles einen Sinn ergibt und jedes gegenteilige Indiz seine Überzeugung, daß die Verschwörung viel größer ist als zunächst befürchtet, nur bestärkt. Es dauert nicht lange, bis man an jedem Hauseingang, in jedem Kirchenportal und in jedem Firmenlogo das Signum des allsehenden Auges, Pentagramme, Hexagramme oder Swastikas wiedererkennt (oder alles zusammen). Und das Chronometer zeigt immer 11:11 Uhr, egal, zu welcher Tageszeit man draufguckt.

    Erschwerend kommt hinzu, daß das Geschäft mit der Angst vor einer diffusen Bedrohung durch elitäre, wenn nicht gar ausserirdische Zirkel ein durchaus lukratives ist. Infolgedessen ist der Markt gesättigt an Büchern und Videos, Autoren und Experten, die dieses oder jenes Thema (oder am liebsten alle auf einmal) aufgreifen und mit den neuesten Erkenntnissen der metatranszedentalen Tachyonenforschung in Einklang zu bringen wissen, und im Internet tummeln sich Weise, Wissende und von Lichtgestalten Entführte zuhauf.

    In dieser Hinsicht stehe ich Sokrates sehr nahe: οἶδα οὐκ εἰδώς, ich weiß, daß ich nicht weiß (”nicht”, nicht “nichts”!). Meine Mittel, durch persönliche Erfahrung Gewissheit zu erlangen, sind sehr begrenzt. Aber ein gutes Experiment ist immer, sich der traditionellen 1. Mai-Protestkundgebung anzuschließen, Augenzeuge der unglaublichen, unprovozierten und unverhältnismäßigen Polizeibrutalität zu werden und am nächsten Tag im General-Anzeiger ein Transkript der Pressemitteilung der Polizei zu lesen.

    Dem übrigen Mangel an unmittelbaren Erfahrungswerten gegenüber steht die eine oder andere Stunde, die ich dafür aufgebracht habe, die offiziellen Verlautbarungen des Establishments direkt zu vergleichen mit alternativen Medien oder veröffentlichten Dokumenten. Ein Lehrstück stellt beispielsweise die Darstellung des Kaukasus”konflikts” 2008 dar. Es geht nicht darum, ob Russland oder Georgien das moralische Oberwasser haben, es geht darum, daß selbst die ARD die äußerst luziden Ausführungen Putins sinnentstellend aus dem Interview mit Thomas Roth kürzte, um den Eindruck zu erwecken, Georgien hätte sich lediglich gegen einen Überraschungsangriff Russlands verteidigt.

    Ebenfalls nachdenklich macht der völlige Blackout der Massenmedien (die ja als “vierter Grundpfeiler” eigentlich zu Demokratie, Freiheit und Menschenrechten befähigen sollten), wenn es um die Strategiepapiere wie Donald Rumsfelds “Information Operations Roadmap von 2003 geht, in dem es mehrmals wörtlich heißt: “We must fight the net” oder zu “Psyops”, psychologischen Operationen gedrängt wird, um Freund und Feind mit gezielten Falschmeldungen irrezuführen; oder wenn dieselben Leute, die als Mitglieder des neokonservativen Think Tanks “Project For A New American Century” noch “Mein Kampf”-ähnliche Imperialismus-Apologien wie Rebuilding America’s Defenses: Strategy, Forces and Resources For a New Century verfasst haben, in Entscheiderpositionen gelobt werden, wie Jeb Bush, Dick Cheney, Donald Rumsfeld und Paul Wolfowitz.

    Und warum in die Ferne schweifen, wenn die Verschwörung liegt so nah? Was gab es denn jenseits aller Polemisierung an inhaltlichen Auseinandersetzungen mit den Entwürfen zur EU-Verfassung beziehungsweise der darauffolgenden, unsäglichen und verfassungswidrigen Reformverträge? Waren die Iren, die als einzige in Europa überhaupt als Volk in einem basisdemokratischen Referendum darüber entscheiden durften, wirklich einfach nur stur und verbohrt oder wollten sie gar irgendwelche Agrarsubventionszugeständnisse Rest-Europas herauspokern? Zu bezweifeln ist, daß irgendjemand – ausser juristisch Interessierten und Inselbegabten – sich tatsächlich die Entwürfe durchgelesen und verstanden und einem Redakteur erklärt hat, sonst wäre ein Aufschrei durch die Republik gegangen: nicht das Fehlen des Gottesbezuges, sondern das Diktat der Militarisierung gegen Gefahren von Innen (Volk) und Aussen (andere Völker) wären Politikum geworden, die Zementierung umstrittener Wirtschaftskonzepte, die Reinstallation der Todesstrafe in bestimmten Fällen und der völlige Mangel an Möglichkeiten zur demokratischen Bottom-Up-Kontrolle des sogenannten EU-”Parlaments” – darüber hätte man was in Stern, Spiegel, Welt und FAZ lesen müssen!

