Stichwort: lyrisches.

[video] Mettfabrik – Tschau Freakz 2011

Friends, Musik

Ich hass mich ja selber für meine Art, wie ich lebe
denn von dem Einklang mit Natur ist leider gar keine Rede

Aus dem Hause Sunnata kommt diese wundervolle Botschaft: die Mettfabrik hat wieder einmal Lyrik und Augenschmaus in digitale Form gegossen, wunderschöne Bilder und gereimte Zeilen aus Eden zusammengetragen und eine Message mitgebracht, doch seht und hört selbst…

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SorgenFreu – Ja zum Nein

Musik, SorgenFreu

Ahoi!

SorgenFreu hat jetzt eine eigene Homepage und läßt sich finden unter

dugarun.de/sorgenfreu

Aber das war’s nicht, was ich sagen wollte…

DAS NEUE ALBUM IST DRAUSSEN!

Es heißt „Ja zum Nein“ und sieht so aus:

SorgenFreu - Ja zum Nein

SorgenFreu - Ja zum Nein

…und wenn Ihr draufklickt, findet Ihr raus, wie es sich anhört. Ich freue mich auf Feedback, Lob, Kritik, Fragen und Antworten!

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Und Du…

Dugarun

Broken Herz

Und Du, Du Schöne, die auf Umwegen in mein kleines Leben trat, nachdem sie meinen Ruf vernommen hatte und mir die Dinge sagte, von denen sie wissen mußte, daß sie meiner kummervollen Seele wie Honig schmecken würden! Du, deren Geliebter sich bei unserem ersten unschuldigen Gespräch schon vor Eifersucht verzehrte und entflammte im so gerechten wie unsinn’gen Zorn, und dessen Argwohn umso glühender wurde, je mehr sie ihm versicherte, daß nichts an mir sie interessierte als die Worte, von denen sie hoffte, daß ich sie sagen würde; und für dessen Herzensgröße sie dennoch keinen Vergleich zu finden vermochte als den der Mutterliebe!

Du, die versuchte, mit berauschenden Getränken meine Zunge zu lösen, auf daß ich die Beherrschung über meine Sinne verlöre und das Innerste meines Herzens in ihre Ohren ergösse! Du, die unter Bitten und Flehen immer und wieder mich bedrängte, zu erzählen, obschon ich doch disputiert hatte, was zu wissen ich glaubte und was zu glauben ich wußte! Du, die, als ob aus Furcht davor, Genuß dabei zu empfinden, oder wahrhaftig aus keuscher Treue mich zurückwies, als ich – halb im Übermut, und halb im Scherz, ganz und gar jedoch in Unschuld – meinen Kopf an ihre Schulter zu lehnen suchte, und doch immerfort den Qualm ihrer Zigarette in mein Gesicht zu blasen für schicklich erachtete!

Du, die überall Zweifel anzubringen wußte, hier im Schönen einen Makel und dort in eleusischer Perfektion das Mal des Banalen ausmachte! Du, die das Jahrtausende alte Spiel zwischen Locken und Jagen, Scheuchen und Abwenden mit mir spielte, als wäre meine Niederlage schon sicher gewesen von dem Augenblick an, da ich sie zuallererst gewahrte!

Necktest mich, und sicherlich genoß ich es, jede Sekunde, auch, als Du fragtest, ob ich Deiner schon überdrüssig geworden wäre – wie könnte ich! Doch fand ich im Schweigen mehr Wahrheit als in all der Torheit, die ich bereits zum Besten gegeben hatte, und ein übergroßes Maß an unaussprechlicher Freude, Dich – so hoffte ich (und hoff‘ ich noch!) – zum Freunde gewonnen zu haben. Denn ich möchte schaffen dürfen, ohne zerstören zu müssen, weiß ich doch um den Wert der morbiden Schönheit des im Verfall Begriffenen; und behüte mich Gott davor, Hand anzulegen an Dinge, die and’ren heil’ger sind als mir, selbst dort, wo nur ein einziges Wort endgültige Verwüstung über liebgewonnene Ödnis brächte.

Ich Irrer! als ich zuließ, daß Du durch Flehen und Betteln Dich entwürdigtest, mich beschämtest, da ich, Hochmut und marmorne Härte vortäuschend, mein tief’res Einsehen und Mitgefühl verbarg. Denn wo Du denkst, dieser alte Wandersmann sei ob Deines Liebreizes wie alle anderen – befangen – ist’s halb nur wahr: mein kleines Herz ist schlicht das eine Mal zu oft zu Bruch gegangen und vor einem weit’ren Male gar zu bang. So ford’re mehr nicht, als einem Freunde zu geben ich Willens wär; und verdenk‘ mir nicht, wenn ich im Dunkeln verborgen halte, was zu erhellen nur dem Augenlichterpaar der Einen gebührt, die auch mir in Liebe Einlaß in ihr Heiligtum gewährt.

Drum, Du Schöne, lebe, liebe, tanz und trink aus Glückes reichem Kelch, frage nicht mich oder sonst wen weiter nach dem Größ’ren, Höh’ren dieser Weltgewebe, nach dem einen Ziel von allen Lebenswegen: diese Antwort kann Dein Herz allein Dir geben. Lausch nur leis der Melodie in allem um Dich herum – und summ dazu Deine eig’ne Harmonie. Denn sicher kommt der Tag, und wir sehen uns wieder, und vielleicht, vielleicht nur singen wir einander die frohesten uns’rer Lieder: mehr wagt‘ ich nicht, zu wünschen und zu hoffen; klopfe nicht, meine Tür steht offen.

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Konsequent weitergedacht.

Dugarun

Jaja, das hier ist konfus. Es ist selbstreferenziell. Es ist überflüssig und mehr Rausch als Signal, mehr Meinung als Information. Schamlose Selbstdarstellung, eitle Koketterie mit der Pose der Bescheidenheit, Maskerade der Benevolenz vor der häßlichen Fratze des ungezügelten und größenwahnsinnigen Egoismus.

Der Vorwurf der Enttäuschung trifft nicht. Ja, sie hatten alle große Erwartungen an den eigentlich immer so höflichen, schüchternen, irgendwie intelligenten und dann wieder so jähzornigen, verzweifelten und in Tränen des Selbstmitleids aufgelösten Jungen, der einsam sein wollte, wenn er in Gesellschaft war und mit Freunden, wenn allein. Uncooler Aussenseiter und Streber den einen, fauler Tagedieb, Träumer den anderen, Spinner, Fantast, der es nie zu etwas bringen würde, weil er nie zuende brachte, was er anfing, selten in die Tat umsetzte, was er sich an Luftschlössern erträumte.

Was sie niemals wußten, auch nur ahnten: da war eine Welt, in die er die wenigsten einen flüchtigen Blick werfen ließ, niemanden je ganz betreten ließ. Dabei war sie kein großes Geheimnis, weder so grausam noch halb so wunderschön, wie die meisten wohl vermuteten, sich erhofften für den Fall, daß er doch eines Tages die Tore zu seinem Phantasiereich öffnen, die Zugbrücke herunterlassen und das Fallgatter heben könnte, um einzufallen in die Ahnung von paradiesischer Höllenlust, eine Scholle zu ergattern und die Bodenschätze auszubeuten –

nein, ganz und gar uninteressant und öde gleichgültig war es in ihm geworden. Was kümmerte es ihn, was andere dachten, sagten oder durch Nicht-Denken und Schweigen zu wissen preisgaben? Sollte ein jeder in ihm sehen, was er sehen wollte, es war ihm so egal wie ihnen offenbar seine eigenen Wünsche, Bedürfnisse, Träume, Gedanken und Gelüste.

Da wurde ihm jedoch klar, daß es anders bestellt war. Die Mauer, mit der er seine Vorstellung des Utopias gepanzert hatte, mühsam aufgeschichtet aus dem mineralischen Kristallwuchs logischer Gedankenverkettungen, verstandesmäßigen Einsichten und intellektuellen Erwägungen, dieses Bollwerk war aus dem Stoff gemacht, den sie auszubeuten versuchten – ja, seine Befähigung zu kreativer Analytik wollten sie sich servil machen – sie sahen gar nicht die Schönheit der diamantenen Seen, verschneiten Berggipfel und tiefgrünen, vor Leben und Bornen strotzenden Wälder, die er im Herzen verborgen hielt, nicht die schroffen Steilküsten, an denen wütend schäumend sich hier die Ozeane brachen oder dort sanft liebliche Palmenstrände umspielten. Nein, in Karren transportierten sie die Logik hinfort, mit der er das Reich vor ungeladenen Monstern zu schützen versucht hatte, trugen von aussen den Schutzwall seiner Defensive ab, die er von innen mit wachsender Verzweiflung zu flicken versuchte, während sein Paradies immer kleiner wurde und ihre Behausungen sich mit dem edelsten schmückten, das er aus dem Innern geborgen… ein Informatiker sollte ihnen sein, ein Studierter, ein auszubeutender Steinbruch.

Halt! Genug!

Wütend brach er ein Loch in den Wall, schliff die Zinnen, stürzte die Wehrtürme, öffnete die Tore weit und holte die Flaggen und Wimpel ein – offen lag sie nun da, seine Welt, sollten sie kommen und verwüsten, verpesten, verseuchen, was war dabei, eines Tages würde er sich ohnehin trennen müssen, und vielleicht, so dachte er, nein, wagte er heimlich zu hoffen, war unter den Gästen eine Seele, die er bisher zu Unrecht ausgesperrt hatte, die die Blüte des schon im Vergehen begriffenen Paradieses in den Sommer und den Herbst selbst hinein zu verlängern vermochte. Vielleicht betrog er sich selbst, ein letztes Mal, und nichts würde übrig bleiben als Einöde, ein Mahnmal als warnende Erinnerung an die Gefahren der schutz- und rückhaltlosen Selbstoffenbarung; ein Trosthauch verfing sich in seinen Sinnen, daß, wenn dies nicht mehr war, nun wenigstens ein winzigster Flugsame den Weg hinausfinden und ein sonniges Plätzchen zum Reifen und Keimen auffinden könnte, um heranzuwachsen zu einem mächtigen Baum – oder wenigstens einem Blümchen von bescheidener, doch zierlicher Schönheit, lange, nachdem es ihn überhaupt noch kümmern würde.

Willkommen! Strömt herein! rief er in Gedanken. Dies ist mein Garten! Er scheint Euch verwahrlost und verwildert, denn so liebe ich ihn – ungezähmt und urwüchsig – doch gebt acht vor dem Ungeziefer und Getier, den Bestien und Schlingpflanzen, den Klüften und dem brüchigen Eis, dem Zornestosen des sturmgetriebenen Meeres. Und diese giftigen, schwefligen Sümpfe hier, der Morast meiner Sünden und traurigen Schuld, den verbergen zu können ich glaubte: einen Damm will ich Euch hindurchbauen aus dem Gewerk meiner aufgehäuften, lückenhaften und unvollkommenen Logik.

Willkommen. Was zu tun sei, wollt Ihr wissen? Nein, das wollt Ihr nicht, denn ihr wisst es schon längst; es steht geschrieben in den heiligen Schriften Eurer Propheten, in den Thesen Eurer Apologeten des Wandels, des Fortschritts und den tradierten Weisheiten volkstümlicher Sprichwörter, in den Pamphleten, Essays und Aufsätzen und kilometerlangen Regalwänden Eurer Bibliotheken unbequemer Denker, Dichter und Philosophen; einzig, es zu tun fehlen Euch der Mut oder die Entschlossenheit oder beides, und sowohl das eine als auch das andere kann ich Euch schwerlich geben, nenne es doch selbst kaum mein Eigen.

Von wegen! daß wir in einer besonderen Zeit leben, nur, weil es das Internet gibt und man in Quasi-Nullzeit Informationen mit dem gesamten Globus austauschen kann. Von wegen! daß wir eine besondere Rasse oder Laune der natürlichen Evolution sind, da der wissenschaftliche Fortschritt uns ungeahnte Erkenntnisse über das Wesen des Universums, des Seins und des Lebens geliefert hat.

Noch immer sind wir gefangen im Aberglauben des finsteren Mittelalters, gebannt von einem übermächtigen Zauberspruch, hypnotisiert von der melodiösen Lästerzunge eines abscheulichen und hungrigen Drachen, fast ausnahmslos willfährige Anhänger einer Selbstmordsekte, die Verfall und Entropie zum höchsten Dogma erklärt hat, Diener und Sklaven der Furcht vor einem selbstgeschaffenen Techno-Golem. Der Erdball ist unser Gefängnis, die Städte Irrenhäuser, die überfüllten und wie Pilze sich vermehrenden Justizvollzugsanstalten seine Hochsicherheitstrakte und Nervenkliniken die Einzelhaftzellen.