    Wie steht es mit der Säbelrasselei, wenn es um den Iran geht? Auch die Medien in Deutschland haben sich nicht zurückgehalten, immer und immer wieder den Präsidenten Ahmadinejad mit der Aussage zu zitieren, er wolle “Israel von der Landkarte” radieren und wie das ja nicht sein dürfe und man diesem antisemitischen Holocaustleugner genauso den Garaus machen müsse wie dem anderen Diktatoren, den die CIA im Nachbarland Irak erst an die Macht geputscht hat. Es erfolgte mittlerweile eine offizielle, aber klammheimliche Richtigstellung. Ahmadinejads Zitat, wörtlich aus dem blumigen Farsi (Persisch) übersetzt, hätte gelautet: “Der Imam sagt, das Regime, das Jerusalem besetzt, muß von den Seiten der Geschichte verschwinden”. Das macht einem den Herrn Ahmadinejad nicht sympatischer, relativiert aber irgendwie doch das geheuchelte Entsetzen und vor allem den reißerischen Aufmacher des Spiegels, den ich seitdem nie wieder gekauft habe: “Der Mann, vor dem sich die Welt fürchtet”. Ein bisschen kleiner wäre es sicher auch gegangen.

    Doch genug der Stichworte. Okay, eins noch: Operation Northwoods. Das Dossier beweist: Entscheiderkreise sind sehr wohl in der Lage, Anschläge gegen die eigene Zivilbevölkerung zu planen oder vorzutäuschen, um einen Vorwand für einen Angriffskrieg zu haben. Das beweist nicht, daß das Weisse Haus in Washington die Attentate vom 11. 9. 2001 selbst ausgeführt hat, aber auch nicht eben das Gegenteil.

    Ja, aber, bei einer so groß angelegten Weltverschwörung müßten doch all die Journalisten und Redakteure und anderen öffentlichen Figuren eingeweiht sein?! Nicht unbedingt. Es geht einfacher: die, die’s wissen, sagen nichts und die was sagen, wissen nichts, der Rest funktioniert mit Erpressung, Bestechung und Einschüchterung. [Wirklich?]

    Ich bitte also um Nachsicht, wenn ich in den bisherigen und den folgenden DUGARUN wie selbstverständlich davon ausgehe, daß Ihr über einige, mehrere oder sogar alle diese und ähnliche Medienspins Kenntnis und Euch eine eigene Meinung, unabhängig von den Unabhängigen und den Un-Unabhängigen, gebildet habt. Für mich ist es keine Frage, OB es eine Verschwörung gibt. Wenn Wissen Macht ist, wird uns Macht systemisch und systematisch vorenthalten und entzogen.

    Für mich ist viel interessanter, ob die Verschwörung tatsächlich so unendlich tief wurzelt, so elitär sich in einem winzigen Kreise aus ein, zwei, vielleicht einer Handvoll oder einem Dutzend Weltenlenker und ein paar halbeingeweihten Mitwissern komprimiert, oder ob es selbst unter den Eliten allerlei verschiedene konkurrierende Strömungen und Ziele gibt und der tagtägliche Wahnsinn ein Ausdruck der Inzest und der Intrigen im Elfenbeinturm der wirklich Mächtigen sind.

    Denn bei aller Empathie fehlt mir das Verständnis für die Eigenwahrnehmung dieser Menschen, die, wie alle anderen auch, sowieso irgendwann den Arsch zusammenkneifen werden und bis dahin offensichtlich nichts besseres zu tun haben, als mehr Macht und mehr Geld zu akkumulieren, als sie jemals in ihrer kurzen Daseinsfrist vernünftig investieren könnten. Ganz so dumm können sie einerseits nicht sein, andererseits halte ich auch nicht für unwahrscheinlich, daß sie Opfer irgendeiner uralten religiösen, ideologisch oder sonstwie gearteten Verblendung sind, derzufolge sie sich für auserwählt oder zumindest für dem Rest der Menschheit überlegen halten.