Freiheit, sagt Ihr? Liebe, sagt Ihr? Ohne die geringste Ahnung, womit Ihr diese Symbole verknüpfen sollt, welches Ding sie bedeuten. Friede; und Freude? Pleonastisch definiert als Antithese zu unerwünschten Zuständen Eurer Seele und Eures Geistes, doch per se unbegriffen.

Diese sind zu reich und jene zu arm, und dann ist da das Dosenpfand und der Zensurwahn im Internet. Man muß durch dreiundzwanzig Läden laufen, um eine beschissene Pfandflasche wieder loszuwerden, Plastiktüten kosten mittlerweile überall fünfzehn Cent, die Politiker sind korrupt und die Zeitungen gekauft. Im Fernsehen läuft nur gleichgeschalteter Müll und unsere Jugend verblödet. Die Kinder werden immer früher immer brutaler, übersexualisiert und verwahrlost. Die Luft ist verpestet, die Flüsse vergiftet, die Bäume krank und die Tiere sterben aus. Die Pharma-, die Finanz- und die Rüstungsindustrie diktieren der Politik ihre Forderungen an die Gesellschaft in die Gesetze und melken das letzte Quantum Energie aus den Menschen. Eine riesige Verschwörung hat sich gegen uns gerichtet und plant, zwei Drittel der menschlichen Erdbevölkerung durch Aushungern, Vergiften, Verseuchen und künstliche Viren auszulöschen, zu ermorden, hinwegzuraffen, grausam, herzlos und eiskalt – den Rest als Sklavenarbeiter in den Städten einzupferchen, mit Chips auszustatten und jede ihrer Bewegungen, Äußerungen und Ideenkeime zu überwachen und in einem riesigen Computernetzwerk der stagnierenden Singularität zu verarbeiten, um ein für alle Male jeden Gedanken an Aufstand auszumerzen. Die Regale in den Kaufhäusern quellen über von nutzlosem Ramsch und künstlichen Nahrungsmitteln, die keine Nahrung sind, bunt verpackt und doch zu teuer für jeden, der nicht in der Lage oder willens ist, sich dem Paradigma vom Wohlergehen des Stärkeren zu beugen. Die Müllberge wachsen über den Horizont von der ganzen Scheiße, die wir zu brauchen glaubten. Eine Energiekrise bedroht uns, und ein Sonnensturm, und die gesamte Infrastruktur wird zusammenbrechen – diese modernen computerisierten Autos nicht mehr funktionieren, Handys, Telefone, Internet und Stromversorgung nutzloser Schrott sein, die Menschen in den Krankenhäusern verrecken, weil die künstlichen Beatmungsgeräte ihren Geist aufgegeben haben und die Notstromaggregate den Dienst verweigern – oder schlicht kein Diesel vorhanden ist, weil er zu teuer ist, weil es ohnehin kein Erdöl mehr und keine Mittel für das Gesundheitssystem gibt. Das gesamte verfickte Scheißdreckssystem ist ein gigantischer Eisenbahnzug, tonnenschwer, beschleunigt bis zur Weißglut seiner Achsen, Räder, Naben und Einzelbestandteile, und noch exakt 1323 cm entfernt von dem Punkt, da die Gleise unvermittelt aufhören und eine riesige Felswand sich erhebt – diese Maschinerie ist verdammt, auf brutalstmögliche Weise ihr Dasein ins Universum auszuhauchen, und Ihr alle, wir alle, mit ihm.

Was soll es mich kümmern? Früher oder später werde ich sowieso sterben, warum genieße ich nicht mein Leben bis dahin, als gäbe es kein Morgen, lebe in jeden Tag und erfreue mich an dem, was noch geblieben ist – an den Blümelein, die aus dem Straßenasphalt sprießen, so, wie ich mich in einer Einzelzelle erfreuen würde an jedem Sonnenstrahl, der durch das hohe Fenster auf die eingeritzte Zeichnung an der Wand gegenüber fällt. Beachte einfach nicht den sich langsam erhebenden Irrsinn um mich herum, ignoriere die Schlagzeilen auf den Zeitungen, die hässlichen, rohen und dummen Primitivlinge, die zwangsläufig meine Wege kreuzen müssen und jedesmal den Wunsch in mir nähren, auf furchtbarste, bestialischste Art ihr Leiden zu verlängern und einen grausamen Tod unausweichlich zu machen: indem ich nichts tu.

Was zu tun sei? Die naheliegenste und schlußendliche Konsequenz ziehen, Eurer Furcht Euch stellen, die Euch davon abhielt, zu hinterfragen, was so bequem und gewohnt Euch wurde, endlich diese unsichtbare Wand durchbrechen, gegen die Ihr immer wieder laufen werdet, solange Ihr sie nicht niederreißt, aufhören, wie ein ungebumster Bugs Bunny um den heißen Brei zu tanzen. Euer Blut reinigen von dem Gift, das Eure Eltern und Lehrer und Meister und Professoren und Priester und Quacksalber und Scharlatane und Schwarzmagier über all die Millennia injizierten und vererbten. Ihr wollt mein Utopia? Schafft Euer eigenes, seid kreativ, denkt es, fühlt es, spürt es, wie es sein soll, wie Ihr es gerne hättet, wie es sein soll, wie es Euch glücklich macht.

Ach, Eure entsetzten Gesichter und Abwehrhaltungen, vorhersagbaren Verteidigungsmechanismen und hilflosen Argumentationstrategien, wenn ich Euch das Liebste zu nehmen drohe. Wollte ich Eure einzige Tochter entführen, wärt Ihr nicht halb so erschüttert wie wenn ich an den Grundfesten Eurer irrationalen Selbstverständlichkeit rüttel und sage: schafft das Geld ab. Wie Ihr pfeifend die Luft einsaugt, um wie aus der Pistole geschossen zu entgegnen – gerade so, wie man es Euch beibrachte – die einzige Alternative wäre der Tauschhandel – und man könne ja wohl kaum mit dreihundert Sack Kartoffeln den Gegenwert für einen Computer entrichten. Wie Ihr Euch verstrickt in die Paradoxien und Widersprüche, um Euer höchstes Gut zu erhalten, wenn eine neue Technologie wie das Internet die Basis des Eigentumparadigmas in Frage stellt. Geistiges Eigentum, ha! Dieses Lied gehört Dir? Habe ich es Dir weggenommen, als ich es auf meine Festplatte kopierte, weil es auf Deiner Homepage zum Download ausgestellt war? Oder – hast Du es noch…? Und was ist mit der Karotte? Ist sie Dein, weil Du sie gesät, oder gehört sie sich selbst, oder uns allen? Ist sie weg, wenn ich sie verspeist habe, oder ist sie mehr weg, weil sie in Deinem Eigentum verbleibt, weil das Angebot die Nachfrage übertraf und deswegen in Deinem Lager verrottet, oder gibt es bereits eine Kopie, die im nächsten Jahr im Felde wachsen wird? Herrscht tatsächlich ein Mangel an irgendetwas über-lebenswichtigem, sodaß man es wegnehmen könnte? Oder leben wir auf einer Sphäre des Überflusses, des ungleich und ungerecht verteilten Überflusses?

Weg, wegger, am weggsten? Oder vielmehr immer noch da, immer wieder neu? Getreide, Früchte, Wasser, unser aller Erbgut, vom Beginn unseres Daseins anteilig legitimer Besitz aller Lebewesen, Bedingung zur Durchsetzung unseres Naturrechts der Bedürfnisbefriedigung und gottgegebenen Daseins- und Selbsterhaltungsberechtigung?!

Schafft Euer Geld ab, schafft Eure Gesetze ab, wenn Ihr keine Kriminellen sein wollt, wenn Ihr nicht arm sein wollt; wenn Ihr tatsächlich daran glaubt, das utopische Ideal eines Paradieses wäre denk- und machbar, „vielleicht, eines Tages“, – und das tut Ihr, schon längst hättet Ihr sonst Eurem Dasein ein gnädiges Ende bereitet, kaum würdet Ihr sonst in politischen Debatten Euch ergehen und räsonnieren und diskutieren und Euren Willen zur Zukunft und Euer Verständnis der Vergangenheit durch Teilnahme an politischen Prozessen offenbaren, sondern würdet alle Hoffnung fahren lassen, Euch ergeben, gebeugten Hauptes kniend und jammernd die Handgelenke auf dem Rücken gekreuzt Eure Tyrannen anflehen, Euch in Ketten zu legen und auch das letzte bisschen Macht, Freiheit und Verantwortung sich zu nehmen.

Wimmernd der eine, zornig der andere von Euch, allesamt wutentbrannt japsend, da Ihr diese ungeheuerlichen Spottworte vernehmt, die grausame Arroganz, die nichts anderes sein kann als die Anzeichen einer langsam ausbrechenden, vielleicht ansteckenden Geisteskrankheit eines gebrochenen und von eigenen Dämonen gequälten Egos, eines gescheiterten Verlierers, die Verzweiflungstat eines Irren, kurz bevor er unter Hieb-, Stich- und Schusswaffen die Innenstadt aufsucht und mit eiskaltem Lächeln ein gräßliches Massaker veranstaltet, bis sein Blut sich, vergossen von herbeigerufenen Sicherheitskräften, mit dem der unzähligen von ihm wahllos Hingerichteten und ohne Rücksicht auf Alter, Geschlecht und Stand abgeschlachteten Opfern in den Gullis des marmornglitzernden Konsumtempelkomplexes mischt: Das Geld abschaffen? Die Gesetze abschaffen? Wie soll das funktionieren? Die Diskussion wird zum Rückzugsgefecht, du hast ja recht, es wäre ja schon schön, allein, es ist zu spät, wir können nichts mehr tun, ich würde ja, doch alle anderen müßten mitmachen, doch sie sind zu dumm und ungebildet, und wir können nur das beste daraus machen, und so schlecht geht es uns ja nun auch wieder nicht – Feiglinge! Erbärmliches Pack! Vielleicht verdient Ihr es ja gar nicht anders, aber kommt nur, kommt nur herein, willkommen in meinem Utopia. Gebt acht auf die Disteln, Dornen und Brennesseln und die Klapperschlangen, wir nähern uns dem Herzen des Paradieses.

Sät keinen Weizen, wenn Ihr Kartoffeln ernten wollt, sät ihn nicht in die Flußläufe und auf den kargen Felsen, Kretins, Idioten, Wahnsinnige, Bürger des globalen Dorfes Schilda! Ihr versenkt einen Schatz im Meer und markiert die Stelle am Schiff; ein Weiser deutet auf die Sonne und Ihr schaut auf den Finger!

Ich habe Eure sogenannte Weisheit mit dem goldenen Löffel gefressen, um sie Euch gut verdaut in die Kloschüssel Eurer Hirne zu pressen. Geld ist Macht? Geld regiert die Welt? Geld ist die Wurzel allen Übels?

Wer regiert das Geld? Wer hat die Macht? Was nährt die Wurzel, wenn nicht Eure fungoiden Triebe und gierigen Gelüste? Als ob die Welt brach läge, gäbe es kein Geld mehr! Als würden alle Melodien verstummen, aller Wissensdurst versiegen, alle Quellen staubig werden, wenn wir nicht ständig diese bunt bedruckten Klopapierfetzen anbeteten wie einen übermächtigen Götzen, der uns jeden Wunsch zu erfüllen vermag, solange wir nur grausam und selbstsüchtig genug uns gerieren im Umgang mit unserer Umwelt!

Oh, Ihr habt gehört, daß Computer dumm, nur an Ergebnissen zu liefern in der Lage sind, was man ihnen vorher eingegeben hat, daß man es Input nennt und Output, Ihr habt gehört vom Pawlowschen Hund und der Spieltheorie und dem Behaviorismus. Und doch füttert Ihr die zarten Gedankenwelt der Folgegeneration, die armen, unschuldigen Kinderhirne mit all der unverdauten Scheisse, aus Angst, sie könnten Euch überflügeln, eine höhere Kenntnis erlangen, kappt die Triebe ihrer Rebellion gegen Euern Wahn, beantwortet ihre neugierigen Fragen mit dem selben vergifteten Bullshit, an dem Euer eigener Wille zum Höheren und zum Schönen verwelkte; tadelt ihren natürlichen Egoismus und Überlebenstrieb, indem Ihr ihnen die vor nahrhafter, sättigender Milch überquellenden Brüste der Natur vorenthaltet und stattdessen die vorgekauten Plastikspeisen aus den Regalen Eurer Unterdrücker in die noch zahnlosen Münder stopft, und wundert Euch, daß die Welt vom Schlechten zum Schlimmeren fortschreitet.