    Vertreter der Zentralsteuerungshypothese, wie z.B. Alex Jones, haben dargelegt, wie die Machtelite seit Jahrhunderten und von den Schriften Charles Darwins und seines Cousins Francis Galton befeuert nach den Lehren der Eugenik den Supermenschen herauszumendeln versuchen. Freilich kam die “Eugenik”, die in den 20er Jahren in den gesamten Vereinigten Staaten große Verbreitung und Unterstützung durch Kirchen und Medien erfahren hatte, durch die Auswüchse des Rassenwahns im Dritten Reich ein klein wenig in Verruf (und doch sei erwähnt, daß Hitler hier seine Inspiration bezog und – wie andere Intellektuelle seiner Zeit, z.B.  H.G. Wells, Woodrow Wilson und Alex Graham Bell – lobende Worte fand, und daß die ersten Computer für die Eugenik eingesetzt wurden: IBM stellte sie den deutschen Konzentrationslagern zur Verfügung  [mehr]).  Das Kind bekam wohl einen anderen Namen (die Zeitschrift “Eugenical News” hieß nun “Social Biology”), die Idee blieb: die Ausmerzung unwerten Lebens durch Sterilisierung der Träger “schadhaften” Erbmaterials, die Reinerhaltung des Volkskörpers, die Züchtung einer Herrenrasse. Ultimatives Ziel, immer wieder propagiert und mit den Georgia Guidestones von Unbekannten monumental in Stein gemeißelt: die Reduzierung der Menschheitspopulation auf unserer wunderschönen Erde auf handliche 500 Millionen.

    Fassen wir uns also an den Kopf: es ist noch nichtmal ein Geheimnis, sondern offen ausgesprochene Forderung, die Menschheit zu kontrollieren. All das Gefasel von Demokratie und Menschenrechten ist nichts als Augenwischerei. Natürlich haben wir heute objektiv mehr Rechte und Freiheiten als noch zu Zeiten aristokratischer Willkürherrschaft. Das ändert nichts daran, daß auch Freilandhühner dazu bestimmt sind, erstmal viele Eier zu legen und dann zu Biosuppe verarbeitet zu werden.

    Der Schluß liegt auf der Hand: auch der Elfenbeinturm wird nicht von weniger Wahnsinnigen und Durchgeknallten bewohnt als ein durchschnittlicher Wohnblock in Wilhelmsburg oder eine Straße im Briller Villenviertel. Grund zur Sorge ist nur, daß im Elfenbeinturm die Knöpfe zu den atomaren, biologischen und chemischen Waffen verdrahtet sind, um die “Matrix” zu “resetten” und tabula rasa zu machen.

    “Ja Moment mal”, höre ich da eine Stimme, die vernünftiges und logisches wohl zu sprechen gewohnt ist. “Angenehm ist die Wahrheit zwar nicht, aber sehen wir ihr trotzdem ins glasige Auge: es gibt zuviele Menschen, oder zumindest nicht genügend Platz und Ressourcen für diese Menschen” – ja sicher, und all die zurückgebliebenen Wilden und anderen Genkrüppel lähmen nur unser kollektives Weiterkommen auf der evolutionären Leiter!

    Eine meiner schrecklichsten Beobachtungen bei meiner Beschäftigung mit der “alternativen Geschichtsschreibung” ist, denke ich, daß zwar überall Theorien und Erklärungsversuche geliefert werden, um “hinter die Kulissen zu blicken”, “die rote Pille zu nehmen” oder was es dergleichen mehr an Metaphern gibt (neulich mußte ich lachen, jemand erwiderte: “Die rote und die blaue Pille kommen vom selben Pharmaunternehmen!”), eines sich jedoch schmerzlich vermissen läßt: Strategien und Lösungsansätze, um dem Wahnsinn ein möglichst reizloses Ende zu bereiten.