Und wenn einer käme, um Euch zu sagen, daß es ein Wundermittel gibt, eine heilige Pflanze, einen Stein der Weisen, einen Born ewigen Lebens, vor Furcht würdet Ihr erstarren, an Eure liebgewonnenen Glaubenssätze Euch klammern, denen zufolge dergleichen ganz und gar unmöglich sein muß, dieser Verrückte ein Gesandter luziferischer Mächte, ein Verführer, sein Geschenk in Wahrheit die Büchse der Pandora, ihr würdet ihn niederschlagen und auf Euren Marktplatz zerren und in aller Öffentlichkeit teeren, federn, aufhängen, steinigen, vierteilen oder sonstwie henken und im beruhigten Gewissen, die Welt gerettet zu haben, in Eure vertrauten Wohnungen heimkehren und Euren vertrauten Fernseher einschalten und die vertrauten Sendungen ansehen, bis in den vertrauten Abendnachrichten gesagt wird: ja, in der Tat, eine Ausgeburt der Hölle muß das gewesen sein, die vorschlug, die Wüsten zu begrünen, die Wasser zu reinigen, wahre Weisheit und die Befähigung zum Lernen, Studieren und Entscheiden die Kindheit zu lehren, die Mauern zu schleifen, die Türen zu den Schatzkammern und geheimen Bibliotheken ihrer Schlösser zu entledigen! und Ihr beruhigt in Euer vertrautes Bettchen sinken könnt, während irgendwo auf dem wunderschönen Erdenrund wieder ein paar Negerkinder abkratzen, weil sie nichts zu Fressen zwischen die Kiemen bekommen oder allen besseren Wissens zum Trotze aus purer Verzweiflung verseuchtes Wasser getrunken haben.

Dieser Bach, liebe Besucher, kommt aus der Mitte meines Reiches, er schlängelt sich wie ein blaues Mäander quer durch das ganze Land und rauscht nun, seines Dammes beraubt, als breiter Strom hinaus in Eure Welten… hier noch sprudelt und plätschert er munter durch sein von Wäldern und Auen gesäumtes Kieselbett, drum nehmt Euch ein Herz und springt hinüber… ich nenne ihn Rubicon, denn hier beginnen die Hochebenen der ewigen Glückseligkeit.

Wenige seid Ihr geworden! Wo bleibt der Rest? Versunken in den Sümpfen, erstarrt in der Kälte der Gipfel, die wir erklommen und hinter uns gelassen, ertrunken im Malstrom, der vor der Küste seinen greulichen Schlund nach Nahrung aufreißt? Sei’s drum.

Ja, Ihr habt vertraut – vertraut den Versprechungen Eurer Priester, Götter und Politiker, die Euch eine bessere Welt weissagten, solange Ihr nur ihren Weisungen folgtet, und Ihr vertraut immer noch. Nicht, weil dieses Vertrauen jemals belohnt worden wäre, sondern aus Mangel an Alternativen –

hier ist sie! Eine neue Generation, eine neue Welt, eine neue Ordnung des Chaos, die Sicht der Dinge durch das Mikroskop eines galaktischen Riesen, der den dritten Planeten unseres Sonnensystems, in Fixierlösung getunkt, begutachtet.

Alles ist Veränderung, ob nun Fort- oder Rückschritt, ist lediglich eine Frage der Perspektive. Der Tod ist nah, und er ist uns Trost und Hoffnung zugleich, daß die Dinge sich verändern werden, nach uns so sehr, wie sie es taten, bevor sie uns hervorbrachten, um bald darauf zu vergehen. Es geht nicht um Schuld und Sühne, es geht nicht um Verantwortung oder darum, was getan werden muß, weil es alles einerlei ist.

Es geht nicht darum, was wir erreichen wollen, denn morgen schon könnte der Mond uns auf den Kopf fallen und all die Gedanken wären umsonst gewesen. Lohnt dann alles Streben nicht?

Den Duft einer Rose atmen – lohnt sich nicht, diese zwei Schritte hin zum Strauch zu gehen, so gleichgültig die dabei entstehende Lust auch zufolge allen Scheissegalphilosophien im universalen, teleskopischen Kontext ist?

Auf diesen Feldern dort blüht der Hanf. Es ist eine anspruchslose Pflanze, die nur wenig mehr als Sonnenlicht und genügend Wasser benötigt, sie wurzelt tief und lockert das Erdreich, sie wächst schnell und ist sehr ergiebig – die Fasern ihrer Stengel eignen sich zur Herstellung äußerst langlebigen und feinen Papiers, als Baumaterial, als Grundstoff für vergleichsweise robuste Textilien und allerlei andere Erzeugnisse. Die Samen des Hanfs sind sehr schmack- und nahrhaft, enthalten vitale Fette und sind äußerst vielfältig in ihren Anwendungsmöglichkeiten. Seine Blüten eignen sich als Medizin für diverse Schmerzzustände oder als Portal in andere Wirklichkeiten. Und die Leute, die dort mit Karren und Erntegerät kommen, werden noch vor Anbruch der Dämmerung gemeinsam bei Met und Bier beisammensein, und tanzen, und spielen, gemeinsam, dem Geiste der Natur zu danken.

In diesem Haus wohnt ein Arzt, der Kräuter kennt, die viele Arten von Leiden lindern können, Nahrungsmittel, um die Leiden zu vermeiden, Anwendungen und Massagen, ja, Worte und Zauberformeln, um die im Geiste niedergedrückten von ihren Seelenschmerzen zu befreien. Er genießt einen ausgezeichneten Ruf, und er weiß, daß man ihn schätzt, die stärkste Währung und der fürstlichste Lohn dieser Welt.

Drüben im Dorfe gibt es einen Lehrer, der den Kindern ihre Fragen beantwortet, sie lehrt, zu erringen, was sie sich wünschen, im Einklang mit den Geistern der Natur und den Gesetzen des Universums; auch ein paar fahrende Musiker, die auf der Straße zur Freude der Vorübergehenden und Stehenbleibenden aufspielen und jedem, der es wünscht, ihre Internetadresse geben, wo man ihre Melodien herunterladen und bei sich tragen kann.

Gerade ist wanderndes Volk zu Gast in der Stadt, das sich anbietet, verschlissene Wohnungen zu renovieren oder ein Haus für die neugegründete Familie zu bauen, damit bald die Urgroßeltern einziehen können, wenn die Leibeskraft sie verläßt, doch ihr Geist und Wissen noch von unschätzbarem Wert für das schon im Schoße einer Schönen keimende Leben sein werden. Von ihrer Wanderschaft haben sie Neuigkeiten aus allen Ecken und Enden der Welt mitgebracht von Bekannten und Freunden, von Ereignissen der Freude und des Glücks.