    Ich hielte es für eine gute Idee, auf die Strasse zu gehen, wären da nicht Lautis, Gummiknüppel und Wasserwerfer, die nur auf den ersten agent provocateur aus den eigenen Reihen warten, um die “Chaoten” und “Randalierer” in Gewahrsam zu nehmen. Ich hielt es für eine gute Idee, mich auf Foren zu tummeln und hier und da meinen Senf in den Äther zu drücken, bis ich bemerkte, daß man im Leben nicht gegen die gezielte Desinformation und hirnverbrannte Verstockung der Fundamentalisten aller möglichen Agendas ankommt. Man spricht von Frieden und wird des Fatalismus bezichtigt, sehr lustig.

    Ich erwog kurz, eine Sekte zu gründen, Weltfrieden, frei praktizierte Liebe zur Lösung von Hemmungen und Blockaden sowie Jelly Beans für alle zu predigen und einen Riesenfuhrpark Rolls Royces und einen Harem wolllüstiger Weibsbilder um mich zu scharen, doch dann hörte ich von Osho und verwarf auch diese Idee. Nachmachen macht keinen Spaß, auch nicht mit Jelly Beans.

    Da die erste Idee bekanntlich die beste ist, habe ich die DUGARUN wieder ins Netz gestellt, eine Schnapsidee mit Ursprüngen in ‘99/00, als rotierende “@”-Zeichen und animierte “under construction”-GIFs der letzte Schrei auf den Seiten des Geocities-Servers waren. Was kann ich mehr tun, als zu teilen, was ich für wichtig halte?

    Und ich finde wichtig, zu wissen, daß schon längst mit uns geplant wird - und dieses Wissen weiterzugeben. Nun ist es schwierig, auf Mission zu gehen, ohne, daß sich die Missionierten missioniert fühlen. Niemand soll überredet, bekehrt, rekrutiert oder gar shanghait werden. Für die Gründung oder Unterstützung einer Bewegung, Organisation oder Initiative ist das vielleicht furchtbar kontraproduktiv, doch ich sehe nicht ein, den nächsten Messias auf den Tyrannenthron zu hieven oder mich auch nur ideologisch an der Inthronisierung zu beteiligen. Erst heißt es “Frieden!”, aber, aber, aber, die bösen Nachbarstaaten und das Irakistan zwischen Ural und Anden, die müssen erst zum Frieden überredet werden… Pazifisten an die Macht, notfalls mit Waffengewalt. Schon klar.

    Stattdessen verteile ich hier lieber das mentale Rüstzeug für all die Freiheitskrieger und Friedenspanzerschützen da draußen, die wie ich daran glauben, daß Menschen und Fische friedvoll koexistieren können; daß strukturelle und militärische Gewalt keine Optionen sind; daß die Erde Eigentum aller ihrer Bewohner ist und kein Erbe an, sondern eine Leihgabe von unseren Kindern ist; daß Erfindungen und Technologien der Menschheit nicht aus monetären Gründen vorenthalten werden dürfen; daß es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die uns Messgeräte und Wissenschaftler nicht erklären können; daß früher vielleicht nicht alles, aber das meiste besser war und es in Zukunft nur noch besser sein kann; daß nicht die französische Revolution 1789, sondern der Ruf “Wir sind das Volk!” 1989 in den Geschichtsbüchern stehen sollte als Vorbild für Ausdruck und Durchsetzung des kollektiven Wollens; daß der Mensch von Natur aus weder gut noch schlecht, sondern persönlich an Glück und Erfüllung interessiert ist und daß jeder, wirklich jeder das Potential in sich trägt, sein eigenes Universum zum schönsten Garten der Nachbarschaft zu machen; daß der Frieden erst in unserem Innern selbst sein muß, bevor wir ihn im Außen suchen.

    Ihr seid nicht allein!

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    Über die “Weltfinanzkrise” und Alternativen zur Zinsökonomie

    Dugarun

    Ahoi, und Frohes Neues Euch allen!

    Über die “Finanzkrise”, über drohende Inflation und Hyperinflation, über Rezession und Depression ist dieser Tage viel zu lesen und zu hören. Kaum ein Fernsehsender, kaum eine Zeitung oder Zeitschrift kommt zur Zeit darum herum, das grandiose Scheitern des monetären Systems weltweit zu thematisieren und zu kommentieren. Von Spekulationen und Blasen ist da die Rede, von “Bail-Outs”, von Wirtschaftshilfen, imperative Sprechblasen mit Milliardenbeträgen darin wabern über den Köpfen der Bankenvorstände, Konzernbosse und Politiker, zerfetzt vom Sperrfeuer der Opposition, dessen Projektile alle Kaliber zwischen “Konsumgutscheine” und “Verstaatlichung” vorzuweisen haben. Und der Stammtisch sei hier besser nicht zitiert, will man sich nicht dem Vorwurf der Aufforderung zu einer Straftat aussetzen; und ausserdem gibt es so viele Stricke und Laternen gar nicht.

    Indes – worum geht es hier eigentlich? Im sonst so munter rauschenden Blätterwald erhebt sich große Stille, wenn man nach den tieferen Ursachen für den Zusammenbruch der globalen Wirtschaftskreisläufe fragt, niemand ist da, der zu erklären vermag, was genau da eigentlich passiert ist mit Fanny und Freddy, der AIG, der Adam Opel AG und all den anderen.

    Niemand? Naja, fast niemand. Keine Angst, auch ich maße mir nicht an, das Geschacher zu überblicken und all die komplexen Verwirrungen auflösen zu können, wenn schon die Wirtschaftsweisen, Börsenjournalisten und anderen Fachspezialisten daran scheitern, das Problem zu lokalisieren, zu benennen und eine wirkungsvolle Therapie vorzuschlagen.

    Darum werde ich mich an einem Modell versuchen, einer simplizistischen Veranschaulichung.

    Jeder kennt das Wort “Geldregen”. Regen, das ist ja eigentlich Wasser, das aus dem Himmel tropft. Auch von “Wirtschaftskreisläufen” hat man schon gehört, was direkt an den “Wasserkreislauf” erinnert, wie man ihn in der Grundschule erklärt bekommt: das Wasser steigt, von der Sonne erwärmt, als Wasserdampf von der Erde nach oben, wird zu Wolken und regnet wieder zurück zur Erde. Ja, selbst die buchhalterische Fachvokabel “Liquidität”, also die “Flüssigkeit” von Geld ist ein Hinweis auf die Funktion des Geldes: es soll bewässern, zum Blühen bringen, fließen, in Strömen, und verdammt nochmal als Regen wieder zurückkommen.

    Daß es mit dem Geld eigentlich so nicht ist, erleben wir täglich, und wir brauchen keine Journalisten, Analysten oder Spezialisten, dafür reicht unser Bauchgefühl: irgendetwas stimmt da nicht. Während die einen immer mehr bezahlen müssen, immer weniger dafür bekommen, immer tiefer unter Schuldenbergen versinken und kaum noch ein noch aus wissen – und es zu allem Überfluß auch noch immer mehr Menschen werden, denen es so geht, akkumuliert sich das Geld auf der anderen Seite in monströsen Ausmaßen auf Geheimkonten in irgendwelchen Steueroasen und steht nur noch einer immer kleiner werdenden Elite zur Verfügung. Mit anderen Worten: die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer, die Armen immer ärmer, die Reichen immer reicher und der Teufel scheißt auf den dicksten Haufen.

    Intuitiv ist jedem klar, daß da etwas faul sein muß im Staate. Aber so wirklich zu fassen ist es nicht. Wer ist denn schuld? Die Banken? Die Reichen? Die Konzerne? Die Armen? Das Geld? Was läßt sich ändern?

    Interessanterweise bleibt im öffentlichen Diskurs einer der wichtigsten Faktoren des Geldsystems aussenvor: der Zins – und der damit einhergehende Zinseszins. Natürlich ist es für den Sparer erfreulich, daß sein Geld, so er denn welches hat, auf der Bank ganz von alleine wächst. Wie? Dadurch, daß sein Geld von der Bank als Kredit an ein Unternehmen verliehen wird, das damit in Innovationen und Arbeitsplätze investiert. Allerdings muß der Sparer, wenn er sich etwas von diesem Unternehmer kauft, einen Anteil an dessen Kreditzins mitbezahlen. Die Summe der Sparer erwirtschaftet sich damit notwendigerweise einen Nettoverlust, da der Kreditzins höher ist als der Sparzins, damit auch die Bank was davon hat. Von wegen Win-Win-Situation! Gewinnen kann hier nur der, der schon hat. Viel hat. Mit seiner Hände ehrlich Arbeit kommt hier keiner auf einen grünen Zweig.