Drüben auf dem Hügel der Typ, der hat sie nicht mehr alle, er schaut ins Teleskop seines Himmelsobservatoriums und phantasiert, es müsse doch möglich sein, eines Tages eine Siedlung auf dem roten Planeten zu errichten, des Menschengeschlechtes, nein, Gaias veredelten Samen in den zu erschließenden Boden zu pflanzen, damit er neue Früchte trage und vom Wind der Gelegenheiten hinausgeblasen werde zu noch ferneren Sternen.

Und die Leute, die Ihr dort seht, sie kommen gerade von den Feldern, um ihre Freude über die reiche Ernte mit ihren Freunden zu teilen, das Lager für den Winter zu füllen, damit niemand hungrig sein muß, wenn der Schnee die Häuser peitscht.

Was? Ach das! Natürlich ist das ein Transporter, was denkt denn Ihr? Klar zurück zur Natur, doch nicht zu Fuß. Nein, keine Angst, er hat einen Elektromotor, der gespeist wird von den Kollektoren, die tief im Süden der Sonne Licht in Wärme und diese in Elektrizität umwandeln, er bringt gerade die Tageslieferung Südfrüchte, wir leben doch nicht mehr im Mittelalter… die Infrastruktur funktioniert ganz hervorragend, danke der Nachfrage, schließlich wird hier nach Bedürfnissen produziert. Wie, Du hast das so verstanden, daß hier Steinzeit herrscht? Quatsch!

Der technologische Fortschritt ist doch faszinierend! Herauszufinden, was möglich ist, ohne der Umwelt Schaden zuzufügen, im Gegenteil: ihr zu nutzen, ihr zu dienen! Mit dem Internet Wissen auszutauschen über die Gepflogenheiten dieses Bienenstammes oder jener Pandabärenpopulation; mit halbautomatisierten Landwirtschaftsmaschinen das Getreide zu bewässern und die Ernte einzufahren und computergesteuerten Segelschiffen Güter rund um den Globus zu verschicken, jeder das Beste seiner Region, damit alle etwas davon haben! Blödsinn, „Arbeitslosigkeit“. Es gibt genug zu tun, und jeder macht, was er am besten kann und woran er am meisten Freude findet, gibt, worauf er stolz sein kann im Wissen, anderen eine Freude zu bereiten, weil er damit seine Seele vergrößert.

Und jetzt laßt das Nörgeln sein, Ihr sucht doch nur irgendwas. Gleichschaltung, blabla. Auf einmal. Darum geht es doch gar nicht, sondern darum, daß jeder die Freiheit und Möglichkeit hat, sich selbst zu verwirklichen, glücklich zu sein, ja, sogar die Freiheit hat, unglücklich zu sein, wenn ihm das irgendwann mal lieber sein sollte. Aber das ist doch kein Zustand auf Dauer. Nicht hier, im Paradies der Spinner, im Utopia der Freiheit. Tragen sie nicht alle Kleider nach ihrem Geschmack, ihre Frisuren so schmuckvoll, wie es ihnen beliebt, ist ihre Rede nicht herzerfrischend offen, anstatt durch unehrliche Höflichkeit verletzend?

Aber ich kann Euch noch so sehr einen vom Pferd erzählen… geht hin, fragt die Leute selber. Klar werden sie meckern, hier über dies und da über das. Das tun sie immer irgendwie, das tun sie, um ihren Standort auf dem Weg zum Ideal zu verorten – es ist eine Form des kollektiven Selbstbewußtwerdens. Und daher glaube ich, daß Ihr die ein oder andere Beobachtung machen werdet, Euch wohlfühlen könntet in den anarchischen Verhältnissen meines Utopias.

Die Führung ist beendet, soviele sind wir ja auch gar nicht mehr – haben sich wohl ein paar im Wald verirrt… ich könnte Euch die Bibliothek noch empfehlen, oder die Weberei… ach, macht doch, was Ihr wollt.

Tja, meine Liebe, die scheinen sich jetzt alle irgendwo umgucken zu wollen und lassen uns beide hier ganz alleine. Der größte Trupp läuft zu den Hanfbauern, als hätte ich’s erwartet… die beiden besuchen den Marsbesiedelungsexperten und lassen sich von ihm wohl sein Algengewächshaus zeigen, mit dem er lebensfeindliche Planeten terraformen will… auch gut… was ist mit dem? Auch weg, naja… hatte der nicht eine Nasenflöte dabei? Der ist bestimmt unterwegs zu den Musikern.

Was ist mit Dir – kommst Du mit? Ich zeige Dir meine Hütte… nein, ist nicht weit, liegt direkt an der Quelle des Rubicon, schön im Wald… Du hast doch hoffentlich keine Angst vor Hunden? Magst Du Katzen? Ja, eine weiße mit total flauschigem Fell und einen schwarzen Kater. Ich müßte noch Kaninchenbraten von gestern im Ofen haben… puh, und ich dachte schon, Du bist Vegetarierin. Wär auch nicht schlimm, aber ich finde, wenn man ein Tier gern hat, dann ist das in Ordnung, ich sehe das so: man tötet es zwar, aber es hätte ja gar nicht erst gelebt, wenn ich nicht – okay, Du verstehst, was ich meine. Das ist halt der Lauf der Natur, in der Natur ist nichts wirklich grausam. Aber das da draußen, das war einfach komplett hirnrissig… diese industrielle Lebensvernichtung, mechanisiertes Leiden… zum Kotzen, deswegen habe ich es mir hier zurechtgemacht. Da sind wir schon –  wollen wir reingehen oder setzen wir uns auf die Terrasse? Ich koch uns dann nur eben ‚nen Tee… und räum ‚nen bißchen auf… sag mal, wie heißt Du eigentlich?

So dachte er, und die Mauer war nicht mehr. Sollten sie kommen.

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Spiegelscherben

Dugarun

Fort! Raus hier! Aber wohin, wenn nicht nach innen? Weg, auf welchen Wegen – wenn nicht auf jenen zum Eden?

Hab Gedanken, wie sie aus der Seele sprossen, in der Wörter harte Form gegossen. Was man sagt und wie ist so|wie|so gleich – dem einen ist’s zu schwer, dem anderen zu seicht. Hast dieses Mem nicht vergessen und was anderes dabei ausgelassen. Und was man tut – verkehrt ohnehin, da hier Verlust was dort Gewinn.