    Warum ist das so? Bemühen wir die Zinseszinsformel. Irgendwann nahmen wir in der Schule mal Exponentialfunktionen durch, wir mochten sie nicht besonders, aber irgendwie kommt es einem dann doch bekannt vor:

    Kn = K0 * ((p / 100) + 1)n ,

    wobei

    n : Endkapital inkl. Zinsen nach n Jahren
    K0 : angelegtes Anfangskapital
    p : Zinssatz in Prozent
    n : Anzahl der Jahre

    Wir haben es hier mit nichts anderem zu tun als mit dem berühmten Hofmathematiker, der für seine guten Dienste vor den König gerufen wurde, um sich eine Belohnung zu erbitten, und er nahm ein Schachbrett, legte ein Reiskorn auf das erste Feld, zwei auf das zweite, vier auf das dritte, acht auf das vierte, sechzehn auf das fünfte undsoweiter. Auf diesem Wege solle der König ihm das Spielbrett füllen. Dem König sollte es recht sein, wieviel Reiskörner sollten bei den 64 Feldern eines Schachbrettes schon herauskommen?

    Oder, anders gefragt, wenn der gute Joseph damals zur Geburt seines Sohnes Jesus seinen letzten Pfennig eingezahlt hätte, bei einem Jahreszins von 5% – wieviel Geld könnte er heute abheben (Inflationen und Währungsreformen ausser Acht gelassen)? Ein paar hundert Mark?

    Charakteristisch für die Kurve einer Exponentialfunktion, da f(x)=ax, ist, daß sie einfach in immer größeren Schritten steigt und ziemlich früh fast senkrecht Richtung astronomische Größenordnung zeigt. Der Hofmathematiker erbat sich mehr Reis, als jemals auf der Erde gewachsen ist, der gute Joseph wäre im Jahre 2000 schon stolzer Besitzer von 132 Milliarden Kugeln puren Goldes von der Größe unseres Planeten.

    Das beweist zunächst gar nichts. Kehren wir also zurück zur Geld=Wasser-Analogie. Das gegenwärtige Wirtschaftssystem weltweit begünstigt ein Verhalten, da der Reiche sein vieles Geld lieber hortet, also: dem Geldkreislauf entzieht. Er blockiert quasi den Austausch von Gütern und Dienstleistungen. Anstatt lustig plätschernd vom Berge herab in Schleifen und Biegungen über Auen und durch dunkle Wälder zu rinnen und dabei der Landschaft pures Lebenselixier angedeihen zu lassen, schießt das Wasser in begradigten Strömen giftig, braun und stinkend geradewegs ins Meer, während die Landschaft rundherum verödet, versteppt und verwüstet. In der Realität bedeutet das: zunehmende Massenarbeitslosigkeit, Armut und all die damit zwangsläufig einhergehenden Symptome unserer Gesellschaft – Monopolisierung der Konsum-Syndikate, Stagnation der Innovationen, allgemeine Verblödung, Kriminalität, und, wie es damals war und bald wohl wieder sein soll: Krieg, Not und Elend.

    Ich gehe sogar persönlich so weit zu sagen, daß nahezu jede Malaise unserer Gesellschaft direkt zurückzuführen ist auf die Akkumulation der Geldmittel und der Konzentration der damit verbundenen Macht an einem einzigen Punkte, da auf Dauer nur der reine finanzielle Profit das Überleben sichern kann. Was soll’s den Drogendealer scheren, wenn seine Klienten verrecken, solange der Profit stimmt und sein Auskommen sichert? Welcher Arzt hat was davon, daß seine Behandlung den Patienten kuriert? Was nützt es den Nahrungsmittelkonzernen, wenn ihre Produkte nahrhaft sind? Was nützt es den Regierungen, wenn ihre Untertanen glücklich und zufrieden sind und sich dabei vermehren wie die Karnickel? Welchen Ansporn hat der Ersatzteile herstellende Fabrikant, seine Maschinen auf Robustheit und Langlebigkeit auszurichten? Noch anderser ausgedrückt: wie, wenn nicht mit der unmenschlichen Versklavung von Menschen irgendwo südsüdöstlich zwischen Luanda und Kuala Lumpur und den irrsinnigen Auswüchsen des ungezügelten Kapitalismus läßt sich erklären, daß etwa ein T-Shirt beim Kik, nachdem Garn, Farbe, Druck, Stoff und Gummibund geschätzte fünfeinhalb mal um den Globus gereist sind,  nur 2,49 € kostet, während das gleiche Shirt, hätte man es um die Ecke produzieren lassen, ein vielfaches kosten müßte?

    Dort, wo nur der Profit und das stetige Wachstum des Profits belohnt werden, muß das System derartige Sumpfblüten treiben, alles andere ließe am gesunden Menschenverstand zweifeln. Höchstens Irre können es sich leisten, auf humanitäre Ideale zu pochen, sich Liebe, Frieden, Freude und Gerechtigkeit auf die Fahnen zu schreiben.

    Es klagt freilich nur der Verlierer des unfairen Spiels, nicht der, der davon profitiert, und deswegen wurden einige Profiteure installiert: die etablierten Medienanstalten, die in Scheingefechten auf Strohpuppen einschlagen (”die bösen Manager, Banken, Kleinsparer und Spekulanten!”), gehören sicherlich dazu, und man muß ihnen noch nichteinmal bewußten Böswillen vorwerfen. Welcher Steuerberater würde sich denn mit Fritz Merzens und Paul Kirchhofs Vorschlägen einer “Flat Tax” anfreunden können? Na also. Es braucht keine großangelegte Verschwörung für eine kollektive Ausblendung der naheliegensten Lösungen. Der logische Menschenverstand funktioniert – im Rahmen des Gegebenen – wunderbar, leistet sich jedoch nicht jenen Schritt zurück, der Abstand und Überblick gewährt.

    Also weiter wie bisher, oder etwa nicht? Gibt es eine Alternative? Kommen wir zu den guten Nachrichten: es gab sie, es gibt sie, und es wird sie geben!

    Ein Beispiel. Im Deutschland des 12. Jahrhunderts bezahlte man mit sogenannten Brakteaten, das waren Blechmünzen, und dabei noch nichtmal besonders schöne im Vergleich zu den heutigen feuchten Träumen eines jeden Numismatikers. Man spricht dennoch vom blühenden Hochmittelalter: die Handwerke und Künste erlebten einen Auftrieb, fast sämtliche Döme wurden zu dieser Zeit gebaut (und wie prächtig sie sind!), in öffentlichen Badeanstalten vergnügten sich Männlein und Weiblein, bis dann die Pest kam und das Zeitalter der sittenhaften Frömmigkeit eingeläutet wurde. Wie konnte das sein? Wo kam das Wirtschaftswunder her?

    Stellen wir uns ein Geldsystem vor, da eine Währung nicht unsterblich ist, sondern in regelmäßigen Abständen verfällt (wie alles in der Natur) und eingetauscht werden muß gegen ein neues Zahlungsmittel, für eine geringe Gebühr, versteht sich. Es wäre plötzlich zwecklos, das Geld im Sparstrumpf zu verstecken, vielmehr wäre man gezwungen, sein Geld im Umlauf zu halten und auszugeben für Dinge, die man gern hat. Bilder, Spenden, Werkzeug, Krams halt.

    Das klingt wie eine prima Idee? Ist es auch und wurde deshalb viele Jahre später wieder aufgegriffen, und zwar von einem Herrn namens Silvio Gesell (*1862; † 1930). Die Erde mitsamt all den in ihrem Innern verborgenen Schätze und all den Früchten, die auf ihrer Oberfläche wachsen, gehöre allen Menschen, Nationen, Völkern und Rassen gleichermaßen, sagte er, und das müsse sich auch in den tatsächlichen Besitzverhältnissen und dem Wirtschaftssystem widerspiegeln. Anstatt zu begünstigen, wer leistungslos die Pacht für den “Besitz” von Boden einstreicht, damit immer reicher wird und sich noch mehr Boden kaufen kann, sollte sein Geld ein Mindesthaltbarkeitsdatum haben, so wie alles auf der Welt: eine Kartoffel hält sich nur, bis sie keimt oder verspeist wird (und was anderes auf dem Verdauungsprodukt keimt), ein Hemd wetzt ab, ein Bild verblaßt, ein Haus verfällt, die Menschen sterben. Und nur das Geld soll unsterblich sein? Was für ein Unsinn! Geben wir es der natürlichen Ordnung preis, lassen wir es verfallen und verfaulen und verrotten wie alles im schönen Universum!