Bücher gewälzt, die Weisen studiert, Punkte verbunden, interpoliert und zum Schluß doch alles negiert. Im Traumesschluß erdrückte Liebe die Brust, die mehr Besitzanspruch als Sinneslust. Ent-Täusche, drück fort, was zu eng umschlungen und bis zum Ende um Zu-Neigung gerungen. Tanze, an den Füßen schweren Herzens Gewicht, der Freiheit Flügelwerk entfalte nicht – aus Angst, daß die, die noch dort unten, Luftikus denken und vom Absturz unken.

Ent-Scheide, trenne, wähle, aus|ein|ander brich, Ein-Heit, Uni-Versum, All:das gibt es nicht. Die Wahrheit in diskrete Symbolzuweisungen partitioniert, als Myriaden Lügenbits in die Sinne portioniert.

Es regnete.

Die Wolken zogen.

Die Sonne scheint.

Licht:erstrahl, wie ein Beil, das Herz entzwei und all die Gefühle frei.

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Antramen

Dugarun

Bei den Faldern der Kalper-Blamen
kampften verdreißlich, ach unbedangt
die Harden, kömmend Lard Antramen
verdorbten die Wasen aberschlankt.

[ Chorus: ]
A pallastír aelindúr callamath
findramin elâ baídelêth çuifaman
tanebiël eli thafebion amrafath
Antramen silibrençon alda man

[ Growls ]
Rusend kachten sie Waub und Kend
schlochzten ihre Krasten so tief
in das Flarsch der schloffen, tiebend
im Kafei und nichts berief.

[ Male Choir ]
In abidectum febarius
sinc verdatum, sinc trabiatis
non subiatum, subarius
Teldadiur! Emur kematis!

[ Grunts]
Gefalge nun, Harde, besehrt schupf
die Kraste, ertrog‘ Geweims und Plonn!
Befeiet nöch schlämes Weimen-Truft
und kömert anwei, heibet Tebion!

[ Chorus ]

[ Grunts & Growls ]
Erborst tronk Lard Antramen gelommt
die Harden, wie watzig behieben
flocherten Haldei und kars erfrommt
der Korg, Krast‘ weisig anbelieben.

[ Female Choir ]
Au vorteur bissant, les yeveux bristes
lous mouillens las Artivores pennantes –
Les Hardes, abisquant Antrámen houistes
çallabrieur nos elfons, les truantes.

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Du bist zu Du

Dugarun
Zu.

Zu.

Du bist zu rebellisch. Du bist zu unterwürfig.
Du bist zu glücklich. Du bist zu traurig.
Du bist zu schnell. Du bist zu langsam.
Du bist zu stark. Du bist zu schwach.
Du bist zu naiv. Du bist zu skeptisch.
Du bist zu schön. Du bist zu häßlich.
Du bist zu schwarz. Du bist zu weiß.
Du bist zu nett. Du bist zu arrogant.
Du bist zu gut. Du bist zu schlecht.
Du bist zu hungrig. Du bist zu satt.
Du bist zu links. Du bist zu rechts.
Du bist zu blöd. Du bist zu schlau.
Du bist zu echt. Du bist zu falsch.
Du bist zu hart. Du bist zu weich.
Du bist zu groß. Du bist zu klein.
Du bist zu dick. Du bist zu dünn.
Du bist zu arm. Du bist zu reich.
Du bist zu laut. Du bist zu leise.
Du bist zu lieb. Du bist zu böse.
Du bist zu heiß. Du bist zu kalt.
Du bist zu jung. Du bist zu alt.
Du bist zu offen. Du bist zu zu
und
Du bist zu Du.

Sei wie ich
sei wie ich

sei wie ich
Dich will.

Denn
Du bist zu viel. Du bist nicht genug –

MfG
Dein Selbstbetrug.

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Baum

Dugarun

Stark und tief wurzelt wissend der Baum im vergess’nen Erdreich und zweigt in alle Richtungen des blauen Himmels. Wolken ziehen und Lichter fallen wie Blätter auf den Boden. Die Rind gar abgenagt und Bronn für Fungi, Moos, Gewürm, arachnoidem Geziefer und andern Parasiten. Die Früchte tragen dennoch reifen Samen, um im Humus als Keimling im neuen Glanze zu erstrahlen, mit Milliarden Zellen zarte Arme ausgestaltend, um erneut um der Sonne eisig lieblich Hand anzuhalten, mit dem Licht Kraft Gottes verheiratet und auf weitem Feld allein beheimatet. Trifft Blitz, trifft Sturm, trifft Axt den Alten, kann der Junge im Sinne seines Vorfahrn das heilige Erbe annehmen und fortfahrn, sich selbst zu erhalten und immer wieder von vorn anfangen weil bisher ist noch kein Unsterblicher vom Himmel gefallen, das älteste Lebewesen des Planeten ist gerade mal etwa 11700 Jahre alt und hört auf den Namen Larrea tridentata und davor waren’s mal ein 10000 Jahre alter antarktischer Riesenschwamm und ne Kiefer aus der Steinzeit und das war’s dann, Rest in Peace Mann, Unsterblichkeit kannst Du Dir aus dem Kopf schlagen, solang halten nichtmal Deine digitalen Daten es sei denn mit dem litographischen Verfahren auf ‚ner Tafel, so groß wie die Sahara! Trotzdem geht das Leben heiter weiter und das Jammern hilft nicht weiter. Drum erstarke, alter Baum! Rüste Dich gegen der Herbste Zorn, der Winter Grimm und hüte Dich vor Frühlings List und Sommers Sangesstimm, bring der Welt Gewinn, schenk Dein Kind dem Sternenzelt, Dein Schatten ist’s, der in dieser Stunde zählt.

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Das Leben ist ein Spiel

Dugarun

Das Leben ist ein Spiel, aber seine Regeln viel zu kompliziert. Tausend Aphorismen taugen nichts, etlich Euphemismen werden ständig bemüht. Hab geschaut, ein Stern am Dach der Welt, dem Himmelszelt, geatmet ein und aus und nachgedacht, still geraucht und mich gefreut, daß Deutschland Vizemeister ist.

(In der Bild wird’s geschrieben steh’n, „da kann man mal sehen!“. Und der Trainer und das Management und blabla – und sowieso das Establishement – mit dem wichtigsten Statement und was der Spiegel schreibt hält ohnehin für die Ewigkeit…)

Scherz beiseite: was soll der Scheiß? Und jetzt noch der steigende Energiepreis, Kriegsdrohungen, sinkender Lohn – ich weiß, es gehört sich nicht zu jammern aber wir kommen nicht rum um McCain oder Obama. Ich ahne jetzt schon das Drama, das sich abspielen wird.