    Die Idee ist so neu also nicht. Warum wird sie dann nicht implementiert? Wurde sie! So zum Beispiel im wunderschönen Tiroler Städtchen Wörgl der Jahre 1932/33. Vierzehn Monate lang. Die Wirtschaft florierte. Es wurde gebaut und investiert, die Arbeitslosigkeit sank, entgegen dem restösterreichischen Trend. Andere Gemeinden waren drauf und dran, dem Beispiel zu folgen. Doch die Oesterreichische Nationalbank war es, die Einspruch erhob. De jure sogar zurecht, denn nur sie durfte Geld ausgeben. Unter der Androhung militärischer Waffengewalt gab Wörgl das Freigeldexperiment schließlich auf; das “Wunder von Wörgl” wurde im Verlauf des Zweiten Weltkrieges vergessen und begraben.

    Und wieder erhebt sich der Ruf nach einem gerechteren Wirtschaftssystem, da Produktivität und Kreativität sich in Wohlstand äußern!

    Dieses umlaufgesicherte, sogenannte “Schwund”- oder “Freigeld” soll also die Lösung all unserer Probleme darstellen? Nun, seien wir ehrlich, wir würden doch einiges vermissen, hätten wir unsere Problemchen nicht: abstürzende Windows-Anwendungen, Holland bei der WM, streitsüchtige Ehefrauen, quengelige Nachbarn und das Wetter, das sowieso immer beschissen ist, egal, ob es regnet, schneit, hagelt oder die Sonne scheint. Wo es jedoch um Leben, Überleben und Tod geht, soll das liebe Geld nicht unser Glück trüben, egal, ob wir viel haben oder wenig.

    Noch nicht überzeugt? Na klar, was weiß denn schon irgendsoein Lump im Netz über Geld und die komplexen Wirtschaftskreisläufe?

    Ich weiß nur: Geld regiert die Welt. Und ich frage Euch: wer regiert das Geld? Der Volkssouverän etwa?

    Darum hier ein paar Links zur weiterführenden Lektüre.

    Als allererstens sei erwähnt ein Wirtschaftswissenschaftler, ein Professor der Ökonomie sogar, er heißt Bernd Senf, der hat also schonmal mehr Ahnung. Und ausser vielen dicken Büchern gibt es auch leichtere Kost von ihm, verständlich erklärt und dargelegt in einer höchst aktuellen Vortragsreihe mit dem Namen “Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise”, die aufgenommen und unter http://www.infokrieg.tv/vortragsreihe_mit_prof_bernd_senf_2008_12_21.html ins Internet gestellt wurde. Seine Homepage findet sich unter berndsenf.de und kriegt von mir das Prädikat “studierenswert”.

    Christian Klein hat unter http://www.cko.lu/Freigeld.html einen leichten Zugang zum Thema geschaffen und erklärt die beiden Wirtschaftssysteme anhand des gallischen Dorfes, aus dem Asterix und Obelix stammen: lesenswert.

    In diesem Artikel verlinkt sind ausserdem die Wikipedia-Artikel zu umlaufgesichertem Geld, zu Wörgl und der Biographie Silvio Gesells, die zu verköstigen ich jedem ans Herz gelegt haben möchte, dem meine Darlegungen wohl das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen, aber nicht gesättigt haben.

    Und zu guter Letzt noch ein Hinweis auf inwo.de, einer organisierten Bewegung zur Installation einer natürlichen Wirtschaftsordnung, und ich muß gestehen, daß ich keine Ahnung von deren mittel- und langfristigen Zwischenzielen habe, aber man fühlt sich nicht so allein mit seinen Ideen, wenn man auf andere verweisen kann. Und ausserdem findet sich dort auch dieser erhellende Beitrag, der auf andere Nebeneffekte des momentanten Geldsystems eingeht, wie z.B. die Bestrafung nachhaltigen Denkens bei der Energiegewinnung, und wie es mit Freigeld nicht dazu käme.

    Ist ja nämlich nicht alles Spinnerei, was ich so von mir gebe :)

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