Da war das Wort vom „spiel“. Wikipedia weiß mal wieder zuviel:

http://de.wikipedia.org/wiki/Spiel

Lies bis Absatz vier und sag‘ mir, ob das Leben diese Bedingungen erfüllt.

„Das Spiel (v. althochdt.: spil für „Tanzbewegung“) ist eine Tätigkeit, die ohne bewussten Zweck zum Vergnügen, zur Entspannung, allein aus Freude an ihrer Ausübung ausgeführt wird. Es ist eine Beschäftigung, die um der in ihr selbst liegenden Zerstreuung, Erheiterung oder Anregung willen und oft in Gemeinschaft mit anderen vorgenommen wird. Ein Großteil der kognitiven Entwicklung und der Entwicklung von motorischen Fähigkeiten findet durch Spielen statt, beim Menschen ebenso wie bei zahlreichen Tierarten. Einem Spiel liegen oft ganz bestimmte Handlungsabläufe zugrunde, aus denen, besonders in Gemeinschaft, dann Regeln hervorgehen können. Die konkreten Handlungsabläufe können sich sowohl aus der Art des Spiels selbst, den Spielregeln (Völkerball, Mensch ärgere dich nicht) oder aber aus der Tatsache ergeben, dass unterschiedliche Individuen miteinander interagieren wollen (Bau einer Sandburg).

Eine weithin anerkannte Definition für Spiel stammt von dem niederländischen Kulturanthropologen Johan Huizinga. In seinem Hauptwerk Homo ludens schreibt er:

‚Spiel ist eine freiwillige Handlung oder Beschäftigung, die innerhalb gewisser festgesetzter Grenzen von Zeit und Raum nach freiwillig angenommenen, aber unbedingt bindenden Regeln verrichtet wird, ihr Ziel in sich selber hat und begleitet wird von einem Gefühl der Spannung und Freude und einem Bewusstsein des „Andersseins“ als das „gewöhnliche Leben“.'“

Weiterlesen :-)

Wieviel können wir geben, wieviel nehmen, nach welchen Regeln als denen, die unser Leben regeln? 90 Minuten wie wild rumlaufen und schicke Autos kaufen und übelst Aua in Kauf nehmen? Auf’m Bau, im Büro, in der Zeche, Rechenknecht, im Bístro, auf Station, Lager, Bar, Bordell, Salon, Nachrichtenwetter und, wem’s gefällt, als Held und Retter dieser Welt.

Es gilt alles oder nichts! Die Tage sind gezählt, da man die Völker des Planeten unbehellt wie’n Bullen am Kanthaken an der Nase herumgeführt. Ich weiß, Ihr habt gehört, daß das Problem ganz woanders herrührt, aber wo man auch nachspürt, ist nichts sicher und alles verwirrt, und wir nehmen’s ungehindert hin, als hätte das Konstrukt irgendwie bestimmt irgendeinen Sinn.

Denn man muß ja ehrlich sagen: man sparte nicht mit Karten, und was will man auch erwarten, wenn man durchwill ins Finale… oder anders gefragt: seit wann verdient man mit Fair Play sein Auskommen und beflaggt damit Balkon und Auto? Sogenommen ist noch keiner auf die Idee gekommen, mal die ganzen Professoren und Direktoren, Honoratioren und Diktatoren an einen kreisrunden Tisch zu holen, zum Beweis mit einem Riesenkreis ausholen und mal nachzuhorchen, ob man das Regelwerk nicht zumindest probehalber, eventuell, etwas grundlegend umstrukturieren könnte, weil wir sonst stagnieren würden und das ist ja nicht das Ziel von uns Lebewesen, sondern weiterzuleben und nach dem Höh’ren zu streben, so lang und schön und gut es eben geht, wenn denn irgendwie die Möglichkeit besteht und da nicht andauernd irgendwer an irgendwelchen Schräubchen dreht. Wir haben gebettelt, protestiert, aufbegehrt und gefleht, gekämpft, geweint, malocht und uns aufgezehrt für irgendeinen idealen Richt-Wert der selektiert mit juristisch-statistischem Richtsch-Wert, Polizeigewehr und Militär, als ob Liebe und Tätärätä nüscht wär‘.

„Liebe Deinen Näxten“ – J. Zimmermannson

„You may say I’m a dreamer / but I’m not the only one“ – J. Lennon

Vom Meere her da wird es wahr, die Himmelsheere, der Erde Chöre, des Lichtes Feuerwärme und der Rest der Elemente berechnet Saat und Ernte, Arbeit, Rente, Zellen und Schwärme, geben uns Pillen für Leib und Geist und Fleiß und gute Arbeit der Gedärme und versprechen, daß jetzt alles besser werde.

Und wieder erschallt der Ruf nach Aufstand, Mord und Revolution, aber was bringt das schon ausser der Wiederholung der Fehler unserer Jugend, anstatt Platz zu schaffen für eine neue Generation, noch ‚ne Stufe weiter auf der Leiter der Makroevolution zu steigen und vom Throne des Astronomen droben milde lächelnd, heiter seinen Blick herabzuneigen auf all der Menschen feine Eigenheiten, die sie in Streit und Krieg entzweiten, statt als Blume die Arme im Universum auszubreiten, fortzuschreiten, welkes abzuschneiden, sie sollen’s nicht leiden und uns düngen für alle Zeiten, damit tief es wurzelt, hoch es wächst, unbemüht im All erblüht – des Menschengeschlechtes Zeitgewächs! Oben, unten, links und rechts, vorne, hinten, vor, zurück, in des Glückes Stockgewerk, wo der Freudefunken glüht.

Reset aller Parameter und ‚ne Kamera jeden Meter, es sei über der Ordnung Tyrannei Gezeter vertagt vielleicht auf später, willkommen erstmal in der neuen Ära – das Netz Gehirn der Lady Gaia, eine Zeit wie diese kommt nie wieder, ein letztes Mal noch bäumt sich Homo Faber gegen seiner Ketten Glieder!

Tausend Heldenlieder gelten jenen Helden, die ihrer Weltenerden wohl bestellten um reiche Saat zu ernten, um gerne diese Erde zu vererben. Wo ist der Recke, der Vollstrecker, der Völkerrächer Oberzicke, die Arzenei, der Schönheitsflicken, um den Traum vom Eden mit dem Diadem der besten Idee zu schmücken?

Ich hört‘, man sah ihn neulich aus einem Spiegel blicken, um sich einen Pickel auszudrücken.

;-)

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